Blogparade: Schau doch mal…

Über Miss Booleana bin ich auf Amerdales erste Blogparade aufmerksam geworden. Da alle Buffy- und Angel-Fans zusammenhalten müssen 😉 , aber in erster Linie, weil mir das Thema gefällt, werde ich noch geschwind vor der Deadline am 31. Juli mitmachen. Es geht darum, Empfehlungen zu Serien auszusprechen, über die eben NICHT jeder redet, also nicht für die neueste Staffel von True Detective, aber auch nicht für alte Klassiker, wie Buffy oder Star Trek.

Wie Amerdale, habe ich mir auch vier Serien ausgesucht. Zuerst möchte ich eine „ältere‟ Serie aufgreifen, die gefühlt nur zwei Leute in Deutschland gesehen haben (nicht zuletzt auch, weil sie gar nicht komplett im Fernsehen gezeigt wurde), obwohl sie international doch eine gewisse Gefolgschaft hat, was auch dazu geführt hat, dass es zum Abschluss der Serie noch eine TV-Mini-Serie gab:

Farscape (1999-2003 + Farscape: The Peacekeeper Wars 2004)

Vielleicht muss ich erzählen, wie ich überhaupt zu der Serie gekommen bin. Als die Serie damals im Fernsehen lief, habe ich vielleicht davon gehört und mal kurz reingeschaut, aber an mehr kann ich mich nicht erinnern. Zu sehr war ich zu dieser Zeit immer noch Trekkie (Deep Space Nine), habe mit Leidenschaft Akte X, Buffy und Emergency Room geschaut.

Dann war ich 2013 auf der Fedcon 22 in Düsseldorf – und habe die beiden Hauptdarsteller Ben Browder und Claudia Black zusammen auf der Bühne erlebt. It was love at first sight. Und zwar habe ich mich nicht in Ben Browder verliebt (naja, schon auch ein bisschen 😉 ), sondern in die Chemie, die er und Claudia auf der Bühne versprühten. Da MUSSTE ich mir doch ansehen, wie das in der Serie funktioniert hat.

Also habe ich mir die DVD-Komplettbox bestellt, angefangen zu schauen – und es hat mich nochmal umgehauen! Ja, man muss sich erst etwas daran gewöhnen, dass ein paar der Außerirdischen von Puppen aus dem Hause der Jim Henson Company „dargestellt‟ werden, und manche Folgen sind schon leicht (bis schwer) trashig, aber wie es zwischen Ben/John Crichton und Claudia/Aeryn Sun funkt, das hat mich bis in meine Träume verfolgt. Überhaupt ist die australische Serie – für eine Sci-Fi-Serie – ohnehin manchmal richtiggehend sexy, was mich doch einigermaßen überrascht hat, nachdem ja die ganzen Star Trek-Serien z. B. schon SEHR kinderfreundlich sind…

Außerdem finde ich es eine tolle Idee, dass die Raumschiffe in dieser Serie lebende Wesen sind. Das Raumschiff, auf dem der Erdling John Crichton landet, heißt Moya. Sie bekommt sogar ein Kind! Neben den Alien-of-the-Week-Folgen, die zugegebenermaßen manchmal schon sehr abgefahren sind, gibt es auch mehrere Gegenspieler der mehr oder weniger unfreiwillig zusammengewürfelten Besatzung (auf der Flucht von den sog. Peacekeepers), die sich über die ganze Serie hinweg ziehen. Hier muss ich Scorpius herausstellen, einen der interessantesten Bösewichter in einer Science Fiction Serie! Nicht ohne Grund hatte ich ihn auch bei meiner Best Villains-Liste (TV) dabei.

Ein weiteres Feature, das mich als Filmfreund immer wieder begeistert, sind die vielen Popkulturreferenzen, die John Crichton ständig anbringt – obwohl ja die Anderen alle nichts damit anfangen können. Überhaupt sind die Dialoge oft sehr witzig.

Hier ein Beispiel für Anspielungen, hier auf STAR WARS:

Crichton: “It’s kinda like Lousiana – or Dagobah… where Yoda lives.”

