Blogparade: Unwiderrufliche Karriererollen

Noch bevor ich meine eigene erste Blogparade des Jahres 2016 ausgewertet habe (ihr habt noch bis Samstag Abend Zeit! 😉 ) und ich meine nächste Idee in die Blogosphäre werfen darf, habe ich bei Ma-Go Filmtipps eine Blogparade gefunden, die mir so gut gefallen hat, dass ich mich gleich daran gemacht habe, eine Liste mit zehn SchauspielerInnen zusammenzustellen, die ich immer mit einer bestimmten Rolle verknüpfe, wenn ich ihren Namen höre.

Ma-Go will allerdings – das habe ich erst beim zweiten Hingucken gelesen – Serien ausschließen, wodurch ich gleich mal die Hälfte wieder rauswerfen musste. Einen habe ich trotzdem reingeschmuggelt, da es auch Filme zu dieser Serie gab und gibt. 😉

Ich selbst habe mir noch weitere Hürden auferlegt. Ich fand es nicht fair, so junge Schauspieler wie Daniel Radcliffe oder Kristen Stewart schon zu „brandmarken“ – ich möchte ihnen noch Zeit geben, sich weiterzuentwickeln und andere Rollen als „so richtig Erwachsene“ zu finden, die bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auf der anderen Seite finde ich es auch der enormen Film- und Theaterkarriere eines Ian McKellen nicht angemessen, ihn als Gandalf und/oder Magneto in die Liste aufzunehmen. X-Men-Kollege Patrick Stewart war mir als Captain Picard als erstes eingefallen, da erst vor ein paar Tagen meine Mutter beim Anblick des Fotos, das ich auf der Captains Table mit ihm habe machen lassen, sagte: „Du mit Captain Picard?! Toll!“. Aber da er ja auch eher eine Serienfigur ist, habe ich ihn schweren Herzens auch wieder gestrichen.

Seht nun, wie meine „endgültige“ (sicher fallen mir nachher noch ein paar ganz andere ein) Liste aussieht, leider nicht besonders vielfältig – mostly white men. Aber vielleicht auch ein gutes Zeichen? Die anderen lassen sich nicht so auf eine Rolle reduzieren?! 😉 Die Reihenfolge und Nummerierung stellt keine Wertung dar.

1. Anthony Hopkins: Hannibal Lecter (The Silence of the Lambs)

IMDb listet 128 Acting Credits – für mich bleibt er immer Hannibal – einer der besten Bösewichte aller Zeiten, auch wenn ich ihn in vielen weiteren Rollen gesehen und gemocht habe.

2. Anthony Perkins: Norman Bates (Psycho)

Noch so eine ikonische Figur – sein Name bleibt für immer mit dieser Figur verknüpft, und da geht es sicher nicht nur mir so.

3. Leonard Nimoy: Mr. Spock (Star Trek)

Er muss einfach in die Liste, auch wenn Spock als Serienfigur begonnen hat, zumal Nimoy selbst zwei Bücher zu diesem Thema geschrieben hat: I am not Spock (1975) und I am Spock (1995).  Nicht ohne Grund haben sich nach Nimoys Tod vor einem Jahr fast alle Nachrufe (auch meiner) auf die enorme Wichtigkeit dieser Rolle bezogen, auch was das Thema „diversity“ anbelangt.

4. Sylvester Stallone: Rocky Balboa (Rocky)

Für mich war Stallone immer eher Rocky als Rambo, weil ich der Rambo-Reihe einfach nichts abgewinnen konnte. Weitere Rollen könnte ich ohne Hilfe von IMDb jetzt ad hoc gar nicht nennen, auch wenn ich ihn schon in anderen Filmen auch gesehen habe.

5. Sigourney Weaver: Ellen Ripley (Alien-Reihe)

Ein sehr starke Frauen-Rolle, die Sigourney Weaver wie auf den Leib geschneidert schien. Auch sie hat viele anderen Rollen seither gehabt (mir fällt am ehesten ihre Rolle in Ghostbusters ein! 😀 ), aber der erste Gedanke ist immer Ripley.

6. Yul Brunner: King Mongkut of Siam (The King and I)

Der erste glatzköpfige Mann, den ich total sexy fand – vor allem eben in diesem Film.

