Highlights, Middlegrounds und Lowpoints 2016 #1 (Filme)

Einen guten Vorsatz fürs Neue Jahr habe ich bis heute tatsächlich eingehalten: Ich habe eine Tabelle geführt, in die ich brav jeden Film (mit Ausnahme der Tatorte), jede Serie, jedes Theaterstück und jedes Buch eingetragen habe. Ha! *stolzbin* So spar ich mir schon einmal die Arbeit der Erinnerung. Und dann habe ich mir überlegt, mal festzulegen, bei welcher Punktzahl ich jeweils die Grenze ziehe – here goes: 8-10 Punkte = Highlight, 7-5 = Middleground (bei 7: mit Ansätzen zum Highlight), 4-0 = Lowpoint. Ich weiß, die Lowpoints haben eine viel größere Spannweite, aber ich habe da immer das Benotungsschema in der Fremdsprache vor mir, und da muss man für eine ausreichende Leistung mindestens 50% erreichen. Also ist alles unter 5 bei mir mangelhaft bis ungenügend. Viel Spaß auf meinen Rückblick auf die spärliche Anzahl von Filmen in den letzten drei Monaten!

Die SNEAK-PREVIEW-FILME

Lowpoint:

Dirty Grandpa (1): Mein Hassfilm des ersten Quartals – ach, ich kann mir kaum vorstellen, dass noch etwas Schlimmeres nachkommt. Ich hab mich ja schon ausführlich ausgekotzt, mehr Lebenszeit widme ich diesem Schund nicht mehr.

Middlegrounds:

Spotlight (7): Das Thema ist sicher wichtig, der Film aber einfach zu straightforward, er schaffte es bei mir nicht, eine Grundspannung aufzubauen. Das Ensemble spielt routiniert, aber für mich kein Grund für die beiden Oscar-Nominierungen (und das sage ich, obwohl ich sowohl Rachel McAdams als auch Mark Ruffalo sehr schätze). Leider nur Middleground mit Ansätzen zum Highlight.

Suffragette (6): Ein Thema, das mir wirklich am Herzen liegt. Mit Carey Mulligan in der Hauptrolle und tollen weiteren Frauen (und Brendan Gleeson 😉 ) eine Besetzung vom Feinsten (auch wenn statt Meryl Streep Anne-Marie Duff aufs Filmplakat gehört hätte – Streep ist insgesamt vielleicht fünf Minuten zu sehen, wenn überhaupt). Und dann kommt nur ein mittelmäßiger Film dabei heraus, der nicht recht vermag, das Thema Kampf für das Frauenwahlrecht in England so aufzubereiten, dass man mit den Frauen mitfiebert. Schade, dass man den typischen Weg gegangen ist, eine fiktionale Person als Identifikationsfigur für die Zuschauer zu nehmen. Viel mehr hätte es mich interessiert, was der Antrieb von Emily Davison war, die sich für das Frauenwahlrecht in den Lauf des königlichen Rennpferdes gestellt hatte und so für die Sache gestorben ist. Sie kommt im Film ja vor, aber als eine Nebenfigur. Eine Chance vergeben!

Hail, Caesar! (7): Ja, allzu gerne hätte ich ihn bei den Highlights untergebracht, den neuesten Film der Coen-Brothers, aber dazu war mir der Film zu wenig ein Ganzes. Die Einzelteile machten Spaß, der rote Faden war äußerst dünn… Sicher mit einzelnen Highlights, aber insgesamt dann doch leider nur Middleground.

Highlights:

Room (8,5): Packend, bewegend, aufwühlend, tolle Hauptdarsteller! Sehenswert!

10 Cloverfield Lane (7,5): Bei dem Film ist es so: Ich fand ihn schon richtig gut, aber nicht so gut, dass ich sagen würde, dass man ihn unbedingt gesehen haben muss. (Dazugesagt werden muss vielleicht, dass ich Cloverfield (leider immer noch) nicht kenne.) Ich konnte mich auch bisher zu keiner Kritik durchringen, weil ich nicht so recht weiß, warum ich zu keiner höheren Wertung komme. Ich hatte auch zuerst nur 7, aber Middleground fand ich dann doch irgendwie zu hart. Eine weitere Entführungsgeschichte – oder hat Howard (John Goodman) Michelle (Mary Elizabeth Winstead) doch nur vor einer nicht weiter zu bestimmenden Gefahr gerettet? Michelle und Emmett (ein weiterer „Gast‟ in dem Bunker Howards) sind da unterschiedlicher Meinung – und auch der Zuschauer ist sich nicht immer sicher, was er glauben soll… Creepy ist Howard auf jeden Fall – und versteckt auch manch Geheimnis… Ganz schön spannend!