Aeryn: “Who’s Yoda?”

Crichton: “Just a little green guy who trains warriors.”

Man muss sich allerdings auf die Puppen – und die aus heutiger Sicht oft etwas billige Optik – einlassen. Dann kann man aber sehr viel Spaß mit dieser Serie haben. Ich hatte ja sogar eine Schwesterseite zu diesem Blog – auf Englisch – eröffnet, weil ich ursprünglich vorhatte, beim Rewatch jede einzelne Folge zu besprechen. Das habe ich dann aber doch relativ schnell eingestellt – seitdem ist Passions of a frelling fangirl mehr oder weniger stillgelegt. Hier aber Reviews zu Folge 1, Folge 2 und zu Folgen 3-6, die euch ein bisschen Einblick gewähren.

Nun zwei britische Serien, die hierzulande kaum in den Fokus geraten sind. Es gibt keine deutschen Versionen davon, bei amazon.de kann man nur UK Import-DVDs erwerben (, die aber immer deutlich teurer sind, als wenn man sie direkt in UK bestellt!):

Vicious (2013-)

Quelle: bbc.co.uk

Eine Sitcom über ein schwules Paar, das seit 49 (Beginn von Series 1) Jahren zusammen ist, gespielt von den britischen Schauspielgrößen Ian McKellen und Derek Jacobi! Es gibt bisher zwei Staffeln mit je sechs Folgen, in denen sich die beiden gegenseitig Gemeinheiten an den Kopf werfen (hence the name!), aber in denen man auch merkt, dass sich die beiden trotz allem von Herzen lieben. Da die Folgen nur 23 Minuten lang sind, habe ich damals einfach alle sechs Folgen hintereinander weggeschaut. Die 2. Staffel habe ich noch nicht gesehen, gibt es aber schon bei amazon.co.uk (Series 1: 6,99 £, Series 2: 10,99 £) zu kaufen, obwohl die letzte Folge erst am 6. Juli gelaufen ist.

Es macht einfach Spaß, diesen beiden berühmten Shakespeare-Darstellern dabei zuzusehen, wie sie es sichtbar genießen, mal etwas völlig anderes zu machen – und sich an Bösartigkeit förmlich zu übertreffen! Viel mehr muss man eigentlich nicht wissen! 😀

Und nochmal Derek Jacobi, und zwar in:

Last Tango in Halifax (2012-)

Quelle: pbs.org

Ich zitiere mich hier weitgehend selbst: Celia (Anne Reid) und Alan (Derek Jacobi), zwei geschiedene über 80-Jährige, die durch gewisse Umstände als Jugendliche kein Paar wurden, treffen sich wieder und beschließen schon beim ersten Treffen, zu heiraten. Das geht nicht ohne Hindernisse, die jeweiligen Familien müssen erstmal überzeugt werden etc. Wie aus dem richtigen Leben gegriffen, mal lustig, mal berührend, mal traurig, dabei durchweg authentisch und mit fantastischen Schauspielleistungen. Herausragend für mich dabei Nicola Walker als Tochter von Derek Jacobis Charakter, aber bis in die letzte Nebenrolle passend besetzt (u.a. auch Sarah Lancashire als Tochter von Celia, eine in den UK sehr bekannte Seriendarstellerin). Diese Serie war ein weiterer Grund, warum ich mich so darauf gefreut hatte A View from the Bridge in London im Theater zu sehen, da Nicola Walker da ja Beatrice, die Frau von Eddie (Mark Strong) spielte.
Gesehen habe ich bisher Staffeln 1 und 2, aber auch da ist inzwischen die dritte Staffel gelaufen und käuflich bei amazon.co.uk zu erwerben.

Zuletzt möchte ich noch einmal auf eine Serie hinweisen, die zwar eigentlich schon groß in den amerikanischen Medien ist und auch schon mehrere Nominierungen und Awards eingeheimst hat, über die ich aber hier in unserer Blogosphäre noch kaum etwas gelesen habe. Falls sich das inzwischen geändert haben sollte und ich mit dieser Serie am Thema vorbeischreibe, entschuldige ich mich vielmals 😉 .

