Ein Fangirl berichtet: Prophecy (Birmingham, 17.-19.6.16) – Day 2 (What remains to be said)

Auch wenn Marc Blucas Dreh- und Höhepunkt des Sonntags war, möchte ich doch auch noch ein paar Worte zum restlichen Tag, der im Wesentlichen aus den Panels am Vormittag, dem Sing-Along zu „Once More With Feeling‟ und der Closing (einfach ein Gemeinschaftspanel von allen Gästen) bestand.

Highlights aus den Panels

Grundsätzlich hatte ich den Eindruck, dass alle Schauspieler in den Panels am zweiten Tag wesentlich relaxter waren. Und so waren selbst Mark Lutz und Brody Hutzler etwas unterhaltsamer, wobei ich allerdings auch nicht ihr ganzes Panel gesehen habe (wegen der Lounge mit Marc). Von J. August Richards und Stephanie Romanov habe ich auch nur die letzten 10 Minuten gesehen, da musste ich allerdings schon mehrmals herzhaft lachen, weil J. schon sehr schlagfertig war. Eine Frage aus dem Publikum lautete: „What would your character’s (auto)biography be named?‟ Darauf rief jemand aus dem Publikum: „Gunn – fully loaded‟, worauf J. noch einen draufsetzte: „Double cocked!‟

Interessant – und sehr ehrlich – fand ich es, als Adam Busch davon erzählte, wie er für die Szene in Buffy, in der er Buffy an- und Tara (versehentlich) erschießt, schießen lernen musste. Er sagte, dass er sich vorher nie für Schusswaffen interessiert hat, dass er aber, als er es ausprobiert hat, gemerkt hat, was das mit einem macht: „It empowers you.‟ Nachdem ich im ersten Panel noch etwas meine Probleme mit Adams Art hatte, ist er mir aber inzwischen richtig sympathisch geworden durch seine eher ruhige Art und seinen trockenen Witz.

Als Adam auf seine Liebe zu Hunden angesprochen wurde (er hat nebenbei irgendeinen Shop für Hunde, ich glaube eine Art Delikatess-Laden?) und ob er sich auch vorstellen könne, hauptberuflich mit Hunden zu arbeiten (was er bejahte), sagte er, dass man an den Hunden feststellen kann, ob man auch das Herrchen oder Frauchen mag. Es gibt auch einen Tweet von Adam, in dem er sagt: „I like who the dog likes.‟ Nachdem er ein paar Beispiele gegeben hatte, klinkte sich Tom Lenk ein, der dann staubtrocken meinte, dass Frauen, die wissen wollen, ob ihr Mann nicht vielleicht schwul ist, ihren Mann zu ihm bringen sollten – Toms Hund würde dann schon entsprechend reagieren, denn er möge keine „straight men‟. Er brachte das so rüber, dass ich wirklich Tränen gelacht habe (kann man so nicht wiedergeben)! Ja, Tom ist schwul, was ich bis zu diesem Wochenende nicht gewusst hatte, weil ich mich nicht so für ihn interessiert habe, dass ich mich zu seiner sexuellen Orientierung schlau gemacht hätte. Ist mir eigentlich weitgehend egal, solange es mich nicht persönlich betrifft (z. B. wenn ich im real life gerne eine sexuelle Beziehung mit einer Person hätte). Nach Toms ersten Panel hatten wir noch nur darauf getippt, dass er schwul ist, im zweiten Panel hat er sein Schwulsein ganz offen gemacht, man könnte fast sagen: zelebriert. Und das in einer unglaublich witzigen Art und Weise! 😀 Ach ja, er hat auch gesagt, dass er Heiratsangebote aus dem Publikum annehmen werde, falls Donald Trump Präsident werden sollte. (Ich hoffe, sein Vertrauen, dass dies schon nicht geschehen wird, wird nicht enttäuscht!)

