German Comic Con Berlin 15./16.10.2016: Fangirl-Moments #1 (James Masters)

Für mich als langjährige „Anbeterin‟ des Vampirs Spike aus Buffy – The Vampire Slayer begann die GCC schon am Freitag Abend: Da nämlich wurde ein exklusives Konzert von James Marsters in „intimer Atmosphäre‟ angekündigt. Als er vor ein paar Jahren bei der Fedcon war, hatte ich mir seine CD gekauft und signieren lassen.

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Zwar finde ich das Album ein wenig langweilig, da die Songs zwar ganz nett sind, aber doch recht ähnlich klingen, aber James‘ Stimme höre ich einfach so gerne, dass ich mir ihn gerne mal (wieder) live hören wollte. Das Konzert war also das ausschlaggebende Argument dafür, tatsächlich von München nach Berlin zu fliegen, um schon wieder mitten im Schuljahr meinem Fansein zu frönen.

Und dann hätte ich es fast verpasst!

Mein Flugzeug sollte um 17:35 in Berlin-Tegel landen – genügend Zeit, um bis zum Einlass um 19:00 am Messegelände zu sein, und vorher noch kurz FriedlvonGrimm zur Kofferübergabe an der S-Bahn zu treffen. Erste Hiobsbotschaft am Münchner Flughafen: Der Flug nach Berlin wird mit einer Stunde Verspätung starten. F*CK! Na gut, aber wenn mich FvG am Flughafen trifft, statt an der S-Bahn-Station, kriege ich das sicher hin, zu Konzertbeginn um 20:00 da zu sein. Also FvG getextet, OK, Abholen des Koffers am Flughafen geht klar. Landung in Berlin, Flugmodus ausgeschaltet, SMS (18:26) von FvG: „Eigentlich wäre ich 18:18 angekommen. Aber noch ist kein Bus zu sehen. Berlin halt.‟ Um 19:00: „Gleich da.‟ 8 Minuten später war sie dann da. Wir wieder rein in den Bus. Nur zwei Stationen bis zur S-Bahn-Station, aber alles verstopft rund um den Flughafen. Ich werde immer nervöser, FvG versucht mich zu beruhigen: „Du kommst sicher noch pünktlich – oder James steckt auch noch am Flughafen fest!‟ Endlich die S-Bahn-Station. „Die S42 mit Abfahrt um… fällt wegen eines Notarzteinsatzes aus.‟ F*ck! Ah, aber jetzt kommt doch eine Bahn. Puh, rein, muss bis Westkreuz fahren, dann umsteigen. Durchsage zwei Stationen vor dem Westkreuz (Westend): „Wegen eines Polizeieinsatzes (oder so) endet dieser Zug hier.‟ F*CK!!!!!!!!!!!!!! Inzwischen bin ich ja ohne FvG unterwegs. Wie zum Teufel soll ich jetzt zur Messe kommen? Hm, hier fährt ein Bus. Der fährt auch bis Charlottenburg – das hab ich doch auf meinem anderen Routenplaner des BVG schon mal gelesen. Mann, warum gibt’s hier keinen Taxistand? Und warum habe ich Idiot keinen Datenvertrag und kann nicht mal eine Taxi-Telefonnummer googeln?!?? Meine Nerven liegen blank, ich steige doch in den Bus ein und frage den Busfahrer, ob er mir sagen kann, wie ich zur Messe Süd komme. Kann er: Ein Stück mit seinem Bus, dann U-Bahn, dann nochmal ein Bus. Prima. Inzwischen ist es übrigens kurz vor 20 Uhr. Ich hoffe und bete, dass James – wie eigentlich üblich bei Musikern – viiiiiiieeeel später anfängt als zur angegebenen Zeit. OK, U-Bahn, check. Bushaltestelle: OK, der andere Busfahrer sagte M49, dieser Bus hat eine andere Nummer, mal sehen, ob er in die gleiche Richtung fährt. Ich schaue auf den Plan: Tut er—– aber da ist auch schon abgefahren. AAAAAAAAH! DA: ein Taxi auf der linken Spur an der roten Ampel! Das Schild ist beleuchtet – ich schaue den jungen Fahren an und frage lautlos „Sind Sie frei?‟ Er nickt und fährt, als es grün wird, rüber zu mir, ich steige zu ihm vorne ein – und frage ihn, ob er mich zur Messe, Eingang Süd bringen kann. Klar! Ich bin erleichtert, und werde erstmal meinen Frust los. Auf der relativ kurzen Fahrt lernen wir viel übereinander: Dass man besser in Kontakt kommt, wenn man sich duzt, dass ich Lehrerin bin und er auf der Fachoberschule war, aber trotzdem erstmal Taxi fährt, usw. Tut mir gut, komme ein bisschen runter. Aber verflixt, die Messe-Einfahrt für Taxis ist geschlossen, auch das nächste Tor ist zu. WTF??? Ah, endlich: ein Parkplatz, auf den wir fahren können. Nachdem der nette Taxifahrer mir auch noch 10 Cent erlassen hat (hätte ich ihm dafür dann einen Euro Trinkgeld geben müssen? Ich fahre nie Taxi!), laufe ich die Treppen hinunter und hinein in die fast menschenleere Eingangshalle. Mit eigener Begleitung werde ich dann zum „Konzertsaal‟ (die Main Stage, auf der an den nächsten Tagen auch die Panels liefen) geführt. Es ist fast halb neun, James spielt seit ca. einer Viertelstunde, Ich finde aber sogar vorne rechts in der ersten Reihe einen Platz. Ich bin da.