Weitere KINO-FILME:

Middleground:

Batman v Superman: Dawn of Justice (5-6): Hat schon jemand das Wortspiel „Yawn of Justice‟ gemacht? Ah, kurz gegoogelt: ja! 😉 Na gut, durchgängig gelangweilt habe ich mich nicht, aber ein bisschen war die Action schon ermüdend. Ich hatte dem Film direkt nach dem Viewing 6 Punkte gegeben, wäre jetzt wohl eher bei 5. Hatte ja null Erwartungen an einen Zack Snyder Film – da war ich für manche Dinge, die mir gefallen haben, direkt dankbar.

Highlights:

The Revenant (8 von 10): In meiner ursprünglichen Kritik hatte ich mich noch nicht zwischen 7 und 8 entscheiden können, aber nach der zweiten Sichtung gebe ich doch gerne die 8 Punkte, denn es trat keinerlei Abnutzungseffekt ein. Trotzdem war er nicht mein Oscar-Favorit, wenngleich die Oscars, die der Film bekommen hat, auch verdient waren.

Deadpool (9 von 10): Auch zweimal gesehen! Beim zweiten Mal nicht mehr so laughing-out-loud-funny wie beim ersten Sehen, aber immer noch ein Spaß, Ryan Reynolds beim Spielen zuzusehen! Bisher der Film in diesem Jahr, bei dem ich am meisten gelacht habe – naja, das sagt bei der Auswahl der gesehenen Filme nicht so viel aus…

Filme auf DVD/AMAZON PRIME:

Highlights:

Nightcrawler (7,5): Puh, ist Jake Gyllenhaal in diesem Film ekelhaft! Da läuft einem schon der ein oder andere Schauder über den Rücken, wenn man Zeuge wird, wie Louis nicht nur sprichwörtlich über Leichen geht, um immer sensationellere Filme von Verbrechen verkaufen zu können. Sicherlich ein guter, sehenswerter Film, aber einer der Sorte, die man sich nur ungern ein zweites Mal ansieht, weil die Hauptfigur so durch und durch verachtenswert ist.

The Abyss (8,5) – Director’s Cut: Nur 8,5? Der Film gehörte eigentlich immer zu meinen Lieblingsfilmen, nun habe ich ihn seit Jahren das erste Mal wieder gesehen, in der Langfassung. Er ist immer noch großartig, sowohl was das Zwischenmenschliche anbelangt, als auch was die Unterwasser-Aufnahmen anbelangt. Ich glaube, das ist so ziemlich der einzige Film, bei dem ich exakt sagen kann, wann bzw. bei welcher Gelegenheit ich den Trailer (10 Minuten lang, zeigte u.a. Aufnahmen von den Dreharbeiten) das erste Mal gesehen habe: Es war vor Der Blob (1988), wohl einem der schlechtesten Filme, die ich JE im Kino gesehen habe. Aber der Trailer war es wert. Ich schätze, ich hatte bis dato noch nie so auf einen Filmstart hingefiebert. Anyway, zurück zum Hier und Jetzt: Ich liebe Ed Harris in dieser Rolle – seitdem lass ich auf ihn nichts kommen und habe ihm schon unzählige Male einen Oscar gewünscht. Die Story funktioniert auch immer noch. Einzig das Ende ist halt ein kleines bisschen kitschig. Und der Wow-Effekt hat halt ein kleines bisschen nachgelassen, wobei ich schon sagen muss, dass James Cameron einfach schon immer wieder Maßstäbe gesetzt hat, was Tricktechnik anbelangt.

Stuart: A Life Backwards (8): Jetzt da meine Liebe (und Lust) für Tom Hardy lodert (OMG, how cheesy! 😀 ), wollte ich mir nochmal diesen Film ansehen, den ich mir damals eigentlich wegen Benedict Cumberbatch angeschafft hatte. Der junge Tom Hardy (2007) spielt den obdachlosen Stuart einfach SO UNGLAUBLICH GUT!!!!!!!!!!!!! Wer Tom Hardys Werdegang nachvollziehen will, muss sich diesen Film unbedingt ansehen, auch wenn er einem wirklich das Herz bricht, noch dazu, wenn man weiß, dass der Film auf einer wahren Geschichte basiert.

Bleiben wir bei Tom Hardy:

Middleground:

Legend (7): Tom Hardy in Doppelrolle – daran geht kein Weg vorbei, wenn man sein Fan ist! Und ich habe es auch in vollen Zügen genossen, ihm zuzusehen. Insbesondere sein Reggie Kray – an sich der „Normalere‟ der Zwillingsbrüder – hat mich überzeugt, da er hier doch recht unterschiedliche Seiten zeigen kann, und manchmal einfach so verboten gut aussieht, dass man schon nachvollziehen kann, warum sich Frances (Emily Browning) in ihn verguckt. Wenn er dann aber wütend wird – bewahre Gott! Ronnie dagegen ist halt einfach durchgeknallt, richtiggehend psychotisch (klinisch!) – dass Hardy das kann, ist eh klar. Aber der Film an sich ist nicht besonders packend, die Chemie zwischen Reggie und Frances nicht so wirklich prickelnd. Wenn einem Tom Hardy nicht so viel gibt (ja, so Leute gibt es! 😮 ), muss man den Film wirklich nicht gesehen haben. Ich habe jede Einstellung, in der Hardy zu sehen war, aufgesogen. Trotzdem kein herausragender Film.

