Neulich beim BINGEWATCHING #5: Die Netflix-Serien Altered Carbon (S1) und Sense8 (S1)

Ich habe mich eigentlich für den Probemonat bei Netflix angemeldet, weil ich gedacht hatte, dass dort sicher die 8. Staffel (Teil 1) von The Walking Dead läuft, die ich vor der Walker Stalker Con (WSC) (17./18.3.) doch noch ansehen wollte, nur um dann festzustellen, dass es die auch nur bis inkl. 7. Staffel dort gibt. Noch schnell ein Lockangebot von Sky Ticket abgeschlossen, damit ich dann dort auf den aktuellen Stand kam, doch dann wollte ich natürlich auch mein Netflix-Probe-Abo nützen. Und nachdem ich dann mit TWD durch war und am Freitag Abend vor der WSC einen Tweet von Jeffrey Dean Morgan gelesen habe, in dem er Netflix für Altered Carbon dankte und Joel Kinnaman darum bat, es doch etwas langsamer angehen zu lassen, was das Ausziehen anbelangte, weil er den Rest der Männer doch recht lächerlich dastehen lässt,

habe ich kurzer Hand die erste Folge noch im Hotelzimmer angesehen (ähm, auf meinem Nokia 8) und war sofort gehooked!

Altered Carbon (Netflix, created by Laeta Kalogridis, 2018-)

Quelle: IMDb Copyright: Netflix

Also erstens: Ja, holy hell, Joel kann man sich schon ansehen, wenn er nackt und halb nackt rumläuft. Tut den Augen nicht weh, nein. ❤ Aber viel wichtiger: Wie habe ich diese Stimme und diese Körperhaltung seit The Killing vermisst! Klar, ich habe den ein oder anderen Film mit ihm zwischendurch gesehen, von Robocop (naja) über Run All Night (Nein, mit Liam Neeson!) und Child 44 (mit Tom Hardy, ganz OK) bis hin zu Suicide Squad (konnte ich nicht „objektiv‟ so schlecht finden wie alle anderen Menschen, weil Joel in Army-Klamotten einfach hot ist 😳 ). Das war für mich alles nicht vergleichbar mit seiner Rolle des Stephen Holder in The Killing. Altered Carbon ist nun ein tolles Vehikel, um ihn mehr ins Rampenlicht zu bekommen!

Denn die Serie bietet für Sci-Fi-Fans beste Unterhaltung. Ich fühlte mich sofort an die Welt von Blade Runner / Blade Runner 2049 erinnert – und das ist für mich schon mal ein erstes Qualitätsmerkmal. Rein optisch (ich habe die anderen Folgen dann nicht mehr auf dem Smartphone angeschaut) schon mal ein echter Leckerbissen.

 

Quelle: IMDb Copyright: Netflix

Die Prämisse ist auch sehr spannend: In dieser Zukunft trägt man ein Speichermedium (cortical stack) im Genick, auf das das Bewusstsein mitsamt der Erinnerungen gespeichert wird. Wenn der Körper stirbt, kann das Bewusstsein dann mit diesem stack in eine neue „Hülle‟ (sleeve) übertragen werden, aber auch die sleeves können reproduziert werden, sodass Reiche quasi unsterblich werden – und das sogar mit ihrem eigenen Körper, so z. B. der arrogante Laurens Bancroft (James Purefoy, nach seinen Ausflügen in die amerikanischen Südstaaten in Hap & Leonard mal mit seinem ursprünglichen britischen Akzent). Man kann außerdem sozusagen in die Cloud zwischenspeichern, sodass man auch nicht völlig stirbt oder alles vergisst, wenn der stack zerstört wird. Die Idee finde ich gleichzeitig faszinierend und spooky. Sie spielt mit dem Traum der Unsterblichkeit, der die Menschheit irgendwie immer zu beschäftigen scheint.

Dazu gibt es auch hologramm-artige Figuren, die im Grunde genommen Computerprogramme sind, sich aber als Personen materialisieren können. Spätestens seit dem Holo-Doktor auf der Star Trek Voyager wurde bewiesen, dass solche Figuren sehr viel Spaß machen können, und so ist es auch mit Poe (die Assoziation mit Edgar Allen Poe ist gewollt), der mit viel Witz von Chris Conner dargestellt wird.

Großer Pluspunkt sind aber auch die starken Frauenfiguren, die es in dieser Serie gibt – von der Polizistin Kristin Ortega (Martha Higareda) über Takeshi Kovacs‘ (Kinnaman) Schwester Reileen (Dichen Lachman, Dollhouse) bis hin zur Anführerin Quellcrist Falconer (Renée Elise Goldsberry), um nur eine Auswahl zu nennen. Überhaupt tauchen eine Menge bekannte Gesichter (aus Serien wie Bones, Buffy, Battlestar Galactica, Hawaii Five-0) auf – und diese Gesichter sind außerdem sehr diverse.

Eine rundum gelungene Sci-Fi-Serie mit charismatischen Hauptdarstellern, cooler Optik und interessanter Story. 9 Punkte!

Sense8 (Netflix, created by The Wachowskis & J. Michael Straczynski, Season 1, 2015)

Quelle: IMDb Copyright: Netflix

Endlich, endlich! Schon seit ich von der Serie immer wieder gelesen habe, wollte ich diese sehen, doch Netflix hat sie bisher einfach nicht auf DVD rausgebracht. Also habe ich – ganz im Einklang mit dem Abstimmergebnis meiner Umfrage bei Twitter (naja, nur 13 Teilnehmer…) – nach Abschluss von Altered Carbon (und nach Rückkehr aus London und Forchheim) nun innerhalb von vier Tagen die ganze erste Staffel (12 Folgen) gebingewatched. Wow!

