Theater in London: Fangirl-Momente im August

Wahrscheinlich wäre es schlauer, euch ein wenig zappeln zu lassen und – wie sonst – nach jeder Theaterkritik den Fangirl-Moment anzuhängen. Aber da ich euch so gerne an meinen aufregenden zwei letzten Abenden teilhaben lassen will (diese bei meiner sonstigen Vorgehensweise aber erst in ein paar Tagen dran wären), werde ich diesmal alle Fangirl-Moments in einem Artikel zusammenfassen.

Vorausschicken möchte ich noch, warum ich eigentlich so gerne nach dem Theater noch an der Stage Door auf die Schauspieler warte. Es geht mir gar nicht so sehr darum, hinterher ein Autogramm oder/und ein Foto zu haben, sondern um die Möglichkeit einer kurzen Interaktion mit einem Menschen, dessen Schauspielkunst ich bewundere. Deswegen bin ich immer froh, dass ich auch noch Schauspieler/innen bewundere, bei denen nicht hundert Leute an der Stage Door stehen. Bei David Tennant, Benedict Cumberbatch oder Andrew Scott ist leider inzwischen nicht mehr viel „Interaktion‟ möglich, da muss man schon glücklich sein, überhaupt kurz in ihre Nähe zu kommen. Mehr Möglichkeit, auch ein paar persönliche Worte der Wertschätzung zu hinterlassen, bieten Schauspieler/innen, die noch nicht so bekannt sind bzw. die keine so großen Fandoms hinter sich stehen haben. Leider finde ich halt auch ein paar Schauspieler richtig, richtig gut, bei denen das Millionen andere Fans genauso sehen… Aber das traf bei diesem Trip eigentlich nur auf Andrew Scott zu.

The Ferryman (Gielgud Theatre)

Obwohl kaum Leute an der Stage Door standen, ging mein Theatertrip, was das Stagedooring anbelangt, nicht sehr erfolgreich los. Paddy Considine, dessen Autogramm ich allzu gerne auf meinem Pride-DVD-Cover gehabt hätte (Andrew Scott & Imelda Staunton hatten schon signiert) und dem ich zu seinem Film Tyrannosaur (Buch & Regie) gratulieren wollte, verschwand in Windeseile (mit seinem Sohn?) in die mir entgegengesetzte Richtung, ihm hinterherrufen wollte ich nicht. Auch andere Schauspieler, die herauskamen, nehmen keinerlei Notiz davon, dass da jemand stand… Nun, immerhin hatte Fra Fee (Michael Carney) sein Fahrrad an der Straßenlaterne, an der ich stand, angelehnt, sodass ich ihn um ein Autogramm bitten konnte.

Dann kam Laura Donnelly (Caitlin Carney) heraus, der ich gesagt habe, dass sie „amazing‟ war und dass ich sie bisher nur aus The Fall kannte. Sie war sehr nett und hat auch ein Foto mit mir gemacht. Eine Frau, die ich von nun an auf meinem Radar haben werde!

Da ich nichts besseres zu tun hatte, stand ich mir weiterhin die Füße in den Bauch, denn Tom Glynn-Carney war noch nicht herausgekommen. Ich wollte ihm so gern zu seiner Performance hier und in Dunkirk beglückwünschen! Irgendwann kam er zwar, zusammen mit Conor MacNeill (Diarmaid Corcoran), heraus, aber da war eine ganze Gruppe von Freunden und Freundinnen mit dabei, sodass ich ihn da irgendwie schlecht „rausholen‟ konnte. Schade.

Auf dem Heimweg musste ich mir immer wieder bewusst machen, dass ich mit wegen der geringen „Ausbeute‟ an der Stage Door nicht das tolle Theatererlebnis kaputt machen lassen darf.

