Ein Fangirl in London März 2018: Many Meetings #2 (Julius Caesar)

Hier folgen nun – nach den Begegnungen mit den Theaterfreaks (Many Meetings #1) – die Begegnungen an den Stage Doors mit den Schauspielern und Schauspielerinnen – und da ich so viele davon bei Julius Caesar hatte, bekommt diese Besetzung auch ihren eigenen Artikel (sonst müsstet ihr euch durch einen ellenlangen bzw. noch ellenlängeren Text durchlesen… 😮 ).

Vorweg die Enttäuschungen, die für mich allerdings diesmal wirklich kaum ins Gewicht fallen, weil die anderen Treffen mein Herz mit solch tiefer Freude erfüllt haben. Ben Whishaw & Michelle Fairley habe ich an der Stage Door leider nicht zu Gesicht bekommen. Allerdings war ich ihnen während der Aufführungen wirklich so nahe, dass ich sie hätte anfassen können. Ben insbesondere, der mich auch einmal von hinten zur Seite schob, weil er sich seinen Weg durch die Menge vor Richtung Caesars Thron bahnte und dann direkt neben mir sein Anliegen vorbrachte. Nach der Ermordung Caesars stand er einmal direkt vor mir auf der abgeflachten Bühne und ich hätte mühelos seine von Blut tropfende Hand ergreifen können… WOW! Dieses „Naherlebnis‟ hat mich damit versöhnt, Ben Whishaw, den ich inzwischen schon fünfmal live auf der Bühne gesehen habe (letztes Jahr Against, dieses Jahr viermal Julius Caesar), nie an der Stage Door erwischt zu haben.

Hier aber diejenigen, die ich getroffen habe:

Ich habe diese moderne immersive Shakespeare-Produktion ja das erste Mal im Februar mit FriedlvonGrimm gesehen – und wir waren beide begeistert davon, das Ganze als Teil des römischen „Mobs‟ erlebt zu haben. Damals kamen wir erst relativ spät an die Stage Door (wir mussten erst unsere Mäntel und Taschen abholen) und hatten nur Adjoa Andoh (Casca) erwischt, die aber schon mal supernett war. Ich erzählte ihr, dass ich so fasziniert von der Inszenierung war, dass ich unbedingt mit meinen SchülerInnen die NT LIVE-Übertragung ansehen wollte (, was ich dann auch getan habe). Das hat sie sehr gefreut.

Da wir damals nicht gewusst hatten, dass die meisten SchauspielerInnen eher durch das Foyer rausgingen bzw. dort erstmal noch ein Bierchen o.ä. tranken, gingen wir dann doch ein wenig enttäuscht zurück ins Hotel, nachdem der Security-Mann uns informiert hatte, dass nun alle gegangen waren.

Als ich dann letzten Samstag das zweite Mal im Pit war, bin ich extra noch während des Schlussapplauses zur Garderobe gegangen und habe mir meine Sachen abgeholt, damit ich sofort zur Stage Door sausen konnte. Dort standen auch noch eine Hand voll anderer Theaterfans, u. a. ein deutsches Pärchen. Der Einzige, der herauskam, war Nick Sampson (Cinna), dem ich sagte, dass es doch toll sein muss, in so einer Produktion mitzuspielen. Er sah das auch so. 😉

Doch dann klärte uns der Mann von der Security auf, dass die meisten anderen SchauspielerInnen sich noch im Foyer aufhalten. Wir so alle: „Ach so!!!‟ und zurück ins Theater.

Auf dem Weg kam uns David Calder (Caesar) entgegen und wir baten ihn um ein schnelles Autogramm, außerdem Kit Young (u. a. Octavius), den ich sichtlich damit erfreute, dass ich wusste, dass er als nächstes im Donmar Warehouse spielen würde.

Im Foyer habe ich dann als erstes Fred Fergus (u. a. Lucius) davon abgehalten, sein soeben bestelltes Bier zu trinken und habe ihn für sein Schauspiel gelobt, insbesondere für eine Szene, in der er überhaupt nicht im Fokus steht, in der er aber immer verzweifelter und trauriger wird, und für seine schöne Stimme (er singt im Stück ein kurzes Lied und begleitet sich auf der Gitarre – und schläft dabei ein). Er bedankte sich sehr erfreut und hat auch ein Foto mit mir gemacht.

