Die Freitagsfrage #18: Jane Bond statt James Bond?

Ja, ich weiß, es ist doch erst Donnerstag! Da ich aber ab morgen Vormittag unterwegs in Richtung London bin 🙂 und so gar nicht so gut mitkriegen würde, was ihr zu dieser Frage meint, veröffentliche ich sie schon heute – und hoffe auch schon heute Abend auf ein paar Wortmeldungen. 😉

„It’s Bond. Jane Bond‟ – so twitterte Gillian Anderson vor zwei Tagen, und seitdem wird munter spekuliert und diskutiert. Was so auf Twiter abgeht, bekomme ich ja nicht wirklich mit, aber Andersons Tweet scheint ganz schön Staub aufzuwirbeln. Ich hörte davon im Radio und meine erste Reaktion war: „Oh, PLEEEEASE…‟ Augenrollen inklusive.

Weil ich gegen Feminismus bin? Sicher nicht, das beweist nicht nur meine Blogparade zu starken weiblichen Figuren.

Weil ich Gillian Anderson nicht mag? Wieder falsch. Ich war ja X-Files-Fan der ersten Stunde und auch die Serie The Fall finde ich großartig.

Weil ich Purist bin, was die literarische Figur James Bond anbelangt? Auch das trifft nicht zu, da ich zum einen kein einziges Buch von Ian Fleming gelesen habe und zum anderen zum „Team Idris Elba‟ gehöre, was die Nachfolge von Daniel Craig anbelangt. Dabei geht es mir allerdings auch gar nicht um Diversität, sondern darum, dass Elba einfach eine physische Präsenz und einen unwiderstehlichen Charme hat, was ihn einfach für diese Rolle prädestiniert.

Warum also bin ich gegen einen weiblichen Bond?

Weil es bei Gleichberechtigung im Filmbusiness bitte nicht darum gehen soll, dass Rollen, die ursprünglich von Männern besetzt wurden, jetzt von Frauen eingenommen werden. Deswegen weiß ich persönlich auch nicht so wirklich, was das mit den weiblichen Ghostbusters soll (ich habe mich auch noch in keinster Weise mit ihnen beschäftigt). Ich stimme hier Catherine Shoard zu, die auf guardian.com schreibt:

Equality is obviously marvellous; gender-blind casting, where appropriate, also. But simply transferring unreconstructed attributes from one sex to another seems retrograde. Surely many classic Bond character traits are what we’re trying to move away from? Not just the violence and shades of sadism. Puns too, especially lecherous ones, aren’t necessarily a skill women should seek to appropriate.

The campaign to make Bond female sits oddly with the vision of a world in which women leaders effect progress by adopting an approach not previously applied. Shouldn’t we be cooking up new heroines, rather than just sticking old ones in a frock?

Indeed. Was ist so erstrebenswert daran, unter dem Namen „J. Bond‟ den männlichen Protagonisten durch einen weiblichen zu ersetzen? Warum nicht eine eigene Reihe mit einer Protagonistin entwickeln, anstatt auf Biegen und Brechen die Figur Bond auf Frau umzumünzen? Wollen wir wirklich die Art von Gleichberechtigung, die Frauen „erlaubt‟, genau so zu handeln wie Männer? Also: reihenweise „Bond-Boys‟ vernaschen, rumballern ohne Rücksicht auf Verluste, vielleicht darf’s auch ein bisschen Folter sein, um an die nötigen Informationen zu kommen? Klar, auch ich mag taffe Heldinnen, die sich nicht auf die Hilfe des „starken Geschlechts‟ verlassen, sondern ihr Schicksal selbt in die Hand nehmen – gerne auch, indem sie keine Angst haben, Gewalt einzusetzen (Imperator Furiosa, Sarah Connor, Ripley). Und ich finde es auch erfrischend, wenn sich Frauen im Film/Fernsehen mal „erlauben‟, Männer als Sexspielzeug zu benutzen (z. B. in The Fall oder in Amy Schumers Trainwreck) – statt umgekehrt. Trotzdem geht es, so finde ich, bei Emanzipation mitnichten darum, dass Frauen wie Männer sein wollen.

