Highlights, Middlegrounds und Lowpoints (Serie) 2015 #4

Was sich schon bei den Filmen abzeichnete, setzt sich bei den Serien fort. Im letzten Quartal habe ich nicht viele Serien gesehen. Eine Reihe von Serien(-Fortsetzungen) liegen immer noch auf Eis, zum Teil, weil Amazon sich standhaft weigert, die letzte Staffel ins Prime-Programm aufzunehmen (z. B. The Walking Dead), zum Teil, weil ich einfach nicht mehr Zeit habe bzw. mal auch lieber noch eine Stunde lese, als noch eine Serienepisode zu schauen.

(Für mich) NEUE SERIEN:

Orphan Black (Season 1+2): Wie ich schon in meinem I’m hooked!-Beitrag geschrieben habe: eine Serie, die mich – nach leichten Anlaufschwierigkeiten – richtig begeistert, allen voran Tatiana Maslany, die die unterschiedlichen Klons so eindeutig unterschiedlich spielt, dass man sogar sehen kann, wenn Allison in die Rolle von Sarah schlüpft. Das ist so große Schauspielkunst! Und dabei hat man nie das Gefühl, man sieht Maslany beim Schauspielern zu, nein, das sind einfach ganz unterschiedliche Figuren – wer oder wie die Schauspielerin selbst ist, bleibt völlig verborgen. HIGHLIGHT!

The Man in the High Castle (Season 1): Diese Amazon-Serie, basierend auf Philip K. Dicks Roman aus dem Jahr 1963, zeigt die Welt (bisher hauptsächlich die USA), wie sie aussähe, hätten Nazi-Deutschland und Japan den Zweiten Weltkrieg gewonnen. Die Westküste wird von den Japanern verwaltet, die Ostküste von den Nazis. Dazwischen gibt es auch eine neutrale Zone, die aber auch nicht besonders reizvoll zu sein scheint. Die Serie spielt im Jahr 1962 und dreht sich insbesondere um die Widerstandsbewegung und geheimnisvolle Filme, die auftauchen und ein ganz anderes Ende des Weltkrieges zeigen – Berlin wird von den Alliierten eingenommen, Japan bekommt die Atombomben zu spüren… Was hat es mit diesen Filmen auf sich? Wer ist der „Man in the High Castle‟, der angeblich für diese Filme verantwortlich ist? Auch wenn mich die Serie noch nicht vollends in die Story „gezoomt‟ hat (ich betrachte sie doch sehr von außen), finde ich sie sehr interessant. Es gefällt mir sehr gut, dass es eine Reihe von Charakteren gibt, deren Ziele man nicht so ganz einschätzen kann, sowohl auf der Seite der Nazis, als auch bei den Japanern. Hochkarätig besetzt, u.a. mit einem exzellenten Rufus Sewell als Obergruppenführer John Smith und Cary-Hiroyuki Tagawa als Wirtschaftsminister Nobusuke Tagomi. Die weibliche Hauptrolle wird von Alexa Davalos gespielt, die ich noch als im wahrsten Sinne „elektrisierende‟ Gwen Raiden aus der Serie Angel kenne. HIGHLIGHT!

Mr. Robot (Season 1, inkl. Ep. 8): Eine Serie, die im Hacker-Milieu spielt – klang ideal für eine Serie, die mein Freund (IT-Branche) und ich zusammen ansehen könnten. Bin mir nicht ganz sicher, wie sie ihm nun eigentlich gefällt, denn die Erzählweise des Protagonisten ist mitunter etwas anstrengend. Gefühlte 80% der Zeit hört man Elliot (Rami Malek – ein sehr außergewöhnliches Gesicht!) im Voiceover mit seinem „imaginary friend‟ reden. Dazu muss man wissen, dass Elliot an Persönlichkeitsstörungen und Paranoia leidet, die ihn dazu gebracht haben, von Morphium abhängig zu werden. Er arbeitet bei einer Internet-Security-Firma namens Allsafe, die u.a. für das größte Konglomerat der Welt, E Corp (auch Evil Corp genannt), zuständig ist. Als er von „Mr. Robot‟ (Kopf der Hackergruppe fsociety; gespielt von Christian Slater) angeworben wird, ändert sich einiges in seinem Leben… Fsociety hat nämlich ein großes, weltveränderndes Ziel! Es fällt mir, ehrlich gesagt, manchmal etwas schwer, dem ganzen technobabble zu folgen. Es ist sicherlich eine Serie, bei der man sich konzentrieren muss, um mitzukommen (insbesondere, wenn man sie in OV ansieht), aber ich finde sie durchaus interessant, schon allein, weil der Protagonist sehr ungewöhnlich ist. HIGHLIGHT!

