Neulich beim SNEAKen: Dirty Grandpa (Dan Mazer, USA 2016)

Ich schreibe hier bei meinem „Kollegen“ Richard Roeper von der Chicago Sun-Times ab, der seine Review so betitelt hat:

‘DIRTY GRANDPA‘: ROBERT DE NIRO DESERVES BETTER THAN THIS DRECK

Er beginnt seinen Artikel so:

If I’d had access to the script for “Dirty Grandpa” before filming commenced, I seriously would have considered a crowd-sourcing effort to raise whatever funds necessary to pay Robert De Niro to NOT do this movie.

Vielleicht wäre das das erste Mal gewesen, dass ich bei Crowdsourcing mitmache…

Außerdem fassen seine Adjektive zur Beschreibung dieses Filmes meine Meinung auch hervorragend zusammen:

Awful, abhorrent, vile, offensive, hideous, unspeakable, atrocious, dreadful, appalling, revolting, odious, terrible, lousy, wretched, loathsome, repulsive, grim, repugnant, reprehensible, ugly and just really, really really bad.

Die wohl abartigste Szene – und da lachte das Kino drüber :-/ (Achtung, Spoiler, falls IRGENDWER diesen Film freiwillig ansehen will): Jason (Zac Efron) wacht nach einer Nacht mit Alkohol und Drogen (wir befinden uns zum Spring Break in Daytona Beach) am Strand auf. Er hat nur einen Art Stringtanga an, an dem vorne eine „Kuschelbiene“ hängt. Ach, bevor ich versuche, das zu erklären, bitte:

Eh schon der Brüller! *augenroll* Aber jetzt! Wie ihr seht, steht er hinter dieser Tonne. Jetzt kommt ein kleiner Junge auf ihn zu und fragt ihn, ob er die Biene streicheln darf! Für dessen Vater sieht das so aus – wegen der Tonne, die im Blickfeld steht – als würde der Junge Jason einen blasen. WTF ist lustig an so etwas?!?!?!!? Dann fliegt auch noch die Biene weg (pun intended) und Jason steht nackig da, als der Vater dazukommt. Und dann ruft der nicht mal die Polizei oder tritt ihm in die Eier? Hey, klar, es war ja nichts passiert, aber für den Vater stellte sich das ja anders dar.  Das war für mich der absolute Lowpoint in einem Film, der ohnehin keine Highlights zu bieten hat. Selbstfindung durch Alkohol- und Drogen-Konsum in Daytona Beach – na, wer mich nur ein KLEIN bisschen kennt, kann sich vorstellen, wie toll ich das finde…

Ich zitiere noch mal zum Abschluss Roeper:

If “Dirty Grandpa” isn’t the worst movie of 2016, I have some serious cinematic torture in my near future.

Ich vergebe einen Gnadenpunkt für Zac Efrons Körper und seinen Karaokeauftritt. 1 von 10 Punkten – unbedingt vermeiden!

PS: Hurzfilm wird wohl zu einem anderen Ergebnis kommen – wobei er schon zugegeben hat, dass er nicht sagen kann, ob er sich mehr über den Film als über meine Reaktionen zum Film amüsiert hat…

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15 Antworten zu Neulich beim SNEAKen: Dirty Grandpa (Dan Mazer, USA 2016)

  1. hurzfilm schreibt:

    Wie schon gesagt, ich fand ihn ziemlich witzig. 😉 Und das lag schon überwiegend am Film, auch wenn deine Reaktionen das Ganze noch verstärkt haben. 😉 Wenn D. dabei gewesen wäre, hätten sich die Anteile aber eventuell zu Ungunsten des Films verschoben. Harrharr…

    Wenn manche Kritiker (nicht unbedingt Roeper) Robert DeNiro wegen seiner Filmauswahl mehr oder weniger persönlich angreifen, kann ich dazu nur sagen: DeNiro hat zu Recht 2 Oscars gewonnen und wurde weitere 5mal nominiert. Das sollen die Kritiker erst mal nachmachen. Ich nehme an, er weiss sehr genau was er tut. Er muss jedenfalls niemandem mehr irgendwas beweisen.

    „WTF ist lustig an so etwas?!?!?!!?“

    Die Kombination aus Missverständnis und Tabubruch. Klassische Mittel des Humors. Wahrscheinlich basiert die Mehrheit aller gängigen Witze auf mindestens einem davon. Ist das kreativ? Nein, aber es funktioniert.

