The Revenant (Alejandro G. Iñárritu, USA 2015): Kurzreview

Ich meine das diesmal ernst mit der Kurzreview – da ich zu den Ersten gehören dürfte, die den Film hier in der Community gesehen haben, will ich eh nicht spoilern. Deswegen nur schlaglichtartig:

  • Wegen Tom Hardy reingegangen, mit den Worten „Leo muss endlich einen Oscar gewinnen“ im Kopf rausgegangen
  • Diese Bilder von Emmanuel Lubezki (u.a. Gravity, Birdman, Tree of Life) – unbeschreiblich!
  • Was wiederum mit der atemberaubenden Wildnis (British Columbia war der Drehort) zusammenhängt
  • Der erschreckendste, brutalste und am realistischsten wirkende Kampf wildes Tier gegen Mensch! 😮 Holy shit!
  • Tom Hardy: muss den Film wohl nochmal sehen, damit ich mehr als nur die Hälfte seiner Lines verstehe. Passt zur Rolle, aber irritiert mich, wenn ich so viel nicht verstehe :-/ Habe das Bedürfnis, mir sofort – zum Ausgleich – This Means War anzusehen, um wieder ein richtig positives Bild von diesem Mann zu haben. Oder Mad Max. 😉
  • Domhnall Gleeson: Hey, schon wieder! 🙂 Kommt immer mehr weg vom süßen Rotschopf… (nein, die Haare bleiben rot 😉 ) Weiter so!
  • Rache: Mag ich ja „normalerweise“ nicht, sage aber auch immer, dass es aufs Setting ankommt. Hier absolut nachvollziehbar.
  • Realismus: Gegen Ende zu schnelle Heilung, dazwischen manches Überleben vielleicht ein bisschen unglaublich, aber für mich insgesamt noch glaubwürdig (bis kurz vor Schluss). Wetterwechsel (Schnee/kein Schnee) manchmal nicht ganz stimmig.
  • Meine Gedanken: Gott sei dank lebte ich nicht in dieser Zeit – und gleichzeitig: Mensch, sind wir modernen Menschen alle verweichlicht, hier im Westen.

Ein Fazit zu ziehen, inklusive Bewertung fällt mir noch etwas schwer. Der Film ist hart, kantig, brutal, kalt, aber auch wieder voller schöner Bilder. Der Endkampf gefiel mir auf der einen Seite nicht so, weil mir der Zustand des einen zu unrealistisch vorkam, auf der anderen Seite hatte er eine enorme Wucht, die wieder mitreißend war.

Ich schwanke noch zwischen 7 und 8 Punkten.

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18 Antworten zu The Revenant (Alejandro G. Iñárritu, USA 2015): Kurzreview

  1. Libertarian Anonymous schreibt:

    „Domhnall Gleeson: Hey, schon wieder! 🙂 Kommt immer mehr weg vom süßen Rotschopf… (nein, die Haare bleiben rot 😉 ) Weiter so!“

    Huch, habe ich dich angesteckt?

  2. Die Außenaufnahmen fanden in Argentinien (Feuerland) und Kanada (Alberta) statt. In British Columbia war nur das Studio.
    Der Bär war mir zu CGI, was aber nichts an der Heftigkeit der Szene änderte.
    Und, DiCaprio kann schon was, aber diese Rolle hat er angenommen, weil er das goldene Ding jetzt endlich haben will. Dafür isst man auch schon mal lebenden Fisch und rohe Leber :))

    • singendelehrerin schreibt:

      Jetzt verrat doch nicht alles! 😉 Ja, ich weiß, der Bär steht schon bei der Kurzzusammenfassung auf IMDb, aber ICH hatte z. B: absolut NICHTS über den Film gelesen, also war ich von Bär UND der Heftigkeit echt überrascht. Ich fand den aber ganz und gar nicht zu CGI – bei mir kam der voll echt rüber – inkl. Atem, der die Kamera beschlug. Wie unterschiedlich man das wahrnehmen kann…

      Na gut, dann eben Alberta – liegt ja eh gleich neben British Columbia… 😉 Da habe ich wohl beim Abspann nicht schnell genug alles mitbekommen. Danke für die Klarstellung.

