Media Monday #504

Ich habe tatsächlich schon sechs Wochen der 11 von Weihnachten bis Ostern geschafft! Und: Ich bin keinen Tag wegen Migräne ausgefallen, was mich wirklich glücklich macht. Es ist lange her, dass ich sechs Wochen ohne einen Fehltag durchgearbeitet habe. Gleichwohl ist es durchaus stressig gerade, auch wenn einige Korrekturen in der 11. Klasse nun weggefallen sind, weil diese immer noch nicht in den Präsenz- bzw. Wechselunterricht dürfen (zum Glück!). Das entlastet sehr und lässt mich relativ zuversichtlich in die nächsten Wochen gehen.

Jetzt aber erstmal der Media Monday, in dem ich heute auch dem Jahrestag der Hinrichtung von Christoph Probst, Sophie und Hans Scholl gedenke.

1. Man mag ja von Winter halten was man will, aber 15 Grad Celsius Mitte/Ende Februar ist irgendwie schon etwas zu warm. Ich meine, ich beschwere mich nicht, aber ich finde diese krassen Temperaturschwankungen – innerhalb von knapp drei Wochen – von „Ui, es ist schon fast wie Frühling!“ zu „Wow, zweistellige Minustemperaturen – das ist ja mal richtig Winter!“ zu „OK, nachts bis zu -2°, aber nachmittags dann +12°“ schon verwirrend.

2. Als Ausgleich für fehlende Kinobesuche und Theaterbesuche bieten das Heimkino und Theaterstreaming-Angebote wenigstens ein wenig Stoff. Aber ganz ehrlich, für mich als Verfechterin von „Kino gehört auf die Leinwand!“ und „Ich will Theater IN London sehen!“ ist das so langsam schon eher ein schwacher Trost… 😥

3. Hätte man mir vor einem Jahr erzählt, dass dies mein letzter London-Theatertrip für längere Zeit sein würde, hätte ich mich noch gebührend von der Themse verabschiedet…

4. Manche gut erstellte und durchdachte Unterrichtseinheit ist auch so ein lupenreines Retortenprodukt, das ich dann ein paar Jahre wieder im Unterricht einsetze. Aber – im Gegensatz zu der landläufigen Vorstellung – diese Einheiten machen nur einen Teil meines Unterrichts aus, weil ich auch immer wieder aktuelle Themen miteinbinde und alte Materialien in der Oberstufe auch relativ schnell veraltet sind.

5. Manchmal glaube ich, ich sollte besser sein, genauer gesagt ein besserer Mensch. Sagen zu können, ich wäre auch aufgestanden gegen das verbrecherische Regime der Nationalsozialisten, so wie Sophie Scholl, so wie Hans Scholl und Christoph Probst, die heute vor 78 Jahren hingerichtet wurden. Ich hoffe, dass mein Eintreten in der Schule für ein Miteinander ohne Diskriminierung einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, dass ich mich in der Tradition von Sophie Scholl und der Weißen Rose stehend fühlen kann – auch wenn das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Ob ich dazu in der Lage wäre, gegen ein totalitäres Regime aufzustehen, mich in Lebensgefahr zu begeben, ja, mein Leben zu opfern, wenn ich dadurch andere schützen könnte? Darauf weiß ich heute immer noch genauso wenig eine Antwort wie damals, als ich mit 16 Jahren das untenstehende Gedicht – nach Lektüre des Buchs Das kurze Leben der Sophie Scholl – geschrieben habe.

6. Bis vor kurzem habe ich ja nicht einmal geahnt, wer so alles an hochrangigen Stargästen bei den letzten zwei Staffeln von The Big Bang Theory noch auftauchen würde. Da hab ich doch ähnlich reagiert wie die Akteure in der Serie! Ja, ich habe mich vor kurzem dazu entschlossen, die Serie doch noch zu Ende zu schauen, nachdem ich zwischenzeitlich die Lust verloren hatte, weil sich irgendwie alles nur noch um die Pärchen drehte – und das Non-Plus-Ultra natürlich auch hier Heirat und Kinderkriegen sein musste. Ja, na gut, das wird auch in den letzten Staffeln nicht besser, aber für die seichte Unterhaltung zwischendurch reicht es allemal.

PS: Ich habe nicht grundsätzlich etwas gegen die Ehe (bin auch manchmal durchaus gerührt bei entsprechenden Szenen), ich wehre mich nur immer wieder dagegen, dass es in den meisten amerikanischen Serien als der alleinige Schlüssel zum Glück empfunden wird – ein Leben als Single dagegen irgendwie als failure, als Scheitern.

7. Zuletzt habe ich einer Schülerin bei einer Frage bzgl. einer gewissen Serie (sie wusste nicht mehr, wie sie hieß und fand sie deshalb nicht wieder) weiterhelfen können, und das war beruhigend, weil ich doch meinem Ruf gerecht werden konnte. 😉 Die Schülerin meinte, nachdem sie schon erfolglos gegoogelt hatte, war ich ihre nächste Anlaufstelle, so nach dem Motto, „wenn es jemand weiß, dann Frau Singende Lehrerin“. Es ging übrigens um die Serie Carnival Row, von der ich zwar nur zwei Folgen gesehen hatte, aber das hat gereicht, um zu wissen, welche Serie sie meinte (auch wenn sie erst meinte, das wäre sie nicht – Recherche zu Hause ergab: sie war es doch). 😎 Soll ich die Serie eigentlich mal weitergucken?


10 Gedanken zu “Media Monday #504

  1. Sehr schön zu lesen, dass es dir viel besser geht.

    Ich habe irgendwann letztes Jahr die erste Folge von „Carnival Row“ gesehen, bisher aber nicht weitergeschaut, obwohl ich das Setting durchaus interessant fand. Aber es gibt halt viele Serien, die für mich noch interessanter sind.

  2. Ich hab die komplette Staffel von Carnival Row geschaut und fand sie ganz gut. Etwas Genre-Mix, aber das muss ja nicht schlecht sein, wie man an anderen Serien sieht. Ich glaube, durch u.a. das Thema Diskriminierung auch für Dich ansprechend. Ich bin gespannt, ob noch eine weitere Staffel kommt.

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