Media Monday #434

Puh, ein volles Wochenende – am Samstag ein Tagestrip nach Würzburg, um mich mit Fans von The OA zu treffen (siehe auch 7.), und am Sonntag Mittag NT LIVE mit einem Teil der Teilnehmer der Shakespeare-Excursion, um A Midsummer Night’s Dream noch einmal zu sehen und danach noch zu essen und zu quatschen. Beides war einfach schön. Es ist immer so bereichernd, wenn man seine Leidenschaften mit anderen Menschen teilen kann.

Aber nun rein in die letzte Woche vor den Herbstferien, und zwar, wie immer, mit dem Media Monday.

1. Schön, wenn einen Filme noch so richtig überraschen können, wie es mir letztens mit Beast (Buch & Regie: Michael Pearce, UK 2017) passiert ist, denn da habe ich bis zuletzt weder die Protagonistin Moll (Jessie Buckley, großartig auch in TABOO & Chernobyl), noch ihren Freund Pascal (Johnny Flynn, den ich aus Lovesick kannte) wirklich einschätzen können. Die letzten Twists gegen Ende des Films habe ich dann so gar nicht kommen sehen.

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2. Ich verstehe durchaus, weshalb viele mit Theater nicht viel anfangen können, doch für mich persönlich stehen meine Theaterbesuche und -erlebnisse inzwischen weit über dem, was mir ein Kinobesuch geben kann. Dem gemeinsamen Erleben von Publikum und Schauspieler*innen wohnt ein Zauber inne, der mich manchmal regelrecht ekstatisch werden lässt. Natürlich ist das nicht bei jedem Stück der Fall – es gibt ja auch Inszenierungen, die langweilig, abstoßend oder ärgerlich sind -, aber wenn doch, dann ist es einfach magisch.

3. Es wird mir wohl auf immer unverständlich bleiben, wie man sich bei etwas wie einer Maus oder einer normal großen einzelnen Spinne (wir reden hier nicht von Shelob 😉 ) nur gruseln kann, schließlich sind Mäuse süß und Spinnen faszinierend aufgrund ihrer Netze. Anders wird es, wenn beide in großen Mengen auftreten, und zwar am besten da, wo sie eigentlich nicht hingehören… 😮

4. Eine der angenehmsten Begleiterscheinungen des Herbst ist es, dass es (in Bayern) eine Woche Herbstferien gibt. 🙂

5. Was habe ich mich gefreut, als angekündigt wurde, dass Lee Pace zur MagicCon 4 (17.4.-19.4.2020) kommt. Nicht so sehr wegen seiner Rolle als Thranduil in der Hobbit-Trilogie (auch wenn er durchaus die Rolle gerockt hat), sondern wegen Tarsem Singhs The Fall, Pushing Daisies – und weil er in New York in der Angels in America Produktion (die ich zuvor im National Theatre in London mit z. Tl. anderen Schauspielern gesehen hatte) mitgespielt hat. Allerdings weiß ich, ehrlich gesagt, nicht, ob ich überhaupt hingehen kann/will, denn mein Vater hat genau an diesem Wochenende Geburtstag. Also, vielleicht zu früh gefreut…

6. Meine „Tätigkeit“ als Film-, Theater-, und Serienkritikerin habe ich eigentlich schon viel zu lange vernachlässigt oder ignoriert, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich irgendwann wieder mehr Kritiken auf meinem Blog veröffentlichen werde…

7. Zuletzt habe ich in Würzburg einen Tag zusammen mit vier weiteren Fans von The OA verbracht, und das war neben den positiven The-OA-Vibes, die wir alle verspürt haben, auch ein wenig frustrierend, weil mir das erste Mal bewusst aufgefallen ist, wie wenig behindertengerecht Deutschland ist – und wie wenig Körperbehinderte zum normalen Alltag gehören. Wir hatten eine 16-jährige Rollifahrerin dabei (ihre Eltern haben sie uns mit viel Vertrauensvorschuss anvertraut ❤ ), und dabei fiel uns Etliches auf: Wir (oder vielmehr sie) wurde(n) häufig angestarrt, aber genauso häufig wurde unser Weg einfach durchkreuzt, ohne Rücksicht zu nehmen. Dazu kommt die Schwierigkeit, barrierefreien Zugang zu Restaurants und Toiletten zu bekommen. Nach längerem Suchen fanden wir zwar ein Restaurant (und später auch ein Café) mit barrierefreiem Zugang und genügend Platz für einen Rollstuhl, doch die Toiletten befanden sich im Keller – einen Aufzug gab es nicht. So mussten wir jeweils zurück zum Bahnhof laufen, wo es ein Behinderten-WC gab. Das war durchaus doppelt mühsam in einer Stadt, in der es viel Kopfsteinpflaster gibt. Deutschland hat da echt viel aufzuholen! Ich gestehe, dass das (auch Inklusion) bisher kein Thema war, das mir besonders am Herzen lag, aber schon ein Tag hat ausgereicht, um mich dafür zu sensibilisieren.

Zuletzt noch ein Foto vom Sonnenaufgang am Samstag Morgen und eins vom Sonnenuntergang am Sonntag Abend.

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12 Gedanken zu “Media Monday #434

      1. Kein Problem.War nur überrascht als ich das gelesen habe, wo du doch sonst die großen Theatermetropolen der Welt bereist. 😉
        Ich sag dir auch vorher Bescheid wenn ich wieder mal in München bin.

  1. Ja, an die Inklusionsprobleme erinnere ich mich noch gut aus meiner Zivildienstzeit. Schade, dass sich seitdem anscheinend auch nur wenig getan hat.

  2. Mit Theater kann ich viel anfangen aber leider werden viele Sachen so ultramodern inszeniert… Das mag ich nicht. Ich mag nur klassische Inszenierungen und die sind nicht immer zu finden… außer man bevorzugt „Hobbybühnen“.

    Wie man sich vor Spinnen fürchten kann, verstehe ich auch nicht.

      1. Mein englisch ist zu schlecht um mir solch eine Vorstellung mal anzuschauen.

        Ich bekomme ne Krise, wenn ich lese, dass bei manchen Stücken (Halb)Nackte über die Bühne rennen oder Klopapierrollen als Deko von der Decke hängen…

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