Filmfest München 2017: The Beguiled (Dt. Titel: Die Verführten; Sofia Coppola, USA 2017) – Kurzkritik

Ob es daran lag, dass der Film mehrfach wegen technischer Probleme unterbrochen wurde, dass ich keinen richtigen Zugang zu ihm gefunden habe? Jedenfalls fand ich den Film von Sofia tatsächlich weniger gut als den ihrer Mutter Eleanor.

Inhaltsbeschreibung (lt. Programm Filmfest):

Nach dem Roman „The Beguiled“ von Thomas Cullinan: Eine Mädchenschule scheint während des amerikanischen Sezessionskrieges im Jahr 1864 eine sichere Zuflucht vor den Schrecken der Außenwelt zu bieten. Doch als in unmittelbarer Nähe des Anwesens ein verletzter Soldat entdeckt und zur Pflege in die Schule gebracht wird, gerät das geregelte Leben der Frauen durcheinander. Schon nach kurzer Zeit erliegen sie dem Charme des Soldaten – Eifersucht und Intrigen vergiften schleichend das Zusammenleben. Es beginnt ein erotisch aufgeladenes Spiel mit unerwarteten Wendungen, das Opfer auf beiden Seiten fordert.

Beobachtungen:

  • Colin Farrell ist einfach immer HOT. Und er durfte mit irischem Einschlag sprechen. Hach! ❤ Kein Wunder, dass die Frauen und Mädchen fast alle nach ihm lechzen!
  • Die Bäume in Virginia / in den Südstaaten wären eine Reise wert! Mich zieht es ja irgendwie immer mehr in den Westen der USA, aber irgendwann muss ich vielleicht doch noch den Osten bereisen. Allerdings fand ich die wiederkehrenden Einstellungen von Lichtstrahlen, die durch die Bäume „brechen‟, etwas repetitiv. Klar, die gesamte Handlung spielte sich nun mal am selben Ort ab, aber irgendwie hätte ich mir da lieber etwas mehr Zeit für den Aufbau der sexuellen Spannung im Internat gewünscht.
  • Es fällt mir schwer, mit irgendeiner Person richtig mitzufühlen oder mitzuleiden. So viel muss der Corporal John McBurney gar nicht tun, um den Frauen und Mädchen den Kopf zu verdrehen. Das geht auch alles so schnell, dass sich das Eifersuchtsdrama gar nicht richtig entwickeln kann.
  • Sind die Lacher gewollt, wenn Elle Fanning sich an den Corporal ranwirft? Wohl schon, ansonsten wäre das Overacting – eigentlich nicht gerade etwas, das ich von Elle Fanning erwarten würde.
  • Verführerischste Szene – um den deutschen Titel aufzugreifen – war die, als die Leiterin des Mädcheninternats (Nicole Kidman) den bewusstlosen Soldaten wäscht – und dabei schwer ins Schwitzen gerät. Da konnte ich mich schon in sie hineinversetzen, zumal ja die beteiligten erwachsenen Frauen Miss Martha (Kidman) und Edwina (Kirsten Dunst) wohl schon seit langem keinen Mann mehr „unter ihren Händen‟ hatten. Das ist wahrlich eine grandiose Szene!

Trotzdem, insgesamt weiß ich nicht so recht viel mit diesem Film und dieser Geschichte anzufangen. Die Geschichte wurde ja schon 1971 von Don Siegel verfilmt, mit Clint Eastwood als Corporal, die Version von Sofia Coppola soll nun einen weiblicheren Standpunkt einnehmen. Ich kann das leider nicht vergleichen, weil ich den älteren Film nicht kenne, frage mich aber schon, was dann eigentlich die Botschaft des Films ist bzw. warum Coppola den Stoff verfilmen wollte. Leider habe ich nicht bei den Veranstaltungen sein können, bei denen Sofia Coppola gesprochen hat – vielleicht hätten mir ihre Gedanken dazu geholfen. Kein schlechter Film, aber auch keiner, der mir groß im Gedächtnis bleiben wird. 6-7 Punkte!

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11 Antworten zu Filmfest München 2017: The Beguiled (Dt. Titel: Die Verführten; Sofia Coppola, USA 2017) – Kurzkritik

  1. Stepnwolf schreibt:

    Ist ja anscheinend ein Film, der in einem (korrekten) historischen Setting stattfindet. Bisher hat sich Ms. Coppola in ihren Filmen ja eher der modernen Welt verschrieben (inklusive dem metaphorischen „Marie Antoinette“) und deren Befindlichkeiten seziert. Der Ausflug in ein vergangenes Jahrhundert erlaubt es vielleicht auch eine etwas andere Art der filmischen Erzählung zu nutzen. Ich bin gespannt auf „The Beguiled“…

  2. ainu89 schreibt:

    Mich konnte der Film auch nicht wirklich überzeugen.
    Falls es dich interessiert findest du hier meine Rezension ;-):
    https://mediaffinblog.wordpress.com/2017/07/04/die-verfuehrten-filmrezension/

    Wobei die Waschszene schon echt heiß war 😉

  3. Frau Margarete schreibt:

    6-7 Punkte finde ich großzügig. Ich würde ihm 3 geben, weil ich quasi nichts an diesem Film mochte. Vielleicht habe ich ihn nicht verstanden, das ist möglich. Aber ich mag eigentlich gar keinen weiteren Gedanken an diese Enttäuschung verschwenden… xD

    • singendelehrerin schreibt:

      Naja, ich fand ja manches schon ganz ok, aber war halt trotzdem enttäuscht, weil die ja aufm Filmfest auch so einen Rummel um Sofia Coppola gemacht wurde. Ich hab mich halt gefragt, was die Motivation von ihr war, den Stoff zu verfilmen…

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