Das Werk zum Wort (4)

Der Wortkünstler Stepnwolf, der seine Kunst nicht nur dazu verwendet, mir Honig ums Maul zu schmieren, sondern sie auch mit seinen Blogeinträgen unters gemeine Volk bringt, hat sich eine neue Reihe für 2019 ausgedacht. Ich wollte natürlich von Anfang an dabei sein, nicht nur um ihm zu schmeicheln, sondern weil ich finde, dass das eine klasse Idee ist. Nun war der Anfang des Jahres ziemlich arbeitsreich, sodass ich erst mit dem vierten Wort einsteige. Hier ist sein Konzept:

Ein Jahr lang jede Woche ein Wort. Dazu ein Werk. Musikalisch, filmisch, literarisch. Alles geht. Alles darf. Solange sich das Werk dem Wort widmet. Und einige Worte zum Werk entstehen. Mitmachen darf jeder. Eine Woche lang. Bis zum nächsten Wort. Einfach in den Kommentaren euer Werk zum Wort verlinken. Und hier jede Woche das nächste Wort erwarten.

Wort: Lunch

Werk: The Lord of the Rings: The Fellowship of the Rings (J.R.R. Tolkien / Peter Jackson)

Worte zum Werk:

Aragorn: Gentlemen, we do not stop till nightfall.

Pippin: What about breakfast?

Aragorn: You’ve already had it.

Pippin: We’ve had one, yes. What about second breakfast?

Merry: I don’t think he knows about second breakfast, Pip.

Pippin: What about elevenses? Luncheon? Afternoon tea? Dinner? Supper? He knows about them, doesn’t he?

Merry: I wouldn’t count on it.

Ja, die Hobbits sind ein gefräßiges Völkchen – das passt scheinbar so wenig in unsere Zeit, in der sich jeder optimieren soll/will, „überflüssige‟ Pfunde loswerden will, eine „Bikini-Figur‟ erreichen will. Low Carb, Intervall-Fasten, Friss die Hälfte, um Himmels willen keine Süßigkeiten, und wenn, dann nur dunkle Schokolade.

Bei den Hobbits gibt es kein Body-Shaming, kein „Ich bin auf Diät‟, kein Reden von Speckröllchen, Bierbäuchen und Rettungsringen. Dafür: Breakfast, second breakfast, elevenses, luncheon, afternoon tea, dinner und supper. Nicht ohne Grund geben die meisten Mittelerde-Fans das Auenland (Shire) an, wenn sie danach gefragt werden, welchen fiktiven Ort sie gerne besuchen würden. Denn die Hobbits sind Genießer. Und sie werden dafür nicht gescholten. Aragorn ist etwas ungeduldig mit ihnen, aber er ist halt anderes gewohnt (außerdem lernt er diese Truppe von Hobbits gerade erst kennen). Auf ihrem so gefährlichen und beschwerlichen Weg, bringt so ein Essen – z. B. eine Suppe mit Kaninchen, zubereitet von Sam – auch ein bisschen Normalität, eine Art Auszeit von all dem Schrecken und der Erschöpfung.

In unserer Realität jedoch wird es als Schwäche angesehen, sich in stressigen Zeiten mit gutem Essen, ja vielleicht gar mit Kuchen, Eis oder Chips & Co., ein Stück Lebensfreude und Power zurückzuholen. Das sitzt tief, dieses schlechte Gewissen, wenn man nicht widerstehen konnte. Nun bin ich sicher auch nicht dafür, dass man sich ohne Limit mit Junk Food vollstopft, aber ich verwehre mich auch dagegen, es als charakterliche Schwäche anzusehen, wenn sich jemand in schwierigen Zeiten etwas gönnt. Ich mag den Begriff „Soul Food‟, denn nicht nur der Körper will gepflegt werden, sondern auch die Seele, der Geist, wie immer man das bezeichnen mag.

Darum sind die Hobbits mein Lieblingsvolk aus Tolkiens Werk – ich fühle mich ihnen ein Stück weit seelenverwandt, auch wenn ich weder Bier konsumiere, noch Pfeifenkraut. 😉

Let’s have lunch!

 

Lust darauf bekommen, mitzumachen? Stepnwolf würde sich freuen! Hier seine vorherigen Beiträge:

Anfang

Wunsch

Schnee

Das nächste WortHoffnung

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10 Gedanken zu “Das Werk zum Wort (4)

  1. Ich konsumiere auch weder Bier noch Pfeiffenkraut, bin aber trotzdem ein Hobbit. Wobei die Zeiten, in denen ich annähernd soviele Mahlzeiten hatte auch vorbei sind. 😉

  2. Toll … Jetzt muss ich noch ne Runde länger aufs Laufband, weil allein der Gedanke an die vielen Mahlzeiten der Halblinge mich aufgehen lässt wie einen Hefeteig ….
    Mhm …
    Hefe-Streuselkuchen

    Mit Mohnfüllung

    😁

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