Highlights, Middlegrounds und Lowpoints 2016 #2 (NEUE Serien)

Da ist wieder eine ganze Menge an Serienstaffeln zusammengekommen, in diesem zweiten Quartal des Jahres 2016 – trotz Korrektur des (Fach-)Abiturs! Beeindruckend! 😉 Und ein bisschen schockierend… Aber vor allem: Bereichernd! Damit ihr nicht zu viel auf einmal lesen müsst (und damit ich endlich wieder einen Artikel fertig bekomme), splitte ich diesmal noch auf zwischen (für mich) neuen Serien und weitergeführten Serien. (Kleine Bemerkung am Rande: Falls sich jemand wundert, warum ich manchmal den Begriff „Series‟ und manchmal „Season‟ für die Staffeln verwende: Ich richte mich nach den jeweils gängigen Bezeichnungen in den Ursprungsländern: UK: Series – USA: Season.)

Peaky Blinders (Series 1+2):

Die erste große Überraschung in diesem Quartal. Eigentlich hatte ich mir die Serie nur besorgt, weil ab der 2. Staffel Tom Hardy mitspielt, weswegen ich gar keine großen Erwartungen hatte. Und dann haut mich die Serie so dermaßen um mit der fantastischen Kameraarbeit, der perfekt ausgewählten Musik und den hoch interessanten Charakteren! Cillian Murphy ist mir in dieser Hauptrolle zum ersten Mal sympathisch, obwohl er einen Gangster spielt. Ich schaue ihm richtig gerne zu. ❤ Und dann ist da noch die fantastische Helen McCrory, die ja quasi gleichzeitig in Penny Dreadful spielt(e) – die muss ich UNBEDINGT endlich auch mal auf der Bühne live sehen. Staffel 3 liegt schon hier und wird demnächst angegriffen… HIGHLIGHT!

Lucifer (Season 1):

Unterhaltsame Krimiserie, in der Lucifer himself (Tom Ellis) beim Aufklären von Verbrechen hilft! Unlogisch? Mitnichten! Lucifer hat auch in der Hölle nur die bestraft, die es verdient hatten… Überraschend war hier, dass ich Lauren German, die ich in Hawaii Five-0 ziemlich ätzend fand, in dieser Rolle als Ermittlerin toll finde. In einer der letzten Folgen ein Wow-Effekt, als man Lucifers Engelsflügel ausgebreitet sieht! Durch Supernatural (u.a.) habe ich ja schon einige Engelsflügel gesehen – selten war ich so „in awe‟ bei deren Anblick wie hier! Eher etwas leichtere Unterhaltung, schwankt zwischen MIDDLEGROUND und HIGHLIGHT.

Grantchester (Series 1+2)

Ich zitiere mich hier selbst: Es ist im Prinzip eine Krimiserie, die aber noch viel mehr zu bieten hat. Es werden unbequeme Themen angesprochen, wie Gewalt in der Ehe, Sex mit Minderjährigen, Selbstjustiz, Mord, Schuld, Verrat und Enttäuschung, aber die Themen Freundschaft, Liebe, Glaube und Vergebung gewinnen immer wieder die Oberhand. Der Vikar Sidney Chambers (James Norton – welch eine Entdeckung! ❤ ) verkörpert das, was ich an Kirche gut finde – na gut, vielleicht vom übermäßigen Alkoholgenuss mal abgesehen 😉 , seine Freundschaft zu dem gut 20 Jahre älteren „Copper‟ Geordie Keating (Robson Green) hat Höhen und Tiefen, hält aber letztlich stand, trotz unterschiedlicher Ansichten in ganz essentiellen Dingen, wie der Todesstrafe zum Beispiel. Todestrafe in GB? Ja, die Serie spielt 1953/54. HIGHLIGHT!

