Media Monday #311

Ich war in London.

Jetzt bin ich wieder hier und muss meine letzten Korrekturen bis morgen Abend fertig haben, damit ich sie meinen Zweitkorrektorinnen übergeben kann.

Deswegen einigermaßen kurz und bündig heute (mehr aus London ab Mittwoch! 😉 ): Hier ist der Media Monday!

1. Worauf ich mich in den nächsten Wochen ja am meisten freue, ist die Tatsache, dass die (Fach-)Abitur-Korrektur dann rum ist und ich fast keinen Unterricht mehr haben werde. D. h. viel mehr Zeit zum Medienkonsum und zum Bloggen! 😉

2. Angels in America im National Theatre hat meine Begeisterung für Russell Tovey neu entfacht, denn er hat nicht nur eine äußerst überzeugende Performance (inkl. full frontal backal nudity) hingelegt, sondern war auch an der Stage Door total nett und fröhlich.

3. Mit Freunden zu Gast gibt es ja kaum was Schöneres, als lecker zu essen. 

4. London hat meines Erachtens eine viel zu kleine Rolle in meinem Leben, immerhin kehre ich nach jedem Trip dahin weniger gern nach München zurück. Ich möchte diese Theaterkultur und das Multikulti dort am liebsten täglich einatmen…

5. Neulich habe ich das Drama (playtext) Angels in America von Tony Kushner zur Hand genommen und gekauft. Kushner hat da wirklich etwas ganz Besonderes erschaffen!

6. The Mummy kann mir ja gerne gestohlen bleiben, denn die Kritiken sind ja nicht gerade euphorisch. Außerdem: Not another Reboot!!!

7. Zuletzt habe ich mit An an meinem Geburtstag Tape Face (formerly known as The Boy With Tape On His Face) mit seinem Programm im Garrick Theatre London gesehen und das war perfekte Geburtstagsunterhaltung, weil ich – literally! – Tränen gelacht habe. Ich hatte Tape Face vorher nicht gekannt, obwohl seine Karriere seit seiner Teilnahme bei America’s Got Talent im letzten Jahr wohl ziemlich abgehoben ist. Ich bin mit wenig Erwartungen reingegangen, aber er ist wirklich hilariously funny!!!! Schaut ihn euch an, er kommt Ende des Jahres mit neuem Programm auch nach Deutschland, ist z. B. am 19.12. in München, wo ich mit Sicherheit hingehe!!! An der Stage Door war er sehr zugänglich und immer noch aufgekratzt, hat immer wieder gesagt, dass seine Show „silly‟ sei und hat gesagt, dass er München mag und auch mit neuem Programm im Dezember wieder dort sein wird. An und ich haben sein Gesicht ohne Tape gesehen – aber Foto gab’s nur so:

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Geburtstagsgäste eines Fangirls in London

Nachdem mein Tweet mit einem Bild von Andrew Garfield an der Stage Door des National Theatre gerade abhebt, wollte ich euch auch schnell daran teilhaben lassen, bevor ich mich aufmache, um meinen Geburtstag draußen in London zu begehen und mich später mit An treffe, um in Tape Face zu gehen.

Kein Bild MIT Andrew also, dafür mit James McArdle (ein Schotte, der auf der Bühne ein sehr überzeugendes amerikanisches Englisch gesprochen hat) – ein SEHR netter und attraktiver Mann! Deserves a second look!

Hach, und dann Russell Tovey (Being Human UK) mit seinem Hund – completely adorable und verdammt gut aussehend! 

Alle drei Männer haben mir zu meinem anstehenden Geburtstag (nach deutscher Zeit war es schon der 11.6., nach britischer noch nicht ganz). gratuliert. 😍

So hat mein Geburtstag schon mal sehr gut begonnen! 🎂

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Silence (Martin Scorsese, USA/Taiwan/Mexico 2016)

Quelle: Concorde Home Entertainment

Zuerst muss ich meine Unzufriedenheit mit dem Filmplakat / dem DVD-Cover der britischen Version, die ich mir gekauft hatte, zum Ausdruck bringen:

Quelle: Amazon UK

Hier wird so getan, als würde Liam Neeson die Hauptrolle spielen, dabei kommt er nur im Prolog und in der letzten halben (?) Stunde vor. Bei einem Film mit der Laufzeit von 2 Stunden und 41 Minuten ist das nun wirklich kein Grund, ihn als einzig erkennnbare Figur auf das Plakat zu bringen. Die Hauptrolle spielt nämlich eindeutig Andrew Garfield. Da ist die deutsche Version (s.o.) tatsächlich mal besser…

Ich habe ja häufiger mit Scorsese-Filmen das Problem, dass sie mich emotional nicht ganz erreichen – Ausnahmen bestätigen die Regel: The Departed und Shutter Island. Mit Silence erging es mir ähnlich. Obwohl viele Menschen hier unglaublich leiden müssen, blieb ich hier doch sehr distanziert. Dennoch arbeitete der Film in mir, denn die Glaubensfragen, die hier ausgeworfen werden, sind doch sehr spannend und beschäftigen mich auch weiterhin. Die Kernfrage ist hier: Apostasie (dem Glauben öffentlich abschwören) und leben – oder als Märtyrer für den Glauben sterben?

Doch zunächst ein paar wenige Worte zum Inhalt: Father Ferreira (Liam Neeson), einer der wichtigsten jesuitischen portugiesischen Missionare im Japan der 17. Jahrhunderts, gilt als verloren: Angeblich hat er seinem Glauben abgeschworen und lebt nun als Japaner mit Frau und Kind.

Quelle: Concorde Home Entertainment

Das wollen seine ehemaligen Schüler Rodrigues (Andrew Garfield) und Garupe (Adam Driver) nicht glauben und bitten ihren „Vorgesetzten‟ Father Valignano (Ciarán Hinds) darum, sich nach ihm auf die Suche machen zu dürfen. Was sie in Japan vorfinden ist für die beiden Jesuiten erschütternd: Japanische Christen können ihre Religion nur versteckt ausüben. Gleichzeitig fühlen sich Rodrigues und Garupe auch gebraucht – sie werden von den christlichen „Gemeinden‟ verehrt.

Quelle: Concorde Home Entertainment

Doch als der Inquisitor nach ihnen sucht und sich einige der Japaner für sie opfern, entscheiden sie sich, getrennte Wege zu gehen, auch um die „Kirishitan‟ zu schützen. Von da an dreht sich die Geschichte nur noch um Rodrigues und seine Zweifel, sein Ringen mit der „Stille‟ – denn so viel er auch zu Gott betet, er bekommt keine Antwort.

Quelle: Concorde Home Entertainment, rechts Shin’ya Tsukamoto als Mokichi

Ich habe Kritiken gelesen, in denen Andrew Garfield als Fehlbesetzung angesehen wird. Er sei zu jungenhaft und seine Haare zu gut gestylt. Zugegeben, er sieht tatsächlich mit den langen Haaren sehr gut aus, aber an seiner Schauspielerei habe ich nichts, aber auch gar nichts auszusetzen. Zumal ich in einem Artikel des TIME Magazines auch gelesen habe, wie sehr er sich auf die Rolle vorbereitet hat und wie sehr er sich in die Rolle hineinversetzt hat:

I was prepping for a year. I underwent this spiritually transformative process that St. Ignatius created—a retreat where you meditate and imaginatively walk with Jesus through his life, from birth to resurrection. My experience was very personal. Hopefully we’re dying on the cross every day and being resurrected in a truer way every day. That’s the idea, for me—the old self being shed in order for the truer self to emerge. I did a silent meditation retreat with Adam [Driver] in Wales. We were there for a week and we didn’t know each other. We’d had a beer in the West Village. Then next when we met each other I was sipping tepid soup in the middle of Wales in a retreat house in total silence.

Durch seine letzten beiden Performances – in Hacksaw Ridge und hier in Silence – bin ich auf jeden Fall sehr gespannt auf ihn auf der Bühne: Das kann nur großartig werden! Er kann so gut auf der einen Seite (Achtung, die englischen Begriffe drücken für mich mal wieder genauer aus, was ich meine) determination und defiance ausdrücken, aber hat gleichzeitig so eine weiche, zerbrechliche Seite.