Queen Anne (Theatre Royal Haymarket)

Normalerweise habe ich bei Nachmittagsvorstellungen (im Folgenden verwende ich den kürzeren englischen Begriff Matinee) keine großen Hoffnungen auf Autogramme, weil die Schauspieler/innen manchmal gar nicht zwischen den zwei Vorstellungen herauskommen oder, wenn sie rauskommen, schnell wegkommen wollen, damit sie etwas Essen gehen können o.ä. In diesem Fall kamen aber einige heraus, und so habe ich kurz mit Hywel Morgan (Prince George of Denmark) gesprochen und mich erstmal dafür entschuldigt, dass ich nicht wusste, wie man seinen walisischen Vornamen ausspricht („Sorry – I’m from Germany‟), worauf er auf Deutsch gesagt hat „Das macht nichts‟ und mir ein personalisiertes Autogramm – auf Deutsch – ins Programmheft geschrieben hat.

Emma Cunniffe, die Queen Anne spielt, hätte ich fast nicht erkannt – ohne dunkle Perücke sah sie wirklich ganz anders aus. Aber ich habe sie dann noch rechtzeitig angesprochen und sie hat mir auch gerne ein Autogramm gegeben. Noch währenddessen bemerkte ich, dass auch Romola Garai, wegen der ich das Stück gebucht hatte, inzwischen neben mir stand. Ich sagte so vor mich hin: „Don’t leave!‟ Und ja, sie hat mir dann auch noch das Programmheft und das Cover zu Inside I’m Dancing signiert. Sie wirkte etwas gehetzt, weswegen ich ich auch nicht um ein Foto gebeten habe (außerdem habe ich IMMER noch kein neues Smartphone, mein altes iPhone hat tatsächlich noch keine Frontkamera), und so ganz habe ich nicht rübergebracht, was ich bzgl. James McAvoy und dem DVD-Cover sagen wollte (nämlich, dass ich zwar James live auf der Bühne gesehen habe, aber ihn nicht dieses Cover unterschreiben ließ), aber sie meinte noch, dass das ein schöner Film gewesen sei. Ach ja, die beiden Damen habe ich ja sogar in zwei Programmheften unterschreiben lassen, weil mich KirstenSE darum gebeten hatte, ein Programmheft für sie zu kaufen, weil sie das bei ihrem Besuch des Stücks nicht tun konnte. So habe ich mich doppelt gefreut, dass ich ihr auch noch die Autogramme nachliefern konnte!

Against (Almeida Theatre)

Ich hatte mich SEHR auf Ben Whishaw gefreut und mir sehr erhofft, ihm sagen zu können, was für ein fantastischer Schauspieler er ist, wie sehr ich ihn als Richard II (Hollow Crown) und in Cloud Atlas mochte (unter anderem natürlich). Aber, so sagte es uns ein Security-Mann, „Ben is not signing today. And as he is a very private person, don’t approach him on his way home, please.‟ Ja, meine Begleitung P. und ich waren ein bisschen traurig. Ich hatte dieses Stück für P., die das erste Mal mit auf Theatertour mit mir war, ausgesucht, weil sie großer James Bond-Fan ist und ich ihr aber Daniel Craig nicht bieten konnte. 😉 Mir bleibt die Hoffnung, vielleicht im Februar mehr Glück zu haben, denn da spielt er in Shakespeares Julius Caesar – und FriedlvonGrimm und ich werden ihm schon auf der Bühne ganz nah sein, weil das Stück so aufgezogen ist, dass es Stehplätze direkt auf der Bühne gibt, wir spielen sozusagen das römische Fußvolk. Immerhin hatte ich gerade noch rechtzeitig den Namen von Elliot Barnes-Worrell (Melvyn)im Programmheft nachgeschlagen, denn ihn hatte ich schon in Hamlet mit Andrew Scott und via NT Live in Man and Superman mit Ralph Fiennes gesehen. So konnte ich ihn mit Namen ansprechen und um ein Autogramm und Foto bitten. Jetzt hatte ich ja P. dabei, die das Foto schnell mit ihrem Handy geschossen hat.