Also brauchen wir auch keine Jane Bond. Schreibt lieber neue Geschichten mit originär weiblichen Protagonisten! Im Fantasy-/Young-Adult-Bereich hat es doch mit Katniss Everdeen schon ganz gut geklappt. In Fernsehen haben wir jede Menge von weiblichen Hauptfiguren, die „ihren MannFrau‟ stehen. Das letzte Filmjahr hat ohnehin viele Filme hervorgebracht, die tolle Frauen als Hauptfiguren hatten – und mit Rogue One, dem neuesten Film aus dem Star Wars Universum, kommt Ende des Jahres schon wieder ein Science Fiction mit einer weiblichen Hauptfigur ins Kino. Geht doch?! Da kann uns doch eine Jane Bond gestohlen bleiben…

Was ist eure Meinung dazu? Wünscht ihr euch trotzdem einen weiblichen Bond, damit das Bond-Franchise ein wenig „entstaubt‟ wird? Wie müsste diese Jane Bond denn eurer Meinung nach aussehen (ich meine jetzt nicht die äußeren Merkmale)? Wäre Gillian Anderson die richtige Wahl?

Ich bin gespannt! 🙂

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Die Freitagsfrage, Film und TV abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

30 Antworten zu Die Freitagsfrage #18: Jane Bond statt James Bond?

  1. Zeilenende schreibt:

    Katniss habe ich in keiner Weise als Protagonistin der Hunger Games Reihe wahrgenommen, aber vielleicht bin ich auch zu alt dafür. Ich eröffne das Feld mal mit dem Inplay-Logik-Argument. Der „originale“ James Bond der Romane dürfte irgendwann um das Jahr 1920 geboren sein. Das Geburtsjahr 1920 selbst stammt soweit ich weiß nicht von Fleming, ist aber plausibel. Wenn die Abenteuer des Herrn Bond also in der Gegenwart spielen sollen, ist unser liebster Frauenverführer fast 100 Jahre alt. Da kann man den Darstellerwechsel auch nicht mehr mit Gesichtsoperationen erklären. Das Bond-Universum hat also zwei Möglichkeiten: Mit jedem Schauspielerwechsel wird ein neues Paralleluniversum aufgemacht – das würde Jane Bond ermöglich. Die (nicht unbedingt naheliegendere) Alternative ist James Bond als Identität für den jeweils besten Agenten des MI-6. Die Theorie müsste dann aber noch erklären, wieso „Frauen verführen“ und „Autos sprengen“ Merkmal gleich mehrerer Agenten 007 ist. Aber auch das spricht nicht gegen Jane Bond. Es wäre sogar höchst erstaunlich, wenn es keine Agentinnen beim MI-6 gäbe, die für die Auszeichnung in Frage kämen.
    Warum keine eigenständige Geschichte über einen weiblichen Geheimagenten mit tabula rasa? Ja, warum nicht? Weil James Bond eine starke Marke ist, die Strahlkraft hat. Gleiches gilt für Doctor Who. Eine Serie mit einem weiblichen Timelord? Könnte man machen. Muss aber erst etabliert werden. Wenn man den Doctor weiblich reinkarnieren würde, könnte man von der Marktmacht profitieren. Gleiches gilt für James Bond.
    Zurück zur Marke: Bond ist immer mal wieder modernisiert worden. Sean Connery war noch ein ziemlicher Weiberheld, Pierce Brosnan war eher ein Gentleman, Daniel Craig nehme ich überhaupt nicht in dieser Rolle war, der ist für mich vor allem ein abgebrühter Haudrauf. „Den“ James Bond gibt es nicht. Es muss nicht krampfhaft eine Jane Bond sein, aber man sollte sie auch nicht grundlegend ausschließen. Die Frage ist doch vor Allem: Kann ich so eine gute Geschichte erzählen? Und ich sehe in der Story Potential, vor Allem, wenn wir uns dafür entscheiden, 007/James Bond als Identität mit unterschiedlichen Trägern vorzustellen, als besten Agenten des MI-6:
    Den MI-6 gibt es seit knapp 100 Jahren. Nach 100 Jahren Seilschaft, in der vor Allem unausstehliche Chauvis der „Top-Agent“ waren, hat es endlich die erste Frau geschafft. Sie wird Jane Bond. Von allen anderen unterschätzt, misstrauisch beäugt, es wird gegen sie intrigiert. Und sie verfällt in das Bond-Verhalten: Autos in die Luft jagen, eine schnelle Nummer auf dem Schreibtisch mit Mister Moneypenny … Sie spielt das Spiel mit, erkennt aber im Laufe von 3-5 Filmen, dass sie sich so von den Strukturen instrumentalisieren lässt, die Frauen bislang von der Position zurückgehalten hat. Sie behält den Bond-Habitus bei, trinkt Whiskey, vernascht Mister Moneypenny, tut das aber bewusst, um Macht über die Herrenclique auszuüben, die ihr den Erfolg neidet.
    Ist das ein positives Bild von Macht und Frauen? Sicher nicht. Aber bei Bond geht es doch nicht um positive Bilder und die Macht darf ruhig auch mal schmutzig gezeigt werden. Bei Bond geht es um Unterhaltung. Und an einer Jane Bond, die das patriarchale Denken ihres Umfelds gegen das Umfeld wendet, hätte ich ziemlich viel Spaß. Manchmal reicht auch die Ohrfeige statt des positiven Gegenentwurfs.