FORTGESETZTE SERIEN:

The Affair (Season 2): Über Amazon Prime konnten wir jeweils nur wenige Tage nach Ausstrahlung in den USA die aktuellen Folgen ansehen. Hat auch mal wieder etwas, wenn man weiß, was man am Dienstag Abend ansehen will. Die zweite Staffel wird nun nicht mehr nur abwechselnd aus Noahs (Dominic West) und Alisons (Ruth Wilson) Sicht erzählt, sondern erweitert durch Helen (Maura Tierney) und Cole (Joshua Jackson). Das hat mir sehr gut gefallen, denn so gewinnt die Geschichte um die Affäre von Noah und Alison – die ja verknüpft wird mit der Frage, wer Schuld am Tod von Coles Bruder Scotty (Colin Donnell) trägt – um weitere interessante Facetten. Immer wieder kommt es zu Entwicklungen/Enthüllungen, die ein neues Licht auf die Charaktere und die ganze Situation werfen. Nicht mehr so sexy wie die erste Staffel (so ist das eben, wenn die Affäre nicht mehr frisch ist 😉 ), aber es bleibt höchst spannend, zumal das Ende der Staffel so ist, dass man sich auch vorstellen könnte, dass die Serie nun zu Ende ist, da sie endlich einiges aufklärt. Laut IMDb ist aber eine Episode 3.1 in Planung. HIGHLIGHT!

Being Human UK (Season 1-5): (enthält leichte Spoiler, die Serie ist allerdings schon seit 2013 beendet) Wie schon im letzten Rückblick angekündigt, habe ich nun die komplette Serie noch einmal von Anfang an angesehen. Vor ein paar Jahren hatte ich nach der 3. Staffel aufgehört, weil zwei der Hauptcharaktere ausgestiegen waren. Nun habe ich „den Neuen‟ doch noch eine Chance gegeben – und habe es nicht bereut. Interessanterweise gefallen mir Anfang und Ende der Serie am besten. Die erste Staffel, in der wir die drei „unhuman‟ WG-Bewohner (Geist, Vampir, Werwolf) mit ihren Problemen, Teil der menschlichen Gesellschaft sein zu wollen, aber nicht so recht sein zu können, kennenlernen, bleibt meine Lieblingsstaffel. Russell Tovey als Werwolf George ist einfach „putzig‟, Aidan Turner als Vampir Mitchell sexy. Ihre Nachfolger – der einfach gestrickte Werwolf Tom (Michael Socha) auf der Suche nach der ersten Liebe und der elegante Vampir Hal mit Ordnungsfimmel (Damien Molony) – sind völlig anders, wodurch eine andere Dynamik entsteht. Nach den eher dramatischen Staffeln 2+3 sind dann auch die Staffeln 4+5 (zum Teil) wieder etwas lustiger, was u.a. auch dem neuen, herrlich sarkastischem (und schottischem!) Geist Alex (Kate Bracken) zu verdanken ist. Geist Annie (Lenora Crichlow) fand ich ja immer etwas nervig. Sie bekommt aber einen tollen Abgang in der 4. Staffel. Das Ende der Serie ist wunderbar emotional und versöhnlich – oder auch nicht, wenn man in den Specials der DVD das alternative Ende ansieht… Insgesamt ein HIGHLIGHT!

Das war’s auch schon. (Vor-)Bestellt habe ich mir in den letzten Tagen: die 4. Staffel von Shameless (US) (müsste schon im Briefkasten liegen), die 4. Staffel von Luther, die 2. Staffel von True Detective, „The Abominable Bride‟ von Sherlock (alle noch nicht veröffentlicht) und die 1. Staffel von Les Revenants (frz. OV mit engl. UT). Eigentlich wollte ich auch schon lange meinen Netflix-Probemonat nehmen, aber es hat einfach keinen Sinn. Ich kann ihn z. Zt. nicht ausnutzen! Vielleicht um die Osterferien herum…

Was muss ich mir denn im nächsten Quartal unbedingt noch ansehen?

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Film und TV abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

15 Antworten zu Highlights, Middlegrounds und Lowpoints (Serie) 2015 #4

  1. mwj schreibt:

    „The Man In the High Castle“ und „The Affair“ würde mich auch sehr interessieren, aber ich möchte Amazon nicht noch mehr Geld in den Rachen werfen.

