Rückblick 2017 #1: Die besten Serien-NEUENTDECKUNGEN

Wenn ich nicht endlich wieder anfange, richtige Beiträge zu schreiben, rostet meine Schreibfähigkeit endgültig ein. Deswegen habe ich mich jetzt dazu entschieden, meine Jahresrückblicke schon mal zu beginnen. Wird dieses Jahr wieder ein etwas schwieriges Unterfangen, weil ich weder meine Tabelle verlässlich geführt habe, noch auch nur annähernd alle gesehenen Serien und Filme besprochen habe. Soll ich mir das als Vorsatz fürs neue Jahr mal wieder vormerken, dass ich das besser hinkriege? Seufz…

Bevor ich mich komplett verzettele, muss ich das richtig step-by-step machen, also kommen in meinem ersten Artikel zunächst alle Serien, die ich für mich in diesem Jahr neu entdeckt habe – das umfasst sowohl brandneue Serien, als auch solche, die erst weit nach Ende der Ausstrahlung in meinen Fokus gerieten.

1. Legion (Season 1) – created by Noah Hawley: 10 von 10 Punkten

Ja, ich bin immer noch sauer, dass diese höchst originelle Serie keine Nominierungen bei dem Emmys und bei den Golden Globes bekommen hat. Es ist mir absolut schleierhaft, wie man dieses Meisterwerk von Noah Hawley (meines Erachtens noch spannender und ideenreicher als seine Serie Fargo) so völlig übergehen kann. Ich jedenfalls kann es kaum erwarten, dass die Serie fortgesetzt wird. Ich habe dieser Serie sowohl einen I’m hooked!-Beitrag, als auch ein Review gewidmet.

2. TABOO (Season 1) – created by Steven Knight, Tom Hardy + Chips Hardy: 9 von 10 Punkten

I confess: Watching Tom Hardy in this series is absolutely delicious – and kind of scary. Diese Präsenz, die Hardy als James Delaney an den Tag legt, lässt nicht nur die Gegner erschaudern. Faszinierend und abstoßend in einer Figur vereinigt… Aber die Serie bietet noch viel mehr: Großartiges Set Design, fantastische Kamera, brillante schauspielerische Leistungen des Supporting Cast. Ich war schnell hooked und musste auch noch eine Gesamtkritik hinterherschieben.

3. Parks and Recreation (komplett) – created by Greg Daniels + Michael Schur: 7-10 von 10 Punkten

Eine ganze Serie mit einer Wertung zu versehen, scheint mir etwas kühn. Und zugegebenerweise haben mich die ersten zwei Staffeln noch nicht soooo begeistert – dafür die restlichen fünf umso mehr. Ich habe mich so in all diese Charaktere und ihren unvergleichlichen Humor verliebt. Ben, dargestellt von Adam Scott, würde ich sofort heiraten, so wie Leslie (Amy Poehler) das getan hat! Andy (Chris Pratt) & April (Aubrey Plaza) sind wunderbar socially awkward, ach, ich könnte die Liste ewig fortsetzen. Ich habe die Serie ziemlich durchgebingt und war am Ende wirklich schrecklich traurig, dass es vorbei war. Mein Dank an alle, die diese Serie mal erwähnt haben (sicher weiß ich es von bullion), und an Chris Pratt, der mir durch Guardians of the Galaxy und Jurassic World Lust darauf gemacht hat, seine Anfänge in dieser Serie zu entdecken.

4. This is England (komplett: ’86/’88/’90) – created by Shane Meadows: 8,5-10 von 10

Ich schummle hier ein wenig, denn ich habe schon im Herbst 2016 den Film This is England (mit und bei FriedlvonGrimm) gesehen, so gesehen waren nun die Serien-Fortführungen der Geschichte nichts völlig Neues. Aber die Serie muss trotzdem hier rein, denn sie ist so authentisch, sie reißt dir das Herz mit solcher Kraft heraus, dass es zutiefst schmerzt. Ich habe erst im Laufe der Zeit herausgefunden, dass dies auch daran liegt, dass die Schauspieler weitestgehend improvisiert haben, und z. Tl. wussten sie auch gar nicht alle, was genau in einer Szene passieren wird. Da die Darsteller alle so unglaublich gut sind, wirken die Emotionen dadurch noch echter und unmittelbarer. Shane Meadows hat hier etwas Einzigartiges erschaffen!

