Wonder Woman 3D Dolby Atmos (Patty Jenkins, USA/China/Hongkong 2017) – Kurzkritik

Quelle: Warner Brothers

Zur Info: „Kurzkritik‟ bedeutet bei mir immer, dass ich keine Zusammenfassung der Handlung liefere.

Quelle: Warner Bros

Gal Gadot is a wonder! ❤ Ernsthaft: Ich habe mich während des Filmes immer wieder gefragt: „Gibt es eine schönere Frau als Diana Prince?‟ – Meine Antwort war: „Nein!‟ Das ist ja jetzt so gar nicht feministisch von mir, Wonder Woman auf ihr Aussehen zu reduzieren, ich weiß. Aber es ist ja nicht ihr Standbild, das mich – als heterosexuelle Frau – so dahinschmelzen lässt, es ist ihr ganzes Auftreten, diese Mischung aus Naivität, Staunen („You are a man!?!‟), aber auch Entsetzen ob der neuen Welt, die sich ihr erschließt, Mitgefühl, Entschlossenheit („I will fight for those who cannot fight for themselves‟) – and: she kicks ass! Ich hab mich ein bisschen verliebt – und Diana hatte mich schon als 8-Jährige (Lilly Aspell) verzaubert… Gal Gadots Darstellung der Wonder Woman ist also ein Grund, warum Wonder Woman für mich der beste DC-Comics-Film seit The Dark Knight ist.

Auch die restliche Besetzung war vom Feinsten und z.Tl. so entgegen allen Erwartungen (ich werde jetzt nicht sagen, bei wem insbesondere 😉 ). Robin Wright als Amazonen-Ausbilderin zu sehen war ein Genuss – und ihr bestimmt ein ganz besonderes Vergnügen.

Quelle: Warner Bros (via Forbes)

Dazu kommt aber auch ein richtig gutes Drehbuch, in dem auch mal wieder etwas Humor versteckt ist – und vor allem: viel Herz. Ich hatte so oft Tränen in den Augen, sogar an Stellen, die nicht unbedingt darauf ausgelegt waren. Daran war nicht zuletzt auch die sehr gute Chemie zwischen Diana und Steve (Chris Pine) Schuld, aber noch mehr die hoffnungsvolle Botschaft des Films: Es geht nicht darum, ob es die Menschheit verdient, gerettet zu werden, denn ja, sie trägt auch eine dunkle Seite in sich, aber es gibt Rettung: Only love will truly save the world. Diese Botschaft ist in unserer Zeit von so immenser Wichtigkeit, denn es wird von vielen Seiten so viel Hass geschürt. Deswegen gingen mir diese Worte – so klischeehaft sie sein mögen – so unter die Haut.

Quelle: Warner Bros (via vox.com)

Ja, vielleicht war der Endkampf wieder etwas over the top, dafür waren die Szenen auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges umso eindrücklicher. Es wurde ziemlich viel Zeitlupe eingesetzt, was mich aber wenig gestört hat. Im Gegenteil, man hatte etwas mehr Zeit, die brillanten Kämpfe – etwa der Amazonen – genauer zu studieren. Überhaupt erschafft der Film viele visuelle Momente, die ikonisch für Wonder Woman werden dürften. Trotzdem ist das 3D – mal wieder – nicht nötig.

Fazit: Wonder Woman is truly wonderful! Ob Wonder Woman ein feministischer Film ist? Da wäre meines Erachtens Mad Max: Fury Road feministischer, weil die Heldin Imperator Furiosa nicht schön sein muss (auch wenn ICH sie trotzdem schön finde). Trotzdem war es nach den ganzen testosteron-schwangeren Filmen des MCU und DCEU aus den letzten Jahren höchste Zeit, dass eine Comic-Superheldin ihren eigenen Film bekommt (auch wenn ich schon auch auf männliche Superhelden fliege 😉 ) – samt weiblicher Regie! Und zwar einen, der einschlägt! Zurecht! 8 von 10 Punkten.

 

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10 Antworten zu Wonder Woman 3D Dolby Atmos (Patty Jenkins, USA/China/Hongkong 2017) – Kurzkritik

  1. donpozuelo schreibt:

    Ich freue mich echt so auf diesen Film. Wird heute geguckt. Ich bin einfach nur froh, dass DC das nicht verkackt hat.

  2. mwj schreibt:

    Zitat: „…ein richtig gutes Drehbuch…“

    Also nach der Inhaltszusammenfassung bei Wikipedia.org sieht das für mich nicht nach einem guten Drehbuch aus.

    • singendelehrerin schreibt:

      Wie will man das bitte anhand der Inhaltszusammenfassung auf Wikipedia beurteilen? Wenn ich sage „gutes Drehbuch“, meine ich ja nicht nur den Plot, sondern (insbesondere) auch die Dialoge.

      Außerdem finde ich es schade, dass du dir die Inhaltsangabe vor Sichtung des Films durchliest, weil da Plottwists vorweggenommen werden, die man besser vorher nicht weiß. So nimmst du dir die Möglichkeit, überrascht zu sein.

  3. hemator schreibt:

    Da warst du mal wieder schneller als ich 😉 Ich hab ihn mir gestern angeschaut, die Rezension ist auch schon in Arbeit – wird wieder was langes 😀 Ich empfand ihn insgesamt ebenfalls als ziemlich positiv, wenn auch vielleicht nicht ganz so enthusiastisch. Gerade die Schurkensituation sorgt dann doch für ein paar Abzüge in der B-Note.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ich freu mich schon auf deine Kritik! Bin auch gespannt, was du zum Score sagst… Mir hat er insgesamt ganz gut gefallen, aber ich gehe ja lange nicht so analytisch ran wie du. 😉

      Ja, die Schurkensituation… ich fand es halt interessant, weil es nicht so OBVIOUS war (wobei es im Nachhinein natürlich irgendwie doch offensichtlich ist). Aber mit den Schurken tun sich ja beide Comic-Universen schwer…

  4. hurzfilm schreibt:

    Der (wohl gerechtfertigte, hab ihn noch nicht gesehen) Erfolg von „Wonder Woman“ beweist jedenfalls, dass es keine patriarchalische Kinopublikumsverschwörung gibt, die Filme wie das Ghostbusters-Remake an der Kinokasse haben scheitern lassen. 😉

  5. pimalrquadrat schreibt:

    Ich bin echt gespannt auf den Film! 😀
    Und Gal hat es gleich mal auf Platz 1,5 geschafft, direkt nach SMG. *pfeif* ❤

  6. Stepnwolf schreibt:

    Gal Gadot ist wunderbar in ihrer Wonder Woman Rolle. Ist doch immer wieder schön, wenn nach vielen vorherigen hitzigen Diskussionen darüber, ob sie die richtige Wahl ist, das Endprodukt alle Kritiker widerlegt (inklusive mich selbst, der ich auch erst skeptisch war). 🙂

  7. friedlvongrimm schreibt:

    Ich musste so lachen, als hinter mir eine Gruppe Mitte/Ende Dreißigjähriger ausrasteten als Ewen Bremner das erste Mal auftauchte und sie alle leidenschaftlich „Spud!“ brüllten. Hi hi. Ansonsten dürfte es keine Überraschung sein, dass ich mich aufgrund des Einsatzes eines Herren sehr beömmelt habe.

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