    „Das war für mich der absolute Lowpoint in einem Film, der ohnehin keine Highlights zu bieten hat. Selbstfindung durch Alkohol- und Drogen-Konsum in Daytona Beach – na, wer mich nur ein KLEIN bisschen kennt, kann sich vorstellen, wie toll ich das finde…“

    Ja, in der Hinsicht bist du eine echte Spassbremse. Aber ich mag dich trotzdem. 😉

    • singendelehrerin schreibt:

      „Die Kombination aus Missverständnis und Tabubruch. Klassische Mittel des Humors. Wahrscheinlich basiert die Mehrheit aller gängigen Witze auf mindestens einem davon. Ist das kreativ? Nein, aber es funktioniert.“

      1. Danke einmal wieder für die Erklärung, die ich gar nicht wollte. Ich kann nichts Lustiges daran finden, wenn es für den Vater so aussieht, als würde da gerade sein Kind sexuell belästigt – egal wie „klassisch“ das sein soll.

      2. „… es funktioniert“: Fragt sich nur bei wem. Metacritic: 19 von 100, Rotten Tomatoes: Critics: 9% (2,7 von 10). Das „normale Publikum“ ist etwas gnädiger: IMDb: 5,9 von 10, Rotten Tomatoes Audience: 51% (3,1 von 5).

      • hurzfilm schreibt:

        Kritiker sind kein normales Publikum, und auch die Hobbykritiker bei IMDB sind genau genommen keines – wenn auch näher an der Allgemeinheit. #DirtyGrandpa ist z.B. momentan No. 1 in Australien und Neuseeland, und auch in den USA und UK ist er ganz weit oben. Für ein besseres Stimmungsbild einfach mal bei Twitter mitlesen:

        jazmine_eloise: Haven’t laughed at a movie like this in a while😂😅😂 #dirtygrandpa #zacefron

        MorganStruebing: Haven’t laughed that much in a long time 😂 #DirtyGrandpa

        deeneille: #DirtyGrandpa is absolutely hysterical! Honestly, there wasn’t a moment that I wasn’t dying. PS: Don’t drink a lot, you’ll pee from laughing

        aimbedfordxx: Loved #DirtyGrandpa 😂😭. Such a funny film. @ZacEfron is something else 😻😻

        Cyaxares_: dirty grandpa was so good I may watch it all again tomorrow. #DirtyGrandpa

        TamaraDocherty: I laughed so hard. Such a good movie! #DirtyGrandpa

        z0mbeeboii: #dirtygrandpa hands down funniest movie ive seen so far. 😂😂😂

        ShannonMcCats: Never in my life did I ever think I would be sexually attracted to Robert De Niro …… and yet here I am #dirtygrandpa

        airgobs: Robert De Niro and Zac Efron in one movie is perfectly hilarious! 💯 Hahaha 😂😂 #dirtygrandpa

        Und so weiter. Da ist übrigens nicht extra rausgesucht, das sind jetzt einfach paar Tweets mit Meinungsäusserung zum Film die direkt nacheinander kamen. Wenn man lange sucht, findet man auch kritische Stimmen, aber fast nur von – genau, „Kritikern“.

        Ach so: Die meisten der Leute, die den Film so „hilarious“ finden, sind übrigens keine alten Säcke, sondern Frauen(!) im Alter von 20-30 (geschätzt). Was sagt uns das jetzt? 😉

        • singendelehrerin schreibt:

          Du biegst dir das Publikum auch immer so hin, wie es dir passt: Wenn Millionen „Fury Road“ abfeiern (inkl der meisten Kritiker), wird der Film überbewertet, wenn random Tweets „Dirty Grandpa“ preisen, zeigt das, dass die Kritiker kein normales Publikum sind. Und wenn der Film auf Platz 1 landet, werde ich diese Art von „Witz“ immer noch beschissen und mehr als niveaulos finden. Und es ist mir völlig egal, WER den Film gut findet, die Frage ist ja wohl eher, was DU rauszulesen scheinst…

          • hurzfilm schreibt:

            Nun reg dich mal wieder ab. Wenn du mal meine Kritik anschaust, wirst du sehen, dass der Film genau einen Punkt erhalten hat. Und dieser Punkt ist zugegebenermassen subjektiv, da die Auffassungen von Humor eben unterschiedlich sind.

            Hier geht es vor allem darum, dass eben diese spezielle Art von Humor kein Minderheitenprogramm ist, wie es nach Lesen der Kritiken fälschlicherweise erscheint.

            Bezüglich Fury Road diskutiere ich in 10 Jahren weiter, wenn man den Film mit zeitlichem Abstand, nüchterner und besser im (dann) damaligen Kontext betrachten kann. 😉

    • singendelehrerin schreibt:

      Danke für das Video – man merkt Mark Kermode richtig an, wie ihn der Film angewidert hat! Ich kann ihm da nur zustimmen.

    • hurzfilm schreibt:

      Köstlich, diese Kritik ist ja eine gelungene Satire auf Filmkritiken. 😉

      Dafür, dass er den Film so furchtbar findet, redet er aber unglaublich lange darüber. Diese Kritik ist jedenfalls des Preises für maximale Redundanz verdächtig.