      Ich wage mal zu behaupten, dass wir nicht wissen, was Leo dazu bewogen hat, die Rolle anzunehmen – oder hat er das gesagt: „Ich spiel da mit, weil ich endlich den Oscar haben will“? 😉 Meines Erachten sucht er sich IMMER Rollen aus, die ihn herausfordern. Ich glaube, er braucht das. Dass er endlich auch mal das Ding mit nach Hause nehmen will, nachdem er schon so oft leer ausgegangen ist, finde ich auch irgendwie verständlich. Aber ich glaube nicht, dass das sein primäres Ziel bei der Auswahl seiner Rollen ist. IMHO.

      • :)) Sorry, CGI-Tiere sehe ich immer ganz skeptisch, aber wie gesagt, das hat der Szene keinen Abbruch getan.
        Das mit dem Drehort hat mein Mann sofort recherchiert. Er war so begeistert, dass er erst mal tüchtig nachgelesen und mich zugetextet hat. Im Abspann hatte ich gar nicht drauf geachtet 😀
        Ah, ein Fan :)). Ich weiß natürlich nicht, ob er die Rolle danach gewählt hat und ich halte ihn durchaus für einen fähigen Schauspieler; es fällt nur auf, dass sie nach einem Oscar schreit. Hätte Tom Hardy die Hauptrolle bekommen, wäre der Oscar sein – bestimmt :))

        • singendelehrerin schreibt:

          Moooment, ich bin ein VIEL größerer Fan von Tom als von Leo! Ich fangirle Leo überhaupt nicht. Aber ich finde trotzdem, dass er schon für etliche Rollen einen Oscar verdient hätte. Und ich finde ihn auch hier super. Obwohl ich ihn jederzeit am roten Teppich für Tom Hardy im Regen stehen lassen würde.

  3. bullion schreibt:

    Klingt zumindest sehr spannend und ich mag Filme mit tollen Natursetting sehr. Kennst du „Ravenous“ (klingt ja fast so ähnlich) mit Guy Pearce? Der ist auch ein Kampf in der Natur, hat aber noch Kannibalismus als Thema. Musste ich gerade dran denken…

    • singendelehrerin schreibt:

      Psst, der Film wirkt bestimmt auf der großen Leinwand besser als im Heimkino. Aber wer weiß, was du dir im neuen Haus jetzt für einen riesigen Beamer bzw. eine riesige (Lein)wand hingestellt hast! 😉

      „Ravenous“ kenne ich – nach einem kurzen Blick bei IMDb – wohl nicht. Sounds like fun… :-/

      • Daniela schreibt:

        Oh ja. Ich habe den Film gesehen. Nichts für zarte Gemüter. Bist du ja nicht. 😉 Aber irgendwie schon ein besonderes Werk.

  4. friedlvongrimm schreibt:

    Ich war gestern so froh über ein extra paar Socken im Kino. Und was warmes zu trinken. Und ich hab dir doch jesacht, der Domhnall, dit wird sein Jahr.

    Kannst du deine Gedanken bezüglich des Realismuses begründen? Mein medizinisches Wissen ist nicht wirklich ausgeprägt, aber ich glaube, dass der Körper zu Unglaublichem fähig ist, wenns extrem wird. Und der Wille da ist.

    • singendelehrerin schreibt:

      Hehe, hab mir doch gedacht, dass du dir den Film gleich reinziehen musst! 😉 Ich fand’s übrigens auch ganz schön kalt im Kino, hab mir dann meine Winterjacke als Decke drübergelegt – ob das Absicht war, dass sie die Heizung nicht zu sehr aufgedreht hatten?! Für das intensivere Filmerlebnis… 😀

      Hm, ich weiß jetzt nicht, ob das schon ins Spoilern reingeht, wenn ich das mit dem Realismus ausführe ————————————————– SPOILER ———————————————————————-

      Also, es geht mir darum, dass Glass fix und fertig im Fort ankommt, vorher auch eigentlich nur mithilfe eines Stocks einigermaßen laufen (= gehen) konnte, und dann – nach nur einer Nacht im Fort – rennt er Fitzgerald hinterher, als wäre vorher nix gewesen. Alles vorher war für mich OK, aber da habe ich mir gedacht, nee, selbst mit Adrenalin… Aber es hat mich jetzt auch nicht übermäßig gestört.

