Media Monday #244

Da heute meine Antworten z. Tl. etwas länger geraten sind (1 + 7), keine lange Vorrede. Nur so viel: nein, ich habe nicht die Nacht durchgemacht, um die Oscar-Verleihung anzusehen. Ich hatte aber erst um 11:45 Unterricht – und so bin ich um kurz nach 7 aufgestanden und habe mir die von der Dreambox aufgezeichnete Verleihung (da konnte ich wenigstens die ätzenden Werbepausen überspringen) noch vor der Schule angesehen. Wie zufrieden ich mit den Ergebnissen bin, seht ihr bei Nummer 1 des heutigen Media Mondays.

1. Es ist/war wieder Zeit für die Oscars. Meine Meinung: Ich bin begeistert, dass Mad Max: Fury Road sechs Oscars (Costume, Production Design, Make-up & Hair, Film Editing, Sound Editing, Sound Mixing) abgeräumt hat, auch wenn ich ihm noch mehr gegönnt hätte. 🙂 Aber es ist eh großartig, dass MM:FR insgesamt mehr Oscars geholt hat als der größte Konkurrent The Revenant (Cinematography, Best Actor, Directing), auch wenn dieser die prestigeträchtigeren Preise gewonnen hat. Nicht dass ich The Revenant schlecht fand – mitnichten -, aber für MM schlägt einfach mein Herz ganz besonders. 🙂 Die größte Überraschung war für mich die Kategorie Visual Effects – da hat weder MM noch The Revenant den Zuschlag bekommen, sondern das Kammerspiel um künstliche Intelligenz Ex Machina. Sehr interessante Entscheidung! Traurig bin ich, dass Sicario keinen Preis bekommen hat – leider war die Konkurrenz in den Kategorien Kamera (The Revenant), Sound Editing (MM:FR) und Original Score (Ennio Morricone für The Hateful Eight) zu hart. Etwas enttäuschend ist für mich die Entscheidung, Spotlight als besten Film auszuzeichnen, weil das für mich einfach kein Film ist, der mir noch in Jahren im Gedächtnis sein wird. Wichtiges Thema, ja, solide umgesetzt, aber das allein reicht mir nicht. Aber insgesamt bin ich recht zufrieden, auch mit dem Host Chris Rock. Und: Endlich saß das Orchester wieder unter der Bühne – in den letzten Jahren wurde das Orchester aus einem anderen Gebäude eingespielt – das fand ich total doof. Last but not least: Leo hat endlich einen Oscar gewonnen – wie überfällig das war zeigte auch das Publikum, das ihm Standing Ovations zollte! Für mich als Tom Hardy-Fan war sein Dank am Tom zuckersüß: „First off, to my brother in this endeavor, Mr. Tom Hardy. Tom, your fierce talent on screen can only be surpassed by your friendship off screen.‟ – Awwwww! ❤

2. Eine Werkschau der Produktionen von/mit James McAvoy habe ich begonnen, nachdem ich Filth gesehen hatte. Ein Stapel in meinem DVD-Regal dreht sich nur um James (16 Filme, zwei Shameless-Staffeln). 🙂

3. Filme und Serien haben vieles gemein, unterscheiden sich aber auch in mindestens ebenso vielen Punkten. Tendenziell bevorzuge ich Serien zu Hause und Filme im Kino.

4. Der März steht vor der Tür und da freue ich mich am meisten auf meinen Kurztrip nach London übernächstes Wochenende. Verrückt, mitten im Schuljahr für nur eine Übernachtung – aber zwei Vorstellungen an einem Tag – nach London zu jetten…

5. Wenn ich es nicht besser wüsste, ____. Da fällt mir heute beim besten Willen nichts ein.

6. Michael Jackson wird mir immer für seine mitreißenden Bühnenperformances und genialen Musikvideos im Gedächtnis bleiben, schließlich war der King of Pop für mich immer ein Vorbild, was Choreografie anbelangt. Ich behalte ihn dafür in Erinnerung, nicht für seine Exzentritäten oder den Vorwurf des Kindesmissbrauchs.

