Neulich beim SNEAKen: Split (M. Night Shyamalan, USA 2016) – spoilerfrei

Quelle: http://upig.de/micro/split Copyright: Universal Pictures

Ach, ich liebe Sneak Previews, wenn sie mir einen Film mit James McAvoy in +/-23 Rollen bringt! 😀

Trotzdem hat mich M. Night Shyamalans neuestes, von mir mit großer Spannung erwartetes Werk nicht ganz auf dem richtigen Fuß erwischt. Ich war gestern – nach einer langen und vollen Woche, inklusive relativ kurzer Nächte – schlicht zu müde, um mich so richtig dem Film „hinzugeben‟. Ich habe teilweise tatsächlich den starken Wunsch, meine Augen zu schließen, mit allen Mitteln bekämpfen müssen…

Es lag aber sicher nicht am James McAvoys Darstellung des DID-Patienten (Dissociative Identity Disorder, auf Deutsch DIS abgekürzt), denn das ist großartig, wie James hier in die verschiedenen in Kevin Wendell lebenden Charaktere schlüpft, egal ob Frau (Miss Patricia), 9-jähriger Junge (Hedwig), Mann (Dennis) mit OCD (Obsessive Compulsive Disorder) oder dem Modedesigner Barry. Vielleicht hätte ich mir da sogar noch mehr gewünscht, ich hätte sehr gerne alle 23 Identitäten kennengelernt, hätte mir mehr direkte Wechsel innerhalb einer Szene erhofft. Denn James kann das, wie man in nur ein paar wenigen Szenen sieht. Doch ansonsten trägt eben jede seiner Identitäten auch gerne ihre eigene Kleidung, hat eine ihr eigene Körperhaltung und Sprechweise. Vielleicht bin ich dadurch verwöhnt, dass ich James in Filth und in dem Theaterstück The Ruling Class gesehen habe; denn sehr überrascht war ich nicht, wie viel Spielfreude James hier beim Hineinschlüpfen in die verschiedenen Charaktere zeigt. I expected nothing less.

Das ist Dennis! Quelle: http://upig.de/micro/split Copyright: Universal Pictures
Das ist Miss Patricia! Quelle: http://upig.de/micro/split Copyright: Universal Pictures
Das ist Hedwig! Quelle: http://upig.de/micro/split Copyright: Universal Pictures

Von den drei von Dennis entführten Mädchen (sie sollen als „sacred food‟ dienen), sticht besonders Casey (Anya Taylor-Joy, zuletzt gesehen in The Witch) hervor, denn sie ist eine Einzelgängerin, ist eigentlich nur durch einen dummen Zufall mit im Auto, als die Mädels entführt werden. Sie weiß aber am ehesten, welchen Vorteil es eventuell bringen kann, dass ihr Entführer an DIS leidet. Außerdem hat es auch einen speziellen Grund, warum sie etwas überlegter handelt, was Schritt für Schritt in Rückblenden enthüllt wird. (Sidenote: Das Mädel, das ihr 5-jähriges Ich spielt, ist unglaublich goldig – soooo adorably cute!)

Im Vordergrund Casey (Anya Taylor-Joy) und Hedwig (McAvoy) Quelle: http://upig.de/micro/split Copyright: Universal Pictures

Was steht nun im Mittelpunkt? Ist es eine Entführungsgeschichte oder geht es darum, ein Psychogramm eines Mannes mit DIS zu zeigen? Oder ist es vielleicht auch etwas ganz anderes (worüber man nach dem Ende sinnieren kann, das wohl nur eingefleischte Shyamalan-Fans wirklich verstehen; ich brauchte etwas Hilfe durch Google hinterher…)? Für mich war der interessantere Teil auf jeden Fall der psychologische Aspekt, denn die Ausbruchsversuche der Mädchen scheitern viel zu schnell, um richtig Spannung aufkommen zu lassen (so ging es mir zumindest, in meinem schläfrigen Zustand).

Und wie schaut es aus mit dem Shyamalan-typischen Twist? Meine Begleitung meinte ja beim Rausgehen, es hätte gar keinen gegeben. Nun, das ist nicht ganz richtig. Viele Kritiker sprechen von zwei Twists, wobei der erste inzwischen ja sogar schon auf den Kinoplakaten steht, wenn das gemeint sein soll. Der ultimative Twist aber erschließt sich, wie oben erwähnt, nur Kennern des Werkes von Shyamalan. Ich empfehle aber, um sich diesbzgl. nicht selbst zu spoilern, nicht die komplette Besetzungliste auf IMDb anzusehen (finde das echt ärgerlich, was darauf preisgegeben wird!).

Direkt im Anschluss an den Film war ich etwas unschlüssig, wie gut mir der Film nun gefallen hatte. Ich habe trotzdem vor Ort mit „Gut‟ abgestimmt, die Stimmen waren aber recht gleichmäßig auf alle drei Becher („Gut‟, „Mittel‟, „Schlecht‟) verteilt. Schlecht fand ich ihn auf keinen Fall, doch er hat mich auch nicht so in seinen Bann gezogen wie das die Trailer verheißen hatten. Nachdem ich einige Kritiken auf Metacritic nachgelesen habe und mir über die Möglichkeiten klar geworden bin, die das Ende eröffnet, müsste ich eigentlich diesen Film (und einen anderen) noch einmal sehen, um ihn endgültig zu bewerten.

Vorläufige Bewertung: 7,5 von 10.

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14 Gedanken zu “Neulich beim SNEAKen: Split (M. Night Shyamalan, USA 2016) – spoilerfrei

    1. Hm, lass mich überlegen… Zumindest war das einer meiner most wanted, ja. „La La Land“ gehörte auch dazu, und dann bin ich auch wahnsinnig gespannt auf das „Blade Runner“-Sequel (noch mehr, seit ich weiß, dass Denis Villeneuve den dreht)..

  1. Ich hatte letztens den Trailer im Kino gesehen, natürlich werde ich unserem Herzchen James einen Besuch abstatten, aber ich habe ein bisschen meine Befürchtungen, was an Kritik bei herauskommen wird, jedenfalls an einem schlechten Tag. Psychische Erkrankungen, Traumata und Co. in Filmen sind ja eine große Herzenssache meinerseits und ich bin echt gespannt, ob hier wieder das bedient wird, was ich erahne.

    1. Na, dann bin ich mal gespannt auf dein Urteil. Man sollte sich immer im Kopf behalten, dass das ein Film von M. Night Shyamalan ist… Also wenn es um den Reality-Check geht! 😉

  2. Dass die letzte Szene einigen eine bessere Wertung aus dem Ärmel lockt, kann ich nicht verstehen. Das ist zwar cool, wenn man den quasi ersten Teil kennt, aber das ändert nichts an den fast zwei Stunden davor. Die gleiche Szene hätte man willkürlich auch bei anderen Filmen hinsetzen können. Nettes Gimmick, aber da hätte er lieber aus dem Rest des Filmes etwas besseres gemacht.
    Achja, dafür dass du explizit spoilerfrei hinschreibst, verrätst du dann doch das ein oder andere, bzw. deutest es an. Nicht wild, aber irgendwie versteht unter dem Thema jeder etwas anderes und wenn dann extra der Hinweis kommt, rechnet man mit gar keinen Hinweisen (was so gut wie nicht geht).

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