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Als erstes fällt mir auf: „Intime Konzertatmosphäre‟ ist etwas anderes. Es gibt keinen Spot auf James mit seiner Gitarre, das Deckenlicht der Messehalle erhellt Zuschauer wie Performer zugleich. Das wirkt ein bisschen so, als hätte sich mal schnell irgendein x-beliebiger Typ auf die Bühne gestellt, um ein paar Lieder zu spielen. Vielleicht hat James es auch deswegen nicht geschafft, mich so recht mit seinen Songs zu erreichen. Nur ein-zwei etwas flottere, lustigere Lieder fand ich dann doch richtig gut. Dazu kam, dass er nicht immer ganz sauber intoniert hat, was allerdings vielleicht auch mit an der Anlage und der schlechten Akustik lag. Ich glaube zwar, dass er Monitorboxen hatte, aber kann mir trotzdem vorstellen, dass es ein bisschen schwierig war, sich da selbst zu hören.

Ich fand fast die Ansagen dazwischen am interessantesten, da wirkte er sehr locker und als dann einmal sein charakteristisches Lachen zu hören war, wusste ich wieder, warum er mich doch immer noch fasziniert.

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Leider hörte er schon kurz nach 21 Uhr auf zu spielen, sagte auch vorher, dass es keine Zugabe geben würde. Viele waren enttäuscht, dass er – trotz mehrmaliger Bitten – „Rest in Peace‟ aus der Musical-Episode nicht gesungen hat. Das allerdings habe ich verstanden, denn er wies drauf hin, dass ja nicht er dieses Lied geschrieben hätte und er auch gar nicht die Rechte dazu habe. Ich war auch etwas enttäuscht – so richtig hatte sich der ganze Stress nicht gelohnt.

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Trotzdem habe ich mich aber auf James Marsters‘ Panels gefreut, denn er ist und bleibt einfach wahnsinnig sympathisch – und auch unterhaltsam. Daran ändert sich ja nichts, auch wenn er vielleicht nicht der begnadetste Songschreiber ist. 😉

James‘ Panel am Samstag habe ich leider größtenteils verpasst, weil ich mich da schon für das Photoshooting mit Greg Grunberg anstellen musste. Damit ich ihn wenigstens an diesem Tag auch noch sehen konnte, und weil ich einfach ein paar Worte mit ihm wechseln wollte, habe ich mir ein Autogramm geholt, obwohl ich ja schon eines habe. Als erstes sagte ich ihm, dass er mich jeden Abend in den Schlaf redet. Er: „Oh really?‟ Ich wies ihn auf die Dresden-Files hin und fügte noch dazu, dass das keineswegs negativ gemeint ist, dass ich einschlafe, während er spricht. Er fand auch, dass es so sei, als würde er mir eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen. Dann sagte ich ihm noch, dass ich es toll fand, dass er der erste Bösewicht bei Hawaii Five-0 sein durfte. Entschuldigend meinte ich noch, dass ich die Serie ja eigentlich wegen Alex O’Loughlin ansah, woraufhin er sofort sagte. „Alex is such a great guy! It’s OK to have a crush on him!‟ Er schwärmte außerdem von Alex‘ Martial-Arts-Fähigkeiten und dass er die meisten Stunts selber macht. Er erzählte auch begeistert davon, dass sie beide ihren Kampf selber durchführen durften, und dass er sich mit dem Schauspieler anfreundete, dessen Charakter er in der Serie tötete. Ich sagte dann nochmal, dass ich es toll fand, ihn sozusagen als Bonus zu Alex O’Loughlin dazu zubekommen und dass er mal wieder einen Typen mit Akzent spielen durfte („You are THE go-to guy for that!‟). Wow, ganz schön viel haben wir da geredet, obwohl es mir gar nicht so lang vorkam… Danach fühlte ich mich wieder ein klein wenig wie auf Wolke Sieben. 🙂