  2. KirstenSE schreibt:

    Unbedingt „Die Brücke III“ – läuft wahrscheinlich ab Februar im ZDF. Mir haben schon die ersten beiden Staffeln der Schwedisch/Dänischen Serie überdurchschnittlich gut gefallen. Aber die dritte Staffel legt noch einmal ordentlich nach. Thure Lindhardt als Henrik überzeugt neben Sofial Helin als Saga noch ein wenig mehr als Kim Bodnia in den ersten beiden Staffeln. Ansonsten ist in dieser Staffel auch „Dauerbrenner“ Nicolas Bro in einer Hauptrolle dabei. Ich habe die Serie in Schwedisch-Dänischem Original mit Engl. Untertiteln auf BBC 4 geschaut und war völlig geflasht. Scannoir at it’s best. Keine Serie in 2015 hat mich so überzeugt, und bei keiner bin ich so gespannt drangeblieben. Mehr als ein Krimi wenn die etwas anderen Persönlichkeiten der Ermittler aufeinander prallen (Saga hat Asperger).
    Von den Britischen Serien haben mir in diesem Jahr am besten River (Anleihen bei Scannoir mit Stellan Skarsgard und Nicola Walker), Unforgotten (Who’s done it Krimi), Jonathan Strange and Mr. Norrell (Fantasy) und Ripper Street III gefallen.
    Und ich habe endlich einige Dänische Serien nachgeholt und für sehr gut befunden (The Killing, Borgen, Unit One).

    • singendelehrerin schreibt:

      Ah, „Die Brücke“ geht weiter – guter Tipp! Die ersten zwei Staffeln haben mein Freund und ich sehr gerne gesehen! Bei „Borgen“ überlege ich auch immer wieder… „River“ interessiert mich schon mal wegen der Schauspieler – da sind ein paar interessante Tipps jenseits des Mainstream dabei – danke! („Jonathan Strange & Mr. Norrell“ hab ich schon gesehen, hat mich aber nicht vollends überzeugt.)

  3. Libertarian Anonymous schreibt:

    „Was muss ich mir denn im nächsten Quartal unbedingt noch ansehen?“

    Person of Interest, Daredevil, Jessica Jones, Better Call Saul, Homeland.

    Du schaffst das!

    😉

  4. Libertarian Anonymous schreibt:

    … und uuuuunbedingt noch „Deutschland 83“. Ja, das ist eine deutsche Serie. Allerdings von einer amerikanischen Drehbuchautorin und koproduziert mit Sundance TV. Nein, die Serie ist nicht mies, sondern echt gut. 😉

    Sogar der Vorspann der Serie ist cool:

    • singendelehrerin schreibt:

      Ja, leider haben wir das zu spät mitgekriegt, sodass wir das nicht von Anfang an aufnehmen konnten. Aber die Serie habe ich auch im Hinterkopf, schon viel Gutes darüber gelesen.

  5. bullion schreibt:

    Die Serien, die du via Prime schaust, stehen un auch bei mir auf der Liste. Ich bin schon sehr gespannt darauf! Und auch die 4. „Shameless“-Staffel steht bei mir demnächst an.

    • singendelehrerin schreibt:

      Da bin ich ja gespannt, was du zu den Serien sagen wirst! Mit „Mr. Robot“ sind wir gestern fertig geworden – SEHR interessante Entwicklungen gegen Ende! Und was mir extrem gut gefällt, dass ist der Soundtrack dieser Serie – oft so herrlich absichtlich im Gegensatz zu dem, was gerade geschieht, manchmal aber auch passend wie das i-Tüpfelchen!

  6. butmadnorth schreibt:

    re Being Human: told you so 😉 Ich schnarche dafür bei The Affair regelmässig weg und brauch deshalb ewig dafür.
    And then there were none fand ich jetzt auf der BBC übrigens großartig; echt spannend und visuell super gemacht. Guter Auftakt fürs Agatha Christie Jahr.

  7. Libertarian Anonymous schreibt:

    Und eine Empfehlung habe ich noch: „Legends“ mit Sean Bean als Undercover-Agent mit Identitätskrise. Allerdings wurde diese Serie nach der 2. Staffel abgesetzt – der Abschluss passt allerdings, da die Handlung der 2. Staffel innerhalb dieser abgeschlossen wurde. Wenn du also kein Problem mit einer „kurzen“ Serie hast… 😉

    Beide Staffeln unterscheiden sich übrigens dramatisch: Die erste ist eher ein Procedural, die zweite wie gesagt mit Story-Arc. Die Erste ist leider für ein Verständnis der Hauptfigur wichtig… leider, da die zweite Staffel WESENTLICH interessanter ist.

    Der Trailer für Season 1:

    • singendelehrerin schreibt:

      Sean Bean wäre natürlich ein Argument. 😉 Aber du weißt ja, dass ich nur legal schaue, und bei Amazon gibt es noch nicht mal die Ankündigung für eine DVD…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s