Liebster Award (2015) #6

Isabelle Dupuis von hamburgischedramaturgie 2.0 hat mich schon vor einiger Zeit für den Liebster Award nominiert – herzlichen Dank nochmal dafür! Wie der geneigte Leser weiß, habe ich mich in den letzten Wochen und Monaten mit längeren Texten ziemlich zurückgehalten, weil mir zum einen die Zeit fehlt und zum anderen sich die Fotos aus dem USA-Urlaub immer noch zurückstauen.

Heute habe ich mich aber endlich an die Beantwortung der 11 äußerst interessanten Fragen gemacht! Ob mir hinterher noch Fragen zum Weitergeben einfallen, wird sich gleich noch zeigen… 😉

1. Was war dein Lieblingsbuch als Kind?

Definitiv Die Unendliche Geschichte. Das Buch von Michael Ende hat wohl mein Faible für fantastische fremde Welten initiiert – es hat mich regelrecht hineingezogen in diese Welt. Oh, ich muss das unbedingt mal wieder lesen!

2. Bist du im Kino schon mal mitten im Film hinausgegangen? Wenn ja, warum?

Hihi, ja, die Frage habe ich schon mal irgendwo beantwortet. Ich sah – unschuldig wie ich damals so mit 18 rum war – mit einem Freund (er wäre gerne mein BOYfriend gewesen, ich mochte ihn nur als EINEN Freund) Das Reich der Sinne, diesen japanisch-französischen Film (warum auch immer der zu dieser Zeit im Kino gezeigt wurde – mehr als 10 Jahre nach dem Erscheinen), der auf mich (s.o.) wie ein Porno wirkte. Da sind wir dann doch irgendwann gegangen – die Konstellation hat wirklich nicht gepasst! 😮

3. Was hast du zuletzt im Theater gesehen und wie hat es dir gefallen?

Ah, wunderbare Frage! 🙂 Zuletzt wirklich im Theatersaal vor Ort habe ich All On Her Own und Harlequinade (beides Stücke von Terrence Rattigan) von der Kenneth Branagh Theatre Company gesehen, und zwar im Garrick Theatre, London. Das erste Stück war ein Solo-Stück mit Zoë Wannamaker. Sie spielte Rosemary, eine Frau, die des Nächtens – mit einer Flasche Whisky in der Hand – ein Zwiegespräch mit ihrem verstorbenen Mann führt. Was als Monolog beginnt, fühlt sich schon bald so an, als würde er wirklich antworten. Schon heftig, was da alles so ans Tageslicht kommt… Toll gespielt! Gleich im Anschluss folgte dann ein richtiges Kontrastprogramm mit der Komödie um eine Aufführung von Romeo and Juliet, bei der das „junge‟ Paar nicht mehr ganz so knusprig jung ist. Auch hier kommen Dinge ins Rampenlicht, die die Protagonisten überraschen und ihnen einige Schwierigkeiten bereiten. Das war ein richtig schöner Spaß, mit einem super aufgelegten Kenneth Branagh in der Hauptrolle! Auch der Rest der Besetzung war wunderbar – ein ganz außerordentlich vergnügliches Erlebnis! Ich hoffe, ich schaffe es dann wenigstens in den Weihnachtsferien, noch eine richtige Rezension zu schreiben.
Das letzte Theaterstück, das ich über NT Live gesehen habe, war – von der gleichen Company – The Winter’s Tale (Shakespeare), das mir auch ganz gut gefallen hat, vor allem der Teil, der auf dem Land spielte. Da war nämlich Musik und Tanz dabei (live!) – und das war so toll choreografiert, dass ich richtig wie verzaubert da saß.

4. Hat dich ein Film, Buch oder eine Theateraufführung schon mal so richtig verärgert?

Oh, da muss ich wohl „meinen Klassiker‟ aus dem Bereich Film nennen: The Hobbit: The Desolation of Smaug. Wie Peter Jackson da meine Vorstellung von Mittelerde verhunzt hat, das hat mich zutiefst enttäuscht und manches richtiggehend geärgert.

5. Welche Schullektüre würdest du heute freiwillig noch einmal lesen?

Ui – interessante Frage! Ich glaube fast Rhinocéros (Die Nashörner) von Eugène Ionesco. Das absurde Theater fand ich damals ziemlich spannend. Wir haben auch eine Aufführung des Stückes besucht, das wohl nur mein Lehrer und ich gut fanden… Leider sind meine Französischkenntnisse inzwischen so verkümmert, dass ich mir doch schwer täte, es nochmal auf Französisch zu lesen. Irgendwie doof! 😦 Und dann fällt mir noch Sansibar oder der letzte Grund von Alfred Andersch ein.

