Media Monday #375

Da ich schon wieder im (Vor-)Schulstress stehe (bei mir geht es tatsächlich schon diesen Montag los mit der Schule, ich „darf“ einen Crashkurs Englisch für die neuen Elftlässler*innen mit Lücken in Englisch anbieten) und in der letzten Woche fleißig in meinem Arbeitszimmer gewütet und gebrütet habe, habe ich seit letztem Montag keinen Beitrag veröffentlicht. Aus diesem Grund habe ich mir die Freiheit genommen, die heutigen Lückentexte von Wulf mal wieder etwas ausführlicher zu füllen. 😉

Viel Spaß beim Lesen und einen guten Wochenstart!

1. Diese ewigen Vergleiche zwischen Buchvorlage und Verfilmung (als Serie oder Film) muss ich leider irgendwie immer anstellen. Insbesondere, wenn ich gerade vorher das Buch gelesen habe, bin ich da mitunter eher enttäuscht von der filmischen Umsetzung. Zuletzt geschehen bei The Handmaid’s Tale (Margaret Atwood): Sobald ich mit dem Buch fertig war, schob ich die erste Folge der Hulu-Serie in den DVD-Player rein. Ich will doch das Buch in meinem Wahlpflichtfach English Book Club besprechen und dann natürlich auch Vergleiche zur Serie ziehen (lassen). Was soll ich sagen: Die packen in die ersten zwei Folgen schon soooo viel rein, dass ich gar nicht weiß, was die im Rest der Staffel, geschweige denn in der zweiten noch erzählen wollen. Hrmpf. Bin erstmal nicht so begeistert wie alle. Aber mal sehen, wie sich’s weiterentwickelt. Hilft ja nix, muss es ja anschauen! 😉

2. The Children Act (Kindeswohl) hat mich weitaus mehr begeistert, als ich das erwartet hätte, denn ehrlich gesagt wusste ich so gut wie nichts über den Film, als mir Adoring Audience erzählte, dass sie am Sonntag früh um 10 Uhr (!!!) reingehen wollte. 6,6 bei IMDb (na gut, ganze 840 User) und 66 bei Metacritic klangen nun nicht sooo vielversprechend. Dann haben mich aber vor allem die Performances von Emma Thompson (ich kann ihr einfach stundenlang zusehen, ohne dass es mir jemals langweilig wird) und Fionn Whitehead (der mich schon in Dunkirk begeistert hat) so emotional berührt, dass ich am Ende mal wieder in Tränen aufgelöst im Kinosessel saß.

3. Wäre ja schon klasse, wenn einmal wenigstens einer dieser drei Toms (wieder) in London Theater spielen würden: Tom Ellis ❤ , Tom Hiddleston ❤ ❤ , Tom Hardy ❤ ❤ ❤ .

4. Die Bilder des rechten Mobs in Chemnitz (oder sonst wo) kann ich mir – glaube ich – so schnell nicht wieder ansehen, schließlich lösen diese Bilder in mir eine solche Abscheu aus, dass ich kotzen möchte. Wie DerStepnwolf in seinem Lied zum Sonntag, kann auch ich nicht glauben, dass diese Bilder für die „schweigende Mehrheit‟ stehen. Die jungen Menschen, die ich in meinem Job kennenlerne, erlebe ich als weltoffen und tolerant, als Menschen, die schockiert waren, als ich ihnen z. B. Videoaufnahmen aus Charlottesville zeigte. Ja, und das in Bayern, dem Land der CSU, in dem die AfD auf Twitter mit dem Slogan „Die AfD hält, was die CSU verspricht‟ Wahlkampf betreibt.

Und auch bei den Gruppenarbeiten zum Thema „Migration‟ im Geschichtsunterricht konnte ich keinesfalls eine grundsätzliche Ablehnung von Migranten feststellen. Klar waren sich nicht immer alle einig, wie sehr sich Migranten anpassen müssten (Stichwort: Burka, z. B.), aber so einen Hass, wie zuletzt in Chemnitz zu sehen, habe ich in meinem Umfeld noch nie erlebt. Ich setze Hoffnung in die junge Generation. #wirsindmehr

5. Es hat ja durchaus seine Vorteile, dass es jetzt nicht mehr über 30 Grad hat, aber ich bin noch nicht willens, die Heizung anzuwerfen!

