Media Monday #420

Meine Woche war durchwachsen. Seit Donnerstag habe ich zwar ziemlich viel Kultur genossen (1x Theater, 4x Kino), aber leider habe ich am Dienstag erfahren, dass mein Vater im Krankenhaus ist und sich nächste Woche einer ziemlich schweren OP unterziehen muss, mehrere Wochen Krankenhaus mit anschließender Reha inklusive. Bisher bin ich recht zuversichtlich, dass mein Vater das gut packen wird, aber so ein leichtes mulmiges Gefühl beschleicht einen dann ja doch bei seinem Alter von 84 Jahren… Da waren die Ablenkungen ganz willkommen. Ach ja, seltsam war auch, dass ich am Samstag plötzlich das dringende Bedürfnis verspürte, Laufen zu gehen. Ich! Und dann war ich auch tatsächlich eine ganze Stunde unterwegs 😮 ! Allerdings tun mir dafür am heutigen Sonntag auch die Beine weh… *ouch*

Doch nun zum Media Monday.


1. Die zahlreichen Neuverfilmungen, mit denen man gerade im Moment bombardiert wird, verleiten mich doch eher zu Augenrollen als Vorfreude. Klar, die Tricktechnik, z. B. bei The Lion King (Trailer an diesem Wochenende viermal gesehen *sigh*) sieht schon fantastisch aus, aber muss man aus allem eine Real-Verfilmung machen – nur, weil man es kann?

2. Manche Serien von vor zehn bis zwanzig Jahren waren wegweisend für die Serienlandschaft bis heute. Star Trek: Deep Space Nine (1993-1999) – und Babylon 5 (1994-1998), auch wenn ich das damals nicht geguckt habe und auch jetzt noch nicht fertig – haben staffel- und serienübergreifende Handlungsbögen für (Sci-fi-)Serien hoffähig gemacht (Battlestar Galactica (2004-2009) hat das dann zehn Jahre später zur Perfektion gebracht), Buffy The Vampire Slayer (1997-2003) hat mit Episoden wie „Hush‟, „Body‟ und „Once More, With Feeling‟ Fernsehgeschichte geschrieben, Anwaltsserien wie Ally McBeal und später Boston Legal (beide von David E. Kelley) haben gezeigt, wie man Comedy und Drama in diesem Genre verknüpfen kann, Alan Balls Meisterwerk Six Feet Under  ist auch schon 14 Jahre zu Ende… Diese Reihe lässt sich nahezu endlos fortsetzen.

3. Jack Gleeson ist seit dem Tod von Joffrey Baratheon in Game of Thrones auch völlig von der Bildfläche verschwunden. Schade, schließlich muss man neidlos anerkennen, dass er Joffrey so hassenswert dargestellt hat, wie man ihn sich im Buch vorgestellt hat. Das zeugt von sehr guten schauspielerischen Fähigkeiten. Warum aber schreibe ich über GoT?!?!?? Ich habe mich tatsächlich daran gemacht, der Serie eine zweite Chance zu geben – nach diesem Abitur-Geschenk (ein T-Shirt) von meiner Klasse:

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4. Ich kann wirklich nicht verstehen, was viele an 13 Reasons Why so finden, immerhin finde ich die ganze Prämisse äußerst fragwürdig bis gefährlich…

5. Theater hat eine Art, Geschichten zu erzählen, die ein Gemeinschaftserlebnis von „Erzähler‟ und „Zuhörer‟ ermöglicht. Am Donnerstag habe ich mir eine Aufführung von Shakespeares Romeo and Juliet des Entity Theatre im Westpark angesehen – und das war ein ganz intimes Miteinander, weil wegen des schlechten Wetters in eine Ausweich-Location umgezogen worden war, bei der es im Grunde keine Grenze mehr zwischen Schauspieler*innen und Publikum gab. Das hat mir noch mehr Lust darauf gemacht, vielleicht doch mal wieder selbst zu schauspielern… 😮 Von 18.-21. Juli gibt es erneut die Möglichkeit, diese gekürzte Version (in englischer Originalfassung) im Theatron im Westpark München zu sehen. Das ist zwar Amateur-Theater, aber wirklich auf hohem Niveau und mit wunderbaren Kostümen. 

6. Sommerloch? Von wegen! Schließlich stehen für den August viele Highlights bevor – „theatralisch‟ und persönlich.

7. Zuletzt habe ich vier Filme im Kino gesehen und das war rundum erfreulich, weil mir alle Filme gefallen haben, obwohl oder weil sie sehr unterschiedlich waren.

Freitag: Yesterday + The Public (Sneak Preview)

Yesterday mag vielleicht nicht der beste Film von Danny Boyle sein, und wird auch kaum zum Kult-Hit werden, so wie Trainspotting oder 28 Days Later beispielsweise, aber er hat mir genau das gegeben, was ich am Freitag Nachmittag brauchte: gute Laune & beste Musik. Außerdem steckt aus meiner Sicht in dem Film mehr an Botschaft drin als auf den ersten Blick erkennbar.

The Public, von und mit Emilio Estevez, zeigt auf unaufgeregte Weise das Problem von Obdachlosigkeit – insbesondere in kalten Wintern – auf. 100 Obdachlose besetzen friedlich eine öffentliche Bücherei (public library), das lässt sich Cincinnatis Bezirksstaatsanwalt und Kandidat für das Bürgermeisteramt (Christian Slater) nicht bieten – natürlich muss die Bibliothek geräumt werden… Unspektakulärer, aber – wie ich finde – sehenswerter Film.

Sonntag: Spider-Man: Far From Home + Apollo 11

Nach der Schwere der Gefühle, die die letzten beiden Avengers-Filme bestimmt hat, empfand ich Far From Home als frische Brise der Lebensfreude, obwohl der Film durchaus auch melancholische Momente hat. Aber insgesamt macht es einfach Spaß, Tom Holland als Spider-Man zuzusehen. Und den Bösewicht, dessen „Superkräfte‟ und Motivation fand ich auch durchaus nicht 08/15.

Apollo 11 hat mir Nachgeborenen (ich bin zwar alt, aber doch nicht sooo alt 😉 ) ermöglicht, die Mondlandung 50 Jahre später doch noch „live‟ mitzuerleben. Das fand ich äußerst spannend, obwohl der Film – im Gegenteil zu First Man – doch sehr nüchtern einfach zeigt, wie es abgelaufen ist (in den Kontrollräumen und auf der Apollo 11 und auf dem Mond). Faszinierend fand ich auch, wie manche Aufnahmen „aufpoliert‟ wurden, sodass sie von der Schärfe und den Farben wie modernes Filmmaterial wirkten. Wow. Ein Besuch im Kino lohnt sich definitiv!!!

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6 Gedanken zu “Media Monday #420

  1. Genau! MUSS man alles als Realfilm nachmachen, obwohl die Originale Kultstatus haben? Zumindest die meisten?

    Ich schaffe es irgendwie nie ins Kino – mit Ausnahme von Godzilla II. Aber so wirklich läuft da ja auch nix für mich.

  2. Alles Gute für deinen Vater! Ich kann mir vorstellen, dass du dir Sorgen machst. 😞

    Ich bin mal gespannt, ob du bei GoT dieses Mal länger durchhältst… 🙂

  3. Auch von mir die besten Genesungswünsche für deinen Vater. Soweit ich mich recht entsinne hat der doch früher deine Stiblblüten in witzige Zeichnungen adaptiert, oder?

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