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In seinem Panel am Sonntag hat mich am meisten eine Geschichte beeindruckt: Als er gefragt wurde, ob ihn Buffy auch in einer Weise verändert hat, so wie das viele Fans berichten, die mit der Serie aufgewachsen sind, hat er sehr offen darüber geredet, dass ihn die Fast-Vergewaltigungsszene (er sagte nur: „The bathroom scene‟) in eine richtige Depression gestürzt hat. Nicht nur am Set, als er zwischen den Takes wie ein Häuflein Elend zusammengekauert am Boden lag. Nein, diese Szene hat in ihm offensichtlich Erinnerungen aus seiner schwierigen Kindheit heraufbeschworen, sodass er in Therapie ging und er dadurch endlich diese Dinge aufgearbeitet hat. Außerdem sagte er, dass er quasi auch ein Stück von Spike mit nach Hause genommen hat. Spike war ja im Grunde genommen ein sehr einsamer MenschVampir – ohne wahre Freunde, und die Einsamkeit hat James auch befallen, wenn er nicht am Set war. Dass er so offen über diese doch sehr persönlichen Schwierigkeiten redete, hat ihn für mich wieder ein Stück sympathischer und liebenswerter gemacht. Gleichwohl, übrigens, ist Spike wohl immer noch seine Lieblingsrolle.

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Lustiger war es, als er davon erzählte, wie sich das entwickelt hat, als es darum ging, dass Buffy und Spike tatsächlich zusammenkommen sollten. James hatte sich das ja immer so vorgestellt: Ja, Spike verliebt sich in Buffy, die aber weist ihn natürlich zurück. Als ihm Joss Whedon dann eröffnete, dass sie tatsächlich Sex miteinander haben würde, fand er das erstmal äußerst schwierig, weil Sarah Michelle Gellar für ihn wie eine kleine Schwester war. Aber als er – ausgerechnet! – die Szene ansah, in der Buffy in diesem Burgerladen arbeitet und nett zu den Kunden dort ist, hat er sich – als Spike, nicht James – in sie verliebt. Sarah war ganz irritiert, als er sie ganz dreamy-eyed beobachtete… 😉

Es war toll, James erneut zu erleben – und zu sehen, wie begeistert auch er nach so vielen Jahren noch von seiner Zeit bei Buffy ist! Und das, obwohl er den Job nur angenommen hat, weil er festgestellt hat, dass er als Theaterschauspieler nicht genügend Geld verdient, um seinem Kind eine gute Zukunft bieten zu können!

(Nachbemerkung: Bei mir sehen im Vorschaubild mal wieder ein paar der Fotos schlechter aus, als sie tatsächlich sind. Für bessere Qualität bitte anklicken! Allerdings sind manche tatsächlich unscharf – es ist so verdammt schwer, bei dieser Beleuchtung ordentliche Bilder zu machen...)

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12 Antworten zu German Comic Con Berlin 15./16.10.2016: Fangirl-Moments #1 (James Masters)

  1. hurzfilm schreibt:

    Und Famke kein einziges Mal erwähnt! Ist die jetzt bei dir auch für alle Zeiten in Ungnade gefallen – so wie John Barrowman? 😉

  2. bullion schreibt:

    Wow, was für ein Stress — und das schon bei der Anreise! Unfassbar. Aber hat dann ja doch noch geklappt und du hattest einen schönen Tag mit einen langen Gespräch. Klasse! 🙂

    Bist du Sonntag eigentlich pünktlich zurückgekommen? Meine Chefin war übers Wochenende auch in Berlin und ihr Flug wurde gestrichen. Ist zurzeit wohl nicht die beste Flugroute…

    • singendelehrerin schreibt:

      Ich bin ja erst Montag zurück geflogen, aber auch da hatten wir mehr als eine halbe Stunde Verspätung. Und da beschweren sich immer alle über die Bahn…

      • Wortman schreibt:

        Schon vergessen? Es geht um TUIfly, das Ende von Air Berlin usw… Da wird noch mehr gestrichen in nächster Zeit.;)
        Oder verspätet…

  3. Wortman schreibt:

    Alt ist er geworden und nicht mehr viel Ähnlichkeit mit dem Buffy – Vampir 😉

  4. Shalima Moon schreibt:

    Die Tourismuskauffrau in mir schüttelt über deine Anreisegeschichte nur den Kopf^^ Das der Flug nur eine Stunde Verspätung hatte, war ziemlich großes Glück. Airlines dürfen ihre Flüge um 12 Stunden nach vorne und nach hinten verschieben, ohne Angabe von Gründen und auch noch einen Tag vorher… Daher war es schon sehr gewagt den Flug so kurz vor dem Konzert einzuplanen… Wobei ich mal vermute, dass es zeitlich nicht anders ging durch deinen Lehrplan?

    • singendelehrerin schreibt:

      Unterricht bis 13:15 – viel früher ging es einfach nicht. Ich muss bei meinen Wochenend-Trips ganz häufig darauf vertrauen, dass es nicht zu mehr als 1-2 Stunden Verspätung kommt (ich fliege auch meistens mit Lufthansa, die scheinen mir doch noch recht verlässlich). Ich kann einfach nicht immer einen Tag vor Veranstaltungen anreisen, vor allem, wenn diese nicht in irgendwelchen Ferien liegen.

  5. friedlvongrimm schreibt:

    Sehr gut unsere Odyssee eingefangen. *lach*
    Ich hoffe doch, dass der Greg auch noch einen Artikel bekommt. ^^ Der war ja soooo goldig.

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