Die Freitagsfrage #18b (Nachtrag): Jane Bond im ZEIT MAGAZIN

Gerade habe ich die Seite „Eine Gesellschaftskritik‟ im aktuellen ZEIT Magazin (Nr. 25, 9. Juni 2016) gelesen – und mich ein bisschen geärgert. Da wird die Diskussion um einen weiblichen Bond (Emilia Clarke aus GoT hat sich wohl ebenso ins Gespräch gebracht wie Gillian Anderson) auf den platten Gegensatz folgender Positionen heruntergebrochen:

[…] diskutiert wurde schnell kategorisch: Die Contra-Fraktion: Eine Frau würde treue Fans verschrecken. Die Pro-Fraktion: Eine Frau würde für frischen Wind in dem Endlos-Epos sorgen.

Außerdem macht der Autor Stefan Schmitt auch mit solchen Formulierungen

Wenn es darum geht, in solchen Remakes Männerfiguren durch Frauen zu ersetzen, ist Gemäkel sicher.

klar, was er von Kritikern solcher Entscheidungen hält. Er meint, „Rollentausch, das scheint in der Realität unkomplizierter zu sein als in der Fiktion‟.

Nun, die Diskussion hier auf meinem Blog scheint er auf jeden Fall nicht gelesen zu haben. Viele Gegner von solchen Rollentauschs (darunter auch ich), drücken damit ja gerade nicht aus, dass sie keine Frauen in solchen Rollen haben wollen, sondern dass mehr Kreativität eingesetzt wird, um Frauen vergleichbare, aber eigenständige Rollen verschafft werden. Dass ein weiblicher Bond treue Fans verschrecken würde, mag das Argument der Bond-Hardliner und -Puristen sein, aber die Diskussion um diese Frage ist doch weitaus vielschichtiger, und man findet Feministen und Feministinnen in beiden Lagern. Ich bin versucht, einen Leserbrief zu schreiben…

Aber ohnehin hat sich der Autor (oder Emilia Clarke, es ist nicht ganz ersichtlich, ob er hier seine eigene Meinung oder die von Clarke wiedergibt) für mich mit seinem letzten Satz als vermeintlicher Kenner der Bond-Filme disqualifiziert:

Sollte der nächste Bond tatsächlich weiblich werden, müssten statt Bond-Girls natürlich Bond-Boys her, neue Männerrollen also! Und Emilia Clarkes erste Wahl wäre dann Leonardo DiCaprio.

Eine unpassendere Besetzung eines solchen „Bond-Boys‟ kann ich mir kaum vorstellen. Da Bond-Girls in der Regel jünger und relativ unbekannt sind (Ausnahme im letzten Bond: Monica Bellucci), bräuchten wir da eher jüngere, noch relativ „unverbrauchte‟ Schauspieler.

Also die Frage an die Befürworter eines weiblichen Bond: Welche Bond-Boys würdet ihr ihr an die Seite stellen? Ich habe gerade gar keine Idee, hielte aber wirklich gar nichts davon, wenn so eine Jungschauspielerin wie Emilia Clarke einen 20 Jahre älteren Bond-Boy bekäme… Bitte in diesem Fall etwas in ihrem Alter. Und aus Gerechtigkeitsgründen dann für Gillian Anderson etwas deutlich Jüngeres (siehe Craig und Seydoux). Hm, vielleicht Aaron Taylor-Johnson oder James Norton. Jung, gutaussehend, talentiert.

PS: Natürlich dürfen auch die Gegner eines weiblichen Bonds Vorschläge machen! 😉

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39 Antworten zu Die Freitagsfrage #18b (Nachtrag): Jane Bond im ZEIT MAGAZIN

  1. hurzfilm schreibt:

    Bond-Boys? Wieso muss Jane Bond heterosexuell sein? 😉

    Ich hätte dann gerne Emily Blunt als Jane Bond und Bryce Dallas Howard als Bond-Girl. Lechz. 😉

  2. pimalrquadrat schreibt:

    Also, da wirds ganz einfach, und die schauspielerischen Talente interessieren eher peripher: Alicia Vikander als Bond, Taylor Swift als Bond-Girl, und Emily Blunt als Bond-Bösewichtin! *hustspankinfernohust* :mrgreen:

    Naja, die Zeit ist in solchen Themen ja sehr klar positioniert. Und damit für mich nicht ernstzunehmen. 😉

  3. Zeilenende schreibt:

    Reichen 15 Jahre? Ich meine … Stell dir doch mal bitte Chris Hemsworth oder ähnlich gebaute Kaliber als Boy Toy von Gillian Anderson als Jane Bond vor … ^^

    • singendelehrerin schreibt:

      😀 Yeah, take your shirt off! *sexismusmodusoff*

      • Zeilenende schreibt:

        Obwohl ich zugeben muss, dass ich Leo als Boy Toy rein visuell ansprechender fände . Den hast du mir aber ja verboten. Und selbst der wäre noch nicht optimal … Ach, ich wollte doch gar nicht über meine geheimen Männerobsessionen reden. Deshalb tu ich das jetzt auch nicht. *gg*
        Ich wollte nur mal wieder in meiner Klischeekiste ausmisten. Haste mich ertappt. 🙂