5. Brothers & Sisters (komplett) – created by Jon Robin Baitz: 7-9 von 10

Es geht schon ganz schön Richtung Soap Opera in dieser Serie: Zum Beispiel wird alles, was einem beim Kinderwunsch passieren kann, durchexerziert: Zeugung auf normalem Wege, künstliche Befruchtung mit Samenspende, Adoption, Leihmutterschaft; es geht um folgenschwere Seitensprünge und Drogenabhängigkeit, posttraumatische Belastungsstörung und schwere Krankheit, Unfälle und Reinfälle, Scheidungen, Hochzeiten, Todesfälle… Fast ein bisschen viel auf einmal – gerade wenn man die Serie so schnell hintereinander wegschaut, wie ich das getan habe. Trotzdem habe ich diese Familie so ins Herz geschlossen, dass ich – und das ist wirklich nicht geflunkert – nach jeder oder jeder zweiten Folge ein „I just LOVE them‟ vor mich hin geseufzt habe. Die Serie verdient eigentlich noch eine ausführliche Kritik – ich gebe die Hoffnung nicht auf, diese einmal nachliefern zu können! (PS: Matthew Rhys ist absolutely adorable – ich muss nun endlich The Americans weitergucken!)

6. Into the Badlands (Season 1 + 2) – created by Alfred Gough + Miles Millar: 7,5-9 von 10 Punkten

Hier habe ich ja tatsächlich eine recht ausführliche Kritik verfasst, also werde ich mich hier kurz halten: Eine spannende Mischung aus Fantasy und Martial Arts mit charismatischen Figuren, allen voran Daniel Wu und Marton Csokas, aber auch starken Frauenfiguren, gespielt z. B. von Emily Beecham und Orly Brady. In der 2. Staffel kommt Nick Frost dazu – eine sehr interessante und sehr gute Wahl!

7. This Is Us (Season 1, Ep. 1-5) – created by Dan Fogelman (noch keine Bewertung möglich)

Was? Ich nehme eine Serie mit auf, deren erste Staffel ich noch nicht mal zu Ende gesehen habe? Ja. Ich finde, es zeugt von Mut, eine Serie um drei Geschwister (ein zweieiiges Zwillingspaar und ein adoptierter Bruder) zu drehen, die so unterschiedlich sind: Kate (Chrissy Metz) ist extrem übergewichtig, während ihr Zwillingsbruder Kevin (Justin Hartley), Schauspieler, schlank und durchtrainiert ist. Ihr Adoptivbruder Randall (Sterling K. Brown), der erfolgreichste der drei, ist schwarz. Die Serie springt immer wieder zwischen Gegenwart (Kate, Kevin und Randall mit 30) und Vergangenheit (ihre Eltern, gespielt von Milo Ventimiglia und Mandy Moore) hin und her. Ich finde es so toll, dass hier eine adipöse Frau mit im Mittelpunkt der Serie steht – und zwar nicht als comic relief, sondern mit all ihren Problemen und Fähigkeiten. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Serie noch entwickeln wird. Es gab zumindest einige Nominierungen bei den Golden Globes, u. a. für Chrissy Metz und Sterling K. Brown!

8. Fleabag (Mini-Serie) – created by Phoebe Waller-Bridge: 8 von 10 Punkten

Eine kleine, aber feine Serie über eine junge Frau, die versucht, mit einem tragischen Ereignis in ihrem Leben fertig zu werden. Sehr lustig – trotz des schwierigen Themas!

9. Line of Duty (Season 1-4) – created by Jed Mercurio: 7-9 von 10 Punkten

Spannende Serie um eine Antikorruptionseinheit (AC-12), deren Kommissare immer auch recht persönlich in die Fälle involviert sind oder hineingezogen werden. Das AC-12 Team ist im Kern immer dasselbe: Hastings (Adrian Dunbar), Arnott (Martin Compston) und Fleming (Vicky McClure). Jede Staffel hat neue Fälle, es gibt aber auch eine Art Verschwörung, die sich durch alle Staffeln zieht. Oft rutsche ich unruhig auf dem Sofa hin und her, wenn mal wieder jemand andere fälschlich beschuldigt oder wenn die Ermittler in Gefahr geraten. Allerdings erholen sich die Ermittler manchmal zu schnell von solchen Gefahren, finde ich. Trotzdem eine Serie, die mich in ihren Bann zieht.

