Media Monday #229

Ich bin ein bisschen unzufrieden, was meine Bloggerei anbelangt. Ich hätte SO viel Material (weitere Kritiken zu den Veranstaltungen, die ich in London besucht habe, weitere Foto-Beiträge aus meinem fantastischen USA-Urlaub, Rezensionen zu aktuell gesehenen Filmen, Serien und gelesenen Büchern, to name but a few), aber komme einfach nicht dazu, die entsprechenden Artikel zu verfassen. Das liegt zum Teil an eigentlich erfreulichen Gründen (ich mache gerade viel Musik, habe z. B. mit Bekannten ein neues A-Cappella-Ensemble gegründet, das seit letzter Woche nun auch komplett besetzt ist: Sopran, Mezzosopran (ich), Alt, Tenor, Bariton, Bass), zum Teil aber auch an viel Arbeit (und mehr Verantwortung: ich bin Fachbetreuerin Englisch seit diesem Schuljahr) in der Schule. Da ich das Schreiben und den Austausch mit euch so sehr schätze, schmerzt es mich schon sehr, meinen Blog etwas schleifen lassen zu müssen…

Und so muss ich heute meine Kreativität auch eher noch für die Schule aufsparen statt ins Sneak-Film-Rätsel zu stecken. Füllt einfach die Lücken aus diesen Film- oder Serientiteln und setzt die Wörter dann zusammen:

Despicable …

My name is …

The … Next Door

… Young

So, jetzt aber geschwind zu den Antworten des heutigen Media Mondays. Wulf hat die Fragen bewusst offen gestaltet, sodass auch meine Antworten sich nur zum Teil um Medien drehen…

1. Angesichts der vielen (Schul-)Arbeit, die sich aus den Vorwochen akkumuliert hat, muss ich mir diese Woche ein striktes Blogverbot auferlegen (nach diesem Eintrag). 😦 Da meine Wochenenden zur Zeit nämlich auch ziemlich vollgestopft sind – hauptsächlich mit Proben für verschiedene bevorstehende Konzerte, darunter zum erneutem Male Carmina Burana, plus den Aufführungstagen – muss ich versuchen, unter der Woche meine Korrekturen zu erledigen. Ganz besonders im Magen liegen mir die drei Seminararbeiten, die ich korrigieren und bewerten muss… Bitte bleibt meinem Blog trotzdem gewogen. 🙂

2. Nachdem ich gehört hatte, dass es in Paris mehrere Anschläge gegeben hatte – der dritte Mann aus unserer „Sneak-Preview-Gemeinschaft‟ kam mit den Neuigkeiten und zitternden Händen gegen 23:00 am Kino an, während meine Freundin D. und ich davon noch nichts gehört hatten, weil wir beide unterwegs nicht online sind – , habe ich mir bewusst erstmal vorgenommen, diese Anschläge für die Dauer der Sneak Preview aus meinem Kopf zu verbannen. Genaues wusste man eh noch nicht und – auch wenn das jetzt vielleicht etwas herzlos klingt – ändern konnte man, sprich: ich, an der Situation auch nicht. Natürlich habe ich mich inzwischen informiert und bin schockiert und traurig – und ratlos. Was ist denn nun die richtige Reaktion? Zu lesen war z. B. bei pimalrquadrat, der als Franzose sicherlich ganz besondere Wut über diesen terroristischen Anschlag verspürte, dass das Ganze wohl erst ein Ende nimmt, wenn jeder Islamist eine Kugel zwischen die Augen bekommen hat. Bei der Diskussion mit meiner Familie zeigte sich eine ganz andere Meinung: mein Bruder plädierte dafür, sich als Westen einfach komplett aus der Region Naher bzw. Mittlerer Osten herauszuhalten, um dem IS durch Bombardierungen nicht noch mehr Sympathisanten einzubringen, bzw. um den Hass nicht weiterzuschüren. Ich persönlich glaube nicht, dass ein pazifistischer Rückzug des Westens JETZT dazu führt, dass islamistische Extremisten bzw. Terroristen ihren Hass gegen den freiheitlichen Westen aufgeben. Denn die Anschläge in Paris richteten sich nicht gegen Regierungen, die gegen den IS kämpfen, sondern gegen unsere freiheitliche Lebensweise. Und die werden und DÜRFEN wir nicht ändern, um aus dem Schussfeld zu geraten!

Je suis Paris!

3. Wenn ich Markus Söders Tweet lese fehlen mir die Worte, denn ich finde es unsäglich, dieses schreckliche Attentat mit den Flüchtlingen zu verknüpfen, um daraus politisches Kapital zu schlagen.

