Media Monday #466

Pfingstferien! Die ersten Ferien seit Schulschließung, die sich auch wirklich nach Ferien anfühlen… sollten. Tun sie bisher nicht so 100%ig, aber die Tatsache, dass mein Freund endlich wieder mal hier bei mir in München ist (bis Mittwoch, danach bin ich dann wieder bei ihm in Halle), hilft schon enorm. Gestern waren wir in den Bergen, heute geht’s später noch an einen See – allerdings suchen wir uns immer Ecken raus, an denen sich hoffentlich nicht allzu viele Menschen tummeln.

Der heutige Media Monday ist eine eigenartige Mischung aus Politik, Privatem und Putzigem – viel Spaß!

1. Mag sein, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, aber für mich persönlich ist Silber immer die hübschere Alternative. Als Farbe, als Schmuck…

2. Dass es systemischen Rassismus in den USA gibt, musste ich ja auch erst lernen, denn als Jugendliche war ich diesbezüglich etwas blauäugig und glaubte, es sind nur individuelle Rassisten, der Staat und die Gesellschaft insgesamt in „The Land of the Free“ aber schon weiter. Dann kam 1992 mit den Unruhen in Los Angeles, nachdem Rodney King von Polizisten verprügelt worden war und die 15-jährige Latasha Harlins erschossen worden war (von einer koreanischen Ladenbesitzerin). Außerdem hat ungefähr zu dieser Zeit eine Freundin einen schwarzen US-Soldaten hier in Deutschland geheiratet. Und für ihren Mann war es klar – er will seine Kinder nicht in den USA aufwachsen sehen, er will in Deutschland bleiben. Sicher ist Rassismus kein rein amerikanisches Phänomen, aber der immer wieder menschenverachtende, und in zu vielen Fällen auch mörderische Umgang von US-Polizisten mit POC (People of Color) zeigt doch deutlich auf, wie systemimmanent Rassismus dort immer noch ist. Ich kann gewalttätige Ausschreitungen bei den nach dem jüngsten Polizeimord an George Floyd zwar als jemand, der gegen jegliche Zerstörungswut und Gewaltausübung ist, nicht gut heißen, aber ich verstehe, wo diese Wut herkommt. Naja, eigentlich ist der springende Punkt ja, dass ich als Weiße eben nicht „verstehen“ kann, womit POC täglich konfrontiert sind. Und das ist der Punkt, an dem ich in meinem Leben versuchen will, nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung zu sein. Das tue ich z. B., indem ich meine Schüler*innen mit Aussagen von POC konfrontiere, die deren Lebensrealität verdeutlichen. Dies tue ich, in dem ich versuche, Alltagsrassismus aufzudecken und Menschen darauf hinzuweisen, wenn sie gedankenlos solchen begehen. Dies tue ich, indem ich versuche, POC Kunstschaffende (Autor*innen, Theaterschaffende, Schauspieler*innen, etc.) zu unterstützen, indem ich ihre Werke lese oder ansehe. Tue ich genug? Wahrscheinlich nicht. Aber wenn jede*r auch nur im kleinsten Rahmen Solidarität zeigt, Bewusstsein schärft, entsprechende Werte weitergibt, dann kann die Welt ein klein wenig besser werden. Die Hoffnung darauf fällt mir momentan beim Blick in Länder wie die USA oder Brasilien wirklich schwer, aber ich will sie trotzdem nicht aufgeben.

3. Wenn ich manchmal höre, dass es schon 75 Jahre her ist, dass Nazi-Deutschland besiegt worden ist und deswegen endlich mal dieses Kapitel der deutschen Geschichte abgeschlossen werden sollte, dann möchte ich laut aufschreien, dass Völkermord verdammt nochmal nicht verjährt, und dass wir – als Land und auch global – leider immer noch weit davon entfernt sind, wirklich aus der Geschichte gelernt zu haben.

4. Das Ansehen von Bildern, die den Mount Rainier (Washington State) zeigen, lässt mich ja auch jedes Mal ungemein nostalgisch werden, weil er seit 1994 „mein Berg“ ist, da ich durch einen zweimonatigen Aufenthalt dort (zum Arbeiten) eine wahrhaft persönliche Beziehung zu diesem Vulkan aufgebaut habe. Außerdem nahm dort meine wohl ungewöhnlichste Freundschaft ihren Anfang – ich habe Ruth nach ihrem Tod 2017 auch einen Beitrag hier gewidmet (man sagt, es sei einer meiner besten Artikel).

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5. Manchmal staune ich nicht schlecht, dass die Zeit so schnell vergeht und ich nächste Woche ein halbes Jahrhundert erlebt haben werde. 😮 Hoffentlich kann ich am 11. Juni auch über viele Geburtstagsglückwünsche staunen!? Schaut mal HIER, ob ihr nicht dazu beitragen wollt. 😉 ❤

6. Hätte ich die freie Wahl, wahrscheinlich würde ich jeden Tag eine Torte vom Winklstüberl holen. Gut, dass Fischbachau dafür zu weit weg ist…

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7. Zuletzt habe ich viele verschiedene Tierkinder vor die Linse bekommen und das war herzallerliebst, weil es irgendwie kaum etwas herzerwärmenderes gibt als Tierbabys beim Herumtollen (oder manchmal auch einfach nur beim Fressen) zuzusehen.

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18 Gedanken zu “Media Monday #466

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