War for the Planet of the Apes (Dt. Titel: Planet der Affen: Survival; Matt Reeves, USA/CAN/NZL 2017) – Kurzkritik

 

Quelle: fox,de

Kurzkritik bedeutet bei mir, dass es keine Inhaltsangabe zum Film gibt. Die Kritik ist spoilerfrei.

Ich wollte, dass mir dieser Film nahe geht. Erst ganz am Ende war ich dann doch zu Tränen gerührt, vorher wollte ich es immer mal erzwingen (I’m funny that way), aber irgendwie hat es nicht ganz geklappt. Dabei gibt es so viele höchst dramatische und emotionale Stellen – Wiederzusammenführung von Familienmitgliedern z. B. -, aber so sehr ich es auch wünschte, der Film konnte mich nicht so recht entführen in die Welt von Caesar (Andy Serkis).

Dabei macht Matt Reeves vieles richtig:

  • Gute Figurenzeichnung und Besetzung:

Quelle: fox.de

Der menschliche Gegenspieler von Caesar, The Colonel (Woody Harrelson), bekommt eine Backstory, die seinen Hass auf die Affen erklärt. Harrelson ist außerdem – wie zu erwarten – eine fantastische Besetzung, wenn auch etwas sehr offensichtlich: Er spielt einen durchgeknallten Typen, der für seine Ziele über Leichen geht?! Duh! Trotzdem fand ich die Figur irgendwie besser als Gary Oldmans Rolle im Vorgänger Dawn of the Planet of the Apes.

Quelle: fox.de

Die Gefühle, die Caesar in diesem Film umtreiben, sind auch nachvollziehbar und werden erneut von Andy Serkis über Motion Capture so überzeugend dargestellt, dass der Ruf nach einem Oscar für Andy Serkis, z. B. bei Indiewire,  zurecht laut wird:

When Andy Serkis talks about Caesar, the revolutionary leader of the simian origin saga, it’s always in mythic terms — part Bible, part Shakespeare. He has brilliantly played the sentient chimpanzee from infancy to advanced adulthood in this unique “Planet of the Apes” trilogy. But in the finale, “War,” he rises to Moses-like stature, grappling with his darkest demons before freeing himself and his tribe.

It should make no difference that Weta wizards “capture” Serkis’s performance to create Caesar. It’s acting — “a human in ape skin” — only with the benefit of, arguably, the best photorealistic animation in the industry. And it’s about time that the Academy honors Serkis with a Best Actor Oscar nomination. The emotional performance is much more nuanced and transformative.

Obwohl der Film insgesamt sehr düster ist, bringt Reeves einen Affen in die Geschichte, der für ein bisschen Comic Relief sorgt: Bad Ape. Eine wunderbare Idee – und toll von Steve Zahn dargestellt!

Eine sehr schöne Ergänzung ist auch das Mädchen „Nova“ (Amiah Miller), die ohne Worte sehr viel Gefühl ausdrücken kann und eine sehr positive Rolle innerhalb der „Crew“ von Caesar einnimmt.

 

Quelle: fox.de

  • Die Effekte:

Quelle: fox.de

Der o.g. Artikel geht so weiter:

And it’s also about time that Weta win the VFX Oscar, too, for the franchise, after twice denied.

Das kann ich nur unterstützen. Es ist schier unglaublich, wie echt die Affen wirken, wie sehr man sie als echte Charaktere annimmt und mit ihnen fühlt (auch wenn es bei mir nicht immer so gut geklappt hat). An den Nahaufnahmen der Gesichter konnte ich mich schier nicht satt sehen – so einzigartig jeder einzelne Affe. Einzig bei Massenaufnahmen, etwa von den Affenkindern, fiel es schwer, da beispielsweise Caesars Sohn Cornelius rauszuerkennen.

Quelle: fox.de

Das ist wirklich höchste Kunst, was da im Zusammenspiel zwischen Schauspielern und visual animators erschaffen wurde! Allerdings glaube ich, dass das 3D nicht unbedingt notwendig ist. Es stört aber auch nicht.

  • Edit: Musik

Der Score von Michael Giacchino ist super!

  • Symbolik und Plot:

Die Anspielungen auf jüdisch-christlich Mythen kann man kaum übersehen: Da haben wir einen Judas, Kreuzigungen, eine Flucht aus Ägypten und das Gelobte Land. Caesar ist irgendwie gleichzeitig Spartacus, Moses und Jesus. Vielleicht etwas viel auf einmal? Aber irgendwie auch food for thought, eben kein hirnloses Action-Gemetzel. Da kann man sich auf jeden Fall austoben bei einer Analyse der Symbolik, wenn man will. Die Gefahr, die von den Affen auf die Menschheit ausgeht, ist eine, die nicht mit Gewalt zu tun hat. Das fand ich auch sehr interessant, zumal der eigentliche „War‟ dann auch ein anderer ist, als man ihn sich vorgestellt hatte.

Aber – obwohl ich ja schon auch analytisch auf Filme blicke – die emotionale Komponente hat bei mir ja immer noch ein bisschen mehr Gewicht. Und da hat der Film bei mir erst sehr spät gezündet, was aber durchaus auch tagesformabhängig sein kann. Vielleicht war es nicht so gut, vorher Baby Driver ein zweites Mal angesehen zu haben. Vielleicht war ich nicht mehr genügend aufnahmefähig, vielleicht habe ich mich zu sehr darauf konzentriert, mir Andy Serkis hinter den Augen von Caesar vorzustellen.

Trotzdem: Auf jeden Fall besser als Dawn of the Planet of the Apes, erzählerisch hinter Rise of the Planet of the Apes, was die Tricktechnik anbelangt allerdings auf Platz 1. Von mir gibt es 7-7,5 von 10 Punkten, wenn man sich aber noch mehr auf den Film als solches einlässt und sich weniger während des Ansehens versucht vorzustellen, wie die Special Effects erzeugt wurden, kann man sicher noch zu höherer Wertung kommen.

 

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3 Antworten zu War for the Planet of the Apes (Dt. Titel: Planet der Affen: Survival; Matt Reeves, USA/CAN/NZL 2017) – Kurzkritik

  1. franziska-t schreibt:

    Ich will gar nicht so viel sagen, das Meiste haben wir ja schon nach dem Kinobesuch besprochen. Ich fand den Film einfach nur klasse. Andy Serkis ist eine Wucht. Echt schade, dass wohl nie einen „bester Hauptdarsteller“-Oscar in Händen halten wird. Verdient hätte er einen hierfür.

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