Media Monday #294

Das Wochenende begann bittersweet: Meine verloren geglaubte Speicherkarte mit Fotos des letzten halben Jahres wurde doch wiedergefunden, meine Migräne ging deswegen aber nicht weg. Immerhin habe ich das Wochenende ohne Tabletten überstanden und war sogar am Samstag eine kleine Runde Laufen. Ansonsten reißt die Arbeit für die Schule irgendwie nicht ab – trotzdem habe ich es geschafft, endlich mal wieder zwei Reviews zu schreiben. Ich habe einen Backlog, der kaum aufzuarbeiten ist…

Der Media Monday muss aber gehen. Und so ist er hier:

1. Film gewordenen Theaterstücken merkt man manchmal (zu) stark an, dass sie auf einem Theaterstück basieren. So ging es mir beispielsweise in der vorletzten Sneak Preview mit Fences. Ich wusste im Vorfeld gar nicht, dass Denzel Washington und Viola Davis ihre Rollen schon auf dem Broadway gespielt hatten, und doch war mir beim Ansehen klar: Dieser Film MUSS auf einem Theaterstück basieren – von der kammerspielartigen Atmosphäre über die Sets bis hin zur Art und Weise wie gespielt wurde. Ich glaube, auf der Bühne hätte ich das Stück richtig toll gefunden, so wie Washington und Davis (und Mykelti Williamson, u.a.) hier aufspielen. Trotzdem hat mich der Film nicht ganz abgeholt, obwohl es ein paar wunderbare Kameraeinstellungen gab und, wie gesagt, es schauspielerisch nichts zu meckern gab. Ein Film, der auf einem Theaterstück basiert, sollte nicht wie eine abgefilmte Theateraufführung wirken, damit das Medium Film seine Berechtigung hat. Das scheint weniger einfach, als man denkt. Ein Beispiel für einen besonders gelungenen Film nach einem Theaterstück, ist meiner Meinung nach Carnage (Der Gott des Gemetzels).

2. Heroes Reborn war mir irgendwann durch die ganzen neuen Charaktere einfach zu uninteressant, als dass ich es geschafft hätte, die Serie zu Ende zu sehen. Nun, sie ist noch in meiner Prime-Watchlist, aber ich habe jetzt etliche andere Serienstaffeln zwischendurch gesehen und es zieht mich so gar nicht mehr in diese Richtung momentan…

3. Stolz kann ich behaupten, von James McAvoy so ziemlich alle Filme gesehen zu haben. Kein Wunder, schließlich ist er seit Filth und X-Men: Days of Future Past einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler. Ich habe dann so ziemlich alle Filme mit ihm nachgeholt (nachzulesen in meinem Why I love-Artikel) und habe (fast) alle Filme auch auf DVD, und jeder neue Film mit ihm wird selbstverständlich angesehen, auch wenn mal schwächere Werke dabei sind, wie z. B. Victor Frankenstein. Ich hoffe ja, dass er bald mal wieder Theater in London spielt, dann bin ich 100%ig wieder vor Ort! ❤

4. Ender’s Game wäre besser „nur“ ein Buch geblieben, denn der Film hat mich wenig überzeugt – der Kern der Geschichte ist dort nicht so recht rübergekommen. (Phew, jetzt ist mir doch noch ein anderes Buch als Der Hobbit eingefallen… )

5. Filme schaue ich mir ja überwiegend im Cinema München an.

6. Ein Rewatch von LOST (bzw. ein Zuendeschauen der Serie) schreckt mich allein schon dahingehend, dass ich wirklich noch einmal von vorne einsteigen müsste, um wenigstens zu versuchen, zu verstehen what the fuck was really going on there.

7. Zuletzt habe ich John Wick: Chapter 2 in der Sneak Preview gesehen und das war noch ein größeres Gemetzel als in Teil 1, weil diesmal John Wick nicht nur auf Rachefeldzug war, sondern auch ein Rachefeldzug gegen ihn losgetreten wurde. Auf Dauer ist dieses Rumschießen langweilig. Nach wie vor schön choreographiert, aber die Handlung lässt sich halt in drei Sätzen zusammenfassen… Bei manchen Filmen schwimme ich einfach gegen den Strom – fast alle Kritiken, die ich damals nach Teil 1 (auch in der Sneak gesehen) hier in der Blogosphäre gelesen habe, waren positiv, ich dagegen fand schon das erste Kapitel unnötig. Handwerklich gut gemacht, mit ein paar witzigen Dialogen, aber ansonsten einfach kein Film, der mich begeistern kann. Lichtblick in Chapter 2: Der Italiener Riccardo Scamarcio als Santino D’Antonio. Was für eine Ausstrahlung, welch wunderschöne Augen! ❤