    • singendelehrerin schreibt:

      Hm, das klingt alles recht logisch – trotzdem ist da bei mir eine innere Abwehr gegen die Vorstellung.

      Klar, kann man mit dem Bond-Franchise dann gleich auf Anhieb ein großes Publikum erreichen, vielleicht liegt es ja auch daran, dass ich nie ein allzu großer Fan der Bond-Filme war, auch wenn ich wahrscheinlich jeden gesehen habe. Ich finde die Figur – und du hast natürlich recht, dass jeder Darsteller etwas anderes in die Rolle einbrachte – einfach nicht spannend genug. „Casino Royale“ schien da mit Craig etwas Neues zu beginnen, aber richtig toll entwickelt hat sich die Reihe trotzdem wieder nicht.

      • Zeilenende schreibt:

        Ich bin auch kein großer Fan von Bond, ich werde mir nächste Woche wohl endlich mal Spectre anschauen, aber Goldfinger dürfte der einzige Bond sein, den ich mehr als 1x gesehen habe. Deshalb sehe ich letztlich auch das Argument „Marke James Bond“ als ausschlaggebend für Gillian Andersons Forderung an, warum es einen weiblichen Bond geben sollte. Andererseits könnte zumindest mich so ein Bond tatsächlich hinter dem Ofen hervorlocken und storytechnisch wäre das möglich, die Markenzeichen der Bond-Filme beizubehalten ohne die „Interessen des Feminismus zu verraten“. Ganz leidenschaftslos könnte aber meinetwegen auch eine Banane mit integriertem MG Bond spielen (oder Tom Cruise) – das hätte komisches Potential (zumindest die Banane). *g*

    • Amerdale schreibt:

      Genau die Argumentation ist es, warum ich keine Probleme damit habe, wenn es einen weiblichen Bond oder Timelord geben würde – aber ich hätte es nie so gut formulieren können.
      Ich denke gerade bei solchen Serien/Filmreihen, wo der Schauspielerwechsel mehr oder weniger offensichtlich in die Darstellung der Figur miteingebaut wurde, ist es durchaus passend, wenn die traditionelle Besetzungsregeln aufgebrochen wird. Klar, muss nicht unbedingt eine Frau sein, auch die Vorstellung eines männlichen nicht-weißen Bonds sorgt ja schon für genug Aufregung, warum auch immer.