10. Trapped – Gefangen in Island (Staffel 1) – created by Baltasar Kormákur: 7-8 von 10 Punkten

Die einzige nicht-englischsprachige Serie, die ich noch dazu in der deutschen Synchronversion angeschaut habe (obwohl die ZDF Mediathek ihn sogar in isländisch mit UT anbot). Mich reizt ja Island sehr als Reiseziel, diese Serie allerdings zeichnet Island – im Schneesturm – als nicht besonders einladend. Atmosphärisch sehr gut gelungen, und dabei hat jede Folge einen anderen, meist jungen, Regisseur.

Das sind 5 amerikanische Produktionen, 4 britische und eine isländische, wovon ich eine im Fernsehen gesehen habe (10.), drei auf DVD und sechs auf Amazon (für Legion habe ich extra bezahlt, die anderen Serien wwaren/sind bei Prime inkl.).

Interessant finde ich auch, dass es je zwei Schauspieler und Schauspielerinnen gibt, die in zwei meiner Neuentdeckungen mitspielen, ohne dass ich vorher ein großer Fan von ihnen gewesen wäre, sprich: Ich habe die Serien nicht wegen ihnen ausgesucht – sie haben dafür ein gutes Händchen bei der Jobauswahl.

  • Rob Lowe: Brothers & Sisters + Parks and Recreation
  • Stephen Graham: This is England + TABOO
  • Aubrey Plaza: Parks and Recreation + Legion
  • Vicky McClure: This is England + Line of Duty

Folgende (für mich) neue Serien haben es nicht in die Top 10 geschafft, sind aber alle auf ihre Weise sehenswert:

  • War & Peace (Mini-Serie)
  • Doctor Foster (Series 1)
  • Goliath (Season1)
  • Sneaky Pete (Season 1)
  • American Gods (Season 1)
  • Red Oaks (Season 1 + 2)
  • You Are Wanted (Season 1)
  • Seinfeld (Season 1-5)
  • The Line of Beauty (Mini-Serie)

Leider habe ich immer noch nicht Stranger Things und Sense8 gesehen, die schon vor einem Jahr beim Rückblick als Wunschserien erwähnt hatte…

Welche Serien habt ihr selbst geschaut – und gemocht? Kann ich euch die ein oder andere Serie schmackhaft machen? Welche (neue) Serien haben euch enttäuscht? Welche Serien muss ich (endlich) auch neu entdecken?

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21 Antworten zu Rückblick 2017 #1: Die besten Serien-NEUENTDECKUNGEN

  1. Filmschrott schreibt:

    Ich muss mir unbedingt mal „Legion“ irgendwo besorgen. Da höre ich immer wieder nur gutes drüber.
    Mit „Stranger Things“ kann man ruhig etwas warten. Staffel 2 war schon eher ideenlos. Wenn das so weiter geht, wird das noch richtig übel.
    Hast du eigentlich schon „Dirk Gentlys Holistic Detective Agency“ gesehen? Die erste Staffel gibts auf Netflix und die zweite folgt hoffentlich bald. Für mich das beste, was in den letzten Jahren rausgekommen ist. Wunderbar kreativ und bekloppt.

    • mwj schreibt:

      „Legion“ ist definitiv sehenswert, Schrotty. 😉
      Gibt’s seit Ende Oktober auf DVD und BluRay.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ich denke, „Legion“ wäre auf jeden Fall auch was für dich, wenn du kreativ und bekloppt magst! 😉

      „Dirk Gently“ hab ich leider noch nicht gesehen – ich habe doch kein Netflix. 😉 Ist aber definitiv was, das ich auch noch auf dem Schirm habe, so als Douglas Adams Fan!

      • Filmschrott schreibt:

        Wobei ich da noch vorwarnen muss, dass das mit der Vorlage nicht mehr viel zu tun hat. Aber ich denke, Douglas Adams hätte diese Interpretation geliebt.

        • singendelehrerin schreibt:

          Das ist ja die Hauptsache! Wie fandest du damals den Hitchhiker-Film mit Martin Freeman?

          • Filmschrott schreibt:

            Nicht überragend, aber ich mochte den schon ganz gerne. Ich bin auch einfach jemand, der nicht zwingend die strikte Einhaltung der Vorlage bevorzugt. Film ist nun mal ein anderes Medium als Buch und dementsprechend begrüße ich Änderungen da häufig, wenn es dann noch in den Rahmen der Geschichte passt. Zumal ich auch immer denke „Warum muss ich mir die Geschichte nochmal genau so angucken, wie ich sie gelesen habe? Beim Lesen ist der Film bereits in meinem Kopf entstanden, also macht was eigenes draus.“

          • singendelehrerin schreibt:

            Prinzipiell gebe ich dir recht, aber ich fand den Film trotzdem eher mau…

          • Filmschrott schreibt:

            Man hätte sich da auch ruhih noch weiter vom Buch entfernen können. Den Adams-Humor kriegt man einfach nicht auf das Medium Film rübergebracht. Dasselbe gilt mMn auch für meinen Lieblingsautor Terry Pratchett. Da muss man dann eben die Idee nehmen und das ganze so verbiegen, dass es passt. Bei Dirk Gently hat man das sehr gut hingekriegt.