Cat on a Hot Tin Roof (Apollo Theatre)

Als wir hier nach der Matinee an der Stage Door standen, kam ein Security-Mann heraus und sagte uns, dass die Schauspieler nicht herauskommen würden. Er stellte aber in Aussicht: „In the evening‟. Da sowohl P. als auch ich scharf wild heiß erpicht darauf waren, den äußerst attraktiven Jack O’Connell ganz aus der Nähe zu sehen (wenn auch diesmal angezogen 😥 😉 ), entwickelten wir den Plan, am Abend nach Follies (im National Theatre) unser Glück noch einmal zu versuchen. Follies sollte nämlich eine Laufzeit von nur ca. 2h 10min haben, während Cat on a Hot Tin Roof über 2h 40min dauerte. Da ich nicht so unbedingt nochmal ein Autogramm von Imelda Staunton (Follies) brauchte, weil ich sie erst kürzlich nach Who’S Afraid of Virginia Woolf getroffen hatte, entschieden wir, dass wir die Stage Door am NT zugunsten der vom Apollo Theatre ausfallen lassen würden. Gesagt, getan. Noch völlig high von der fantastischen Vorstellung von Follies, machten wir uns in bester Stimmung auf zum Apollo Theatre: mit schnellem Schritt an der Southbank entlang, über die Golden Jubilee Bridge zur Embankment Station, zwei Stationen mit der Northern Line bis Leicester Square und dann noch eine mit der Piccadilly Line zum Piccadilly Circus. Yeah, wir schafften es, dort zu sein, noch bevor die Ausgänge geöffnet wurden!

An der Stage Door war eine kleine Absperrung hingestellt worden, eine Hand voll Leute warteten dort schon. Als einer der ersten kam Brian Gleeson heraus – und verschwand sofort am anderen Ende. Schade (vielleicht hätte ich ihn andernfalls gestern in der Sneak Preview in Logan Lucky erkannt 😳 ). Aber die meisten Leute an der Stage Door wollten eh die beiden Hauptdarsteller. Und dann kam Sienna Miller (Maggie) heraus. Ohne dass es vorher eine Ansage gegeben hatte, traute sich offenbar niemand, nach einem Selfie zu fragen. Sie signierte kurz und verschwand dann schnell in einem Auto, das schon auf sie wartete.

Da hörte ich hinter uns ein Blitzlichgewitter – das erste Mal in meiner Stagedooring-Zeit erlebte ich, dass tatsächlich nicht nur professionelle Autogrammjäger vor Ort waren, sondern auch Paparrazzi! Verrückt – denn ihren Celebrity-Status hat Sienna Miller eindeutig weniger durch ihre Schauspielerei (obwohl sie schon in vielen Filmen mitgespielt hat, ich habe sie z. B. zuletzt in High-Rise und davor in American Sniper gesehen), sondern eher durch ihre on-off-Beziehung mit Jude Law (und anderen Verlobungen, die offenbar nie zu einer Hochzeit geführt haben). Ich möchte aber betonen, dass sie in dem Stück schon sehr gut war und auch nett an der Stage Door, wenn auch etwas gehetzt, weil der Wagen schon vorgefahren war.

Als nächstes wurde der Traum meines inneren Trekkies wahr und Colm Meaney (Big Daddy) kam heraus (er war zwar auch schon zweimal auf der Fedcon, aber da war ich jeweils nicht dort). Er wirkte fast etwas erstaunt, dass Leute auch sein Autogramm wollten. Ich sagte zu ihm, dass DS9 in der Top 5 meiner liebsten Serien rangiert, worauf er meinte: „You’ve got excellent taste!‟ 🙂 Ich fügte noch hinzu, wie toll es war, ihn endlich auch einmal auf der Bühne zu sehen.

Lisa Palfrey, die eigentlich Big Mama spielen sollte, wurde wegen einer Notfall-Blinddarm-OP durch Kerry Fox ersetzt, von der ich auch ein Autogramm ergatterte. Sie hat z. B. 2001 zusammen mit Mark Rylance in dem hoch erotischen Film (mit mindestens einer ECHTEN Sexszene) Intimacy gespielt.

