The Path (Season 2)

Quelle: amazon.co.uk

Eine Staffel, die mit „Everything in its right place‟ von Radiohead endet, kann so schlecht nicht sein. Zwar sind die Macher von The Path nicht die ersten, die auf die Idee kamen, diesen Song zu verwenden, aber er passt zum Staffelende einfach perfekt, das ich aber natürlich nicht verraten werde.

Ausgangspunkt von Season 2: Eddie Lane (Aaron Paul) hat am Ende der 1. Staffel die Meyerists – und somit seine Familie – verlassen müssen, weil er Zweifel an dem Glauben der Bewegung hatte. Normalerweise müssen Familienmitglieder der Meyerists den Kontakt zu „Deniers‟ (Leugner) abbrechen, doch Sarah (Michelle Monaghan) bringt heimlich ihre Kinder zu Treffen mit ihrem Vater.

THE PATH — „Liminal Twilight“ Episode 201 — Pictured: (l-r) Aaron Paul as Eddie Lane, Aimee Laurence as Summer, Kyle Allen as Hawk Lane — (Photo by: Greg Lewis/Universal Television)

Der Sohn Hawk (Kyle Allen) findet das zunehmend verwirrend und umpassend, da er sich dem Meyerismus immer stärker verschreibt. Sarah leitet zusammen mit Cal (Hugh Dancy) die Bewegung, Cal allerdings hat immer noch schwer mit dem zu kämpfen, was er (in der letzten Season) getan hat. Die Bewegung hat außerdem massive finanzielle Probleme.

THE PATH — „Liminal Twilight“ Episode 201 — Pictured: (l-r) Michelle Monaghan as Sarah Lane, Hugh Dancy as Cal Roberts — (Photo by: Greg Lewis/Universal Television)

Der Fokus der zweiten Staffel liegt zwar erneut auf Eddie, Sarah und Cal, doch es gewinnen andere Personen an Gewicht:

  • Hawk entwickelt sich zum einem jungen Mann, der mit dem Meyerismus tatkräftig anderen Menschen helfen will. Er ist einer, der „the Light‟ in sich trägt und ein echtes, tief verankertes Bedürfnis hat, Menschen in Not zu helfen. Er ist ein Sympathieträger, der erneut Gefühle von „eigentlich verfolgt diese Bewegung doch wirklich hehre Ziele‟ im Zuschauer erweckt.

THE PATH — „Why We Source“ Episode 205 — Pictured: (l-r) Aaron Paul as Eddie Lane, Kyle Allen as Hawk Lane — (Photo by: Greg Lewis/Universal Television)

  • Richard (Clark Middleton) will mit Kodiak (James Remar) zusammen ergründen, was tatsächlich mit Steve (Keir Dullea), dem Gründer der Bewegung, passiert ist. Hat ihn jemand vom Felsen gestürzt? Wer hat die letzten „rungs‟ (Sprossen) geschrieben?
  • Abe (Rockmund Dunbar) ist undercover in der Bewegung, aber fühlt sich gleichzeitig auch zu der Idee und den Mitgliedern hingezogen.

THE PATH — „Liminal Twilight“ Episode 201 — Pictured: Rockmond Dunbar as Abe Gaines — (Photo by: Greg Lewis/Universal Television)

Was mir nach wie vor sehr gut an dieser Serie gefällt ist die Ambivalenz, vielleicht am besten repräsentiert durch Eddie, der zwar ausgestiegen ist, doch trotzdem auch irgendwie spürt, dass er noch eine Aufgabe in dieser Bewegung hat. Doch diese Ambivalenz zeigt sich auch nahezu in jedem anderen Charakter: Cal, der seine dunkle Seite nicht im Griff hat – und dennoch letztlich das Beste für die Bewegung will, da sie der einzige Ort war, an dem er je Liebe und Anerkennung erfahren hat. Sarah, die sich immer wieder zwischen ihren Idealen (dem Meyerismus) und ihren persönlichen Wünschen (Familie) entscheiden muss, die auch mal zu extremen Mitteln greift, um die Bewegung vor dem Bankrott zu retten. Die Liste kann fortgesetzt werden. Auch die Meyeristen sind Menschen wie du und ich.

Es werden die Schattenseiten der Bewegung gezeigt, aber es kommt auch das Licht zu Tage, an das die Bewegung glaubt. Ich fühlte mich abwechselnd wie ein kritischer Beobachter von außen, dem ein unangenehmer Schauer über den Rücken läuft, wenn „unburdening sessions“ durchgeführt werden, wenn drogenartige Substanzen eingesetzt werden, um gewisse transzendentale Erfahrungen zu machen, und wie ein Sympathisant der Idee, aus dem begrenzten Leben, das wir haben, alles rauszuholen, sowohl für uns selbst als auch für andere, für die, die wir lieben und die, die in Schwierigkeiten stecken. Es gibt einen Moment, in dem Cal auf einem Religions-Symposium spricht und das gesamte Publikum – von christlichen Nonnen bis Buddhisten – in seinen Bann zieht mit seinen Gedanken von Liebe und Nächstenliebe.

Es ist eine interessante Erfahrung, zu spüren, dass man sich dem Appeal der meyeristischen Ideale nicht ganz entziehen kann, obwohl man auch sieht, wie gerade die „geistlichen Führer‟ der Bewegung gegen diese Idealen immer wieder verstoßen.

Einen Tick schwächer als die erste Staffel, aber The Path bleibt weiterhin eine spannende Serie, die auch zum Nachdenken über die Gesellschaft und sich selbst anregt. 8 Punkte!

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2 Antworten zu The Path (Season 2)

  1. bullion schreibt:

    Klingt insgesamt doch ganz gut. Da ich die erste Staffel schon ein wenig schwächer fand als du, mag der Abfall bei mir größer sein und momentan bin ich eh noch mit „Luther“ (sooo gut!) ausgelastet. Irgendwann schaue ich aber bestimmt auch weiter. Ich kenne mich ja… 😉

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