Dann kam Zachary Hart („Hi, what’s your name? I’m Zach!‟ ❤ ) (verschiedene kleine Rollen), der FriedlvonGrimm und mir schon beim ersten Mal aufgefallen war, als er nämlich direkt neben uns in der Menge stand und nach der Ermordung Caesars völlig von Trauer gezeichnet war. Ich fand das so faszinierend, wie er völlig in seiner Rolle und im Stück blieb, obwohl alle auf das Geschehen auf der Bühne schauten. Das sagte ich ihm auch, worauf er meinte, dass es schön ist, dass das bemerkt wird. Er hat auch gerne ein Selfie mit mir gemacht und sich zum Abschied nochmal herzlich bedankt – überhaupt ist er ganz überaus charmant und zum Verlieben! ❤

Als ich Adjoa sah, wollte ich ihr unbedingt davon erzählen, dass meinen SchülerInnen die NT LIVE-Übertragung auch sehr gut gefallen hat, wenn auch die Sprache schon schwierig für sie war. Als sie in meine Richtung kam, sagte sie „I know your face!‟ ❤ (Ich liebe das einfach, wiedererkannt zu werden!) und mit etwas Hilfe konnte sie sich auch wieder so in etwa an unser Gespräch von Februar zurückerinnern. Als ich sie um ein Selfie bat, meinte sie, ich soll doch auf Filmen einstellen. Ich tat das (dachte ich zumindest :-/ ), und dann hat sie ein paar Worte – auf Deutsch! – an meine SchülerInnen gerichtet, sich bedankt und erzählt, dass sie Deutsch auch bei ihren A-Levels (glaube ich) belegt hatte, aber es nicht (mehr) so gut sei. Ich war wie im siebten Himmel und dann hat sie mich auch noch zum Abschied total lieb umarmt. LEIDER musste ich dann allerdings später im Hotel feststellen, dass ich offenbar mein Smartphone nicht richtig bedient hatte und nichts aufgenommen worden war. 😥 Das sollte ein Grund dafür werden, warum ich mich später dazu entschieden habe, mir das Stück noch ein weiteres Mal anzusehen.

Ich habe dann auch noch Hannah Stokely (Metellus Cimber) mein Programmheft signieren lassen, doch dann sah es schon recht dünn aus, was SchauspielerInnen anbelangte und so gab ich irgendwann auf.

Zurück im Hotel habe ich dann mehrere begeisterte Tweets gepostet – und zumindest Kit Young hat auch einen zur Band geliked, Zach nur die Antwort von FriedlvonGrimm („Those damn hot guys.‟).

Aber ich hatte irgendwie zumindest den Eindruck, dass meine Tweets wahrgenommen wurden. Was war ich traurig, dass ich sie das letzte Mal live gesehen hatte. Well… Ich verweise auf Many Meetings #1, in dem ich erkläre, wie es dazu gekommen ist, dass ich am Dienstag Abend noch ein weiteres Mal Julius Caesar angesehen habe.

Diesmal blieb ich – mit Susan im Schlepptau (siehe Many Meetings #1) – gleich im Foyer und hoffte vor allem darauf, Adjoa, Fred und Zach wiederzusehen, aber auch vielleicht endlich Ben, Michelle und David Morrissey zu erwischen. Letzterer war dann auch der erste, der mir sozusagen vor die Füße lief. Er war zwar etwas kurz angebunden, weil ein Freund da war und er sich mit ihm zusammensetzen wollte, aber ich konnte ihm trotzdem das sagen, was ich ihm schon seit dem ersten Mal sagen wollte: „Thanks for curing me of your hatred of you! I really really hated you as The Governor!‟ Er meinte nur so etwas wie „Oh, good!‟, hat dann aber zugestimmt, ein Selfie mit mir zu machen, wenn es schnell geht. Entsprechend unscharf ist das Bild auch. Nach mir kamen dann auch noch weitere Fans, also habe ich wohl damit begonnen, ihn von seinem Treffen mit dem Kumpel abzuhalten… Oops. Aber er war ja nicht unfreundlich, wollte halt nicht den Freund lange dumm rumstehen lassen.