Happy Valley (Series 1)

Nochmal Krimi. Hm, dabei sage ich immer, dass ich gar nicht so ein ausgesprochener Krimi-Fan bin. Zumindest lese ich kaum Krimis… Anyway: Authentisch, spannend, schockierend, dabei aber auch witzig – eine emotionale Achterbahnfahrt, die erst langsam beginnt, dann aber ganz schön an Fahrt aufnimmt und die Protagonisten und den Zuschauer durchrüttelt! Mit Menschen wie du und ich, naja, Briten wie du und ich (oder so) – und einem völlig anders auftretenden James Norton. Eben noch als Vikar auf der guten Seite – und schon als vergewaltigenden und mordenden Kidnapper Tommy Lee Royce, zwei Figuren, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Damit hat sich James Norton mit nur zwei Rollen mein Herz und meinen Respekt erspielt. In der Hauptrolle die großartige Sarah Lancashire. HIGHLIGHT!

Unforgotten (Series 1)

Nicola Walker ist mir das erste Mal in einer Gastrolle in Luther aufgefallen, als sie mich mit ihrer Darstellung der Ehefrau eines Frauenmörders zu Tränen gerührt hat. Seitdem ich sie auch noch in Last Tango In Halifax und – nicht zuletzt! – live auf der Bühne in A View from the Bridge und face to face an der Stage Door danach gesehen habe, halte ich gerne Ausschau nach Filmen oder Serien mit ihr. So bin ich auf eine weitere Krimiserie gestoßen, in der es um die Aufklärung eines Cold Case geht (39 Jahre nach dem gewaltsamen Tod). Eine ganze Reihe an Personen werden vorgestellt, bei denen man sich fragt, wie sie mit diesem Fall verstrickt sein sollen. Dabei kommen auch so Themen zur Sprache wie Rassismus und Homosexualität. Vielleicht nicht ganz so spannend wie Happy Valley, aber doch ein interessanter Fall mit erstaunlichen Verwicklungen. Für alle Herr der Ringe-Fans gibt es ein Wiedersehen mit dem König der Rohirrim, Theoden, ähm, ich meine, mit Bernard Hill. MIDDLEGROUND bis HIGHLIGHT!

Community (Season 1, Season 2 bis Folge 13)

Ein wahres Fest für Film- und Seriengeeks! Die Anspielungen auf die Popkultur sind so mannigfaltig, dass ein einmaliges Ansehen kaum reicht, um wirklich alles mitzubekommen. Meine Highlights innerhalb dieses HIGHLIGHTs:

  • „Modern Warfare‟ (S1 E23): Ein Paintball-Wettbewerb artet in einen postapokalyptischen Kampf jeder gegen jeden aus, weil es als Gewinn „priority registration‟ gibt, d. h. der Gewinner darf sich als erstes in die neuen Kurse am Greendale Community College einschreiben. Grandios!
  • „Basic Rocket Science‟ (S2 E4): Kaum in Worten zu erklären, was an dieser Folge, die alle möglichen SF-Szenarien aufs Korn nimmt, in denen Astronauten gerettet werden mussten, so lustig ist.
  • „Epidemiology‟ (S2 E6): Auf der Halloween-Party werden alle zu tollwütigen „Zombies‟! Hilarious!!! 😀 Außerdem: die Kostüme von Troy (Ellen Ripley) und Abed (das Alien)! 😆
  • „Mixology Certification‟ (S2 E10): Einfach weil Abed da in einer Bar von einem angemacht wird, der eine Referenz auf Scorpius aus Farscape anbringt. Als der Typ in fragt, warum er mit ihm den ganzen Abend geredet hat, obwohl er bemerkt hat, dass er angemacht wird, aber keine Absicht hatte, darauf einzugehen, meint Abed nur: „I just love talking about Farscape.‟ Yeah, baby! Wenn mir das passieren würde, dass jemand Unbekanntes in einer Kneipe eine Anspielung auf Farscape macht, würde ich auch den ganzen Abend mit ihm oder ihr reden, ohne irgendwelche anderen Absichten als Über-Farscape-reden zu verfolgen.