4. Zum Wochenende wünsche ich mir, dass ich bis dahin so viel schulischen Kram erledigt habe, dass ich einigermaßen entspannt unser Kirchenband-Konzert am nächsten Sonntag (in meiner fränkischen Heimat) durchführen und erleben kann, ohne auf der Heimfahrt am Abend Extrem-Sonntagabend-Blues zu schieben…

5. Für die Sneak Preview am Freitag hätte ich mir gewünscht, dass Legend (mit Tom Hardy im Quadrat!) oder Victor Frankenstein (mit James McAvoy! Ich sehe gerade, dass der bei uns erst im APRIL anläuft – Frechheit! Wir sind, neben Österreich, das letzte Land, in dem der Film anläuft 😦 ) gezeigt würde. Doch auch der tatsächlich gezeigte Film war gut, mal wieder ein Film, den ich mir voraussichtlich nicht im normalen Kino angesehen hätte, wodurch mir aber durchaus ein schöner Coming-of-Age-Film entgangen wäre.

6. Schon in der Vergangenheit habe ich Filme bewertet. Bereits als Jugendliche – genau weiß ich nicht mehr, wann ich damit angefangen hatte – habe ich einen Schnellhefter geführt, in dem ich neben Bildern, die ich aus der Fernsehzeitschrift ausgeschnitten hatte, den Filmen ein bis drei Sternchen (und ich glaube, Minus war auch manchmal dabei) vergeben habe. Schade, dass ich in letzter Zeit meine Film-Rezensionen so vernachlässige(n muss). :-/

7. Zuletzt habe ich die vierteilige Ender-Reihe weitergelesen (bin nun fast bei der Mitte von Band 4, Children of the Mind) und das war ist eine wahre Freude, weil ich durch diese Reihe endlich wieder ein bisschen zur Leseratte geworden bin. Statt noch irgendeine Folge einer Serie vor dem Schlafengehen zu gucken, lese ich nun meistens noch 20-50 Seiten – das ist für mich RICHTIG gut, zumal ich dringend eine neue Brille bräuchte (ich fürchte, es wird schon eine Gleitsichtbrille werden :-/ – die haben doch nur ALTE Menschen! 😮 ), sodass mich das Lesen eigentlich auch ein bisschen anstrengt. Trotzdem freue ich mich jeden Abend darauf zu erfahren, wie es weitergeht. Außerdem hat Orson Scott Card meine Liebe zur Science Fiction erneuert!

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7 Antworten zu Media Monday #229

  1. suzy schreibt:

    wow, die Carmina Burana ist bestimmt sehr anspruchsvoll oder? Wie ist Dein Part?
    Zur Zeit geht auch auf WhatsApp ein Schreiben mit einem Aufruf unter den Schülern um, dass sie sich morgen alle schwarz kleiden sollen und die Nachricht unterzeichnen sollen im Gedenken an die (da waren es noch) 128 Toten in Paris, ich glaube Schweigeminute ist auch noch dabei. Das ist ja alles ganz in Ordnung, nur leider wird im Anschreiben in einem kleinen Satz hinzugefügt, damit wollen wir Frau Merkel zeigen, dass bezüglich der Flüchtlinge bei uns ein Ende erreicht ist. Dies überlesen die Jungs und Mädels leider alle und leiten die WhatApp fleissig weiter mit ihrer Unterschrift. Das nervt mich echt an, das ist Meinungsmache, so ähnlich wie es Dir mit dem tweet von Herrn Söder geht 😦

    • singendelehrerin schreibt:

      Zur Carmina: Man braucht einfach eine richtig gute Technik und viel Körperspannung. Die Noten an sich – mal von der Höhe abgesehen, die ich auch manchmal im Sopran 2 noch erreichen muss – sind nicht so kompliziert. Ich habe die Carmina jetzt schon ein paar Mal aufgeführt, da schleift sich das langsam so gut ein, dass ich eigentlich fast nur noch für den text in die Noten schaue. Ich LIEBE es, dieses Werk zu singen.

      Die WhatsApp-Geschichte ist ja perfide – mal eben schnell die Solidarität mit Frankreich mit einem politischen Statement gegen Flüchtlinge verknüpft. Wunderbar… 😦 Schweigeminute haben wir heute eh schon gemacht.

  2. mwj schreibt:

    Das Problem, das du in deinem ersten Satz beschreibst, kenne ich nur allzu gut. Nur dass es bei mir quasi immer so ist. So hab ich z.B. noch mindestens ein halbes Dutzend Serienkritiken zu schreiben…

  3. Libertarian Anonymous schreibt:

    „Wenn ich Markus Söders Tweet lese fehlen mir die Worte, denn ich finde es unsäglich, dieses schreckliche Attentat mit den Flüchtlingen zu verknüpfen, um daraus politisches Kapital zu schlagen.“

    Und doch hat es damit zu tun. Man kann die Motivation von Söder verwerflich finden oder kritisieren, dass er ein komplexes Thema in einen 140-Zeichen-Tweet presst und diesem damit nicht gerecht wird – aber das ändert am Problem nichts: Die Flüchtlingsströme werden möglicherweise längst instrumentalisiert. Und zwar vom IS – als „Trojanisches Pferd“.