  2. bullion schreibt:

    Mensch, da hab ich ja noch einiges aufzuholen.

    Etwas schockiert bin ich, dass es „Seinfeld“ nicht unter die Top 10 geschafft hat. Sollte die Serie heute etwa nicht mehr so bahnbrechend sein wie damals?

    • singendelehrerin schreibt:

      Hehe, ich habe fest mit einem Kommentar deinerseits zu „Seinfeld“ gerechnet! 😀 Ich glaube, sie ist einfach nicht so gut gealtert. Nicht, dass sie mir keinen Spaß machen würde! Aber die Charaktere sind mir auch noch in der 5. Season relativ fremd bzw. sie sind mir nicht so recht ans Herz gewachsen. Ich sehe auch nicht so sehr, was aus heutiger Sicht „bahnbrechend“ an der Serie wäre…

      • bullion schreibt:

        Ja, die Charaktere sind eher egozentrisch und weird, aber das macht für mich auch den Reiz aus. Und bahnbrechend war damals enorm viel! Schon alleine die relativ komplexen Drehbücher oder die heiklen Themen. Schau dir mal das Making-of zur Masturbationsepisode an. Wie da rumgeeiert werden musste. Heute darf man in jeder Network-Serie mehr. Finde ich nach wie vor fantastisch. Habe ich aber auch schon lange nicht mehr gesehen.

        • singendelehrerin schreibt:

          Die Masturbationsepisode war tatsächlich ein großes Highlight! Aber vielleicht wirkt das aus heutiger Sicht eben nicht mehr so bahnbrechend. Ich glaube, damals hat das schon mehr Wind verursacht. Ich bin halt einfach „late to the party“…

  3. mwj schreibt:

    Wieso ist „American Gods“ nicht in den Top 10? Die Serie ist doch sehr stark, wie ich finde.

    Meine Rückblicke gibt’s vsl. erst Anfang 2018.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ja, bzgl. „American Gods“ habe ich auch Proteste erwartet! 😉 Die Serie ist zweifelsohne sehr gut gemacht, und es gibt etliche Szenen, die ich richtig fantastisch filmisch umgesetzt fand. Aber ich fand das Sounddesign oft grenzwertig nervig, und habe keinen rechten Zugang zu den Charakteren gefunden (beim Lesen des Buches habe ich immerhin Shadow etwas besser kennengelernt).

      Rein rational gesehen bestimmt eine herausragende Serie, aber meine emotionalen Reaktionen auf die Serie schwankten zwischen Gleichgültigkeit und Genervtheit. Einzelne Szenen, die auch mir unter die Haut gingen, waren da die Ausnahme. Ganz schwierige Serie für mich…

  4. Wortman schreibt:

    Taboo war saugeil 🙂

  5. hurzfilm schreibt:

    Ich habe gestern „Mindhunter“ auf Netflix entdeckt. Profiler-Serie, Regie: David Fincher. Das Ganze ist grob gesagt eine Art Kreuzung aus „Criminal Minds“ und „Masters of Sex“: Es fängt im Jahr 1977 an, als sich zwei FBI-Agenten Gedanken darüber machen, wie man Serienkiller verstehen und mit Hilfe dieses Wissens dingfest machen kann. Diese Art von Forschung gilt aber noch als Tabu (deshalb die Ähnlichkeit die mit „Masters of Sex“) und sie haben mit allerlei Widerständen in den eigenen Reihen zu kämpfen. Cooler Retro-Look, exzellente Production Values, und auch die Story und Darsteller sehr überzeugend. 😉

  6. Stepnwolf schreibt:

    Aubrey Plaza war in „Legion“ tatsächlich ziemlich gut.
    Ansonsten: Island kann ich empfehlen, obwohl ich da keinen Schneesturm hatte (war ja auch Sommer). 😉

  7. friedlvongrimm schreibt:

    Mich freut es immer wieder, dass „This Is England“ dir auch so an die Nieren gegangen ist. Das ist wirklich authentischer Scheiß! So muss das sein. ❤

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