Nun warteten wir also noch auf Jack O’Connell. Und warteten. Und warteten. Der schottische Security-Mann bot an, an Jacks Stelle Autogramme zu geben. Ohne Erfolg. 😉 Als schließlich die Absperrung weggeräumt wurde und auch der Schotte seinen Arbeitsplatz verließ mit den Worten „That’s it. Honestly. That’s why I’m leaving‟, wollte das natürlich niemand glauben. Doch dann kam nochmal jemand heraus, fragte, ob wir auf Jack O’Connell warteten und meinte dann, dass dieser schon als erster schnell gegangen war, weil er noch einen Termin hatte. Eine Frau rief: „That’s mean!‟ Das fand ich doof, denn schließlich haben wir keinerlei Anspruch darauf, dass wir Autogramme nach dem Theater erhalten. Trotzdem waren wir natürlich auch enttäuscht. Ich hätte ihm so gern erzählt, wie ich ihn in Tulip Fever (Sneak Preview) nicht erkannt hatte, weil er da eine so völlig andere Rolle (und ein anderes Aussehen) hatte, als in den Filmen, in denen ich ihn bisher gesehen hatte. Tja. Aber er ist ja jung – vielleicht spielt er ja irgendwann einmal wieder Theater.

The Play That Goes Wrong (Duchess Theatre)

Ursprünglich hatte ich am Sonntag keine große Lust auf Stagedooring (ich war nun wieder allein unterwegs) und so habe ich auch nach Loot nicht darauf gewartet, dass die Schauspieler aus dem kleinen Park Theatre rauskamen. Aber dann hatte ich bei The Play That Goes Wrong sooo viel Spaß, dass ich mir dachte, ich müsste das den Schauspielern auch mal sagen, wie gut mir das nach so viel Drama getan hat. Das Stück läuft ja seit dem 3. September 2014, wodurch die Schauspieler/innen auch mehrfach gewechselt haben. Leonard Cook (Robert als Thomas Colleymore) allerdings, der mir am besten gefallen hat, hatte tatsächlich schon einmal mitgespielt (ich glaube, erst als Understudy, es ist nicht so einfach, die alten Besetzungslisten aufzutreiben). Mit ihm wollte ich gern ein Foto machen, das netterweise der Vater einer Familie, die auch auf Cook warteten, von uns gemacht hat.

Autogramme habe ich außerdem auch noch von Jack Baldwin (Chris als Inspector Carter & Director), Fred Gray (Jonathan als Charles Haversham), Daniel Poyser (Trevor, Lighting & Sound Operator), Understudy Jamie Birkitt und Seán Carey (Max als Cecil Haversham) bekommen. Meine beste Ausbeute. 😉

Daniel meinte, wir seien ein besonders gutes Publikum gewesen, worauf ich spöttisch meinte, das sage er wahrscheinlich zu jedem Publikum, aber er betonte, dass es nach einer langen Woche schon mal schwierig sein kann, und da ist dann ein gutes Publikum wichtig. Ich habe von Seán nachher erfahren, dass sie NEUN Vorstellungen hinter sich hatten. Puh! Mit Seán habe ich mich noch kurz unterhalten – über München. 🙂 Er fragte nämlich, woher ich käme und meinte dann, er hätte sich schon gedacht, dass ich Deutsche sei. Das freut mich ja immer nicht so, wenn ich als Deutsche identifiziert werde, aber Seán meinte, das sei doch nicht schlimm – im Gegenteil. Er hätte auf einer Tournee (seiner Biografie im Programmheft entnehme ich, dass das vielleicht mit Rhythm of the Dance war, womit er als Celtic Tenor auf Welttournee war) einen tollen Abend mit gutem Bier im Hofbräuhaus in München erlebt. Nachdem er dann ein paar nette, an mich persönlich gerichtete Zeilen ins Programmheft geschrieben hatte, lief er davon – mit einem Skateboard unterm Arm. Sehr nette Begegnungen! Liegt vielleicht sowohl daran, dass es sich hier um Comedy handelte als auch daran, dass die Schauspieler relativ unbekannt sind. Habe auch von Seán und Leonard jeweils ein Like auf meine Tweets, die auch an sie gerichtet waren, bekommen. 🙂

Hamlet (Harold Pinter Theatre)

Ursprünglich hatte ich gedacht, dass ich Andrew Scott nicht noch einmal wegen eines Autogramms belästigen würde, schließlich standen (heute letzte Vorstellung) seit dem Transfer ins West End nach jeder Vorstellung mindestens 50 Fans an der Stage Door. Doch dann bat mich Luinalda darum, ihr evtl. ein Poster mitzubringen:

Ich war also zunächst skeptisch, ob ich wirklich Poster kaufen sollte, weil ich befürchtete, dass sie den Transport nach Deutschland nicht ohne Macken überleben würden,  aber dann sah ich beim Rausgehen, wie eine Mitarbeiterin des Harold Pinter Theatre dieses wunderschöne Plakat hochhielt – und ich konnte nicht widerstehen und kaufte zwei. Nun war mein Anliegen, nicht nur Andrew darauf unterschreiben zu lassen, sondern auch noch ein paar andere, die ich „abkriegen‟ würde. Und so hielt ich David Rintoul (Ghost/Player King), Joshua Higgott (Horatio) und Matthew Wynn (Bernardo/Player 3/Priest) auf, und sie haben gerne auf den Postern unterschrieben. Ich habe allen gegenüber auch angegeben, dass ich das Stück jetzt dreimal gesehen hatte – David Rintoul meinte: „Good for you!‟ – und dass ich es toll fand, dass es jedes Mal ein bisschen anders war, was sie auch bestätigt haben, dass das Absicht ist. Ich hatte den Eindruck, das hat ihnen gefallen, zeigt es schließlich, dass ich ihnen aufmerksam zugesehen habe. Andrew ging diesmal nicht an der Schlange der Wartenden entlang, sondern die Schlange wurde an ihm vorbeigeführt und es hieß dann, dass man entweder ein Foto oder eine Unterschrift bekommen könne. Für mich war die Sache klar: Ich brauchte seine Unterschrift auf den Postern! Endlich war ich dran und er unterschrieb auch, ohne dass ich etwas dazu sagen musste, beide Poster. Ihm sagte ich auch noch schnell, dass ich das Stück nun dreimal gesehen hatte und es jedesmal etwas anders war, und bedankte mich im Weggehen nochmal dafür, dass er sich Zeit für uns Fans nimmt: „Thank you for your time. Thanks for this!‟ (oder so). Was er geantwortet hat, kann ich gar nicht so genau sagen…

Danach lief ich glücklich und beschwingt zur Tube Station und hatte auf der ganzen Heimfahrt ein fettes Grinsen im Gesicht – zum einen weil ich Andrew noch einmal gesehen hatte (auf der Bühne und an der Stage Door) und zum anderen, weil ich nicht nur für mich nun ein wunderschönes Poster mit seiner Unterschrift (und der von ein paar anderen, von denen ich noch keine hatte) hatte, sondern auch für Dani/Luinalda, die sich sicherlich riesig darüber freuen würde! Ich hatte Recht. 😀

Mosquitoes (Dorfman Theatre / National Theatre)

Mein letztes Stage-Door-Erlebnis war irgendwie auch das Schönste, weil ich nicht nur Olivia (Colman) & Olivia (Williams) dort getroffen habe, sondern auch zwei Theaterfans getroffen habe, mit denen ich mich sofort verstanden habe. Es ist einfach um so viel schöner, an der Stage Door mit like-minded individuals zu warten, als allein. Die 28-jährige Polin A., die seit dreieinhalb Jahren in Glasgow lebt, sprach mich als erstes an und fragte mich, für wen ich hier war. Sie war hauptsächlich wegen Olivia Colman da und gab zu, dass sie jedes Mal wieder total aufgeregt ist. Ich mochte ihre Offenheit und Begeisterung sofort! Dann schaltete sich eine Deutsche (M.) ein, die schon seit über 10 Jahren in London lebt und die gerade Follies angesehen hatte. So tauschten wir uns eine Weile zu dritt aus – und stellten fest, dass M. und ich zumindest eine gemeinsame Twitter-/Theater-Bekannte hatten: KirstenSE. 😉 Die Theaterfan-Community halt! Tolle Leute! 🙂 Als dann die letzte Schauspielerin, die M. vom Follies-Cast erwischen wollte, gegangen war, verabschiedete sich M. von uns. Ich gab ihr noch meinen Twitter-/Blognamen mit, den kann man sich ja ganz gut merken. 😉