6. ____ ist jetzt zwar nicht die „klassische“ Urlaubs- oder Sommerlektüre, aber großartig, weil ____ . Zum x-ten Mal: WTF ist „klassische‟ Urlaubs- oder Sommerlektüre?!??? Ich lese das, worauf ich Lust habe, basta. Zum Glück ist der Sommer und die Urlaubszeit rum, damit diese Frage erst nächstes Jahr wieder kommt. Nix für ungut, Wulf, aber die Frage finde ich doof. 😛 😉

7. Zuletzt habe ich zwei Filme mit asiatischen Hauptfiguren gesehen und das war erfreulich, weil ich #RepresentationMatters unterstütze – und beide auch ziemlich gut waren. Am Freitag lief Searching in der Sneak Preview mit einer asiatisch-amerikanischen Familie im Fokus (hauptsächlich der Vater, gespielt von John Cho, auf der Suche nach seiner Tochter). Der gesamte Film wird nur über Bildschirme (verschiedene Laptops, iPhones…) gezeigt – fand ich äußerst interessant von der Machart und auch sehr, sehr gut von John Cho gespielt. Und Debra Messing kann man ganz unlustig als Police Detective erleben – sehr ungewohnte Rolle! Am Sonntag haben Adoring Audience und ich nach dem Film unter 2. noch Crazy Rich Asians angeguckt, der einen ausschließlich asiatischen Cast hat. Mich hat der Film sehr gut unterhalten – er erfindet zwar das Rad der romantischen Komödie nicht neu, aber die Tatsache, dass er aus Hollywood kommt und in den USA offenbar auch ausgesprochen gut am ersten Wochenende angelaufen ist, ein Film, in dem ich – außer ganz am Anfang – keine/n einzige/n Weiße/n entdeckt habe, macht den Film enorm wichtig. Schaut ihn euch an – ich wünsche ihm auch in Deutschland ein großes Publikum!

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24 Gedanken zu “Media Monday #375

  1. Schon krass, oder? Ich habe mich gestern auch in einen Hoodie gestopft, um die Heizung nicht anmachen zu müssen.
    Was klassische Urlaubslektüre angeht: Am Meer alles von Hemingway, in den Bergen alles von Ludwig Ganghofer. 😉

  2. Guten Morgen,
    Danke für den schönen Beitrag.
    Crazy Rich Asians würde mich sehr ansprechen, da ich vom Trailer absolut begeistert war. Muss ich mal schauen, ob sie was ergibt.

    Lg, Eva

      1. Ich bin ja immer noch für einen Media Monday Host einmal im Monat, der sich für den guten Wulf mal die Lückentexte einfallen lässt. Aber auf mich hört ja immer keiner.

  3. Diese ewigen Vergleiche gehen wir auf den Senkel. Ein film kann nie wie ein buch sein. Das sollte wohl langsam mal jeder wissen!!
    Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel… wenn der Film kaum noch was mit dem Buch zu tun hat (wie damals Erdsee), sollte man den Regisseur und die Produzenten verklagen. 😉

    1. Ja, ich versuche ja auch, das Medium Film vom Buch zu trennen, aber das ist wirklich schwierig, wenn man beides direkt hintereinander konsumiert. Aber außerdem sollte trotzdem für mich die Verfilmung den „Geist“ des Buches übertragen. Gelungen bei Herr der Ringe, misslungen beim Hobbit.

      Vergleiche an sich würde ich nicht verteufeln, so lange sie mit einbeziehen, dass Film eben ein anderes Medium ist und begründet sind, und nicht nur konstatieren: „Na, das Buch ist halt einfach besser.“

      1. Der Hobbit als Film ist völlig misslungen… Personen, die es im buch überhaupt nicht gibt bzw. schon längst tot sind… Deswegen steht der Hobbit bei mir auch nicht im Regal.

        Ich lese sehr wenig – leider – aber das schützt mich derzeit vor vielen Ärgereien, wenn ich mal Filme schaue 😉

    1. Ist ja immer so ne Sache, wenn man das Buch gelesen hat, da sieht man den Film ja meist mit anderen Augen. Also, nur für den Fall, dass er die dann nicht gefällt und du dich bei mir beschwerst… 😉

  4. Bei Handmaids Tale geht es mir genauso. Habe das Buch im Januar gelesen und nun im letzten Monat endlich mal mit der Serie angefangen, bin aber in der dritten Folge stecken geblieben, weil gefühlt schon das ganze Buch drin steckt. Mal gucken, wann ich die Serie weitergucke, die ja so erstmal handwerklich gut gemacht erscheint.

  5. Ich finde diese Fragen nach Urlaubslektüre u.ä. auch unsinnig. Als ob jeder im Urlaub nur seichten Schund lesen würde.

    Der Film „Searching“ interessiert mich auch.

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