Quelle: Concorde Home Entertainment

Die übrigen Darsteller fand ich auch sehr gut, von Adam Driver über Liam Neeson (endlich mal wieder in einer Nicht-Action-Rolle) bis hin zu den japanischen Schauspielern, dabei vor allem Yôsuke Kubozuka als Kichijiro, der immer und immer wieder dem christlichen Glauben entsagt, aber immer wieder zu Rodrigues zurückkehrt, um Absolution dafür zu erhalten, Tadanobu Asano (aus der Thor-Reihe; habe ihn allerdings nicht erkannt!) als Übersetzer und Issei Ogata als „Inquisitor‟ Inoue. Letzterer wurde von allen Kritikern, in deren Reviews ich reingelesen habe, mit Christoph Waltz in Inglourious Basterds verglichen. Im Nachhinein, ja, da kann man durchaus Parallelen entdecken… (Finde es übrigens schwach, dass es bei Concorde Home Entertainment, die in Deutschland den Film auf DVD/BluRay vertreibt, keine Bilder von den japanischen Darstellern gibt – bis auf das eine oben.) Was mir weniger gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass die portugiesischen Jesuiten Englisch mit mehr oder weniger portugiesischem Akzent sprachen, obwohl hier ganz klar Englisch als Platzhalter für Portugiesisch stand. Die haben in echt ja nicht Englisch untereinander und mit den Japanern geredet, sondern Portugiesisch.

Der Film wurde ja bei den Oscars für die beste Kamera nominiert, und das hat sich Rodrigo Pieto wohl verdient. Er hat das meiste auf Film gedreht, und das meiste wurde auch on location in Taiwan gedreht, wo imer wieder das Wetter vorherige Pläne über den Haufen warf. Was Pieto hier macht, ist nicht besonders „flashy‟, aber effektiv. Und Scorsese setzt in diesem Film auch weniger auf schnelle Schnitte, sondern gibt den Bildern viel Zeit und Raum. Mir hat das sehr gut gefallen, wobei auch hier sicher die große Leinwand im Kino noch effektvoller gewesen wäre.

Wie wird nun die Frage (siehe oben) beantwortet? Rodrigues muss sich z. B. auch sagen lassen, dass es Stolz ist, das ihn von seinem Glauben nicht abschwören lässt… Das ist ein sehr interessanter Gedanke, finde ich, denn meistens werden ja Märtyrer (und ich spreche jetzt nicht von selbsternannten radikal-islamistischen Selbstmördern), die ihrem Glauben nicht absagen, sondern dafür bereit sind zu sterben, als durchweg positiv gesehen (von Gläubigen). Ich trage auch einen Namen einer Märtyrerin. Aber warum nicht nach außen hin dem Glauben absagen und im Inneren jedoch am Glauben festhalten? Ist das opportunistisch, ein Verrat an Gott? Und das Spiel geht in Silence noch weiter: Wie sieht es aus, wenn du dadurch, dass du Apostasie leistest, andere vor dem Tod retten kannst? Was wiegt schwerer: Die Errettung der Anderen oder der „Verrat‟ an Gott? Trotz des historischen Kontextes und sicher auch des ambivalenten Verhältnisses, das wir heute zum Thema Missionieren haben, sind das Fragen, die für mich aber heute noch Relevanz besitzen. Und so regt dieser Film zum Nachdenken an – nicht nur über Glaubensfragen.

7,5 von 10 Punkten.

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Mit dem Fotoapparat unterwegs #29: Dem Himmel so nah

Ich schwärme ja immer so vom Himmel im Südwesten der USA – aber manchmal kann auch der südbayrische Himmel einiges! 🙂

Acker zwischen Taufkirchen und Unterhaching

 

Von der Fußgängerbrücke zum Westpark am Ende der A96 Richtung Westen

 

Von der Fußgängerbrücke zum Westpark am Ende der A96 Richtung Osten

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Mit dem Fotoapparat unterwegs #28: Frühling – up close and personal

Heute lasse ich die Bilder sprechen, denn mein Ellenbogen zickt gerade rum – nicht gut, wenn man eigentlich den ganzen Tag korrigieren will/muss… 😦

 

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Hacksaw Ridge (Mel Gibson, Australia/USA 2016)

Quelle: universumfilm.de

Vorbemerkung: Diese Kritik enthält leichtere Spoiler, vor allem für Leute, die von der wahren Geschichte noch nichts gehört haben.