      • friedlvongrimm schreibt:

        Na aber hallo, ich bin schon ganz nervös wegen „Brooklyn“, weil doch der Dohmnall soweit ich weiß, dort keinen Bart hat. Ich sag schon seit „Shadowdancer“, dass der mal sehr groß werden wird. Jetzt muss er sich nur noch unsterblich in mich verlieben und die Sache ist geritzt.

        Aber zum wichtigeren Thema: Jap, über genau diesen Part habe ich auch viel nachgedacht und versucht mich in die Lage zu versetzen. Ich meine, wenn du ärztlich versorgt wirst, gewaschen und frisch gekleidet wirst, siehst du wahrscheinlich automatisch gesünder aus. Und ich glaube, die Erleichterung es zu den anderen geschafft zu haben und die Aussicht mit dem guten Tom nochmal ein ernstes Wörtchen zu quatschen könnte dazu führen, dass das Adrenalin nochmal gewaltig nach oben steigt. Klar, beim Kampf der beiden dachte ich auch kurz, dass Superleo doch eigentlich langsam mal umkippen müsste, aber irgendwie war sein Wille für mich die ganze Zeit so spürbar. Da war ich mir vollkommen sicher, dass jemand in solch einer Situation so funktionieren kann. Ich möchte es aber auch nicht austesten.^^‘

  5. Libertarian Anonymous schreibt:

    Laut Wettquoten ist DiCaprio tatsächlich der Favorit für den Oscar 2016. Nicht weit dahinter allerdings auch schon Michael Fassbender als „Steve Jobs“…

  6. Nummer Neun schreibt:

    Domhnall Gleeson – der war das, deshalb kam der mir so bekannt vor!

    Bin etwas zwiespältig: Leo war klasse und die Bilder grandios! Das ist glaube ich das erste Mal, dass ich mir fast eine 3D Version gewünscht habe. Aber die Story schwankt zwischen „bitte kürzen“ und einem leicht unglaubwürdig im letzten Drittel.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ja, ich bin ja auch etwas unschlüssig. Was die Glaubwürdigkeit anbelangt, hatte ich auch gegen Ende so meine Schwierigkeiten. Als bestes Drama hätte ich den Film wohl nicht ausgezeichnet.

  7. Miss Booleana schreibt:

    Auch mal eine sehr erfrischende Art einer Review 😉 Ging mir an vielen Stellen genauso. Beispielsweise die Erkenntnis, dass ich da nicht lange überleben würde. Den Kampf Glass vs. Bär fand ich hammergut inszeniert. Und ja, ich denke auch, dass er einen Oscar bekommen sollte. Hat mich ziemlich umgehauen der Film. Meine Mit-Kinogänger waren teilweise sehr gelangweilt, während die andere Hälfte und ich kaum noch aus dem Staunen und Überlegen und Genießen der Bilder rausgekommen ist. So unterschiedlich ist die Auffassung.
    Wenn der Film nicht Abräumer des Tages bei den Oscars wird, fress ich nen Besen.

    • singendelehrerin schreibt:

      Danke – manchmal wird aus der Not (wollte GLEICH noch ein paar Zeilen schreiben, war aber müde) eine Tugend! 😉
      Wegen der Oscars bin ich allerdings etwas zwiespältig gestimmt, weil ich persönlich von „Mad Max“ noch viel mehr weggeblasen worden bin und auch „Sicario“ für den besseren Film halte (da bin ich schon etwas enttäuscht, dass der nur drei Nominierungen hat 😦 ). Aber ich wäre völlig einverstanden mit Oscars für Leo und Tom! 🙂

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