Und so warteten A. und ich weiter. Langsam wurde der Wind frischer, aber wir haben uns keine Sekunde beim Rumstehen gelangweilt. A. hat dann auch meine Vermutung, im Theater-Foyer „den Typen aus Agent Carter und Dunkirkgesehen zu haben, bestätigt: Sie hatte gesehen, wie James D’Arcy (ach ja!) zur Stage Door reingegangen ist. (Es ist wirklich langsam oberpeinlich, wie schlecht ich mir Namen merken kann… :-/ ) Also vermuteten wir, dass er Olivia Colman (sie spielten ja gemeinsam in der 2. Staffel von Broadchurch) besuchte. Ich hatte außerdem noch im Theatersaal beim Schlussapplaus gesehen, wie sie einem Pärchen, das auf derselben Seite saß wie ich, zulächelte, also ging ich davon aus, dass auch diese zwei mit dafür sorgten, dass wir uns draußen die Beine in den Bauch standen.

Dann kam James D’Arcy mit weiblicher Begleitung aus der Stage Door und sie verschwanden in der Tiefgarage. Ich habe mich anschließend richtig geärgert, dass ich mich nicht getraut hatte, ihn anzusprechen – schließlich hätte ich ihn sogar auf dem DVD-Cover der 2. Staffel von Broadchurch unterschreiben lassen können, das ich für Olivia dabei hatte, worauf mich A. hinterher aufmerksam machte. 😮 Aber da er eine Frau an seiner Seite hatte, wollte ich ihn irgendwie nicht stören. Er war ja als Privatperson, quasi „außer Dienst‟, unterwegs. Das sollte man auch als Fan respektieren, und das tue ich ja auch meistens. Es wäre mir auch nicht im Traum eingefallen, meine Kamera zu zücken und schnell ein Foto von ihm zu machen. Aber irgendwie ist es – für mich und euch 😉 – trotzdem ein wenig schade, dass ich so ein höflicher, respektvoller Fan bin… 😉 Es lief dann nochmal eine Gruppe von Leuten an uns vorbei, in deren Mitte ein dunkelhäutiger Mann lief, bei dem es mich auch gerissen hat. Ich so zu A.: „I think that was also someone we should know!‟ Sie schlug Chiwetel Ejiofor vor – und kann sehr gut sein, dass er es gewesen ist. Ganz sicher bin ich mir allerdings nicht.

Inzwischen war es fast halb 12 und A. machte sich schon Sorgen, ob wohl die U-Bahnen unter der Woche noch so spät fahren. Aber nachdem Mr. D’Arcy und die anderen Gäste von Olivia C. gegangen waren, hatten wir die Hoffnung, dass sie nun auch bald herauskäme. Tat sie dann auch. Und was war das erste, das sie nach unserem und ihrem „Hello!‟ sagte? „Oh, I’m so sorry you had to wait so long!‟ (oder so ähnlich) ❤ ❤ ❤ Ich erwiderte, dass sie sich doch dafür nicht entschuldigen müsse: „It’s not your duty to do this!‟ Doch sie war wirklich so bescheiden, offen und unfassbar nett. Sie hat mir alles unterschrieben, was ich dabei hatte und hatte großes Verständnis dafür als ich bzgl. Broadchurch meinte: „I admit I started watching because of David…‟ – „Well, that’s an understandable reason!‟ – „… but then I was blown away by your performance!‟ Ich sagte ihr auch noch, dass die 2. Staffel ja von manchen kritisiert werde, dass ich aber finde, dass gerade sie so gut in dieser Staffel war. A. warf auch mit Komplimenten um sich und wir baten beide um jeweils ein Foto – aber Olivia verhielt sich gar nicht so, als wäre sie hier der Star, sondern so, dass man das Gefühl hatte, sie sei unsere Freundin. Diese Begegnung macht mich definitiv zu einem noch größeren Fan von ihr. ❤ In meinem Kopf schwirrte der Satz umher: I want to be her best friend! ❤ 😉 😀

A. war nach der Begegnung wie im Siebten Himmel – da hatte ich das Bedürfnis, sie zu umarmen und so drückten wir uns ganz fest. Ich habe noch selten erlebt, dass man sich so schnell so nahe fühlen kann. 🙂

