X-Men: Apocalypse 3D/Dolby Atmos (Bryan Singer, USA 2016): Kurzkritik

Zur Info: „Kurzkritik‟ bedeutet bei mir immer, dass ich kein Summary zum Plot liefere.

Quelle. movieweb.com

Wie soll ich einen Film unvoreingenommen und „objektiv‟ bewerten, wenn ich bei jeder Szene, in der mindestens einer von zwei gewissen Schauspielern beteiligt ist, einfach nur in awe bin? James McAvoy und Michael Fassbender haben mich so in ihren Bann gezogen, dass das ganze Spektakel außen rum völlig zweitrangig geworden ist. Die beiden sind einfach in der Darstellung dessen, was in ihrem Inneren vor sich geht, so unfassbar gut, dass das, was sich außen abspielt, verblasst. (Ja, ich weiß, ich wiederhole mich. 😉 )

Das bedeutet aber nicht, dass die anderen Charaktere notwendigerweise dagegen verblassen. Neben den bereits bekannten, Jennifer Lawrence als Raven und Nicholas Hoult als „Beast‟, überzeugt auch die Besetzung der neuen jungen Alter Egos von Jean Grey (Sophie Turner; Game of Thrones), Scott „Cyclops‟ Summers (Tye Sheridan; Mud) und Kurt „Nightcrawler‟ Wagner (Kodi Smit-McPhee; The Road) (u. a.) durch die Bank, auch wenn freilich Sophie Turner als Jean Grey noch nicht an die Ausstrahlung von Famke Janssen ( ❤ ) rankommt. Ein weiteres Highlight war erneut (wie schon in Days of Future Past) Evan Peters als Peter „Quicksilver‟ Maximoff.

(Im Folgenden werde ich um eventuelle Spoiler nicht herum kommen, diese sind jedoch gekennzeichnet und farblich unkenntlich gemacht. Wer die Story, auftauchende Figuren aus dem X-Men-Universe, usw. eh schon kennt, findet meine „Spoiler“ vermutlich lächerlich, trotzdem: Lesen auf eigene Gefahr! 😉 )

Und der Bösewicht? Oscar Isaac hätte die starke Maske, die er als „Apocalypse‟ tragen muss, eigentlich nicht nötig, da er – ich pries ihn schon des öfteren dafür – in jede Rolle so komplett eintaucht, dass er in jeder Rolle völlig anders wirkt und der Schauspieler dahinter kaum zu fassen scheint. Insofern fand ich es etwas schade, dass sein Bösewicht hier im Grunde genommen fast nur mit der Stimme agieren kann (und die ist auch noch verzerrt). Überhaupt muss ich zugeben, dass es mich etwas langweilt, wofür die alten Ägypter mit ihren Pharaonen und Göttern immer so herhalten müssen. Ich verstehe ja die Faszination ob der gewaltigen Pyramiden, aber dass SPOILER? die X-Men natürlich auch auf die Erschaffer der Pyramiden zurück gehen… naja, sei’s drum.

Und warum muss es eigentlich immer gleich um die Apokalypse gehen? Nun, man könnte böse sein und unterstellen, dass Bryan Singer sowohl Joss Whedon (Avengers I + II) als auch Zack Snyder (insb. Man of Steel) übertreffen wollte, was den Zerstörungsgrad der Erde anbelangt. Herzlichen Glückwunsch, Herr Singer, Sie haben gewonnen! Interessant aber fand ich die Art und Weise, wie die Erde von SPOILER? allen Atomwaffen befreit worden ist. Ich habe erst echt befürchtet, dass Apocalypse (mit „Hilfe‟ von Charles Xavier) die ganzen Atomwaffen auf der Erde explodieren lässt, dann hatte er aber doch einen – im Grunde zunächst friedvolleren – anderen Plan. Die Anspannung, die ich während dieser Szenen verspürt habe, zeigt, dass diese Irreführung des Zuschauers doch ganz gut funktioniert.

Toll fand ich die Storyline um Eric „Magneto‟ Lehnsherr, der sich tatsächlich an einem normalen Leben versucht, dann aber – SPOILER erneut – alles verliert, das er liebt (eine wirklich herzzerreißende Szene), was seine erneute Hinwendung zu seinem Dasein als Magneto und die Abwendung von der Menschheit erklärt. Perfide, wie Apocalypse ihn SPOILER dann noch nach Auschwitz bringt, um ihn endgültig auf seine Seite zu ziehen.

Mir hat auch sehr gut gefallen, dass Rose Byrne als CIA-Agentin Moira MacTaggert (First Class) zurückkehren durfte, wogegen SPOILER Wolverines Auftritt ein bisschen unnötig war (und eigentlich nicht ganz logisch, wenn man sich an das Ende des letzten Teils erinnert – waren es da nicht Mystiques Augen, die da hervorblitzten in „Major Stryker‟?!? Warum hat ihn jetzt doch der echte Stryker?) – ein Gimmick für die Fans, mehr nicht. Gefreut habe ich mich trotzdem, das gebe ich zu.

Fazit: Wenn man es schafft, hinter die Fassade der überbordenden Action zu sehen und sich statt dessen auf die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander konzentriert, dann punktet dieser Film erneut – wie seine Vorgänger First Class und Days of Future Past – durch tiefgehende Emotionen. Darin sind insbesondere McAvoy und Fassbender Meister und wenn Professor X gegen Ende des finalen Showdowns ruft: „Unleash your powers!‟ und diese dann wirklich entfesselt werden (ich verrate nicht, durch wen), dann geht das durch Mark und Bein. So ging es mir zumindest und deswegen gibt es von mir 8 von 10 Punkten – entgegen der Meinung der Kritiker (Metacritic 51 von 100) und auch vieler Kinogänger (noch basieren die 7,9 auf IMDb ja nur auf gut 8.000 Stimmen).

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17 Antworten zu X-Men: Apocalypse 3D/Dolby Atmos (Bryan Singer, USA 2016): Kurzkritik

  1. hurzfilm schreibt:

    „Wenn man es schafft, hinter die Fassade der überbordenden Action zu sehen und sich statt dessen (…)“

    Ich habe eine Idee: Eine Streaming-Website, die nur um alle Actionsequenzen und Explosionen bereinigte Blockbuster anbietet.

    Gut, eine Michael Bay Produktion hätte dann halt nur noch 120 Sekunden statt 120 Minuten. 😉

  2. bullion schreibt:

    „Kurzkritik‟ bedeutet bei mir immer, dass ich kein Summary zum Plot liefere.

    Oh, dann ist jede meiner Kritiken eine Kurzkritik… 😀

    Zum Film: Ich muss erst noch den Vorgänger schauen, will die Trilogie irgendwann aber doch vollmachen…

  3. jacker schreibt:

    Ikk bin confused – war Jennifer Lawrence nicht die junge Mystique? Es verschwimmt alles in meinem Kopf.

    #SuperheldenOverdose

  4. hurzfilm schreibt:

    Famke Janssen spielt übrigens inzwischen in „The Blacklist“ mit, Ihr Character soll sogar ein eigenes Spin-Off kriegen…

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