Obwohl ich ja ein großer Verfechter des Kinos bin, war es auf der einen Seite bei diesem Film vielleicht ein Vorteil, dass ich ihn nur auf dem Fernseher gesehen habe. Denn die Bilder aus der Schlacht von Okinawa (auf der sog. Hacksaw Ridge) sind äußerst explizit. Andrew Pulver vom Guardian formuliert das so:

It’s not possible to say if Hacksaw Ridge contains the most violent or gruesome combat scenes ever filmed, but let’s just say it resembles Paul Verhoeven’s Starship Troopers without any of the satire or audience-winking.

Ja, da war ich froh, dass ich das nicht auf der großen Leinwand sehen musste.

Andererseits hätte der Film auf der Leinwand für mich sicherlich eine größere emotionale Wucht entwickelt. Hacksaw Ridge hat ja Oscars für besten Schnitt und bestes Sound Mixing bekommen – da hätte man im Kino mit hervorragender Soundanlage bestimmt noch mehr eintauchen können. So war ich deutlich mehr distanziert, als ich es vermutlich im Kino gewesen wäre und der Film hat mich weit weniger emotional mitgenommen als es der Trailer erwarten ließ.

Trotzdem: Ja, Mel Gibson meldet sich mit diesem Film zurück in die Riege der ernstzunehmenden Regisseure, denn wenn er etwas kann, dann ist es das: Filme über Helden zu drehen. Dafür wurde er für Braveheart mit dem Oscar belohnt und er schafft es auch in Hacksaw Ridge, ein menschliches Bild eines Heldens zu zeichnen.

Es geht in dem Film ja um Desmond Doss, den ersten Soldaten, der aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe ablehnte (conscientious objector), und trotzdem die „Medal of Honor‟ (for actions above and beyond the call of duty) erhielt. Denn Doss verweigert nach dem Angriff auf Pearl Harbor Militärdienst nicht, obwohl er aus Glaubensgründen nicht aktiv kämpfen wollte – er wollte als Sanitäter seinem Land dienen.

Der Film beginnt mit Szenen aus dem Krieg: Brennende Menschen fliegen durch die Luft – das ist grausam und seltsamerweise auch irgendwie ästhetisch. Sicher ein Punkt, den man kritisieren kann, Alonso Duralde von The Wrap gibt seinem Review z. B. den Untertitel „Mel Gibson Says War Is Hell — Except When It’s Awesome‟. Da hat er nicht ganz unrecht.

Doch dann geht es erstmal zurück in der Vergangenheit und es werden Szenen aus Desmonds (Andrew Garfield) Kindheit gezeigt.

Quelle: universumfilm.de Rachel Griffiths und Darcy Bryce als junger Desmond

Wir sehen den durch den Ersten Weltkrieg gebrochenen Vater (Hugo Weaving), der dem Alkohol verfallen ist und im Rausch seine beiden Söhne und auch seine Frau (Rachel Griffiths) schlägt. Eine Schlüsselszene, die Desmonds pazifistische Einstellung stark beeinflusst hat, betrifft ihn und seinen Bruder – denn seine Verweigerung des Dienstes an der Waffe hat nicht NUR etwas mit seinem Glauben (er gehört den Seventh Day Adventists an) zu tun, sondern auch mit zwei Schlüssererlebnissen, dem erwähnten aus der Kindheit mit seinem Bruder und einem aus seiner Jugend mit seinem Vater. Außerdem sehen wir, wie Desmond seinen Entschluss fasst, Sanitäter zu werden, und wie er sich in die Krankenschwester Dorothy verliebt.

Quelle: universumfilm.de

Das ist alles ganz nett – und Andrew Garfield passt in diese Rolle ganz hervorragend -, aber so richtig interessant wird es erst, als Desmond zur Army kommt.

Quelle: universumfilm.de

Hier wird es etwas klischeehaft: Seine zukünftigen Kameraden sind ein Sammelsurium aus stereotypischen Männern. Immerhin hat Vince Vaughn als Ausbilder Sgt. Howell etwas Eigenes. Er ist zwar hart, aber die Spitznamen, die er den Rekruten gibt, sind weniger herabsetzend als witzig. Captain Glover (Sam Worthington) will den Waffenverweigerer möglichst schnell loswerden, und so wird Private Doss erst von den Ausbildern schikaniert, später aber auch von seinen Kameraden, als Sgt. Howell die ganze Einheit für Desmonds „Vergehen‟ leiden lässt. Doch selbst die Aussicht, vor ein Militärgericht gestellt zu werden und ins Gefängnis zu wandern, lässt Desmond weder an seinem Glauben zweifeln, noch an seinem Bedürfnis, seinem Land als Sanitäter dienen zu wollen. Letztlich „gewinnt‟ er und darf nun also mit in den Krieg ziehen.