Als nächstes kam dann Fred, den ich auch nochmal begrüßte und daran erinnerte, dass ich auch etwas zur Band getweetet hatte. Ich bat ihn um in weiteres Foto, weil das andere so unscharf geworden war und habe ihn dann nochmal für diese eine Szene gelobt, in der er so vor Trauer zusammenbricht und dass ich da mehr ihn beobachtet habe als Brutus (Ben) und Cassius (Michelle). Da meinte er zwar, das soll ich doch nicht machen, die anderen wären VIEL besser als er, aber ich betonte erneut, dass die Jungschauspieler einfach auch ganz toll spielen und dass ich nicht (mehr) nur wegen der „big four‟ (Ben Whishaw, Michelle Fairley, David Morrissey und David Calder) da sei. Er bedankte sich sehr.

Dann sah ich Adjoa, die etwas verwundert schien, dass ich schon WIEDER da war. Ich erzählte ihr, dass ihr kurzes Video leider nicht aufgenommen worden war und bat sie, ob wir das vielleicht wiederholen könnten. Das hat sie gerne gemacht. Hier ein Screenshot (im Hintergrund ist auch Kit Young zu sehen):

Und sie hat mich – oder war das beim nächsten Mal – auch als verrückt bezeichnet („There are some crazy people here!‟). Ich habe ihr dann auch noch gesagt, dass ich es toll finde, wie „un-Shakespeare‟[-like] sie ihre Lines rüberbringt. Sie sagte: „That’s the idea, yes!‟. Sie ist wirklich eine ganz außergewöhnliche Frau und Schauspielerin!

Zach hatte lange Zeit eigenen Besuch, als der aber gegangen war, kam er direkt auf mich zu, umarmte mich ❤ und fragte, wie es mir ginge. Er hatte auch meinen Tweet gelesen, in dem ich ihn darum bat, Adjoa auszurichten, dass ich sie gerne nochmal sehen würde (wegen eines zweiten Anlaufs für das Video), fragte also, ob ich Adjoa schon gesehen hatte. Ich bejahte dies und entschuldigte mich dafür, ihn damit belästigt zu haben. Er winkte ab und fragte Susan und mich dann noch, auf wen wir noch warten würden. Als ich sagte „Ben and Michelle‟, meinte er, dass Ben wohl schon weg wäre, wenn er bisher nicht aufgetaucht sei. Dann verabschiedeten wir uns nochmal mit einer Umarmung und er bedankte sich fürs Kommen.

Da Zach so nett war (adorable ❤ ) und Susan dann erwähnte, dass es ja am Mittwoch (also am nächsten Tag) auch eine Matinee gibt, wurde mir auf einmal klar: Hey, das muss ja noch nicht das letzte Mal gewesen sein! 🙂 Schnell fragte ich nach, wann sie genau losging, rechnete durch, ob das machbar ist, meinen Flug um 20:30 zu erreichen. Der Mitarbeiter Louis, den ich fragte, ob ich mein Gepäck im Theater deponieren könnte, bot mir sogar an, es an einer anderer Stelle aufzubewahren, damit ich mich nicht in der Schlange anstellen müsste. Sehr, sehr nett! So fassten Susan und ich den Entschluss, uns am nächsten Morgen nochmal für Tagestickets anzustellen! Da ich gerade so in Fahrt war, bat ich Zach nochmal kurz zu uns, um ihn – halb im Scherz – zu fragen, ob er für uns nicht ein Meet & Greet mit Ben (und Michelle) organisieren könnte. Erst meinte er, er könne versuchen, ihn zu einem Drink mit ihm und den anderen zu überreden, dann allerdings fiel ihm ein, dass Ben sich ja zwischen Matinee und Abendvorstellung immer hinlegte. Darauf sagte ich gleich, dass das dann natürlich nicht klappen würde, worauf er nochmal antwortete, dass er ihm ja sagen könnte, dass da jemand da wäre, der ihn sehr gerne treffen würde. Susan fragte dann noch nach Michelle, und da meinte er, dass sie sich zwischendurch normalerweise etwas zum Essen holt – was ja vielleicht eine Möglichkeit wäre, sie dabei kurz zu sehen. Also verblieben Susan und ich dabei, am nächsten Tag nochmal zu kommen – und ich sagte auch nochmal zu Zach, dass wir wirklich nicht allein wegen Ben & Co. kommen. Er warf uns zum Abschied eine Kusshand zu. ❤