A.s Wünsche waren also schon in Erfüllung gegangen, trotzdem wartete sie noch mit mir auf die andere Olivia, die mit ein paar Freunden endlich auch aus der Stage Door kam. Auch sie war sehr nett und zugänglich, meinte gleich, als sie die Unterschrift von ihrer Kollegin sah: „We don’t only have the same first name, we also have the same signature!‟ Als ich ihr sagte, dass ich sie auch sehr in Dollhouse mochte, meinte sie: „Ah, a Joss Whedon fan!‟ Und dann freute sie sich noch sehr, dass ich ihren Film Miss Austen Regrets zum Signieren dabei hatte, der Film scheint ihr sehr am Herzen zu legen. Als ich gestand, dass ich den Film gekauft hatte, weil Tom Hiddleston mitspielte, rügte sie mich (scherzhaft, denke ich mal 😉 ): „Shame on you!‟ 😀 Da ihre Freunde auf sie warteten, habe ich um kein Foto gebeten.

Aber auch das war eine sehr schöne Begegnung, sodass A. und ich – nicht bevor wir noch E-Mail-Adressen ausgetauscht hatten, damit ich ihr das Foto von ihr und Olivia C. schicken konnte – mit einem Hochgefühl Richtung Embankment Station liefen, das wohl, da waren wir uns einig, niemand nachvollziehen könne, der das nicht schon einmal erlebt hat. Und so waren wir überglücklich, dass wir dieses Gefühl an diesem Abend miteinander teilen durften und verabschiedeten uns mit einer – ja, ich finde das Wort passt hier: innigen Umarmung.

Ein perfekter Abschluss meiner Theaterwoche! 🙂

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17 Gedanken zu “Theater in London: Fangirl-Momente im August

  1. Das klingt nach unfassbar tollen Erlebnissen. Man liest aus jeden deiner Sätze die schiere Euphorie und klasse, dass dich du deine Erlebnisse auch gekonnt bei Twitter verarbeiten kannst. Spätestens auf deinem Foto hätte ich Olivia Colman übrigens auch erkannt. Klasse, dass speziell diese von dir ersehnte Begegnung so positiv verlief… 🙂

  2. Na, da hast du aber was erlebt! 😀
    Ich finds immer wieder spannend, was du an den Stage Doors so erlebst. Und umgekehrt, wie die Darsteller das handhaben nach einer Vorstellung. Und natürlich immer spannend, wie sie reagieren, wenn du sie auf ihr Schaffen ansprichst.

  3. Juhu, ich bin jetzt hier verewigt. *blush* 😀
    War bei uns an der Hamlet Stagedoor auch so, dass wir zu Andrew kommen durften. Und ebenfalls mit der Wahl entweder Foto oder Autogramm. Da in dem Fall mir IMMER ein Foto doch wichtiger ist, fehlte mir halt ein Autogramm. 😉 Und dass es Poster zu kaufen gibt habe ich anscheinend ja auch komplett übersehen…
    Also nochmals gaaaaaaaanz lieben Dank für deinen unglaublichen Einsatz. ❤ 🙂

    Freut mich total, dass dir The Play That Goes Wrong so gut gefallen hat. 🙂
    Ich hatte ja das große Glück bei meinem ersten Besuch 2015 noch die Original Cast (die derzeit ja am Broadway spielen) gesehen zu haben. (Und seitdem hoffnungslos in diese verliebt. *ahem*) Nur einen einzigen Understudy hatte ich damals – und zwar Leonard als Jonathan. 😀
    War schön, ihn beim diesjährigen Besuch in etwas größerer Rolle als Robert wiederzusehen (leider kein Glück an der SD, war halt ne Matinee). Séan Carey hatte ich als Trevor und er war wohl diesmal mein Favorit – vor allem wegen dem supersüßen SD-Erlebnis, an dem ich noch nicht mal aktiv beteiligt war. *gg* So ein Cutie. 🙂 Bereue es wirklich sehr, dass ich ihn weder nach Foto noch Autogramm gefragt habe. 😦 *facepalm*

    Der Rest deiner Erlebnisse klingt auch toll. 🙂
    Und zumindest auf Colm Meaney bin ich doch ein bisschen neidisch. 😉

    1. Gerne! 🙂 Ich weiß gar nicht, ob es das Poster schon länger zu kaufen gibt… Mir war es auch erst durch die Twitter-Aktion aufgefallen, als ein Poster mit allen Unterschriften verlost worden ist. Das Poster hat eine richtig tolle Qualität, sehr festes Papier.