Mein derzeitiges Mittel der Wahl, um nach der Schule erstmal kurz zu entspannen: HIGHLIGHT!

Wayward Pines (Season 1)

Die erste Folge (Regie M. Night Shyamalan) hat mich so dermaßen umgehauen, dass ich meine Begeisterung sofort in einem I’m hooked!-Beitrag loswerden musste. Zwar konnte die Serie nicht ganz das extrem hohe Niveau, was Spannung und Kameraarbeit anbelangt, halten, aber diese Mischung aus Mystery und Science Fiction, die sich aus dieser ersten Folge entwickelte, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Toll auch, Toby Jones so kurz, nachdem ich ihn live auf der Bühne bei Letters Live gesehen (und gefeiert!) hatte, in einer tragenden Rolle zu erleben! Auch das Wiedersehen mit Juliette Lewis und Shannyn Sossamon (Moonlight) hat mich sehr gefreut. HIGHLIGHT!

Hap and Leonard (Season 1, bis auf die letzten zwei Folgen)

Auch wenn ich die zwei letzten Folgen noch nicht gesehen habe (irgendwie kamen mir da Serien dazwischen, die mich eben noch einen Tick mehr begeistern), gefällt mir die Serie um ein sehr ungleiches Freundespaar, dargestellt von James Purefoy (schon wieder ein Brite, der überzeugend einen Amerikaner in einer Serie darstellt) und Michael Kenneth Williams (The Wire), das durch eine „Femme Fatale‟, Haps Ex-Ehefrau Trudy (Christina Hendricks), in eine „Schatzsuche‟ reingezogen wird, die nicht ohne Komplikationen von statten geht. Williams stellt hier Leonard,„a gay black Vietnam vet with serious anger issues‟ (Wikipedia), dar, Purefoy spielt Hap, „a white working class laborer who spent time in federal prison as a young man for refusing to be drafted into the military and serve in the Vietnam War‟ (Wikipedia). Die Serie spielt in den späten 80er Jahren im „Deep South‟ der USA und ist eine wunderbare schwarze (nicht auf die Hautfarbe bezogen!) Komödie mit herrlichen Dialogen. HIGHLIGHT!

Preacher (zwei Folgen)

Leider ist in den letzten Wochen zu viel dazwischen gekommen, sodass ich noch nicht weitergeschaut habe, aber aufgeschoben ist in diesem Fall auf keinen Fall aufgehoben, denn allein die erste Folge der Serie von Seth Rogen (u.a.) war so abgefahren, dass ich unbedingt weiterschauen möchte. Die erste Folge hatte so viele „WTF is going on here???‟-Momente, dass man nicht so recht wusste, was einem da gerade widerfährt und in was für eine Richtung das Ganze gehen wird: Comedy? Mystery? Drama? Splatter? Mit keiner anderen Serie so recht vergleichbar – das muss man heutzutage erstmal schaffen! Und dann erneut ein Brite als Amerikaner, diesmal Dominic Cooper als „Preacher‟ mit krimineller Vergangenheit. Meine Prognose: HIGHLIGHT!

Außerdem gesehen (nicht komplett und nicht im Original, sondern auf Deutsch): zwei Folgen von Mord auf Shetland (im TV gesehen, würde ich gerne mehr davon sehen, dann am liebsten im Original), ein paar Folgen der 2. Staffel von Kommissar Beck (auf Amazon Prime; solide schwedische Krimiserie mit Mikael Persbrandt (Beorn im Hobbit) in einer der Hauptrollen.

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16 Antworten zu Highlights, Middlegrounds und Lowpoints 2016 #2 (NEUE Serien)

  1. Rosa schreibt:

    Hallo singende Lehrerin,

    vielen Dank für den gelungenen Überblick!!!

    „Grantchester“ muss ich unbedingt sehen. Ich habe nämlich das Buch von James Runcie „Der Schatten des Todes“ gelesen und war ganz begeistert. Jetzt freue ich mich umso mehr auf die Serie. Und ja, James Norton ist wirklich die Idealbesetzung für Sidney Chambers :). Aber auch Robson Green als Geordie Keating passt bestens. Ich bin sehr gespannt.