        • singendelehrerin schreibt:

          Du kannst doch nicht so teasern und mich dann hier im Trockenen sitzen lassen! *motz* Lass mich an deinen geheimen Männerobsessionen teilhaben – los! 😀

          • Zeilenende schreibt:

            Ich hege seit bestimmt zehn Jahren eine ausgeprägte Schmachterei Tobey Maguire gegenüber. Aber der ist für einen Bond Boy nun einmal zu klein. Prinzipiell erobert aber eh jeder Mann mein Herz, der kleiner ist als ich … Deshalb habe ich auch alle drei Teile vom Herrn der Ringe durchgehalten … 😉
            Und wenn er dann noch rothaarig ist, dann vergesse ich mich völlig. ^^

          • singendelehrerin schreibt:

            (Irgendwie hatte ich diesen Kommentar übersehen…)

            Soso, du stehst auf kleine Rothaarige… 😉 Ich überleg grad, ob einer der Hobbits rothaarig war… *grübel* Aber James McAvoy ist im Prinzip auch rothaarig (sieht man am Bart), dann natürlich Domhnall Gleeson…

            Tobey Maguire ist ja eine, ich sag mal, für mich ungewöhnliche Wahl. 😉 Aber in „Brothers“ hat er sich wirklich meinen Respekt erspielt!

          • Zeilenende schreibt:

            Zitat BFF: „Zeilenende, die Sache ist einfach. Du stehst halt auf Milchbubis.“ 😉 Im Falle von Tobey Maguire war ich damals aber auch … zarte 18 oder so. Und auch wenn der Herr Maguire ein gutes Stück älter ist als ich … Das sieht man ihm bis heute nicht an. Selbst mit den Bartfransen, die er sich manchmal stehen lässt. 😀 Aber auch wenn meine BFF mit den Milchbubis recht haben sollte – im Falle von Tobey Maguire waren es die Augen.

            Und „Brothers“ ist an mir vorbeigegangen. Diese ganze Bloggerei ist schlimm. Noch ein Film, den ich dringend sehen sollte, nachdem ich die Kurzbeschreibung gelesen habe. *g*

          • singendelehrerin schreibt:

            Durch „Brothers“ bin ich damals auf die Idee zu einer Blogparade zu den „most surprising performances“ gekommen: https://singendelehrerin.wordpress.com/2014/08/19/blogparade-10-most-surprising-performances/

            Ich steh oft auch eher auf die etwas „weicheren“ Typen, naja, von Tom Hardy vielleicht mal abgesehen! 😀

  4. mwj schreibt:

    Also Chris Hemsworth ist selbst für einen simplen Bond-Boy schauspielerisch zu dürftig.

    Ich finde, man sollte im Falle einer Jane Bond (Gillian Anderson!) den Spieß nicht einfach nur umdrehen und ihr meist jüngere Bond-Boys zur Seite stellen (Gillian ist übrigens 47, wäre also grundsätzlich nicht so schwer), sondern das Ganze etwas ausgewogen handhaben, d.h. mal etwas jünger, mal gleichalt, mal ein wenig älter.

    Und nix gegen Emilia Clark, als Daenerys Targaryen in „Game Of Thrones“ passt sie gut, aber als Jane Bond?! Really?! Da möchte ich dann schon eine Frau mit Lebenserfahrung und nicht eine Quasi-Jungagentin.

  5. Herba schreibt:

    Ich hab gerade über den Nuschel-Schweiger-Vorschlag schallend gelacht, danke!!!!

    Wie wäre es denn mit der Harry-Potter-Fraktion als Bond Boys für Gilian Anderson? Matthew Lewis hat sich ganz nett gemacht und Tom Felton wäre als Toy Boy sicher auch nicht soooo übel…

    • singendelehrerin schreibt:

      Hmm, für Gillian Anderson wären das aber wirklich Bond BOYS. 😉 Wow, Neville Longbottom hätte ich kaum wiedererkannt. Ich sehe aber, dass er in der 2. Staffel von „Happy Valley“ mitspielt – mal sehen, wie er sich als Erwachsener macht! 😉

      • Herba schreibt:

        Ja, das wären noch mal 4 Jahr mehr Unterschied als zwischen Craig und Seydoux, aber wenn schon, denn schon 😀
        Ah, das wußte ich gar nicht, ich wußte nur von seinem Engagement in der neuesten Staffel von Ripper Street, die ich auch immer noch nicht gekuckt habe. Aber Happy Valley, Series 2 muss nun wirklich bald mal sein, da freu ich mich schon ewig drauf!!!!

  6. Zeilenende schreibt:

    Der Artikel ist übrigens mittlerweile auch online, falls du noch verlinken willst:

    http://www.zeit.de/zeit-magazin/2016/25/james-bond-frau-jane-bond-gesellschaftskritik

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