Media Monday #251

Nach einem extrem arbeitsintensiven Wochenende, an dem ich es trotzdem geschafft habe, am Samstag mal wieder laufen zu gehen und am Sonntag im Regen viel Grün zu fotografieren, wünschte ich mir, noch einen Tag anhängen zu können, an dem ich mal gar nichts machen muss. Das ist aber nicht drin, denn die kommende Woche verspricht auch eher volles Programm.

Deswegen – without further ado – jetzt schnell der Media Monday, bevor ich mich ins Bett verziehe…

1. Enttäuschung drückt nicht annähernd aus, was ich empfand, als ich The Hobbit: The Desolation of Smaug gesehen hatte. Ich finde, es ist mal wieder Zeit, das zu betonen… 😀

2. Wenn andere so über die Serie Game of Thrones reden, kann ich nur begrenzt mitreden, denn ich habe nur die erste Staffel komplett gesehen und die ersten vier Bücher gelesen.

3. Manchmal fragt man sich ja, was die Verantwortlichen sich bei der Auswahl der Filmtitel denken, wie etwa bei— . Hm, wenn da Originaltitel gefragt sind, fällt mir gerade nichts ein, denn selbst komisch klingende Titel, wie Dude, Where’s My Car? oder Hot Tub Time Machine treffen ja den Kern des Filmes jeweils ziemlich gut. 😉

4. Bei historischen Stoffen ist eine gewisse Authentizität wichtig. Es kommt dabei natürlich darauf an, worum es geht, wie ernst sich der Film (oder das Buch) nimmt, und in welcher Epoche das Ganze angesiedelt ist. Aber mir ist es z. B. aufgestoßen, dass Ken Follett in World Without End den Charakteren z. Tl. Wörter in den Mund gelegt haben, die zu dieser Zeit aller Wahrscheinlichkeit noch nicht in der Form verwendet wurden.

5. Vom Set-Design her hat Peter Jackson mit seinen zwei Mittelerde-Trilogien sicher Maßstäbe gesetzt (auch wenn… s. 1.). Es wäre schon ein Traum, in zumindest einem Set – Hobbiton – einmal rumzulaufen.

6. Eines der wohl meistbemühten Klischees ist es ja wohl, dass zu einem Happy End in Sachen Liebe die Familiengründung gehört. Als Kinderlose könnte ich da inzwischen regelmäßig kotzen, wenn mal wieder Kinder als das einzig Glücklichmachende dargestellt werden. Und zwar nicht nur in der Fiktion – neulich schrieb eine Schülerin, dass Kinder das beste Geschenk (auch wenn sie zunächst „pest present‟ schrieb :mrgreen: ) sind und dass JEDE Frau sich nichts sehnlicher wünscht als ein Kind. :-/ Ja, ich dachte auch, dass ich einmal Kinder haben würde, dass das irgendwie ganz natürlich zu meinem Lebensplan gehören würde. Aber bin ich jetzt todunglücklich, weil ich keine Kinder habe? Nein. Und dann gibt es doch tatsächlich auch Frauen, die sich ganz bewusst dagegen entscheiden, Kinder zu haben. Da gibt es auch ein paar in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Ist ihnen für immer und ewig ein Happy End versagt? Und wer sagt schon, dass Kinder immer nur glücklich machen? Du machst dir Sorgen, wenn sie vielleicht schwer krank sind oder schlecht in der Schule, musst vielleicht allabendlich Gezeter anhören, weil sie nicht ins Bett wollen, hast kaum Zeit für dich… Wie viele Familien zerbrechen? Don’t get me wrong: Ich finde es toll, wenn Familie funktioniert und glücklich macht. Ich komme aus einer wunderbar heilen Familie. Aber dieses Klischee, dass man/frau nur mit Kind glücklich wird, habe ich wirklich sowas von satt.

7. Zuletzt habe ich in der Sneak Preview The VVitch: A New-England Folktale gesehen und das war für mich eine nicht ganz gelungene Horror-Mischung, weil mich die übernatürlichen Aspekte nicht überzeugt haben. Das Setting, die In-the-middle-of-nowhere-Atmosphäre, der religiöse Fanatismus innerhalb der Familie (we are all born sinners), Kamera, Schauspieler – das alles war schon richtig gut. Aber dann wurde mir zu viel Übernatürliches vermischt: Ging es denn jetzt eigentlich um Hexerei, Satanismus oder Besessenheit? Und warum muss die „junge Hexe‟ aufgespritzte Lippen haben? Trotzdem gibt es schon einige interessante Aspekte (man kann die Geschichte auch als Coming-of-Age-Story sehen), am gruseligsten fand ich ja in der Tat die übermäßig frommen Eltern und die Zwillinge, die mit dem schwarzen Ziegenbock zu sprechen scheinen… Da hätte ich auf eine Hexe gut verzichten können.

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13 Antworten zu Media Monday #251

  1. mwj schreibt:

    Es gibt nicht nur Frauen, die sich bewusst dafür entscheiden, keine Kinder zu bekommen. Es gibt auch Männer, die sich bewusst entscheiden, keine in die Welt zu setzen.

  2. bullion schreibt:

    Smaug hätte ich bei der ersten Frage auch fast genommen, aber nur um wieder auf HFR rumzureiten. Gut, dass ich es nicht gemacht habe.

    Bei 6. kann ich dir, auch als glücklicher Familienvater, nur zustimmen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden – und keine Entscheidung ist besser oder mehr wert als die andere.

