Rogue One: A Star Wars Story 3D Dolby Atmos (Gareth Edwards, USA 2016) – (spoilerfreie) Kurzkritik

Kurzkritik bedeutet bei mir immer, dass es so gut wie keine Angaben zum Inhalt und keine Spoiler gibt. In diesem Fall werden auch die Schauspieler nicht erwähnt – IMDb hilft da weiter.

Quelle: en.wikipedia.org

Da ich am Wochenende wegen meines London-Trips nicht dazukommen werde, schnell ein paar kurze Eindrücke vom eben gesehenen neuen Star Wars-Film, der allerdings auf der Leinwand nicht mal „Star Wars‟ im Titel trägt.

Ich fange von hinten an: Es gab Applaus im ziemlich voll besetzten Kinosaal am Ende, was angesichts des wirklich enorm aufwühlenden Finales des Films absolut nachvollziehbar ist. Auch wenn das Ende gewissermaßen vorauszusehen ist, ist es jedoch von einer bitteren Konsequenz, die ich einem Star Wars-Film fast nicht zugetraut hätte. Hatte ich zwischendurch noch Probleme, mich richtig in die Story einzufühlen, packte mich das Finale emotional so dermaßen, dass ich Tränen vergossen habe. Zudem wurde Rogue One einfach großartig an A New Hope angeschlossen – für Fans der originalen Trilogie IV-VI sicherlich ein Fest.

Was Star Wars außerdem IMMER kann, ist es, Robotern Leben einzuhauchen, die einem ans Herz wachsen. Schwärmte ich nach The Force Awakens noch für den putzigen BB-8, haben wir es in Rogue One mit dem Roboter K-2SO zu tun, der von seiner Einstellung her ein wenig an Marvin, den depressiven Roboter aus The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy, da er mit Vorliebe vorrechnet, wie schlecht die Chancen stehen, dass sie Erfolg haben. Sicherlich ist K-2SO eines der Highlights des Films, auch wenn ich fast etwas von mir enttäuscht war, dass ich die Stimme nicht zuordnen konnte. Gut, ein bisschen anders hat er schon gesprochen als vor wenigen Wochen als Hahn in Vaiana (Moana)… 😀

Über die Diversity des Casts kann sich auch nicht beschwert werden, hat mir gut gefallen, hier neben natürlich den unterschiedlichen Spezies von verschiedenen Planeten auch eine sehr heterogene Gruppen an Menschen zusammengewürfelt zu sehen. Apropos heterogen: Die Rebellen werden hier auch nicht als homogene Gruppe, die alle dasselbe wollen (und mit denselben Mitteln), sondern es wird gezeigt, dass es unterschiedliche Fraktionen gibt und dass auch die „Helden‟ unter den Rebellen Dinge tun, die moralisch höchst fragwürdig sind. Sehr gut, denn so ist es nun mal im Krieg – das sehen wir ja leider auch an aktuellen Kriegsschauplätzen in der Realität.

Klingt nach uneingeschränktem Lob? Nicht ganz. Zwischen dem ganz gelungenen Beginn und dem grandiosen Finale, gab es auch eine Durststrecke, in der mich der Film nicht so recht abzuholen wusste. Das lag meines Erachtens auch daran, dass mich ca. im ersten Drittel die z. Tl. recht wackelige Kamera bzw. die schnellen Schnitte zwischen verschiedenen Einstellungen. Da hätte ich mir etwas mehr Ruhe gewünscht, damit ich Zugang zu den Figuren finden kann. Was es sonst war, das mir gefehlt hat, kann ich nach einmal Sehen nicht so recht benennen. Ich dachte nur lange Zeit: Hm, bei The Force Awakens habe ich mich irgendwie von Anfang an mehr involviert gefühlt, hatte auch mehr Wow-Momente ob der gezeigten Bilder. Irgendwas hat J.J. Abrams da besser – oder anders – gemacht.

Noch ein kurzes Wort zum 3D: Es ist unnötig. Im Gegensatz zu Fantastic Beasts and Where to Find Them, bei dem ich staunend die Regentropfen auf meiner Haut spüren wollte oder mich zur Seite duckte, wenn etwas auf mich zukam, hatte ich hier keine besonderen Aha-Erlebnisse. Werde mir den Film in den Ferien wahrscheinlich nochmal in 2D anschauen.

