I’m hooked! #19: Agents of S.H.I.E.L.D. (Season 2)

agents of shield S2

Achtung: SPOILER zur ersten und zweiten Season (auch wenn die meisten von euch ja bereits Staffel 3 gesehen haben dürften…) sind enthalten, die zur 2. Staffel farblich unkenntlich gemacht.

What an emotional rollercoaster ride! Während ich noch bei Folge 20 in Gedanken für diesen Eintrag vorformulierte, dass die Serie zwar sehr gut ist, aber emotional nicht an meine Lieblings-Whedon-Serie Buffy rankommt, haben mich jetzt die zwei letzten Folgen der 2. Staffel absolut fertig gemacht. Für mich hätten diese zwei Folgen auch „Sacrifices, Part 1+2‟ heißen können. SPOILER Bobbi opfert fast ihr Leben für Hunter (Hunter war gleichzeitig bereit, trotz Falle, sein Leben für Bobbi aufs Spiel zu setzen), Coulson ist bereit, sich selbst zu opfern, um Mack und Fitz zu retten und verliert dadurch seinen Arm, Cal bringt seine Frau um, damit das nicht auf Skyes Seele lasten muss, Skye opfert in gewisser Weise ihren Vater, um diesem dadurch ein Leben ohne die Erinnerungen an seine schlimmen Taten zu geben.

Was nun macht die Comic-Serie trotz Comic-Vorlage so Whedonesk, und deswegen so sehenswert? Es folgt eine Auswahl.

1. Starke Frauen (zur Definition von „stark‟ bitte ich meinen damaligen Blogparaden-Eintrag zu den starken Frauenfiguren zu konsultieren)

Der Whedon-Clan (Joss ist ja hier eher im Hintergrund tätig) hat eine Vorliebe für Frauen, die zwar rein äußerlich auch als „Püppchen‟ durchgehen würden (schön müssen sie schon sein… 😉 ), die aber ihre Frau stehen – und gegen die manch Mann etwas blass aussieht. Oder zumindest höchstens ebenbürtig. Ich kann sie kaum alle aufzählen, denn diese Frauen gibt es auf jeder Seite – auf der guten, auf der „man-weiß-nicht-so-recht-auf-welcher-Seite-sie-stehen‟ und auf der bösen. Da ist Skye (Chloe Bennet), die sich in der zweiten Staffel enorm weiterentwickelt, sowohl charakterlich als auch ihre Fähigkeiten anbelangend, die wortkarge May (Ming-Na Wen), die durch einen Blick mehr sagen kann als durch tausend Worte, da ist Simmons (Elizabeth Henstridge), die ihren eigenen Weg bei der Bewältigung des Traumas, das durch Ward in Staffel 1 verursacht wurde, geht. Dann ist da kick-ass Bobbi (Adrianne Palicki – ich bin so neidisch auf meine Freundin D., die sie heuer auf einer Supernatural-Con getroffen hat), die eine beeindruckende physische Präsenz hat und unter deren harten Schale sich ein weicher Kern verbirgt. Nicht zu vergessen: Raina (Ruth Negga) und Jiaying (Dichen Lachman) – gut oder schlecht? Das zeigt sich nicht auf den ersten Blick. Whedon wurde ja vorgeworfen, dass seine Avengers-Filme zu wenig starke Frauenfiguren bereithielten. Ich persönlich glaube, dass dieser Aspekt weniger in seinen Händen lag. Die Serie zeigt erneut, dass Whedon und seine Mitstreiter sehr wohl ein Herz für Heldinnen haben.

2. Vom Freund zum Feind, vom Feind zum Freund

Typisches Schwarz-Weiß-Denken scheint ja im Comic, so wie im Märchen, auf den ersten Blick inherent zu sein: Die Superhelden tun sich zusammen, um gegen „das Böse‟ zu kämpfen. In der 2. Staffel von Agents of S.H.I.E.L.D. kann einem direkt schwindelig werden bei dem Versuch, hier „gut‟ und „böse‟ eindeutig zuzuordnen. In Staffel 1 mussten wir (und Coulson und seine Crew) schon schmerzlich feststellen, dass Ward doch nicht zu den Guten gehört. In Staffel 2 sind da schon wieder Grauschattierungen, die den Zuschauer – und die Agenten – auf Trab halten (keeps them on their toes): Steckt da doch ein guter Kern in ihm? Oder spielt er mal wieder allen etwas vor? Was ist seine Agenda? Dann ist da Cal Zabo (der grandios aufspielende Kyle MacLachlan): ein Bösewicht, wie er im Buche steht? Na, mal abwarten… Jiaying dagegen: So viel hat sie durchgemacht, so viel Verantwortung für die Ihren, SPOILER und doch haben sie ihre schlimmen Erfahrungen mit S.H.I.E.L.D. und Hydra dazu gebracht, in Kampf gegen und Vernichtung von S.H.I.E.L.D. die einzige Chance zu sehen. Und auch innerhalb von S.H.I.E.L.D. gibt es Kämpfe, Verrat, Misstrauen… Das ist alles weit davon entfernt, einfache und leicht verdauliche Gut-Böse-Konstellationen zu bieten. Deswegen wirken die Charaktere auch so echt, deswegen fällt es einem leicht, mit ihnen mitzufühlen.