7. Zuletzt (also noch vor der Oscar-Verleihung) habe ich den Kölner Tatort „Kartenhaus‟ gesehen und das war wieder mal eines dieser seltenen Highlights des deutschen Krimis, weil zum einen Kamera, Schnitt und Musik sehr ansprechend waren; die besten Beispiele finden sich am Anfang, also bei der Mordszene und am Schluss. Tolle Kompositionen von Bild und Ton! Und immerhin wurde mal nicht SOFORT nach dem letzten Bild mit Menschen im Bild schlagartig der ätzende Tatort-Abspann gezeigt, sondern man gab der wunderschön-traurigen Version von „Wonderful Life‟ noch etwas Raum, inkl. langsamer Ausblendung (!) der Musik. Außerdem fand ich die Geschichte um das junge Pärchen à la Bonnie & Clyde oder Mickey & Mallory (Natural Born Killers) am Ende sehr bewegend, auch wenn ich zwischendurch das Mädel Laura (Ruby O. Fee) etwas nervig und unglaubwürdig fand. Aber irgendwie schon auch mutig, fürs deutsche Fernsehen, zu zeigen, wie es sie anturnt, dass ihr Freund Adrian (Rick Okon – was für ein großartiger Jungschauspieler!) zwei Menschen getötet hat. Die Ermittler waren diesmal völlig nebensächlich, eigentlich erledigt Rick Okon diesen Film für mich im Alleingang. Sehr überzeugend außerdem auch Bettina Stucky als Adrians Mutter. Neben den bewussten Anspielungen auf die zwei o.g. Killer-Pärchen (wird explizit sowohl von den Ermittlern als auch von Adrian erwähnt, mal ganz abgesehen vom Cabrio, in dem Adrian und Laura versuchen zu fliehen – und Sex haben), habe ich noch eine Anspielung auf American Beauty entdeckt: Adrian beobachtet, wie der Wind mit einer orangefarbenen Plastiktüte spielt. Das Lustige für mich war, dass ich erst vor ein paar Tagen etwas Ähnliches beobachtet habe und auch gleich an American Beauty denken musste. Wie das Leben so spielt! 🙂

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6 Antworten zu Media Monday #244

  1. jacker schreibt:

    Mir ist im Laufe des Vormittags aufgefallen, dass mich die Oscars so wenig interessieren, dass ich noch nicht mal nachgesehen hatte, wer da was bekam. Aber den TATORT mochte ich auch mal wieder. Teilweise ein bißchen zu viel des Guten, aber 6/10 waren auf Moviepilot drin – gerade die von dir genannten Afangs- und Schlusssequenzen sind sehr gelungen. Die AMERICAN BEAUTY-Anspielung hab ich allerdings nicht geschnallt (letztes Schauen ist auch sicher 5 Jahre her).

  2. hurzfilm schreibt:

    „Spotlight“ als „Best Movie“ ist eigentlich ein schlechter Witz… und das sage ich nicht, weil meine Prognose in diesem Fall daneben lag 😉 (Habe auf „The Revenant“ getippt). Da hat wieder mal das Thema zur Preisverleihung geführt. Es scheint wirklich so zu sein, dass man für einen „Best Picture“ nur irgendein ganz doll gesellschaftskritisches Thema nehmen muss, das ganze hochkaratig besetzt und – tadaaa! – Oscar ist da…. gähn.

    Die Oscars für MM:FR kann man allerdings so stehen lassen, ich denke die hat er sich durchaus verdient. 😉

  3. pimalrquadrat schreibt:

    Das Ende vom Tatort hab sogar ich gesehen, aber eher, weil ich wider besseren Wissens Anne Will geschaut habe. ^^‘
    Die letzten Szenen fand ich aber sehr gelungen.

    Die Oscars sind mir sonstwo voerbei gegangen, ich hab mich geärgert, dass das ARD die Verfilmung von „Vertraute Fremde“ erst um 1 Uhr morgens(!) gesendet hat, was ich angesichts von Merkels Performance einen ziemlichen Schlag ins Gesicht empfinde. Andersherum hätte jeder mehr vom Abend gehabt…

  4. friedlvongrimm schreibt:

    Ich habe mich sooooooo sehr für „Ex Machina“ gefreut! Schade, dass es nicht noch das Drehbuch geworden ist.

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