Media Monday #249

Ohne große Vorrede, weil ich gleich weg muss, um The Good, the Bad, and the Ugly im Kino anzusehen: der heutige Media Monday, dessen Lückentext Wulf vom Medienjournal aufgrund von technischen Problemen (siehe 1.) später als gewohnt zum Ausfüllen zur Verfügung gestellt hat.

1. Weil es heute so schön passt: Bei technischen Problemen mit meinem Blog frage ich meinen Freund. Wenn es allerdings an WordPress liegt, wird er auch nicht helfen können, weil er sich mit solchen Plattformen nicht beschäftigt.

2. Die Jane Eyre-Verfilmung von 2011 mit Mia Wasikowska und Michael Fassbender wird – wie ich finde – seiner Vorlage absolut nicht gerecht, da Fassbender mich als Mr Rochester einfach nicht in derselben Weise fasziniert hat wie dieser raue Charakter im Buch. Ich mag Fassbender eigentlich (fast) in jedem Film, halte wirklich sehr viel von ihm, aber hier war er aus meiner Sicht fehlbesetzt. Außerdem war da kaum Chemie zwischen ihm und Mia Wasikowska als Jane Eyre, die außerdem irgendwie nicht plain genug war. Nicht nur die Hauptcharaktere fand ich nicht überzeugend, auch die Auswahl dessen, was reingenommen worden ist aus dem Buch, und was weggelassen wurde, hat mir nicht immer eingeleuchtet. Mein Lieblingsverfilmung von Jane Eyre ist und bleibt die mehrteilige mit Ruth Wilson und Toby Stephens (2006).

3. Davon ausgehend, dass ich ja heuer schon wieder eine USA-Reise antrete, ist es fraglich, ob ich vorher noch ein weiteres Mal nach London (ich fliege schon Ende Mai und dann nochmal Anfang Oktober) jetten kann, um Ralph Fiennes als Richard III (Mitte Juni bis Anfang August im Almeida Theatre) zu erleben.

4. Alles redet über Batman und Superman. Ich für meinen Teil hoffe jetzt auf bessere Duelle im bald anlaufenden Captain America: Civil War.

5. Müsste ich euch mal so ein richtig tolles Buch empfehlen, wäre das What I Loved von Siri Hustvedt, der Ehefrau von Paul Auster. 2004 habe ich Folgendes darüber geachrieben: Es spielt im Künstler- und Akademikermilieu New Yorks, dem Wohnsitz von Auster und Hustvedt, und besticht zu allererst durch seine detailgenauen Beschreibungen der Kunstwerke, die eine der Figuren – William Wechsler – erschafft. Man sieht diese Gemälde und „Installationen“ förmlich vor sich. Erstaunlich auch, wie schnell man vergessen hat, dass der Autor dieses Romans eine Frau ist, hat die Geschichte doch einen männlichen Ich-Erzähler (Leo Hertzberg, Kunsthistoriker), was für mich zunächst recht ungewohnt war. Am faszinierendsten jedoch war für mich die tragische Geschichte, die sich um das Leben zweier befreundeten Paare und ihrer Söhne rankt. Hustvedt schafft es, die Emotionen und Gedanken der Figuren so darzustellen, dass man ein tiefes Mitgefühl für sie entwickelt und von den tragischen Ereignissen und Schwierigkeiten erschüttert wird. Eine Vielzahl an unterschiedlichen Themen werden angesprochen: psychische Krankheiten, Essstörungen, Liebe, Freundschaft, moderne Kunst, Drogen, der Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen, Mord, so dass dieser Roman den Leser sowohl auf intellektueller als auch auf emotionaler Ebene anspricht und nie aus seinem Bann lässt.

6. Während ich beispielsweise The Pillars of the Earth oder A Place Called Freedom richtiggehend großartig fand, konnten mich spätere Werke von Ken Follett leider nicht annähernd so überzeugen, weil letztlich seine „Masche‟, Spannung zu erzeugen, immer die gleiche ist, was auf Dauer langweilt.

7. Zuletzt habe ich die letzte Folge der 2. Season von Daredevil gesehen und das war in den Schlussmomenten traurig und gleichzeitig Hoffnung machend, weil einige neue Entwicklungen angedeutet werden (das Einzige, das hier ohne Spoiler zu sagen wäre: Foggys neuer Job), die Lust auf mehr machen.

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10 Antworten zu Media Monday #249

  1. mwj schreibt:

    Ich als alter Schwarzseher prognostizierte für „Civil War“ einen ähnlichen „guten“ Film. *muhahaha* 😀

  2. pimalrquadrat schreibt:

    Wow, du bist ja richtig globetrottig unterwegs! 😀
    Ich freu mich schon auf die vielen Bilder und Eindrücke! 😉

  3. bullion schreibt:

    „What I Loved“ klingt toll. Auster mag ich sehr und auch das Buch seiner Frau klingt famos. Aber mit dem Lesen ist es irgendwie noch schwieriger als mit dem Schauen. Und ich befürchte im Sommer wird das nicht einfacher werden. Obwohl, wenn der Garten dann mal steht… hmmm… 🙂

    • singendelehrerin schreibt:

      Ich muss dich aber ein bisschen vorwarnen – eine Freundin von mir konnte das Buch nicht lesen, weil ihre Tochter damals noch recht klein war und sie das Geschehen im Buch zu sehr mitgenommen hat. Aber trotzdem glaube ich, dass es dir als jemand, der Auster mag, sehr gut gefallen müsste.

  4. hurzfilm schreibt:

    „Zuletzt habe ich die letzte Folge der 2. Season von Daredevil gesehen (…)“

    Und, wie fandest du nun den Punisher? 😉

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