3. Es tut weh, verdammt weh!

Was wäre eine Whedon-Produktion ohne Herzschmerzen? Wer das nicht haben will, sollte Whedon einfach vermeiden. Ich dagegen will fast schon, dass mir das Herz herausgerissen wird. Ich sage nur Fitz-Simmons! Wer die Staffel gesehen hat, weiß, was ich meine, wer nicht, für den ist die bloße Nennung sicher auch kein Spoiler. Skyes Gefühlwelt wird auch ordentlich auf die Probe gestellt – und gerade gegen Ende der Staffel fühlte ich mich ihr sehr stark emotional verbunden (das klingt etwas pathetisch, ich hoffe, ihr wisst, wie das gemeint ist). Aber auch Enthüllungen aus der Vergangenheit, z. B. bzgl. May haben mich schwer schlucken lassen.

4. Es ist aber auch witzig: Ein Hoch auf die Dialoge!

Und wieder treffen die Schreiber aus der Whedon-Schmiede den richtigen Ton, die richtige Mischung aus dramatisch-bissigen Dialogen und witzig-bissigen One-Liners und Unterhaltungen/Entgegnungen. Durch die sich ziemlich durchziehende Angespanntheit der Lage, gibt es zwar kaum Gelegenheit zum Durchatmen, aber da doch einige Charaktere, z. B. Hunter (Nick Blood), aber auch Coulson (Clark Gregg), auch zum Sarkasmus neigen, darf man auch in schwierigen Situationen oftmals kurz auflachen.

5. Last but not least: Das Casting

Von J. August Richards haben wir auf der Prophecy (Buffy&Angel Convention) erfahren, dass er durchaus ein Casting durchlaufen musste, um die Nebenrolle des Mike Peterson zu ergattern, aber prinzipiell finde ich es immer wieder schön, dass neben dem Hauptcast, der mich wirklich erstaunlich schnell für sich gewonnen hat, obwohl ich die ersten Promofotos damals eher uninteressant fand, bekannte Gesichter aus früheren Whedon-Serien auftauchen, neben J. aus Angel eben auch Reed Diamond und Dichen Lachman (beide aus Dollhouse).

Neben den bereits oben erwähnten Frauenfiguren und ihren Darstellerinnen, schlägt mein Herz besonders für Clark Gregg als Phil Coulson (Coulson wäre eigentlich auch ein Kandidat für meine Marry Me-Liste gewesen), Iain De Caestecker als Leo Fitz (Fitz bricht mir quasi permanent das Herz!) und Nick Blood als Hunter (ein Mann, der mich zum Lachen bringt, zieht mich einfach an). In den letzten Folgen hat sich auch noch Luke Mitchell als Lincoln in mein Herz geschlichen…

Nach dem Hammer-Cliffhanger bin ich stark versucht, das erste Mal für das Sehen einer Serie bei Amazon pro Folge 2,99 auszugeben… (ich hatte eigentlich vor, nur das Prime-Angebot zu nützen und ansonsten darauf zu warten, dass die DVD-Box rauskommt, die meist günstiger ist als Amazon Video, DVDs gibt es aber noch nicht mal in den USA, geschweige denn in UK (oder hier)). Na, vielleicht nur die erste Folge? Hm…

Ihr seht: I’m hooked! 🙂

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4 Antworten zu I’m hooked! #19: Agents of S.H.I.E.L.D. (Season 2)

  1. mwj schreibt:

    Also ich empfand die Serie (hab die erste Staffel komplett und die ersten drei Folgen der zweiten gesehen) vor allem eben emotional wenig überzeugend. Lediglich das Trauma von Fitz hat mich etwas gepackt, Aber ich finde auch die meisten der Figuren uninteressant und leider sind sie dann auch noch mit gruseligen Hochglanzgesichtern besetzt.
    Diese ganze Mega-Expansion des MCU mit x-tausend Serien zu den Filmen usw. ist mir ohnehin suspekt. Ich denke daher nicht, dass ich die „Agents“ weiterverfolgen werde….

  2. bullion schreibt:

    Aufgrund von Whedon will ich hier auch noch reinschauen, habe aber gerade so viel anderes, dass ich gar nicht dazu käme. Im Moment bin ich wieder im siebten Serienhimmel mit Aaron Sorkin. Da kommt, so glaube ich, selbst Whedon nicht ganz mit… 😉

  3. jacker schreibt:

    Wow, was du da alles drin siehst. Ich mochte die zwar auch, bin aber anscheinend der einzige Mensch auf der Welt, dem die erste Staffel mehr zugesagt hat. Hier war mir das alles zu viel, zu konfus, zu vollgestopft und ehrlich gesagt kann ich mich an die neuen Figuren (im Vergleich zur S1) wirklich überhaupt nicht mehr erinnern – außer der von Agent Cooper, äääääh, Kyle MacLachlan gespielten. Hat mich leider nicht ganz gekriegt 😦

    • singendelehrerin schreibt:

      Hm, ich würde jetzt gar nicht mal sagen, dass die 2. Staffel besser als die erste ist. So richtig hat es mich eh erst im letzten Drittel gepackt. Vorher saß ich auch nicht so total gebannt vor dem Fernseher.

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