6. Worüber würdest du gern mal ein Buch schreiben oder einen Film drehen?

Faszinierende Frage. Ich habe mal während meiner Referendariatszeit oder kurz danach mit einem „Roman‟ angefangen, der hätte sich um eine junge Lehrerin gedreht, die mit dem Schulalltag zu kämpfen hat – GÄHN! Prinzipiell fände ich es toll, Fiktion schreiben zu können. Realistischer wäre es vielleicht, irgendwann einmal ein Buch mit den besten Stilblüten aus meinem Englischunterricht, visualisiert durch entsprechende Zeichnungen, wie sie mein Vater mir schon ein paar Mal für meinen Blog angefertigt hat.

7. Was ist wichtiger für einen guten Film: ein gelungener Anfang oder ein gelungenes Ende?

Ganz klar das Ende. Wenn der Ende Mist ist, hinterlässt der ganze Film bei mir einen schalen Nachgeschmack. Da kann der Anfang (siehe letzter Bond-Film) noch so toll sein…

8. Guckst du ab und zu den “Tatort”? Welches ist dein Lieblingsteam? (Wenn nicht, warum nicht?)

Ich schaue regelmäßig Tatort, seitdem ich mit meinem jetzigen Freund zusammen bin, weil es für ihn Tradition hat und obwohl er (der Tatort 😉 ) mich oft langweilt. Mein liebstes Team ist das Wiener Team Eisner und Fellner (ich liebe einfach schon allein den Dialekt!), danach folgen Borowski und Brandt, und wenn ich’s lustig haben will, dann gebt mir Thiel und Boerne. Klar schau ich mir den Münchner Tatort schon allein deswegen gerne an, weil ich in München lebe, aber da habe ich schon sehr schwache Ausgaben gesehen. Der beste Tatort EVER war für mich: Im Schmerz geboren: (ich zitiere mich selbst)

Geboten wurde ein shakespearischer Rachewestern, mit antikem „Chor‟ (also einem, der zum Publikum spricht, das Gesehene kommentiert), zwei fantastischen Gegenspielern (Ulrich Tukur als Ermittler Felix Murot und Ulrich Matthes als Racheengel Richard Harloff) und einem Ende, das jeder antiken und shakespearischen Tragödie gerecht wird.

9. Welcher ist dein liebster deutschsprachiger Film?

Oje, jetzt wird’s schwer. ICH und deutschsprachige Filme! 😮 Vielleicht Das Leben der Anderen. Für mich einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre. Einen Lieblingsfilm hab ich da nicht wirklich. Ach, und Das Boot! Großartig!!!

10. Hast du einen Lieblingsautor oder -regisseur? Warum?

Ich habe drei sehr unterschiedliche Lieblingsautoren: Douglas Adams (ich liebe seinen Humor in der Hitchhiker’s Guide to the Galaxy-Trilogie in fünf Teilen), J.R.R. Tolkien (The Lord of the Rings begleitet mich, seitdem ich 17 war, ich habe die Trilogie schon mindestens viermal gelesen) und Paul Auster (irgendwie schwer zu benennen, warum ich diesen New Yorker Schriftsteller so mag – vielleicht sollte ich mal wieder mein Lieblingsbuch Book of Illusions lesen). Mein Lieblingsregisseur ist vielleicht Joss Whedon (auch wenn ich da nicht nur seine Regie-Qualitäten schätze, sondern meist das Rundum-Paket, wie bei seinen Serien), aber da fällt es mir schwerer, mich festzulegen.

11. Was macht dir beim Bloggen am meisten Spaß?

Dass ich meine Gedanken, Reviews, Fotos, lustige Stilblüten mit anderen Leuten teilen kann. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich einmal mehr als 100 Follower haben würde oder dass sich „wildfremde‟ Menschen bei mir für einen Beitrag bedanken oder mir ein Lob aussprechen. Und das allerbeste ist, dass manche dieser Wildfremden mir gar nicht mehr so fremd sind. Interessanterweise hat mich hier insbesondere meine relativ neue Liebe zum englischen Theater schon mit vier Bloggern zusammengebracht, von Verabredungen zu NT Live-Übertragungen in München, über Verabredungen zum Theater in London, bis hin zu gemeinsamen Reisen nach London (um ins Theater zu gehen 😀 ). Gleichgesinnte treffen, im Netz UND im Real Life – ich möchte das Bloggen nicht mehr missen! ❤