      „So the review is over and I’ve zero idea how this movie is bad aside from it being vulvar which isn’t a criticism. He sounds like an old Christian woman who saw South Park for the first time.“ (ein Kommentator auf Reddit)

      Stimmt: South Park ist teilweise wesentlich, WESENTLICH krasser. Jedenfalls früher, wie es inzwischen ist weiss ich nicht. Was Kermode wohl dazu sagen würde?

      (BTW: Ich mag South Park nicht besonders. Aus genau diesem Grund.)

      • singendelehrerin schreibt:

        „South Park“ ist ein Comic – und ab 16. Dieser Film hier ist ab 12 Jahren in Deutschland freigegeben (in den USA: Rated R, UK: 15)! Warum sollte Kermode die beiden miteinander vergleichen? Und was nun, wenn er auch „South Park“ nichts abgewinnen kann? Oder wenn er dem was abgewinnen kann? Was dann? Ist er dann ein Heuchler, oder was? Verstehe nicht, was hier der Kritikpunkt an Kermode sein soll. Ja, er redet dann doch länger drüber – und vielleicht auch redundant. Mir war es ja auch ein Bedürfnis, mir gestern Nacht direkt noch Luft zu machen. Und vielleicht kann man gar nicht oft genug sagen, wie schrecklich man den Film fand. MIR geht es zumindest so.

        Und dass man dieses Machwerk in Deutschland auch noch auf 12-Jährige los lässt… Da krieg ich ja wirklich das Kotzen. Ich bin ja schon froh, dass wir Deutschen nicht so „verklemmt“ sind, wie die Amerikaner, was die Darstellung von Sex, Fluchen und Drogen in Filmen anbelangt, aber hier finde ich das wirklich unangebracht. Denn die Moral von der Geschicht‘ ist ja: Sei kein Langweiler, erst durch „Extreme-Partying“ wirst du locker, die wahre Liebe finden, und erkennen, dass dein bisheriges Leben scheiße war. Und da kommen dann die ganzen 12-jährigen Jungs aus dem Kino und sagen: Was für ein geiler Film! 😦

        • hurzfilm schreibt:

          Da stimme ich dir durchaus zu, die Altersfreigabe ist nicht nachvollziehbar.

          Man kann die Message des Films allerdings auch etwas allgemeiner sehen, und nicht nur auf „Extreme Partying“ bezogen.

          Zu Kermode: Was soll eine professionelle Kritik denn leisten? Wenn es nur darum geht, NACH dem Ansehen eines Films seine Meinung durch einen Kritiker bestätigt zu sehen – dann, ja, dann ist diese 7-minütige, informationsarme Schimpftirade eine Kritik.

          Dann ist aber auch der Test eines Steakrestaurants durch einen Veganer, der sich daraufhin 7 Minuten lang entsetzt über die servierten „Leichtenteile“ auslässt, eine Kritik. 😉

          Aber erfährt jemand, der Steaks grundsätzlich okay findet, dadurch irgendetwas über die Qualität der Steaks?

          Kermode fand übrigens auch, dass „Twilight“ ein guter Film war. 😉 (undwegduck)

  2. jacker schreibt:

    Brutal. Zum Glück war ich letzte Woche in Urlaub, ich vermute der lief hier auch. Klingt für mich auch nach genau der Art von Film, der ich einen oder weniger Punkte gebe.

    ABER: Exzess und Selbstfindung am Strand kann sogar genial sein. SPRING BREAKERS z.b. Ist ein grandioser Abgesang auf Leistungs- und Feier-Generation (und den heutigen Körper-Kult) in einem, dazu unfassbar inszeniert und sehr nachdenklich stimmend. Kennst du den?

  3. ginadieuarmstark schreibt:

    Genau was ich erwartet hatte. Der Trailer macht mich schon fertig, aber besonders fertig macht mich, dass Zac sich für diesen Dreck hergegeben hat und ich schon wieder einen Film auf meiner „Kein Interesse“-Liste meines Lieblingsdarstellers habe. DeNiro ist mir da egal, der macht sowieso nichts gescheites mehr. Das mit der Biene habe ich im Trailer schon gesehen und dachte mir auch WTF???

  4. Frau Margarete schreibt:

    Ja, sowas hatte ich schon erwartet. Die Bienen-Szene sah ich bereits in einem Trailer und konnte auch nicht darüber lachen. Vermutlich nicht aus den gleichen Gründen wie du, ich sehe da schon diesen „Humor durch Tabubruch und Missverständnis“ – ich finde es nur einfach nicht lustig.
    Dann hatte ich ja irgendwie noch die Hoffnung, dass der Film ganz gut sein muss, weil DeNiro ja mitspielt, und nun, Zac Efron guck ich mir auch ganz gerne an, aber ich denke, ich lass es dann doch lieber. Sah mir auch aus feministischer Perspektive alles andere als wertvoll aus 😉

    Btw, der oben genannte Spring Breakers war für mich einer der schlechtesten Filme, die ich je gesehen habe…

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