      • Zeilenende schreibt:

        Normative Strukturen … Wir denken uns unser Umfeld nun einmal so, wie wir selbst sind und anhand dessen, was wir sehen. Ich hab das unten nochmal ein wenig ausgeführt.

  2. suzy schreibt:

    Ich brauche auch keinen weiblichen Bond. Bond ist Bond, ich kann mir so keine Frau vorstellen, das wäre irgendwie lächerlich! Es gibt genug starke Frauencharaktere in Büchern und Filmen. Katniss, ja gerne! Für mich eine starke Frau! Und starke Frauen definieren sich nicht darüber dass sie reihenweise Männer vernaschen oder mit der Kanone rumwackeln 🙂

  3. mwj schreibt:

    Also ich hätte nichts dagegen, vor allem nicht wenn Gillian Anderson die neue Agentin 007 wird. 😉

  4. Herba schreibt:

    Ich sehe es wie Du: Emanzipation ist wichtig, genau wie Diversität in Filmen, aber wenn ich eine Romanvorlage habe, nach der ich mich richte und in der eine Person als männlich/weiblich oder schwarz/weiß/asiatisch, etc. beschrieben ist, wieso sollte ich dann im Film irgendetwas anderes daraus machen (wobei das im Theater bei Shakespeare mittlerweile ja durchaus funktioniert).
    Zumal ich ehrlich gesagt einfach nicht glaube, daß die Macher von Bond eine funktionierende Marke mit so vielen Fans der Gefahr aussetzen extrem an Popularität zu verlieren, wenn sie eine so gravierende Änderung vornehmen. Broccoli und WIlson sind zwar mutig, aber für SO mutig halte ich sie dann doch nicht 🙂

    • singendelehrerin schreibt:

      Ah, schön, dass du Theater erwähnst! Das stimmt, dass gerade im englischen Theater (das kann ich inzwischen besser beurteilen als das deutsche) Diversität gelebt wird: Da ist der Vater von Frankenstein indischer Herkunft und sein Bruder schwarz – und es stört kein bisschen. Bei Shakespeare-Stücken werden gerne auch mal Nebenfiguren weiblich, die im Original männlich sind. Das finde ich auch OK. Dennoch habe ich kein Bedürfnis nach einem weiblichen Hamlet oder einer Queen Lear.

      Ich kann mir jetzt auch nicht vorstellen, dass bei den Machern von Bond „die Zeit reif ist“ für eine weibliche 007. Ich fürchte, dass auch ein schwarzer Bond noch nicht „durchgeht“ – Idris Elba gehen auf jeden Fall angeblich die Spekulationen inzwischen auf die Nerven…

      • Zeilenende schreibt:

        Ich hoppel mal munter durch die Kommentare, du hast ja auch ein Händchen für spannende Fragen. 🙂

        Gemäß der historischen Aufführungspraxis in moderner Kostümierung würde ich mir ja beinahe Dolly Parton in der Rolle des James Bond, nicht der Jane Bond wünschen.

        Letztlich zeigt sich doch in der Frage, dass diskriminierende Strukturen entlang der Linien Race-Class-Gender immer noch bestehen. Das „schöne“ ist, dass sich damit Denkfiguren übertragen lassen. So wie die Gesellschaft einem Mann grundsätzlich unterstellt, heterosexuell zu sein, wird ihm zugleich unterstellt, weiß zu sein, selbst (oder gerade weil!) seine Hautfarbe nicht thematisiert wird. Es kann sein, dass Fleming nie geschrieben hat, dass Bond ein Weißer ist … Wir nehmen es aber an, weil es unserer Welt entspricht.
        Aber selbst wenn Bond explizit als Weißer markiert ist, stellt sich die Frage ob das so sein muss (er ist immerhin eine Figur!). Und wenn es nicht so sein muss, stellt sich zumindest mir die Frage: Wieso darf der Weiße den Chauvi spielen, der Schwarze auch, aber wieso darf die Frau den Chauvi nicht spielen? (Egal ob das so erstrebenswert ist oder nicht … Es gibt auch „positiven“ Sexismus und Rassismus) Oder mal mit der Chauvi-Rolle herum-spielen, statt sie zu spielen?