    Und „Preacher“ klingt auch sehr gut. Ich werde mal schauen, ob ich die Folgen bei iTunes herunterladen kann.

    Viele Grüße

    Rosa

    • singendelehrerin schreibt:

      Danke, Rosa! 🙂 Das würde mich tatsächlich sehr interessieren, wie Leser der Buchreihe die Verfilmung finden! Lass doch mal einen Link da, wenn du die Serie gesehen (und besprochen) hast! 🙂

      Bei Amazon Prime gibt es „Preacher“ übrigens inklusive für Prime Kunden.

  2. Wortman schreibt:

    Preacher ist total geil. Da musst weiter schauen 🙂
    Wayward Pines… den Pilot fand ich echt cool. Da werde ich wohl auch noch weiterschauen… demnächst oder so.

  3. bullion schreibt:

    Da sind ein paar schöne Empfehlungen dabei. Mit „Wayward Pines“ bin ich übrigens fast durch. Danke noch einmal für den Tipp! Gefällt mir auch sehr gut und bin schon gespannt, wie sich das Finale gestaltet.

    Freue mich auch sehr, dass „Community“ so bei dir eingeschlagen ist. Mit den genannten Episoden beschreibst du auch ganz klar die Highlights der Serie! 🙂

    • singendelehrerin schreibt:

      Schön, dass ich dich zum Anschauen von „Wayward Pines“ inspirieren konnte (und es dir auch gefällt)! 🙂

      Danke auch dir, ich glaube, du warst doch einer derjenigen, durch die ich auf „Community“ aufmerksam geworden bin!

  4. Nummer Neun schreibt:

    No filler – all killer?

    Wie war denn deine Meinung zu dem Riesen-Twist bei Wayward Pines? Und bei Coomunity fehlt mir die Mega-Highlight Folge mit den 6 verschiedenen Parallel-Universen!

    Grantchester klingt gut, auch wenn es im Prinzip nur eine Krimiserie ist.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ohne zu spoilern: Mir gefiel der Twist in „Wayward Pines“, weil ich damit nun wirklich am Anfang nicht gerechnet hatte. Ich dachte, das geht in eine ganz, ganz andere Richtung (Verschwörung der Regierung o.ä.).

      Die Community-Folge mit 6 verschiedenen Paralleluniversen habe ich noch nicht gesehen – dann kann ich mich da ja schon mal drauf freuen! Klingt gut! 😀

  5. jacker schreibt:

    Ja, COMMUNITY, vor allem die frühen Staffeln, kann man nur lieben. Hast auch einige meiner favorisierten Episoden genannt 🙂

  6. bknicole schreibt:

    Auf Lucifer bin ich ja sehr gespannt. Dachte ja nicht, dass wir die hier in Deutschland so flott zu Gesicht bekommen, aber freue mich umso mehr, dass Amazon Prime sich da die Rechte gesichert hat. Ich fand den Trailer einfach sehr unterhaltsam und somit war es eine der neuen Serien aus der letzten Tv season die ich unbedingt sehen wollte. Tiefgründige Unterhaltung erwarte ich hier gar nicht, sondern einfach nur, dass man beherzt lachen kann und es spannend bleibt. Bin ja auch ein Supernatural Fan und somit für solche Storylines immer zu haben. Dazu gefällt mir der Hauptdarsteller schon im Trailer in dieser Rolle verdammt gut.

    Den Rest deiner vorgestellten Serien kenne ich bisher auch nicht, aber Peaky Blinders ist schon auf meiner Netflix Watchliste.

    • singendelehrerin schreibt:

      Wenn du „Supernatural“-Fan bist, macht dir „Lucifer“ bestimmt Spaß! Auch wenn „Lucifer“ deutlich weniger düster ist. Aber solche Serien braucht man ja auch mal – muss ja nicht immer alles nur tragisch sein. 😉

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