USA 2016: Seattle #2 (Kunst + Krempel)

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„Kunst + Krempel“ – das steht für alles, das nichts mit Gebäuden oder der Skyline von Seattle zu tun hat. Da sind ein paar Fotos dabei, die mir richtig gut gefallen (z. B. das obige), und die mir dann im Nachhinein die Unzufriedenheit über den Verlauf des Tages wieder ein bisschen genommen haben – und mich mit Seattle wieder etwas versöhnt haben.

Zur Erklärung: Schon auf der Fahrt vom Flughafen SeaTac zu meinem Motel in Kirkland (nördlich von Seattle) zwei Tage zuvor, habe ich das Verkehrschaos auf den Freeways rund um Seattle erleben dürfen. Nachdem außerdem die Preise für die Parkplätze im Zentrum von Seattle ziemlich gesalzen sind, habe ich mich entschieden, mit dem Bus nach Seattle reinzufahren. Da der relativ lang unterwegs war, dachte ich, es sei vielleicht klug, erst ein Stück mit dem Auto zu fahren und dann erst bei einer Park&Ride-Station zuzusteigen. Am Abend davor sah ich mir noch auf Google Maps an, wie ich da fahren müsste. Da ich mir kein Roaming im Ausland leiste und ich auch sonst kein GPS-Gerät bei mir hatte, musste ich nach Erinnerung dann am nächsten Morgen losfahren.

Tja. Hätte ich mir doch WENIGSTENS nochmal vor der Abfahrt den Weg angeschaut! Stattdessen verpasste ich die richtige Ausfahrt und habe auf dem verstopften Freeway in einer halben Stunde etwa 2 Meilen „abgespult“. Als ich dann bei der nächstmöglichen Ausfahrt rausfuhr, sah ich meine Rettung: Dort befand sich tatsächlich eine Freeway Station für den Transit-Bus. Nur war das definitiv keine Park&Ride-Station – alle Parkplätze in der Nähe (Wohngegend) hatten eine Beschränkung auf drei Stunden. Allerdings stand dort kein einziges Auto, sodass ich mir dachte, wen kann das dann stören, wenn da EIN Auto länger als drei Stunden steht. Zur „Sicherheit“ legte ich noch einen Zettel ins Auto: „German tourist. Didn’t know where to park. Took the bus to Seattle, will be back by evening.“

Also endlich an der Bushaltestelle. In praller Sonne. Bei mindestens 27 Grad. Erster Bus: Voll. Prima. Zweiter Bus: Na toll, das ist der Express-Bus, der 30 Cent mehr kostet (und man kann im Bus nur passend zahlen), und ich hatte gerade so die 2,50$ abgezählt in der Hand. Der Busfahrer (selbst genervt wegen des Verkehrschaos) winkt ab: „Give me as much as you have!“ Puh, gut.

Über die Toll Bridge ging es dann nochmal im Schneckentempo, denn da waren die Fahrbahnen verengt und die Spur, die für Busse und Car Pools (mind. drei Personen im Auto) vorbehalten sind, war nun genauso verstopft wie alle anderen Spuren.

So kam ich dann nach einer gefühlten Ewigkeit (gegen 11:30 – also fast schon zur Mittagszeit!) endlich in Downtown Seattle an – toll, der Vormittag war so gut wie gelaufen. Also erstmal Richtung Meer/Hafen!

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Seit 2003, als ich das letzte Mal in Seattle war, hat der Hafen eine neue Attraktion gewonnen – vielleicht von London abgeschaut?

 

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Ich bin zwar nicht damit gefahren, aber fotogen ist Seattle Great Wheel schon! 🙂

Dann ging es erstmal zum Pike Place Market, da ich aus nostalgischen Gründen unbedingt wieder den Golden Age Collectables Shop aufsuchen musste.

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Auf der Suche nach dem Laden fiel mir dieses doch etwas ungewöhnliche Hinweisschild auf 😀 :

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Dann, endlich, wiesen diese „Pappkameraden“ auf den Eingang des Ladens:

Lange, lange habe ich in dem Geschäft gestöbert – und dann doch relativ wenig gekauft:

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Nach einem höchst leckeren Burger zum Mittagessen

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ging es weiter Richtung Olympic Sculpture Park. Auf dem Weg fand ich jedoch auch noch ein paar Motive.

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Auch wenn der Olympic Sculpture Park für mich an diesem Tag eher „underwhelming“ war, sind doch auch ein paar ganz nette Bilder entstanden (ich habe nicht alle Skulpturen gefunden, geschweige denn fotografiert). Wer findet das Selfie? 😉

„Echo“ (Jaume Plensa)

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„Father and Son“ (Louise Bourgeois)

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„Eagle“ (Alexander Calder)

„Seattle Cloud Cover“ (Teresita Fernández)

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„Perre’s Ventaglio III“ (Beverly Pepper)

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„Wake“ (Richard Serra)

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„Split“ (Roxy Paine; Material: Edelstahl!)