7. Jürgen Prochnow: Der Alte (Das Boot)

Prochnow hat in unzähligen Filmen – auch vielen amerikanischen – mitgespielt, ich verbinde ihn aber immer mit Das Boot.

8. Kevin Costner: Lieutenant Dunbar (Dances With Wolves) / Robin Hood (Robin Hood: Prince of Thieves)

Ach, ich weiß, es soll ja nur eine Rolle sein! Aber diese beiden Filme folgten direkt aufeinander – und wenn ich also an seinen Namen denke, sehe ich, wie er mit dem Wolf tanzt und gleichzeitig in grünem Outfit im Nottingham Forest. 🙂

9. Nicole Kidman: Satine (Moulin Rouge!)

Es macht mich so traurig zu sehen, wie starr und emotionslos Nicole Kidmans Gesicht geworden ist (etwa in The Railway Man). Vergleiche ziehe ich immer mit der einen Rolle – und so will ich sie mir auch in Erinnerung behalten.

10. Jonathan Pryce: Sam Lowry (Brazil)

Keine Ahnung, warum mir ausgerechnet Jonathan Pryce eingefallen ist. Es gefällt mir aber, weil er sicher keine typische Wahl ist – und vielleicht auch nicht so viele diese Rolle in diesem Film als „unwiderrufliche Karriererolle“ sehen. Ich schon! Sein Name taucht auf – und ich habe sein Gesicht vor Augen – so wie er in Brazil aussah.

Welche Schauspieler verbindet ihr immer mit einer bestimmten Filmrolle? Ihr könnt noch bis Ende Februar bei Ma-Go mitmachen – ich freue mich aber auch über Kommentare hier! 🙂

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12 Antworten zu Blogparade: Unwiderrufliche Karriererollen

  1. Ma-Go Filmtipps schreibt:

    Interessante Liste. Anthony Perkins hätte ich eher in die One-Hit-Wonder-Schublade gesteckt. Zumindest habe ich ihn außer in Psycho nirgends mehr gesehen. Deshalb hatte ich das „Oh-Das-Ist-Ja-Norman-Bates“-Erlebnis bei ihm noch nicht.

    Wenn ich an Stallone denke, fällt mir persönlich zuerst John Rambo ein. Ähnlich wie bei Harrison Ford (Solo und Jones) habe ich ihn deshalb weggelassen, weil er mehr als DIE EINE Rolle hatte, die man mit ihm verbindet.

    Und Ripley wurde jetzt schon ziemlich häufig genannt 😉

    Auf jeden Fall danke für’s Mitmachen!
    🙂

    • singendelehrerin schreibt:

      Ich denke, ich habe Anthony Perkins schon auch in anderen Rollen gesehen – zwischen „Psycho“ und „Psycho II“ (nie gesehen, glaube ich) lagen 23 Jahre, in denen er in einer Menge Filme mitgespielt hat. Nicht dass ich „Psycho“ 1960 gesehen habe (SOOO alt bin ich dann doch wieder nicht 😉 ), aber ich habe sowohl „Psycho“ als auch z. B. „Mord im Orientexpress“, in dem er danach gespielt hat, halt als Jugendliche im Fernsehen gesehen.

      „weil er mehr als DIE EINE Rolle hatte, die man mit ihm verbindet.“ – Aber die Aufgabenstellung ist schon an uns persönlich gerichtet, oder? ICH verbinde mit Stallone halt primär Rocky, ob andere ihn mit Rambo UND Rocky verbinden, ist mir persönlich erstmal wurst… 😉 Und: Interessanterweise gab es nun ja einen neuen Auftritt von Stallone als Rocky, aber eine Neuauflage von „Rambo“ ist wohl nicht in Sicht. 😉

  2. bullion schreibt:

    Sehr tolle Liste! Da bin ich selbst auf einige nicht gekommen. Yul Brunner hätte es bei mir auch fast geschafft, aber mit seinem Auftritt in „Die glorreichen Sieben“, der ja auch direkt in „Westworld“ aufgegriffen wurde. Insofern unwiderruflich… 😉

    • singendelehrerin schreibt:

      Da ich Yul Brunner eher als junges Mädchen gesehen habe, war mir die Rolle des Königs von Siam einfach lieber (und einprägsamer) als die in den „Glorreichen Sieben“. 😉

  3. Zeilenende schreibt:

    Mhm … Bei jüngeren Menschen ist es meiner Beobachtung nach übrigens so, dass sie in Patrick Stewart nicht mehr Captain Picard (Wer?!) sondern Professor X sehen. Er hat es in der Popkultur geschafft, zwei ikonische Rollen zu übernehmen. Was für ein Mitglied des Main Cast einer erfolgreichen Serie mMn gar nicht so einfach ist, nicht nur für die eine Rolle wahrgenommen zu werden. Seriendarsteller verfolgt ihre Serienrolle ja schonmal ihr ganzes Leben.
    Mit Sigourney Weaver und Leonard Nimoy geht es mir wie dir, von Nicole Kidman war ich nie sonderlich angetan, deshalb habe ich da nicht so viel zu bedauern.
    Was ich furchtbar finde, ist mein spontaner erster Einfall (davon abgesehen, dass ich nur unter Mühen 10 Leute zusammenbekäme, die nicht bloß One Hit Wonder waren): Susan Sarandon.
    Ich sitze nichtsahnend vor dem Fernseher, lege eine DVD ein (ich gucke eigtl. nicht häufig auf den Cast), Thelma und Louise ab und ich warte. Noch schlimmer war es in „The Company you keep“. Großartiger Film, aber ich warte den ganzen Film über darauf, dass ihr Gegenüber anfängt „Damn it, Janet“ zu singen. *seufz*

    • singendelehrerin schreibt:

      Und die noch jüngeren Menschen kennen weder Star Trek: The Next Generation NOCH X-Men. Selbst die neuen Filme haben von meinen Schülern kaum welche gesehen… *seufz* Aber Patrick Stewart ist nun einmal nicht der klassische Seriendarsteller, sondern ein klassisch ausgebildeter Shakespeare-Darsteller. Wundert mich jetzt nicht so, dass er noch eine zweite ikonische Rolle geschaffen hat. 🙂

      Susan Sarandon wird ja da auch immer gerne genannt, aber da ich „Thelma & Louise“ wohl tatsächlich nur einmal gesehen habe, ist sie mir z. B. viel stärker in ihrer Rolle in „Dead Man Walking“ in Erinnerung – ein Film, der mich einfach viel nachhaltiger beeindruckt hat.

  4. hurzfilm schreibt:

    Seht nun, wie meine “endgültige” (sicher fallen mir nachher noch ein paar ganz andere ein) Liste aussieht, leider nicht besonders vielfältig – mostly white men. Aber vielleicht auch ein gutes Zeichen? Die anderen lassen sich nicht so auf eine Rolle reduzieren?!

    Jodie Foster : Clarice Starling
    Julia Roberts: Vivan Ward (Pretty Woman)
    Kate Winslet: Rose DeWitt Bukater (Titanic)
    Sandra Bullock – die Busfahrerin aus Speed
    Geena Davis & Susan Sarandon – Thelma & Louise
    … usw …

    😉

    • singendelehrerin schreibt:

      Seh ich halt nicht so. Ist ja wieder eine SUBJEKTIVE Liste, nicht wahr?! 😉 Da ich sowohl Jodies als auch Kates Karriere ziemlich genau verfolgt habe, waren für mich Clarice und Rose zwar nicht vergessen, aber ich habe recht schnell jede ihrer Rollen als einzigartig empfunden. Julia Roberts verbinde ich eh mehr mit „Notting Hill“, Sandra Bullock ist mir zwar in „Speed“ das erste Mal aufgefallen, aber ich habe seitdem so viele Filme mit ihr gesehen, dass diese Rolle auch verblasst ist. Und „Thelma & Louise“ hat einfach für mich nicht so den Kultcharakter wie für viele andere.

      • hurzfilm schreibt:

        Ich hätte bei Jodie Foster auch „Das Mädchen am Ende der Strasse“ nennen können, aber den kennt hier ja wohl gar keiner mehr… 😉

  5. Wortman schreibt:

    Außer 6, 9 , 10 könnte der Rest auch komplett bei mir stehen 🙂

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