Theater in London 2018 #1: Glengarry Glen Ross (David Mamet) – Playhouse Theatre 03.01.2018

So, wenn ich schon alleine in London bin und eine Stunde geschenkt bekommen habe, kann ich doch glatt gleich das Stück von heute besprechen, damit es nicht wieder zu so einem Backlog kommt.

Review: Das Thema dieses Stückes von David Mamet, das 1992 verfilmt worden ist (mit Al Pacino, Jack Lemmon, Alec Baldwin und Kevin Spacey, u.a.), klingt auf den ersten Blick wenig spannend – zumindest für mich: Es geht um Immobilienmakler. Wow – das ist ja total meine Welt… Ähnlich gern mag ich Stoffe, bei denen es um Börsenmakler geht.

Aber eigentlich ist das Grundthema unwichtig, denn im Theater geht es ja immer irgendwie um Dialoge und Monologe – und die werden von der Besetzung grandios rübergebracht! Christian Slater ist ja das Zugpferd – und er war auch sehr, sehr gut -, aber mehr noch haben mich eigentlich Stuart Townsend und Robert Glenister fasziniert. Ohnehin handelt es sich hier um ein Ensemblestück par excellence – jeder kann einmal glänzen. Glenister geriet ja leider ein paar mal „in die Schlagzeilen‟, weil er erst auf der Bühne krank zusammengebrochen war und wenige Wochen später eine Art emotionalen Zusammenbruch auf der Bühne hatte. Damals hieß es, dass er sich aus dem Stück zurückziehen würde, aber ich war froh, dass er heute wieder spielte, denn er war wirklich außerordentlich gut!

Robert Glenister; Quelle/Copyright: http://www.glengarrywestend.com

Ein bisschen überrascht war das Publikum, als schon nach 30 Minuten der Vorhang für die Umbaupause runterging – als wir dann aber sahen, wie aus dem China-Restaurant des ersten Akts das verwüstete Büro der Immobilienmakler hervorging, war es logisch, dass die Pause an dieser Stelle stattfinden musste.

Christian Slater und Daniel Ryan Quelle/Copyright: http://www.glengarrywestend.com
Christian Slater und Stuart Townsend; Quelle/Copyright: http://www.glengarrywestend.com

Und es war auch klar, warum das z. Tl. so laut wurde beim Umbau, es mussten ja Papierkörbe, z. B., nicht nur aufgestellt, sondern umgeworfen werden. Viel aufwendiger, ein chaotisches Bühnebild herzustellen als ein sauber aufgeräumtes! Ein überaus naturalistisches Bühnenbild – hat mir sehr gut gefallen.

Ansonsten ist die Inszenierung jetzt keine, die irgendwelche Special Effects oder Musik braucht – das Zusammenspiel der Personen reicht völlig für diesen Stoff. Gleichwohl ist das Stück deswegen für mich inszenatorisch nichts Außergewöhnliches. Muss man in diesem Fall auch nicht machen, aber so ist das einfach großartige Schauspielkunst in einem toll ausgestatteten Bühnenbild. Kein Firlefanz, keine Videoprojektion, keine Toten… hm, eigentlich auch mal ganz nett!

Fazit: Glengarry Glen Ross punktet durch ein sensationelles Ensemble und eine Inszenierung ohne Schnörkeleien, bleibt aber dadurch vermutlich weniger als einzigartiges Erlebnis in Erinnerung.

Fangirl-Moment:

Christian Slater war ganz Profi an der Stage Door, nahm die Smartphones für die Selfies jeweils selbst in die Hand, wirkte entspannt, aber irgendwie… einfach sehr geschäftsmäßig. Passend zur Rolle irgendwie. Er wurde von einem Fahrer abgeholt (ach, da sind mir ja immer diejenigen lieber, die sich aufs Rad schwingen, oder in der Tube verschwinden). Leider bin ich noch nicht so geübt, was meine Frontkamera am Handy anbelangt. Da war dann der „Blitz‟ eingeschaltet (da wird der Bildschirm kurze Zeit weiß), was wiederum Christian verunsichert hat und worauf er gefragt hat, was das denn für ein Handy ist… Das Ergebnis ist nicht sooo toll. Auf schwarz-weiß hat es aber direkt noch was.

Ich glaube, die anderen, die ich noch um ein Autogramm bitten konnte, waren durchaus positiv überrascht, dass ich (und noch ein paar andere) nicht nur „den Star‟ haben wollten. Gerade Daniel Ryan habe ich sehr dafür gelobt, dass er den etwas unbedarften und „awkward‟ (was anderes ist mir in dem Moment nicht eingefallen) James Lingk sehr überzeugend rüberbrachte.

Kris Marshall war auch sehr nett und das Selfie ist auch etwas besser geworden, nachdem ich ihn bzgl. des Blitzes vorgewarnt hatte.

Schöner Start meines Theaterjahres 2018!

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14 Gedanken zu “Theater in London 2018 #1: Glengarry Glen Ross (David Mamet) – Playhouse Theatre 03.01.2018

  1. Hört sich nach einem wirklich gelungenen Start an. Schön beschrieben. Und das beste daran, morgen sitze ich im Flieger nach London mit meinerFamilie😊

  2. Ich wollte mich gerade bei dir wegen dem Sneak Preview melden, aber dann habe ich mir gedacht: Schau mal lieber auf das Blog, ob die jetsettende Lehrerin wieder in London weilt. Und siehe da! Unglaublich, einfach unglaublich…

      1. Ich befürchte ihr reist immer zu verschiedenen Zeiten nach London. Du als Lehrerin in den Ferien, sie immer außerhalb der Ferien. Aber ich behalte eure Pläne mal im Auge, vielleicht passt es ja doch mal 😉

  3. Von Adoring Audience adoringaudience.de via Twitter: Ach, was bin ich mal wieder neidisch. Hätte ich doch auch den Mut Schauspieler an der Stage Door anzusprechen.
    Wobei, ich bin ja schon zufrieden, wenn ich die Person live und in Farbe auf der Bühne sehe. Ich hoffe sehr, dass das mit Letters Live im Sommer klappt. Egal, wer am Ende an dem Abend auf der Bühne steht – du weißt, ich hoffe auf einen ganz bestimmten, aber ich wäre auch mit Tom Hi. oder Tom Ho. oder Olivia oder Colin oder Brie zufrieden – ich weiß jetzt schon, ich werde einen guten Abend haben.

    1. Du musst einfach mal mit mir an der Stage Door stehen, dann klappt das schon! 😉

      Tom Hi. fehlt mir auch noch zu meinem Glück. 😍 Und wen meinst du mit Tom Ho.? Hollander?

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