 

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15 Antworten zu Media Monday #294

  1. friedlvongrimm schreibt:

    Ja, der gute James schafft es echt, dass man sich wirklich alles mit ihm anguckt. Ich überlege gerade, was mein erster großer Moment war, wo ich von ihm verzaubert wurde. Ich glaube es war tatsächlich „Wanted“, wo er so eine tolle Screamqueen war. 😂

    Ich finde auch, dass man bei vielen Filmen auch die Theatervorlage merkt. Und meistens mag ich diese intime Atmosphäre. Kammerspiel kann so schön intensiv inszeniert werden. Aber „Gott des Gemetzels“ fand ich sehr anstrengend. Da hatte ich sehr oft das Verlangen sehr laut zu schreien. 😅

  2. wordBUZZz schreibt:

    Fences fand ich gar nicht so schlecht, vor allem wegen Denzel Washington aber ich verstehe was du meinst…. Allerdings konnte ich den jungen sehr gut verstehen. Familie ist nicht unbedingt Familie. Kennst du eigentlich Rabbit Proof Fence? Der Film ging voll unter die Haut…

    Viktor Frankenstein habe ich tatsächlich als Theater gesehen, allerdings als sehr schlechtes… Und unsere Englischlehererin war die einzige, die die Performance gut fand. Mit einem Theaterprofil einen Theaterbesuch zu planen ist ähm schwierig 😀

    Glaub mit, ich hoffe End Game wird aucv nie verfilmt werden. Dass wäre John Wick 2 für Jugendliche. Wobei hier Keanu Reeves endlich mal wieder eine gute Figur abgibt. Asiatische Kampfkunstfilme sollte er einfach lassen.

    Ps: Gott des Gemetzels ist klasse!

    • singendelehrerin schreibt:

      „Rabbit Proof Fence“ steht schon lange bei mir im Regal und ich habe ihn immer noch nicht gesehen… Habe eine Reihe von Filmen über Australien und Neuseeland, die ich eigentlich auch mal im Unterricht einsetzen wollte, irgendwie habe ich es aber noch nicht geschafft.

      Das „Frankenstein“-Theater war aber nicht die Aufzeichnung von dem Theaterstück mit Benedict Cumberbatch, will ich hoffen!? Denn da würde es mich schmerzen, wenn die keiner gut gefunden hätte…

      Im Grunde genommen freu ich mich auf für Keanu Reeves, dass er wieder etwas Erfolg hat mit der „John Wick“-Reihe – mir geben die Filme aber trotzdem nichts.

      • wordBUZZz schreibt:

        Hinmel nein! Ich glaube wenn Cumberbatch mit von der Partie gewesen wäre hätten alle Mädchen an seinen Lippen gehangen… Aber zu luxeriös, dass wir für ein Theater nach London rumrutschen sind wir dann doch nicht 😉 Das weit entvernteste war Wien….

        War bloß irgendeine Studentengruppe? (jedenfalls sahen sie so aus), die das alles zu dritt oder viert spielten… Machte es wirklich nicht besser. Dafür mochte ich die Location.

        Ach, verbinde das doch irgendwie mit Kolonialismus… Oder in einem sehr, sehr weiten Bohen mit Trump ;D

  3. bullion schreibt:

    Scheint ja ein ganz guter Wochenausklang bei dir gewesen zu sein. Und hey, du warst laufen. Das finde ich super und bin ganz neidisch. Mein letzter Lauf liegt schon wieder Wochen zurück.

    Du hast „Lost“ also nie zu Ende geschaut? Hmm, ist vielleicht auch besser so. Neben der fehlenden Zeit verhindert dieses bei mir wohl am meisten einen Rewatch.

  4. Wortman schreibt:

    Wick 1 hat mir schon als Ballerorgie gereicht. Den Zweiten werde ich definitiv auslassen.

  5. pimalrquadrat schreibt:

    Der Hobbit…. *grrrr*

    Zu 3.: Hast du schon Strings nachgeholt? Oder zählst du nur Filme, in denen McAvoy als Darsteller auch zu sehen ist? 😉

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