  3. pimalrquadrat schreibt:

    Hm, ja, der Hobbit. Ich schwanke immer noch zwischen Tränen und Wut beim Gedanken daran, was daraus gemacht wurde.

    Kinder, ohje, ja, ein heikles und schwieriges Thema. Erst recht als Frau, aber auch als Mann macht man(n) sich so seine Gedanken. Sicher, es wäre schön, der Nachwelt ein bleibendes Andenken an meine großartigkeit zu hinterlassen, oder jemanden zu haben, dem ich von Kindesbeinen an die Freude an Mittelerde vererben könnte (wer Mittelerde nicht mag, der wird enterbt!), aber es gibt auch so viele Schattenseiten. Gut, bei mir stellt sich die Frage vorerst eh nicht. :mrgreen:

    • singendelehrerin schreibt:

      Ihr Männer dürft ja eh länger überlegen, was ihr wollt. *motz* Du kannst ja dann mit 60 noch kleine Hobbits zeugen. 😛

      • pimalrquadrat schreibt:

        Ts, als ob es was bringt, noch mit 60 einen Frodo in die Welt zu setzen. Bis der volljährig ist, da bin ich 78 und dement! 😮
        Und überleg mal, wer wechselt dann wem die Windeln! 😮
        Nene, ich finde für mich, dass spätestens mit 40 das Thema erledigt sein wird. Da bin ich bis zur Volljährigkeit dann auch schon 58, aber (hoffentlich) noch fit genug, um auch ein wenig mehr als nur die Kindheit miterleben zu können. 😉

        Außerdem: Überleg mal, wo nehm ich all die Hobbitnamen her? 😛

  4. KirstenSE schreibt:

    Zu 1: mir war insgesamt viel zu wenig Mikael Persbrandt als Beorn drin! Hätten sie auch irgendwen casten können für die Peanuts!
    zu 6: Der Ansatz ist schon ganz falsch: Kinder sind nicht dazu da, die Eltern glücklich zu machen, sondern umgekehrt. Wenn man nur Kinder bekommt, damit das eigene Leben besser wird, kann das nur schiefgehen! Besser wenn manche Menschen keine Kinder bekommen würden! Und bitter ist die Vorstellung, dass nur mit Kindern das Leben perfekt wird für die, die sich Kinder wünschen, aber keine bekommen können.
    zu 7: Ich habe gehört, dass The Witch sehr inspiriert von Arthur Millers The Crucible ist. Daher würde es mich auf jeden Fall interessieren.

  5. Komisch, das Familien immer nur als „heil“ gelten, die dem klassischen Bild entsprechen. Wie viele sind davon unglücklich, weil Vater und Mutter sich jeden Abend kloppen? Und im Gegensatz dazu kann man mit einem alleinerziehenden Elternteil kann ein sehr schönes Familienleben haben.

  6. Zeilenende schreibt:

    Das heteronormative Ideal schlägt unversehens immer wieder zu. Ich finde es ja regelrecht erstaunlich, dass sich die individuellen Lebensentwürfe immer weiter ausdifferenzieren und das auch ganz praktisch. Das Mädel mit den „pest presents“ wird womöglich mal erfolgreiche Wirtschaftsjuristin, kinderlos und wechselt alle halbe Jahre zu einem jüngeren Partner. Und dennoch hält sich in den Köpfen „Ehe und Kinder“.
    Ich habe sogar das Gefühl, dass dieses Ideal wieder stärker wird. Nicht so, dass erwartet wird, so zu leben, sondern eher so wie der Traum der Blumenkinder, als Aussteiger zu leben. Schon irgendwie verrückt. Aber wo die verbindlichen Orientierungswerte verloren gehen, muss man sich eben eigene schaffen.

  7. Gloria Manderfeld schreibt:

    Ich habe mir bei 6. das andere nervige Klischee rausgesucht, das dann in Deines überleitet …^^ letztendlich merkt man bei vielen Filmen den moralgetränkten Zeigefinger dann doch immer wieder, mit dem bestimmte Lebensmodelle favorisiert werden. Selbst in den ach so modernen Serien sind die glücklichsten Frauen immer die mit Mann und Anhang trotz größerem Chaospotential. Ich muss sagen, dass mich das inzwischen doch übel anödet.

  8. jacker schreibt:

    Zu 1) kann ich nur sagen: Immer feste drauf auf den HOBBIT-Murks!

    Zu 6): Auch die Ehe scheint mittlerweile wieder zum guten Ton zu gehören. Vielleicht kommt mir das auch nur so vor, weil plötzlich alle Freunde heiraten und ich regelmäßig schief angeguckt werde, wenn ich verlauten lasse, dass trotz 12 Jahren super Beziehung mit meiner besseren Hälfte ich keinerlei Ambitionen in die Richtung habe, weil ich Hochzeit als antiquierten, ursprünglich von der hässlichen Kirche (rotes Tuch, rotes Tuch, rotes Tuch) aufgezwungenen, vollkommenen Unsinn ansehe und aus meiner Weltsicht schlichtweg gestrichen habe. „Aber man muss doch irgendwann“ heißt es dann. „Wait.. But.. Why?“

  9. Wortman schreibt:

    Das ganze Hobbitding war eine Enttäuschung!
    Erste Staffel GoT – und in 7 Tagen startet die 6. Staffel 🙂
    Hobbiton gibt es aufgebaut in Neuseeland 🙂

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