Highlight der Woche 2020: KW 14 (Rewatch Matrix-Trilogie)

Rewatch The Matrix-Trilogie (The Wachowskis, USA 1999/2003)

Ja, ich höre euch schon entrüstet rufen, „Highlight kann ja wohl nur der erste Film sein!!!“, aber ich konnte durchaus auch Reloaded und Revolutions etwas abgewinnen, bzw. war nicht ganz so entrüstet, wie damals, als ich die Trilogie zum Filmstart des dritten Teils im Kino sah.

Aber ja, es ist richtig: Am besten wäre es wohl gewesen, die Wachowskis hätten es damals auf dem ersten Film beruhen lassen, denn der ist wahrhaft genial und extrem gut gealtert. Das betrifft alle Ebenen – von der bahnbrechenden „bullet-time“-Technik über die fantastische Fight-Choreografie bis hin zu den enthaltenen philosophischen Ideen. Besser kann man es nicht machen.

Und dafür sind die Fortsetzungen leider der Beweis. Reloaded überladet die Matrix mit Tausenden von Agents Smith – und notwendigerweise sieht man bei den Fights zwischen Neo und den Smiths dann auch brutal deutlich, dass hier CGI-Charaktere kämpfen. Das ist einfach extrem ärgerlich, weil ein Teil der Faszination von The Matrix ja war, dass die Kämpfe real waren (und häufig sogar von den Schauspielern selbst, die dafür drei Monate trainiert hatten, durchgeführt wurden). In Reloaded kann man die Kampfszenen weitgehend nicht mehr ernst nehmen. Im Grunde genommen passt das trotz allem zur Filmwelt, da die Matrix nun mal nicht real ist, aber es sieht halt scheiße aus (Pardon my French!). Gut, dass Hugo Weaving als Agent(s) Smith mit seinen trockenen Sprüchen dann trotz allem Spaß macht, sonst wäre der Film wohl weitaus weniger erträglich. Ich muss sagen, inhaltlich fand ich die Idee, dass das ganze Szenario schon zum sechsten Mal durchläuft, schon interessant, wenn auch logisch für mich nicht ganz zu erfassen. Das ist übrigens eins meiner Hauptprobleme mit Teil 2 und 3: Ich war mit dem offenen Ende des ersten Films völlig zufrieden. Ich brauche nicht immer eine Auflösung, die alle Fragen klärt. Nach einer Trilogie allerdings wäre das schon ganz nett…

Revolutions fand ich damals im Kino beim Triple Feature deswegen MEGA enttäuschend (ich war WÜTEND), denn der letzte Plot-Twist mit dem Orakel hatte damals bei mir nochmal tausend Fragezeichen produziert. 17 Jahre später fand ich das jetzt tatsächlich nicht mehr so schlimm, und ich habe mich auch ganz gut unterhalten gefühlt. Es gab nicht so viele Agent-Smith-Massenszenen (nur halt die letzte im Regen – na gut, one is MORE than enough here), mehr von Zion zu sehen, gefiel mir sehr, auch wenn die Schlachtszenen im Hangar zu lange dauerten (und auch in sich häufig nicht logisch waren). Was mir in Teil 2 und 3 außerdem jetzt viel stärker aufgefallen ist (nachdem ich Sense8 gesehen habe), sind die Sex-, Orgien- und Partyszenen. Diese wurden hier noch nicht ganz so ästhetisch in Szene gesetzt, wie in Sense8, und fühlten sich auch nicht so „richtig“ an, aber ihre Existenz finde ich aus heutiger Sicht weniger überraschend.

Die Trilogie nach so langer Zeit nochmal „am Stück“ (an drei aufeinanderfolgenden Abenden) zu sehen – auch in Vorbereitung auf The Matrix 4 (bei dem mindestens vier Sense8-Darsteller dabei sind: Max Riemelt, Brian J. Smith, Eréndira Ibarra, Toby Onwumere) – hat mir schon gefallen, bei aller Kritik an Teil 2 und 3. Ja, die Fortsetzungen sind weit davon entfernt, an die Genialität des ersten Teils heranzukommen, und es gibt etliches, das mir an ihnen missfällt. Trotzdem hat es mir Spaß gemacht, in der Matrix zu verweilen, da auch jeder Teil ein paar Highlights hat, und sei es nur eine sarkastische Aussage von Agent Smith. Ich für meinen Teil bin durchaus gespannt, was Lana Wachowski uns in The Matrix 4 abliefern wird!


9 Gedanken zu “Highlight der Woche 2020: KW 14 (Rewatch Matrix-Trilogie)

  1. Letztes Jahr habe ich auch mal wieder Matrix geschaut und fand ihn immer noch sehr gut. An die anderen beiden Teile hatte ich mich dagegen nicht mehr gewagt…

  2. Und, was meinst du zur Entwicklung der Scores? Der Track „Neodämmerung“, der das finale Duell von Smith und Neo mit aller choralen Epik in „Revolutions“ untermalt, gehört nach wie vor zu meinen absoluten Lieblingsstücken (insgesamt) und hockt definitiv irgendwo in den Top 10. Mein Lieblingsstück aus „Reloaded“ hat es interessanterweise gar nicht in den Film geschafft, es handelt sich um eine Alternative für den Chateau-Kampf, die wohl nie für ein tatsächliches Auftauchen im Film bestimmt war. Hier spielt Davis ein wenig und bastelt einen Hybriden aus seinem Matrix-Stil und den Klängen traditioneller Mantel-und-Degen-Filme. Ich habe beide Tracks vor einigen Jahren auch etwas ausführlicher besprochen 😉 :https://hemator.wordpress.com/2015/01/25/stuck-der-woche-neodammerung/ und https://hemator.wordpress.com/2015/11/03/stueck-der-woche-chateau/

    1. Also, ich hab tatsächlich versucht, darauf zu achten, aber mir den Score auch nicht unabhängig vom Film angehört. Ich mochte die choralen Stücke auf jeden Fall sehr gerne (Überraschung!). Muss mal deine Artikel lesen gehen… 😉

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