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Meine Frage an Anthony Head ging um Cabin Pressure – ich fragte, ob er ein bisschen über die Arbeit bei Cabin Pressure erzählen könnte. Er hat dann kurz dem Publikum erklärt, dass das eine Radio Sitcom ist und dass er den „love interest‟ (er fand das recht amüsant) von Carolyn gespielt hat. Das hat ihm viel Spaß gemacht und er lobte John Finnemore, den Erfinder der Show, über den grünen Klee. Allerdings musste ihm aus dem Publikum geholfen werden, als es darum ging, ob Finnemore ein neues Projekt habe. Ich hab ihm dann noch gesagt, dass ich das Hörspiel eigentlich wegen Benedict Cumberbatch angehört hatte, und dann als Bonus, sozusagen, er noch aufgetaucht ist. Da konnte er sich auch ein Lob für Benedict nicht verkneifen („Benedict is brilliant‟ oder so ähnlich). Als ihn jemand bzgl. seines früher getragenen Ohrrings befragte, meinte er, dass er irgendwann dann doch den Ohrring rausnahm, denn: „I started to look like Harrison Ford.‟ Auf eine ziemlich bescheuerte Frage danach, welche Pflanze oder Blume er wäre, antwortete er: „Moss‟ (Moos). Später bezog er sich nochmal darauf zurück, als er keine Antwort auf eine Frage wusste: „I’m useless today… But I can tell you I wanna be moss.‟ Anthony hat einen wunderbaren Sinn für Humor, was man auch daran sieht, dass einer seiner Lieblingsfilme Galaxy Quest ist. 🙂 Außerdem hat er in dem Gemeinschaftspanel richtig oft gekichert und gelacht – er hat ein sehr ulkiges und ansteckendes Lachen! (Leider sind alle Bilder, auf denen er lacht, total verwackelt.)

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Das Sing-Along zu „Once More With Feeling‟

A dream come true: Endlich durfte ich mal lauthals bei einer „öffentlichen‟ Vorführung eines Muscial-Filmes (na gut, einer Musical-Episode) mitsingen (nein, ich war tatsächlich noch nie bei einer Vorstellung der Rocky Horror (Picture) Show, wo das ja Usus ist). Ich weiß nicht, ob ihr dieses Bedürfnis kennt, aber ich bin ja bekennende Laut-im-Auto-Mitsingende und Laut-bei-Konzerten-Mitsingende und fand es schon mal ganz großartig, dass schauwerte und ich letztes Jahr bei meinem Besuch bei ihr im Ruhrpott zu zweit im Auto beim Soundtrack von Moulin Rouge! mitsangen! ❤ Denn im Kino halte ich mich doch meistens eher zurück, auch wenn es mir oft verdammt schwer fällt. 😉 Und nun sangen dutzende Menschen mit Buffy, Tara, Giles, Spike & dem Rest mit! 🙂 ❤ 🙂 Ganz ehrlich: Ich wäre am liebsten aufgestanden und hätte auch noch versucht, die Tanzeinlagen nachzuahmen. Aber das habe ich mir verkniffen… 😉 Das war einer dieser Momente, in denen ich einfach glücklich war, Fan zu sein und unter Fans zu sein: being among like-minded individuals – and cherishing that fact. Es würde mich ja sehr, sehr reizen, das in kleinerem Rahmen mal zu wiederholen – ein paar Buffy-Fans gibt es ja auch in meiner Blogosphäre (aus dem Stegreif weiß ich das von Amerdale, bullion und Wulf vom Medienjournal Blog). Wer weiß, vielleicht starte ich irgendwann mal einen Aufruf! 😉

Closing:

Das Closing Panel war zu chaotisch, um da Einzelnes herauszustellen. Dafür nochmal Bilder von fast allen Beteiligten (Brody habe ich einfach nicht einzeln erwischt, bzw. habe mich auch nicht genügend bemüht… )

Fazit:

Die Prophecy hat mir zwei aufregende, witzige und aufwühlende Tage zu zwei meiner Lieblingsserien geboten und außerdem erneut bewiesen, dass Conventions (und das Leben 😉 ) immer wieder Überraschungen bereit halten. Außerdem: Ich LIEBE es Fan zu sein! Ein Leben ohne diese Obsessionen, ohne Schwärmereien, ohne den Austausch mit fellow fans, ohne die intensive Beschäftigung mit Filmen und Serien (statt purem Konsumieren), ja, auch ohne die Möglichkeit, mal einem Menschen, den man nur aus „Film und Fernsehen‟ kennt, persönlich gegenüberzustehen, schiene mir deutlich trister.

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2 Antworten zu Ein Fangirl berichtet: Prophecy (Birmingham, 17.-19.6.16) – Day 2 (What remains to be said)

  1. hurzfilm schreibt:

    Ich finde, Stephanie Romanov sieht auch auf dem unscharfen Bild noch relativ scharf aus. 😉

    (Sie hat allerdings tatsächlich keine roten Haare…)

  2. bullion schreibt:

    Adam Busch habe ich zuletzt in der Sitcom „Men at Work“ gesehen und da fand ich ihn auch recht sympathisch. Seinen größten popkulturellen Einfluss hatte er vermutlich aber tatsächlich mit Buffy…

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