      Tja, am Almeida hatte ich damals noch Autogramme (3!) UND Foto bekommen – der Vorteil am kleineren Theater.

      Ich fand ja Seán Carey auch hinreißend gut, er hat den Cecil so herrlich überkandidelt gespielt – toll, wenn er das als Understudy in anderen Rollen genauso gut hinkriegt. Irgendwie passt Duran Duran auf jeden Fall besser zu ihm als zu Daniel… 😀

      Ich denke, bei einem meiner nächsten Trips muss ich mir dann auch mal die „Comedy about a Bank Robbery“ geben. 😉

  4. Ja, die M.! Das erste Mal habe ich sie bei meinem 1. Londoner Stagedoor Erlebnis 2009 gesehen (RSC Hamlet mit Patrick Stewart als Claudius). Intensiver ins Gespräch sind wir dann bei A View from the Bridge im Young Vic gekommen und festgestellt, dass wir mindestens eine gemeinsame Bekannte haben.
    Nochmals vielen Dank, dass Du mir das Programm inkl. Autogrammen besorgt hast. Bitte bei unserem nächsten Treffen unbedingt mitbringen.
    Und ich freue mich sehr für Dich, dass deine letzten Stage Door Erlebnisse so großartig waren.

  5. Übrigens bezüglich Jack O’Connell: Da hat anscheinend regelmäßig die Biege vor den anderen aus einem anderen Ausgang gemacht. Auch an dem Abend als ich da war. Ich war innerlich irgendwie schon darauf vorbereitet, mir tat es nur um den jungen weiblichen Fan leid, die extra für Jack und das Stück von Newcastle einen Daytrip per Bus nach London unternommen hat. Gut dass wir sie überredet haben, rechtzeitig zum Busbahnhof zu fahren, Jack nicht getroffen und in London gestrandet wäre eine totale Pleite gewesen.

  6. Ja, Olivia Colman war toll. Ich bin auch total happy, dass ich sie treffen konnte und ein Selfie machen, beim letzten Mal war sie noch in erster Linie als Komödiendarstellerin bekannt und hatte eine eher kleine Rolle in dem Stück. Leider keine Olivia Williams an dem Abend (dem letzten) – aber ich hatte sie ja schon ein anderes Mal treffen dürfen. Meine zweite große Freude an dem Abend an der Stage Door: ein junges Mädchen, das total begeistert war von Jane Eyre und den Darstellern und die Reaktion der betroffenen war ebenfalls sehr anrührend – alles unbekannte Darsteller, normalerweise bekommen die keine Aufmerksamkeit, aber das jemand so lange auf sie wartet und dann noch so begeistert ist!

  7. Ein anderer deutscher Fan ist dem davoneilenden Paddy Considine hinterhergerannt, so konnte ich ihn auch noch erwischen. Er hat sich dann auch tatsächlich noch Zeit genommen und nachgefragt.
    Tom Glynn-Carney hat anscheinend die ganzen letzten beiden Wochen nicht mehr gepielt ;-( sein Unterstudy war auch gut, aber ich hätte ihn sehr gerne nochmals gesehen und getroffen. Einen kleinen Plausch hatte ich mit Fra Fee, den ich das erste Mal als Marius in Les Mis vor ein paar Jahren gesehen hatte, er war damals der Understudy. Er spielt übrigens auch im Les Miserable Film mit.

    1. Fra Fee hatte ich ja auch „abbekommen“. 😉

      Das mit dem Hinterherrennen find ich halt eigentlich doof, aber schön, dass es dadurch bei dir noch geklappt hat! Schade wg. Tom!

  8. Hast du die Serie „Flowers“ gesehen? Darüber hätte ich soooo gerne mit Olivia gequatscht. ❤
    Und Ben is a private person. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaawweeeeeeeeeeee. Wir sollten ihm Kekse backen. Und ihn mit Liebe überwerfen.

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