Vom Sculpture Park aus bin ich dann zum Seattle Center gelaufen. Danach nahm ich die Monorail, um zurück nach Downtown zu kommen. Nun, so dachte ich, könnte ich noch „schnell“ zu einem Wolkenkratzer laufen, von dem aus man laut meiner Tourist City Map einen tollen Ausblick auf die Skyline von Seattle hat. Tja, mal wieder hatte ich mich im Vorfeld nicht gut genug informiert: Das Gebäude war nur bis 16:00 für Besucher geöffnet. :-/

Na gut, dachte ich, dann läufst du wenigstens noch zum Plymouth Pillars Park, der auch als Viewpoint angepriesen wurde. Also, das hier ist der Park:

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Gut, außerhalb des Bildausschnittes auf der linken Seite befanden sich noch zwei Tische mit ein paar angeketteten Stühlen… Wenigstens konnte ich kurz meine schon arg schmerzenden Fußsohlen etwas entlasten, während ich die „Aussicht“ genoss:

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Wow! :-/

Also lief ich – ziemlich erschöpft und genervt – zum Busbahnhof zurück, nur um bei der Heimfahrt festzustellen, dass es eine Bushaltestelle ganz in der Nähe des tollen Pillar Parks gegeben hätte. Wieder ein paar Kilometer umsonst gelaufen!

Immerhin habe ich auf der Busfahrt dann meinen Berg (Mount Rainier) das erste Mal von Seattle aus gesehen:

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Das war ein schönes Zuckerl am Ende eines Tages voller unnötiger Wege…

 

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14 Antworten zu USA 2016: Seattle #2 (Kunst + Krempel)

  1. Zeilenende schreibt:

    Diese Gesichts-Skulptur sieht ja ein wenig aus wie … Nun ja … Ein Penis. Egal … Selfie gefunden. Und das Riesenrad ist wirklich toll. Und die schwarzen Stühle und … Ach Mann. Ich muss auch mal wieder „ernsthaft“ fotografieren. ☺

    • singendelehrerin schreibt:

      Woran du gleich wieder denkst! 😉

      Freut mich, dass dir das Bild mit den schwarzen Stühlen und Tischen gefällt – das ist eins meiner Lieblingsfotos! 🙂

  2. bullion schreibt:

    Wow, tolle Bilder und ein spannender Bericht. Nach dem Burger habe ich jetzt hunger. Mist. Und ja, den Selfie habe ich gefunden… freue mich schon auf die Fotostrecken, wenn es dann auf „deinen Berg“ geht! 🙂

    • singendelehrerin schreibt:

      Dankeschön! Oh, ich sag dir, ich habe „meinen Berg“ gefühlte 1000mal fotografiert 😉 – da kannst du dich wahrhaftig freuen, auch wenn wohl kein Bild den Wow-Effekt erzielen kann, den man „von Angesicht zu Angesicht“ erlebt! 🙂

      PS: Sorry wegen des Burgers – hätte ich vielleicht eine Warnung an den Anfang stellen sollen? 😉

  3. Stepnwolf schreibt:

    Und das Auto stand noch da?

  4. An schreibt:

    Das Bild mit den Stühlen gefällt mir auch besonders gut. 🙂 Und jetzt habe ich Hunger, danke auch. 😉 Und sehe ich da etwa (Pappfiguren von) Sherlock, dem Doctor *und* Sam & Dean in einem Bild?? 😀

    • singendelehrerin schreibt:

      Das siehst du ganz richtig! 😉 Na, hättest du da ALLEN widerstehen können? 😉

      Freut mich, dass dir auch die Stühle gefallen! 🙂 Und: Sorry! Ich hab später auch noch ein Bild von einer gaaanz leckeren Pizza… 😀

      • An schreibt:

        Hihi 😀 Aber naja, in echt sind sie mir doch lieber, Matt Smith habe ich ja sogar schon getroffen, da kann der Pappaufsteller nicht mithalten. 😉
        Diesmal habe ich gerade erst gegessen, die Pizza kann also kommen 😀

  5. hurzfilm schreibt:

    Selbst schuld, da so ohne Smartphone rumzulaufen. 😉

    • singendelehrerin schreibt:

      Smartphone hatte ich ja, aber das ist halt nur „smart“, wenn mir jemand W-LAN zur Verfügung stellt. 😉 Und außerdem: Früher haben das die Leute auch ohne Smartphone geschafft! Old-school: Mit Stadtplan und Reiseführer. Aber ich war ja nicht so „smart“, mir wenigstens einen Reiseführer mitzunehmen, wenn ich schon old-school-mäßig unterwegs bin…

      • hurzfilm schreibt:

        Mit Stadtplan und Reiseführer versaust du auch nur das Image der Deutschen in den USA, die glauben am Ende wir sind alle so hinterm Mond. 😉

        • singendelehrerin schreibt:

          Pfff, dann erst recht! Bei der Zombieapokalypse kann ICH wenigstens noch Karten lesen und meinen Weg finden, wenn alle GPS-Gewöhnten verzweifeln, weil es keinen Strom mehr gibt! 🙂

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