Es ist schon spät, deswegen breche ich aus dem gewünschten Schema aus und stelle keine 11 Fragen – vielleicht gelingt mir das ja bei #7 von Passion of Arts, der auch noch aussteht! 😉


16 Gedanken zu “Liebster Award (2015) #6

  1. Sehr schöne Antworten. „Die unendliche Geschichte“ fand ich auch total spannend, aber nur den ersten Teil des Buches. Die Geschichte mit Bastian war so zäh und der Junge hat mich so genervt 😦

  2. Interessante Antworten. „Im Schmerz geboren“ fand ich auch grandios! DEn hatte ich eher zufällig auf dem Festival des deutschen Films gesehen. Im TV wäre er mir sicher entgangen, weil ich den „Tatort“ auch nicht schaue.

    1. Ich versuche, „Im Schmerz geboren“ auch wo es geht bei Nicht-Tatort-Guckern anzupreisen, denn der fällt einfach so raus aus dem Tatort-Einheitsbrei, dass ihn viele einfach deswegen verpassen, weil sie Tatort ablehnen.

      1. Ja stimmt. Das versuche ich auch. Allein habe ich auch schon von einigen Tatort-Fans gehört, dass er totaler Käse sein soll. Das spricht ziemlich eindeutig für deine (unsere) These.

  3. Cool, vielen lieben Dank fürs Mitmachen 🙂 Das sind ja spannende Antworten! „Im Schmerz geboren“ war für mich auch der beste Tatort seit Langem (vielleicht sogar seit überhaupt 😉 ) und die Wiener gehören definitiv auch zu meinen Lieblingsteams, vor allem, seit Bibi Fellner dabei ist. Bei uns ist es umgekehrt, da bin ich die Traditions-Tatort-Guckerin und mein Freund bequemt sich ab und zu mal zum Mitschauen, findet es aber meistens Mist 😀 Die Münchner haben sich in letzter Zeit finde ich ganz gut gemacht, aber in der Vergangenheit war auch ganz oft Schrott dabei. Ansonsten mag ich das Dortmund-Team supergern und von den neuen Teams die aus Frankfurt und die aus Nürnberg. Münster mit Thiel und Boerne geht mir allmählich auf die Nerven, weil das immer das Gleiche ist und oft strotzen die Figuren so vor respektlosen Klischees, dass sich mir die Zehennägel kräuseln. Die neuen Berliner kann ich auch nicht leiden, Meret Becker wirkt, als nähme sie sich viel zu wichtig.

    Auf jeden Fall hatte ich sehr viel Spaß dabei, deine Antworten zu lesen 🙂

    1. Bitteschön – und dankeschön! 🙂

      Stimmt, Münster ist halt eigentlich nur noch Slapstick, wo sich ein Klischee ans andere reiht. Trotzdem sehe ich’s wegen der Kabbeleien zwischen Thiel und Boerne noch ganz gern an. Den Wiener Tatort kenn ich eh erst, seit Bibi Fellner dabei ist. Das ist eine super Figur, finde ich. Kommt auf jeden Fall immer super authentisch rüber.

  4. Ionesco, puuh, was hab ich von dem doch gleich noch mal gelesen? Ah, la lecon. *man denke sich bitte die cedille an die entsprechende Stelle* War ganz in Ordnung, aber umgeworfen hat es mich auch wieder nicht. 😳

    Zu Tolkien bzw. den Hobbit-Filmen hast du alles gesagt, was egsagt werden musste. 🙂
    Ich glaub, die einzigen Filme, bei denen ich hätte rausgehen können, wären Transformers 2 und Smaugs Einöde gewesen, aber ich war so resistent – oder faul – und bin drin geblieben. *seufz*

    1. Jetzt habe ich gedacht, mit Ionesco mach ich GERADE DIR eine Freude… 😛 😉 Aber das ist ja auch Schmarrn, als Deutsche habe ich noch nicht mal „Faust“ gelesen… 😳

      1. Haha, iweiß, und ich find es ja auch toll. 😀
        Aber der trifft nicht unbedingt meinen Geschmack. Faust ist jetzt nicht umwerfend, aber trotzdem interessant, was der Goethe so alles fabriziert hat. Aber ich bin ja auch eher Kleistianer und Schilleraner. 😉

    1. Wow, tatsächlich 100 Filme! 😮 Naja, da sind ja nun doch schon einige dabei, die ich durchaus kenne und mag. Aber ich muss mir unbedingt „Victoria“ (du schwärmtest ja sehr von dem Film) und „Oh boy“ irgendwann mal ansehen. Also, so mal als Anfang… 😉

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