        • Zeilenende schreibt:

          Nachtrag … Das klingt ein bisschen nach Rassismus- und Sexismus-Vorwurf. Ganz kurz dazu: Vor solchen Denkstrukturen ist niemand sicher. Eben weil sie normativ so stark sind, hinterfragen wir sie selbst nicht.
          Selbst wenn man für solche Fragen sensibilisiert ist, erliegt man solchen Vorurteilen ständig. Mir geht es da auch nicht besser.

          • singendelehrerin schreibt:

            Ich habe oben geschrieben, dass mir das durchaus gefällt, wenn – wie z. B. Gillian Anderson in „The Fall“ oder Amy Schumer in „Trainwreck“ sich mal so aufführt, wie es Männern oft zugeschrieben wird: die beiden Frauen angeln sich Männer bewusst nur für den Sex. Ich habe also nichts dagegen, wenn mit den Rollenbildern gespielt wird. Und ich finde es dann auch nicht mehr oder weniger verwerflich, wenn eine Frau Männer benutzt als wenn ein Mann Frauen benutzt. Wobei aber tatsächlich ein kleiner Unterschied bleibt, rein von dem her, wie ein Geschlechtsakt nun mal abläuft (zwischen Mann und Frau) – aber ich glaube, wir kommen etwas vom Thema ab. 😉

            Trotzdem muss ich keinen weiblichen Bond haben. Das heißt aber nicht, dass ich deswegen auf die Barrikaden gehen würde (so viel Herzblut stecke ich nicht in dieses Franchise), im Gegenteil: ich würde ihn mir mit Sicherheit ansehen.

  5. Wortman schreibt:

    Die weiblichen Ghostbusters gehen ja wohl gar nicht. Das nenne ich Verhunzung eines coolen Films.
    Ein weiblicher Bond? Bitte nicht… Die Figur ist nicht als Frau ausgelegt… Also Finger weg!!

  6. hurzfilm schreibt:

    Überleg, hast du dich hier nicht mal aufgeregt, weil ich mich meinerseits über den weblichen „Thor“ aufgeregt habe? 😉

    Also, ich hätte kein Problem mit einer Jane Bond. Aber mit einem weiblichen Thor – aus den damals schon geschilderten Gründen – schon.

    Entscheidend ist IMHO, wie die Figur geschrieben wird. Quietschende Nervensäge wie Supergirl, die in jedem dritten Satz implizit darauf hinweisen muss, dass sie das als „Girl“ jetzt auch kann oder cool wie Emily Blunt in Sicario?

    • hurzfilm schreibt:

      Ach so – ich würde gleich Emily Blunt für die Rolle vorschlagen, wenn wir schon dabei sind. Passt auch, da Britin.

    • singendelehrerin schreibt:

      Das war damals auch der Kontext, in dem du das geschrieben hast, warum ich mich geärgert hatte – da ging es nämlich drum, dass du gegen „Feminismus um jeden Preis“ abzogst, oder so…

      Ich brauche für mein Empfinden von Feminismus oder Emanzipation WEDER einen weiblichen Thor NOCH einen weiblichen Bond. Ich würde aber jetzt auch nicht ausflippen, wenn beides doch käme. Ich will ja starke Frauenrollen, finde aber eben, dass es dazu nicht ausgerechnet die Figur des Bond braucht.