    Das heisst nicht, dass „die Flüchtlinge“ an irgend etwas schuld sind, genauso wenig wie Geiseln bei einer Geiselnahme eine Schuld trifft.

    Aber beide Situationen erzeugen ein moralisches Dilemma: Bei einer Geiselnahme muss zwar Rücksicht auf das Leben der Geiseln genommen werden, trotzdem darf man mit diese Begründung aber nicht einfach den Forderungen der Geiselnehmer nachkommen – und genau das kann auch Härten oder gar Gefahr für die Geiseln bedeuten.

    In Sachen Grenzsicherung und -kontrollen ist es ähnlich: Hier wurde jedoch jede Vorsicht fahren gelassen, mit der Begründung der humanitären Situation. Das mag emotional verständlich sein, rational und verantwortungsvoll ist es nicht.

    Das ad infinitum wiederholte Gegenargument, der IS würde die Flüchtlingsrouten nicht nutzen, dessen Mitglieder könnten ja das Flugzeug nehmen, greift nicht: Der Flugverkehr wird streng kontrolliert, und man braucht dafür ein gültiges Visa. Auch das ist nicht unüberwindbar, aber die Gefahr der Entdeckung ist hoch; es ist also schwieriger, eine grössere Zahl von Terroristen auf diesem Weg einzuschleusen.

    Leider wurde die Debatte bis jetzt nach dem Motto geführt: „weil nicht sein kann, was nicht sein darf“. Und dazu war wirklich kein Argument zu absurd, Hauptsache man beruhigt die Bevölkerung. Um diese Absurdität mal zu illustrieren, hier eine in der „Zeit“ wiedergegebene Aussage des Chefs des Verfassungsschutzes:

    „Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen hält es jedoch für ‚weniger wahrscheinlich‘, dass mit den Flüchtlingen Terroristen in größerer Zahl nach Deutschland kommen. Dafür sei die Route schlicht zu gefährlich.“

    Aber sicher! Ein potentieller Selbstmordattentäter, der bereit ist sich mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft zu sprengen, lässt sich durch eine gefährliche Reiseroute abschrecken! Sorry, aber bei solchen „Argumenten“ kann raste ich als ein der Logik zugetaner Mensch aus.

    Leider legt diese Logik auch nahe, dass es inzwischen vielleicht nur noch um Schadenbegrenzung gehen kann; man muss leider davon ausgehen, dass der IS die sich bietenden Möglichkeiten längst in grösserem Umfang genutzt hat. Einer der Attentäter von Paris kam jedenfalls nachweislich über eine Flüchtlingsroute.

  4. Libertarian Anonymous schreibt:

    „Bei der Diskussion mit meiner Familie zeigte sich eine ganz andere Meinung: mein Bruder plädierte dafür, sich als Westen einfach komplett aus der Region Naher bzw. Mittlerer Osten herauszuhalten, um dem IS durch Bombardierungen nicht noch mehr Sympathisanten einzubringen, bzw. um den Hass nicht weiterzuschüren. Ich persönlich glaube nicht, dass ein pazifistischer Rückzug des Westens JETZT dazu führt, dass islamistische Extremisten bzw. Terroristen ihren Hass gegen den freiheitlichen Westen aufgeben. “

    Richtig. Das muss man nicht glauben, das ist einfach so. Der „Islamische Staat“ hat seinen Weltherrschaftsanspruch klar und wiederholt formuliert. Er wird sich durch „Liebe und Verständnis“ genauso wenig aufhalten lassen wie der deutsche und japanische Faschismus vor 70 Jahren sich dadurch nicht hätte aufhalten lassen.

    Für einen sehr tiefgreifenden Artikel über den IS kann ich den folgenden Artikel empfehlen, der viele Informationen enthält, die man sich sonst mühsam zusammensuchen muss:
    http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2015/03/what-isis-really-wants/384980/

  5. pimalrquadrat schreibt:

    Wow, die Carmina, das wird ne unglaubliche Aufführung geben! Ich bin noch immer von unserer Schulaufführung dazu begeistert, und die liegt Jahre zurück! 🙂

    Jepp, meine Reaktion war ganz sicher emotional. Aber wir sehen es ja ähnlich: Diese Fanatiker werden ohne Weiteres nicht aufhören, zumal ihnen alles, was uns „Westler“ ausmacht, ein Dorn im Auge ist: Von Musik über Kleidung und Bücher hin zu Sexualität. Aber wie es da eine Lösung geben kann oder soll, das weiß ich auch nicht.

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