Eigentlich wollte ich jetzt schreiben, dass mit The Force Awakens insgesamt einen Tick besser gefallen hat, was vielleicht insofern stimmt, als er mich mehr unterhalten hat. Er hatte mehr Witz, wobei das bei Rogue One sicher beabsichtig war, nicht so viel Humor einzubauen, zumal angesichts des schon angesprochenen Finales. Da bekommt man schon eine ganz schöne Breitseite, da hat dann Humor keinen Platz mehr. Und dann (leichter SPOILER) gibt es noch einen truly awe-inspiring Auftritt unseres Lieblingsschurken!!! Das war ein Gänsehaut-Moment vom Feinsten. Da mich das Ende also so überzeugt und emotional mitgerissen hat, gebe ich auch Rogue One (wie TFA) 8 Punkte.


16 Gedanken zu “Rogue One: A Star Wars Story 3D Dolby Atmos (Gareth Edwards, USA 2016) – (spoilerfreie) Kurzkritik

  1. Oh, jetzt bin ich mehr als nur gespannt. Den gibt es bei mir wahrscheinlich am Dienstag. Genauso wie der Traktorstrahl und der medizinische Stab – halt, falsches Franchise. *g*

      1. Japp. Ich habe sogar vier schon geschrieben. Aber stecke im Weihnachtsendspurt. Und heute Abend muss ich feiern. Ich hoffe, ich krieg den Beitrag am Wochenende fertig. ☺

  2. Lustig, mich hat K-2SO auch das eine oder andere Mal an Marvin erinnert. Auch sonst sehen wir den Film wohl relativ ähnlich; bezüglich Diversity hätte ich mir aber tatsächlich in der Rebellen-Haupttruppe noch wenigstens ein, zwei Aliens gewünscht (na ja, immerhin hatten die Mon Calamari eine wichtige Nebenrolle). Volle Zustimmung beim Finale (und dem kurzen Bad-Ass-Auftritt einer gewissen Person) – ich denke, das dürfte einer der spektakulärsten dritten Akte der letzten Jahre sein.

    1. Ja, hab deine Kritik auch schon gelesen und festgestellt, dass wir eine ähnliche Meinung zum Film haben. 🙂 Das mit Marvin ist mir tatsächlich erst aufgefallen, als ich überlegt habe, wie ich ihn beschreiben soll. Aber cool, dass du die Assoziation auch hattest. 🙂

  3. Ich bin sehr vorfreudig in Bezug auf den Film, weiß aber einmal wieder nicht, ob ich es ins Kino schaffe. Es ist verhext. Deine Besprechung macht auf jeden Fall Lust darauf!

      1. Yep, du sagst es. Außerdem braucht man dann eben noch einen Babysitter und die sind um Weihnachten rum auch alle gut beschäftigt. Aber mal sehen. Wobei ich fast noch lieber „Arrival“ sehen würde.

    1. Pssst, das weiß ich doch inzwischen längst! Aber ich wollte andere raten lassen (die vielleicht, wie ich, nicht vorher die Besetzungsliste so genau studieren)… 😉

      1. Dachte ich mir, hab hier aber länger nichts mehr kommentiert und wollte mal wieder nen Kommentar da lassen 😀 und wer ein ähnliches deja vu Gefühl hatte und bis her scrollt spart sich sie google Suche – über die Weihnachtszeit muss man seinen Mitmenschen doch was gutes tun :p

  4. Das Blockbusterjahr war kein gute für Hollywood und auch allgemein die letzten Jahre sind die Finales der großen Effektfilme oft in Zerstörungsorgien und CGI-Overkill untergegangen. Rogue One hat wirklich den besten dritten Akt eines Hollywood-Blockbusters seit ganz langem. Und das ist besonders erstaunlich zumal dieser offenbar nochmal mehr oder weniger komplett neu gedreht wurde.(in den ersten Trailer passieren lauter Sachen die im Film nicht mal ansatzweise vorkommen).

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