      • hurzfilm schreibt:

        Hihi, ich hab mal nach meinem alten Beitrag gesucht und festgestellt, dass wir uns beide(!) falsch bzw. nicht vollständig erinnerten, was ich damals geschrieben habe:

        „(…) kann man aber durchaus kritisieren, dass immer mehr bereits etablierte(!) Action-Reihen und Comics von weiblichen Lead-Charakteren gekapert werden. Mad Max ist da wohl noch harmlos, inzwischen ist sogar Thor(!) zur Frau geworden, jedenfalls in den Comics. Die Filme werden vermutlich irgendwann folgen.

        Man kann sogar auf dem Standpunkt stehen, dass dies gerade nichts mit „Feminismus“ zu tun hat, da es bei genauerem Hinsehen doch bedeutet, dass man originär weiblichen Charakteren nicht zutraut, erfolgreich zu sein – warum sonst auf das Umstricken bereits existierender und erfolgreicher männlicher Charaktere zurückgreifen (…)“

        https://singendelehrerin.wordpress.com/2015/05/14/mad-max-fury-road-3d-george-miller-aususa-2015-kurzkritik-spoilerfrei/

        Kurz: Meine Argumentation von damals ist sehr ähnlich zu deiner von heute. 😉

        Insofern gebe dir recht: Es wäre vielleicht sinnvoller, eine neue Agenten-Figur zu schaffen, als James Bond geschlechtsumzuwandeln. Ob die Agentin dann die Nummer 006 kriegen darf oder ist das schon wieder eine sexistische Anspielung? 😉

  7. bullion schreibt:

    Vermutlich interessiert mich James Bond als Figur zu wenig als dass mich eine Jane Bond aufregen würde. Da bin ich echt leidenschaftslos, fände es andererseits aber auch irgendwie schade, da es ja bereits tolle weibliche Heldinnen in ähnlichen Setting gibt (z.B. Sydney Bristow). Was die weiblichen Ghostbusters angeht: Why not? Aber eben nicht mit der Ausrichtung, die der Film, wenn man dem Trailer glauben mag, hat.

    Joss Whedon könnte sich jetzt doch nach Marvel etwas richtig cooles Neues einfallen lassen… 🙂

    • singendelehrerin schreibt:

      Ich glaube, irgendwie wird mein Text zu sehr so gelesen, als würde ich am liebsten sofort bei change.org eine Petition für die Erhaltung des männlichen Bonds einstellen. Dazu stehe auch ich Bond viel zu leidenschaftslos gegenüber.

      Worum es mir geht, und das sagst du ja auch: Es GIBT doch weibliche Heldinnen im Spion-Genre, freilich MEHR in Serien als in Filmen, aber warum nicht in diese Richtung weitergehen? Ähnlich wie es mich nervt, wenn das x-te Reboot von Spider-Man angekündigt wird, fände ich es irgendwie einfallslos, wenn man jetzt – nach den weiblichen Ghostbusters – dann als nächstes Jane Bond, danach Janine Bourne und schließlich Iron Woman drehen würde. Und das Ganze eben als großer Schritt für gender equality gefeiert wird. Innovativ könnte man das wohl nicht gerade nennen…

  8. pimalrquadrat schreibt:

    Yay für mehr weibliche Helden! Heldinnen wie Rey, die neu sind und ihre eigene Story bekommen, sofort nehm ich die!
    Nay für „Heldinnen“ wie die Ghostbusterinnen oder Jane Bond oder die T(h)orin, die nur darauf basieren, eine bestehende Figur zu nehmen und deren Geschlecht zu wechseln. Was soll das? Welche besonderen Handlungsoptionen, Konflikte und Themen lassen sich denn damit behandeln? „Oh, seht mich an, ich bin der weibliche Thor und wurde jahrtausendelang von Männern aller Nationen diskriminiert“, das geht halt nicht.
    Bond ist seit Jahrzehnten eben genau das: Bond. Männlich, Brite, Frauenheld. Punkt. Inwiefern das nun sexistisch sein soll, das erschließt sich mir nicht. Klar ist Bond kein Ausbund an Tugenden, wie sie ihn emanzipierte Frauen/Feministinnen fordern bzw. gerne hätten (Naja, trotzdem sitzen im Kino wieder um die 50% Frauen, so schlimm kanns dann ja auch nicht sein, oder?). Soll er ja auch gar nicht, und das muss er auch gar nicht, und das sage ich, ohne einen Craig-Bond gesehen zu haben, weil ich die Filme so spannend auch nicht finde. Aber Bond ist eine Filmfigur unter zig anderen, und wer sie nicht mag, der geht halt nicht ins Kino, sondern schaut sich halt andere Filme an. Sicario hast du ja bereits erwähnt, und die Auswahl an taffen Frauen nimmt ja zu, wenn auch vielleicht etwas langsam.
    Zumal man mit dieser Nichtargumentation ja letztlich jeden Film remaken und genderswappen kann, „Die Herrin der Ringe: Die Gefährtinnen“, oder „Star Wars: Rückkehr der Jedinnen-Ritterinnen“, mit Darth Vaderina und der Imperatorin auf Botox als Bösewichterinnen.
    Ja, da bin ich echt auf Krawall gebürstet. ^^‘ Ich bin da absolut kategorisch: Wer gerne mehr Frauen in Rolle XYZ sehen möchte, der soll eben diese Rollen erfinden und eine passende Handlung gleich mit, und nicht einfach bereits existierende Charaktere/Filme nehmen und genderswappen. Das ist nämlich sowohl ein Armutszeugnis für die Kreativität, wenn es um weibliche Protagonisten, Problematiken und Konflikte geht, als auch, wie Ghostbusters in meinen Augen zeigt, bestenfalls E-Movie-Niveau.
    Zugleich ist es aber auch Symptom für eine in meinen Augen falsch verstandene Form von Gleichberechtigung, und da stimme Catherine Shoard ebenfalls zu. Gleichberechtigung heißt eben gerade nicht, dass man jeden Mann durch eine Frau ersetzt und dabei Handlungen und Charaktereigenschaften beibehält, sondern, dass Frauen die Möglichkeit haben, alles zu tun und zu ein, aber eben auf ihre Art.

  9. Miss Booleana schreibt:

    Geht mir da eigentlich genauso wie dir – ich finde es etwas armselig, wenn man jetzt aus gespielten und falschem Diversity-Willen alle möglichen Rollen zwanghaft mit Frauen besetzen muss. Das sorgt dann wieder nur für Stirnrunzeln und blöde Sprüche bei den Männern, die das Gefühl haben, dass man ihnen etwas wegnimmt. Nee … dann lieber neue einzigartige Rollen und wir sparen uns das diskutiere und die Sprüche von den Chauvis.
    Außerdem bin ich auch Team Elba. 🙂 Ich möchte meinen Bond-Girls aufreißenden Bond haben … was soll ich mit Jane Bond. 🙂

  10. Stepnwolf schreibt:

    Es muss ja keine Jane Bond sein (sie darf ruhig anders heißen). Aber eine Geheimagentin im britischen MI6 Kontext wäre schon eine interessante Idee. Natürlich würde sie nicht wie der klassische Bond handeln, weil … naja, ist halt ne Frau. Die hat auf geheimdienstlicher Ebene sicher ganz andere Qualitäten. Sie muss nicht zuvorderst schlagfertig sein, zumindest nicht physisch, sonder glänzt eher mit Verschlagenheit und Raffinesse. Der neue James Bond (wer auch immer es sein wird) darf ja dann gern als Sidekick mal kurz im anderen Film vorbeischauen. Vielleicht trifft man sich beim Meeting im Flur und quatscht ne Runde mit Moneypenny… 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s