Später im Hotel hatte ich ein etwas schlechtes Gewissen, hatte Bedenken, dass Zach sich ausgenutzt fühlen könnte, so als würden wir ihn nur dazu benutzen, an Ben ranzukommen. Ich hoffe sehr, er hat das nicht so empfunden… :-/ Denn ich finde ihn ja ausgesprochen liebenswert! ❤ Leider konnte ich ihm das nicht nochmal persönlich sagen, das mit dem Nicht-Ausnutzen-Wollen, denn er kam leider in der Zeit, in der ich nach der Matinee noch im Foyer bleiben konnte, bevor ich mich auf den Weg zum Flughafen machen musste, nicht heraus. 😥 Doch ich hatte für die ganze Besetzung und Crew eine Dankeskarte geschrieben (sowas habe ich noch nie gemacht, hatte aber so ein inneres Bedürfnis danach), in der ich alle SchauspielerInnen namentlich erwähnt habe, die ich dann zumindest Fred und Kit überreichen konnte, mit der Bitte darum, diese auch an die anderen weiterzugeben. Fred habe ich bei der Gelegenheit dann auch nochmal um eine letzte Umarmung gebeten (das klingt jetzt, wenn man das so liest, ziemlich übergriffig, fühlte sich aber wirklich nicht so an). Es war einfach tatsächlich so, dass mir dieses Stück (ja, als nächstes folgt ENDLICH eine Rezension dazu) so unglaublich viel gegeben hat, dass ich einfach allen so gerne sagen und zeigen wollte, wie glücklich sie mich mit dieser Produktion gemacht haben. Das klingt unendlich kitschig und übertrieben, ist aber einfach so. Ich war auch fest der Überzeugung, dass ich mit Tränen in den Augen zur U-Bahn laufen würde, was ich dann aber tatsächlich nicht tat. Vielleicht auch, weil ich irgendwie weiß, dass ich die Karriere etwa von Zach und Fred weiterverfolgen werde, vielleicht auch, weil ich schriftlich meine Dankbarkeit an alle formuliert hatte. Und nicht zuletzt auch, weil durch dieses Stück weitere Kontakte mit Theaterfans entstanden sind. Da überwog diesmal die Freude und siegte über die Melancholie.

Zu Hause angekommen, durfte ich mich dann auch noch über eine Antwort auf Twitter zu meiner Karte freuen (ich hatte, schlau wie ich bin, neben der Unterschrift mit meinem Vornamen, auch mein Twitter Handle angegeben 😉 ):

❤ ❤ ❤

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8 Gedanken zu “Ein Fangirl in London März 2018: Many Meetings #2 (Julius Caesar)

  1. Ich bin soooooo neidisch. Ich möchte auch von Zach, Fred und Kit mit Kusshand und Umarmungen überhäuft werden. Hättest wenigstens alle nach Berlin einladen können. Oder Fragen von mir an sie weiterleiten können. *lach* Ich finde es schön, dass nachdem ich ja beim ersten Erleben deutlich weggeblasener war als du, du nun wohl mich dreifach überholt hast. Das erwärmt mein Herz. ❤️

    1. ❤️ Ja, es ist schon schade, dass wir beide das nicht zusammen erlebt haben. Also, die Begegnungen mit Zach & Co.
      Ich denke irgendwie seit unserem Trip im Februar ständig entweder an Hamilton, dessen Recording ich nahezu täglich höre, oder Julius Caesar. Wird echt schwer, dass 2018 noch zu toppen! ❤️

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