Transparent (2014-)

Quelle: picrow.com

Eine Amazon Studios Serie, geschaffen von Jill Soloway, die auch schon bei Six Feet Under Drehbücher geschrieben hat. Für Prime Kunden inzwischen auch auf Deutsch inklusive anzusehen. Jeffrey Tambor (Arrested Development, u.a.) spielt hier den Vater, der seit Jahrzehnten ein Geheimnis hat (TRANS-parent!), das er nun endlich seinen drei erwachsenen Kindern Ali (Gaby Hoffman), Sarah (Amy Landecker) und Josh (Jay Duplass) mitteilt und von nun an offen lebt. Wie sein Umfeld damit umgeht, das wird schonungslos gezeigt, nicht immer bekommt er bzw. sie so viel Unterstützung, wie man es sich vielleicht von den eigenen Kindern erhoffen kann. Das liegt auch mit daran, dass die Kinder auch alle ihre Macken und Probleme haben… Großartig besetzt (für alle West Wing-Fans mit einem überraschenden Gaststarauftritt von Bradley Whitford), schonungslos ehrlich, auch witzig – aber eigentlich keine Comedy, auch wenn die Serie bei den Golden Globes in dieser Kategorie genannt wurde. Ach, es ist so schwierig, diese Serie treffend zu beschreiben – sie geht einfach so natürlich und ohne Berührungsängste mit dem Thema Transsexualität um, ohne die Schwierigkeiten zu verleugnen oder klein zu reden. Wirklich unbedingt ansehen!

 

Wenn ihr auch noch auf weniger bekannte Serien hinweisen wollt, verfasst doch bis 31. Juli euren eigenen Artikel, verlinkt zur Urheberin Amerdale auf Mind Palace (und gerne auch zu mir). Oder kennt ihr bereits die oben genannten Serien? Dann sagt mir doch, wie sie euch gefallen!

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10 Antworten zu Blogparade: Schau doch mal…

  1. Amerdale schreibt:

    Danke fürs Mitmachen 🙂

    Transparent hat hier wirklich kaum Aufmerksamkeit bekommen, ich glaube, ich hab darüber auch nur auf US-Blogs gelesen. Seltsam, aber die Amazon-Serien scheinen hier generell nicht so viel Aufmerksamkeit zu bekommen, wie die Netflix-Serien.

    Vicious steht noch auf meiner Liste.

    • singendelehrerin schreibt:

      Gerne! 🙂 War ja auch ein schönes Thema!

      Finde es schon bedauerlich, dass hierzulande die Amazon-Serien weniger verfolgt werden, die sind nämlich auch gar nicht so schlecht. Kennst du denn „Transparent“?

  2. Zeilenende schreibt:

    Ohja, Farscape habe ich geliebt. Ich kann mich kaum noch an die Inhakte der Serie erinnern, wenn ich ehrlich bin, aber ich fand die Außerirdischen herrlich schrullig. Eigentlich müsste ich sie mir nochmal anschauen. Gleich mal gucken, ob Prime sie drin hat. Und mir ein oder zwei Serien erneut anzuschauen, die ich in der Blogparade vorstellen könnte… Wenn ich bis dahin einen passablen Beitrag hinbekomme. 😁

    • singendelehrerin schreibt:

      Bei Prime gibt’s „Farscape“ m. E. nicht, also zumindest nicht in Deutschland – da muss man wohl Geld hinlegen dafür…

      Aber freut mich immer, Leute kennenzulernen, die „Farscape“ kennen und mögen! 🙂

  3. bullion schreibt:

    Dein Artikel erinnert mich daran, dass ich eigentlich auch noch „Farscape“ zu Ende schauen müsse. Habe bisher ja erst die ersten beiden Staffeln gesehen, dabei stehen sogar schon alle Blu-ray-Boxen im Regal.

  4. Libertarian Anonymous schreibt:

    Ich hab Farscape sogar mal stückweise beim Durchzappen gesehen (wusste damals nur nicht, dass was es ist), fand es aber von der ganzen Optik schon damals irgendwie total trashig…

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