Quelle: universumfilm.de; 2. v.l. Vince Vaughn

An der Hacksaw Ridge angekommen, geht es gleich ans Eingemachte. Die folgenden Szenen des Krieges sind sicherlich meisterhaft komponiert. Dem Zuschauer fliegen die Leichenteile nur so um die Ohren – und trotzdem weiß man irgendwie noch, wer sich gerade wo befindet. Der Fokus ist jedoch ganz klar auf den Amerikanern. Die Japaner bleiben gesichtslos – und in einer Szene sogar ehrlos, was in Japan wahrscheinlich nicht gut angekommen ist. Es gibt lediglich eine Szene, in der bewusst wird, dass im Krieg letztlich alle gleich sind, aber auch die geht von der amerikanischen Seite aus (von Desmond). Trotzdem ist das eine meiner Lieblingsszenen.

Als sich die Amerikaner von der Ridge zurückziehen, bleibt Desmond zurück – und beginnt nun alleine, Mann für Mann, Verwundete aus dem Schlachtfeld zu bergen und in Sicherheit zu bringen. Das ist beeindruckend und zeigt, dass ein (Kriegs-)Held kein Gewehr braucht. Wie Desmond hier unter Lebensgefahr an die Grenzen des menschlich Möglichen geht, das rechtfertigt die Auszeichnung, die er bekommen hat – und diesen Film. Andrew Garfield ist großartig in der Darstellung dieser Entschlossenheit („Please, let me find one more!‟) – meine Vorfreude darauf, ihn schon in wenigen Tagen live auf der Bühne und hoffentlich auch an der Stage Door zu sehen, ist durch diesen Film noch einmal enorm angestiegen.

Quelle: universumfilm.de

Handwerklich und schauspielerisch ist an dem Film nichts auszusetzen. Allein die „Choreografie‟ der Schlachtszenen ist ein enormer Kraftakt, der Gibson absolut gelungen ist. Das ist mir bei solchen Szenen immer wieder ein Rätsel, wie man die rein logistisch hinbekommt. Und trotzdem ist der Film für mich kein Meisterwerk auf der selben Stufe wie Private James Ryan oder die zwei Filme von Clint Eastwood (Flags of Our Fathers und Letters from Iwo Jima). Obwohl die Geschichte ja einen äußerst menschlichen Helden hat, fehlt mir etwas das Zwischenmenschliche. Abgesehen von Desmond und seinem Vater (Hugo Weaving ist einfach grandios!), bleiben alle weiteren Charaktere etwas blass.

Quelle: universumfilm.de

Egal, wie viele Verwundete Desmond rettete, das Einzelschicksal dieser Verwundeten ging mir wenig nahe. Das ist schade, denn so konnten die Interview-Einspielungen beim Abspann auch nicht so richtig ihre Wirkung entfalten. Was mir allerdings hier und heute als Botschaft schon gut gefällt, ist, dass hier quasi ein religiöser „Fanatiker“ eben nicht einer ist, der aus religiösen Gründen Menschen anderen Glaubens ablehnt oder diese gar tötet, sondern es aus dem Glauben heraus ablehnt, eine Waffe in die Hand zu nehmen, denn: Du sollst nicht töten!  Nicht so schlecht, sich das immer wieder mal vor Augen zu halten, welche positiven Botschaften Religionen haben können.

7,5 von 10 Punkten.

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Mit dem Fotoapparat unterwegs #27: Pfingstrosen zu Pfingsten

Es regnet gerade in Strömen. Doch ich hatte gestern Abend und heute Nachmittag Glück, als ich mit der Kamera unterwegs war und habe mich mal wieder austoben können, was Nahaufnahmen von Blüten anbelangt.

Für euch heute der erste Teil – passend zum Pfingstwochenende: Pfingstrosen!

(Auf meinem Netbook sehen die Bilder wieder nicht ganz scharf aus – falls ihr auch den Eindruck habt, Fotos einzeln anklicken!)

 

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