Erstmal ein Geständnis vorweg: Ich hatte überhaupt nicht mitbekommen, dass aus den Wachowski Brothers inzwischen sozusagen Sisters geworden waren. 😳 Warum das relevant ist? Nun, eine von den acht sogenannten sensates ist Transgender und wird auch von einer Transgender-Frau (Jamie Clayton) gespielt. Das ist auf jeden Fall schon mal interessant.

Aber ohnehin sind die acht Hauptcharaktere so unterschiedlich, wie es nur geht. Sie leben in den USA (Chicago und San Francisco), Mexico City, GB (London)/Island, Indien (Mumbai), Kenia (Nairobi), Deutschland (Berlin) und Südkorea (Seoul), es gibt einen Cop, der immer noch heimgesucht wird von einem ungelösten Mordfall aus seiner Kindheit; eine DJane, die ein schreckliches Trauma erlitten hat; eine lesbische und transgender Hacktivistin; einen Schauspieler, der sich noch nicht öffentlich dazu bekannt hat schwul zu sein; eine Wissenschaftlerin und gläubige Hinduistin, die kurz vor der Hochzeit steht; einen Busfahrer, der versucht Geld für die AIDS-Medikamente seiner Mutter zu verdienen; einen Safe-Knacker, der aus einer Familie kommt, die in organisiertes Verbrechen involviert ist; eine Geschäftsfrau, die sich nur wohlfühlt, wenn sie bei illegalen Kickboxing-Matches den Gegnern ordentlich aufs Maul hauen kann.

Quelle: https://theweighinpodcast.wordpress.com/2015/05/28/sense-8-breakdown/

Sie alle sind weit davon entfernt, perfekt zu sein oder ein rundum glückliches Leben zu führen. Und dann bekommen sie plötzlich „Besuch‟ von einander – obwohl jeder in seiner Stadt bleibt. Natürlich fragen sie sich erstmal, ob sie wohl verrückt werden, doch mit der Zeit nehmen sie diese Gabe an und helfen einander auch in brenzligen Situationen. Zunächst sind das Vorfälle, die jeweils nur das jeweils eigene Leben betreffen, doch bald wird klar, dass ihr ganzer cluster in Gefahr ist…

Ich verstehe, warum diese Serie so glühende Fans hat, die es sogar durch ihr Engagement geschafft haben, dass es nach Absetzung der Serie nach Staffel 2 noch einen Abschlussfilm geben wird. Mich hat die Serie auch voll erwischt, schon allein mit dieser weltumspannenden Verbindung dieser acht so unterschiedlichen Charaktere. Noch dazu wurde tatsächlich überall an den Schauplätzen gedreht, was diese Serie bestimmt unglaublich teuer gemacht hat, schließlich gibt es ja acht Orte auf verschiedenen Kontinenten. Das ist faszinierend, sich vorzustellen, wie das logistisch alles gelaufen ist. Und es ist bewundernswert, dass wirklich mit einheimischen SchauspielerInnen gearbeitet worden ist. Zwar sprechen alle (meistens) Englisch, aber der Deutsche wird z. B. von Max Riemelt (ein weiterer sehenswerter Film mit ihm: Freier Fall) dargestellt und sein Onkel von Sylvester Groth. Egal, wie oder ob es eine Aufklärung am Ende gibt, wie diese Verbindung entstand bzw. wo diese Menschen (, wenn es denn welche sind,) herkommen, was der Gegenspieler will… etc. Allein für dieses Konzept liebe ich die Wachowskis und Straczynski! Es gäbe so vieles, was ich herausstellen könnte, aber ich möchte denjenigen, die diese Serie noch nicht kennen, die Chance geben, sie selbst zu entdecken. Nur eins vielleicht: Folge 6 ist unfassbar sexy! 😳 ❤ 😳 Überhaupt ist die Chemie zwischen den Figuren (nicht nur zwischen den acht Hauptcharakteren) unglaublich intensiv und förmlich greifbar.

Ich bin jetzt schon traurig, dass die Serie nur so kurzlebig ist… 😥 Tolles Konzept, perfektes Casting, spannender Plot! 9 von 10 Punkten!

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29 Gedanken zu “Neulich beim BINGEWATCHING #5: Die Netflix-Serien Altered Carbon (S1) und Sense8 (S1)

    1. Ja, manches wirkt etwas sehr pathetisch, aber bei den Pan-Sexszenen (hab auch schon die Hälfte der Weihnachtsfolge gesehen) fand ich das sehr ästhetisch und dadurch auch sehr erotisch, auch wenn man das sicher auch als „überinszeniert“ ansehen kann.

          1. Ich hab ja laut „NOOOOOO!“ geschrien, als Wolfgang in der letzten Folge… (no spoilers 😉 ) Ernsthaft! Ich helfe dir im Zwiefelsfall beim Halsumdrehen. 😉 Ganz im Sinne der Sensates… 😀

  1. Was bei dir in „Altered Carbon“ der Joel Kinnaman war, war bei mir Martha Higareda. Was für ein Hingucker. Ach ja, und die visuelle Umsetzung insgesamt war natürlich auch sehenswert. 😉

  2. Ooookay, Altered Carbon ist soeben auch auf meine Netflix Liste gewandert.
    In den letzten 3 Tagen sind gefühlt 6 Serien hinzugekommen.
    Ich habe keine Ahnung, wann ich die anschauen soll 😀

    Liebe Grüße,
    Nicci

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