Ender’s Game (6): Meine Meinung zu dieser SF-Literatur-Verfilmung habe ich in meinem Book meets film-Beitrag ausführlich dargelegt.

A Long Way Down (6): Der erste Film, den ich auf Amazon Prime gesehen habe (ich benutze das Angebot bisher vorwiegend für Serien). Ganz nett, diese Geschichte um vier potentielle Selbstmörder, die an Silvester auf einem Hochhaus in London aufeinander treffen und dann einen Pakt schließen, bis Valentinstag mit dem Suizid zu warten. Aber mehr auch nicht. Ich fand es toll, Aaron Paul (aus Breaking Bad) wiederzusehen, aber er schien mir irgendwie nicht viel anders als Jessie Pinkman. Aber ich liebe, LIEBE seine Stimme. *sigh* Der Rest der Besetzung ist auch ganz nett. Alles nett. Reicht das für einen richtig guten Film? Ich finde nicht.

Und, welche Filme aus dem ersten Quartal muss ich unbedingt noch nachholen? Welche waren eure Highlights und/oder größten Enttäuschungen?

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10 Antworten zu Highlights, Middlegrounds und Lowpoints 2016 #1 (Filme)

  1. mwj schreibt:

    Ich prognositiziere mal, dass „Yawn Of Justice“ mein persönlicher Flop des Jahres wird und hoffe darauf, dass der Film bei den Razzies 2017 abräumen wird (schlechtester Film, schlechteste Regie, schlechtestes Drehbuch, schlechtester Nebendarsteller Jesse Eisenberg, schlechteste Fortsetzung usw.)

    • singendelehrerin schreibt:

      Mit einem Kommentar von dir in Richtung dieses Films hatte ich fest gerechnet! 😉 Na schau, dann hast du ja heuer nicht mehr viel zu fürchten, wenn dein Flop des Jahres schon feststeht! 😉 Mir geht’s so mit „Dirty Grandpa“…

  2. Ma-Go Filmtipps schreibt:

    Da ich dieses Jahr noch fast nichts gesehen habe, wäre meine Liste extrem kurz. „Trumbo“ war ganz gut und könnte gerade dir als Amerika-Fachfrau gefallen.
    Bei den Lowpoints würde mir „Die fünfte Welle“ und diese Komödie mit Will Ferell und Mark Wahlberg (habe doch tatsächlich den Titel vergessen – Irgendwas mit „Daddy“) einfallen.

    • singendelehrerin schreibt:

      Stimmt, „Trumbo“ wollte ich – als „Amerika-Fachfrau“ (das klingt gut! 😉 ) eigentlich auch sehen! Aber irgendwie lief der in meinem Kino immer zu unmöglichen Zeiten…

      Von der Komödie habe ich – anscheinend zum Glück – gar nichts mitbekommen. Ich werde eine Bogen darum machen.

  3. Nummer Neun schreibt:

    Spotlight und Hail Caesar bekommen die gleiche Punktzahl? Buuuh! Caesar war für mich ein echter Flop!

    Dagegen kam bei dir doch letztes Jahr Mad Max so gut weg, oder? Habe den grade, genau heute Abend, das erste Mal gesehen – fantastisch. Der beste Action-Film seit langem!

    • singendelehrerin schreibt:

      Oh, das freut mich sehr, dass du ENDLICH „Mad Max“ gesehen hast und er dir so gut gefallen hat! 🙂 Das ist mir viel wichtiger als Meinungsverschiedenheiten bzgl. „Hail, Caesar!“. 😉

  4. bullion schreibt:

    Was? „The Abyss“ nur 8,5 Punkte? Wieviele bekommt das Buch von dir? 😉

    Ich habe den Film auch schon viel zu lange nicht mehr gesehen und eigentlich immer Lust darauf. Aber es gibt nur eine nicht-anamorphe DVD und ich will endlich die Blu-ray sehen! Mensch Fox! Das ärgert mich maßlos und ist wohl DIE große Lücke in meiner Sammlung…

    • singendelehrerin schreibt:

      Tja, da muss ich als DVD-Gucker ja auch mal nen Vorteil haben. 😛

      Puh, das Buch habe ich kurz nach dem Film, also wahrscheinlich 1989 oder 1990 gelesen, da fällt es mir schwer, das zu bepunkten. Aber ich WUSSTE, dass du mit meiner Bepunktung unzufrieden sein würdest… 😉

  5. hurzfilm schreibt:

    Ich hab mich schon gewundert, warum du zu „10 Cloverfield Lane“ keine Kritik geschrieben hast.

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