Blogparade: Best Heroines – Top 10 der besten starken Frauenfiguren in Film und TV: Auswertung

So, meine lieben Feministinnen und Feministen 🙂 , das Ergebnis der jüngsten Blogparade steht fest! Als erstes gleich eine Rüge: mit meinem Ursprungsartikel kommen wir diesmal nur auf 20 Teilnehmer/innen (bei den Villains waren es 31), davon nur sechs Männer! 😉 Man könnte nun zu dem Schluss kommen, dass dieses Thema eben doch den meisten nicht am Herzen liegt – ich allerdings tippe eher darauf, dass hier schon das Sommerloch zu spüren war. 😉 Aber eigentlich will ich gar nicht schimpfen, sondern die ganz besonders loben, die mal wieder oder zum ersten Mal dem Ruf der „Königin der Blogparaden‟ (copyright by donpozuelo, der leider diesmal keine Mannschaft geleistet hat 😛 ) gefolgt sind und sich Gedanken zu diesem Thema gemacht haben (ihr findet die Links zu ihren Beiträgen in den Kommentaren zu meinem Blogparaden-Aufruf)! Insgesamt habt ihr 138 verschiedene Figuren genannt – das ist doch ein gutes Zeichen, dass so viele zusammen gekommen sind! Ich danke euch! ❤

Anscheinend habe ich doch einen ziemlichen Mainstream-Geschmack, denn sieben Frauen von meiner Liste tauchen auf der Top 6-Liste auf, die ich auf Grund eurer (und meiner) Listen erstellt habe. Hier ist sie:

1. Ellen Ripley (9)
2. Katniss Everdeen (8)
3. Imperator Furiosa / Dana Scully / Sarah Connor (je 7)
4. Buffy (6)
5. Arya Stark / Black Widow (je 5)
6. The Bride / Princess Leia / Hermione / Lisbeth Salander (je 4)

Dass Buffy „nur‟ auf Platz 4 gelandet ist, schmerzt mein Buffy-Fan- ❤ etwas, aber damit kann ich leben, zumal Joss Whedon ohnehin noch ein Ehrenplatz zukommt: zählt man die Marvel-Figuren dazu (kann man bei Black Widow sicher drüber streiten), dann fallen 17 Stimmen auf sieben verschiedene weibliche Charaktere aus Joss Whedon-Produktionen. Das deckt sich mit meiner Meinung zu Joss Whedon – er hat einfach ein Faible für unabhängige, selbstbewusste Frauen:

Aus dem Buffy-/Angelverse: Buffy (6) und Fred (1)
Aus Firefly: Kaylee (2), Zoë (1) und River Tam (1)
Aus dem MCU: Black Widow (5) und Jemma Simmons (1)

Eine weitere Sonderstellung nimmt Game of Thrones ein: Aus dieser Serie wurden vier verschiedene Charaktere genannt: Arya (5), Sansa (2), Brienne (3) und Daenerys (3).

Interessant fand ich auch zu schauen, ob Schauspielerinnen für unterschiedliche Rollen genannt wurden. Hier liegt Charlize Theron gleichauf mit Angelina Jolie, mit je drei verkörperten Figuren!

Charlize Theron (Mad Max: Fury Road, Aeon Flux, Hancock)
Angelina Jolie (Maleficent, Wanted, Salt)
Emma Watson (Harry Potter, Sam)
Ellen Page (Juno, Hard Candy)
Gillian Anderson (The X-Files, The Fall)
Scarlett Johannson (The Avengers etc., Lucy)
Jennifer Lawrence (Hunger Games, Silver Linings Playbook)
Amy Acker (Angel, Person of Interest)

Ein paar freudige Überraschungen gab es für mich, z. B. Aschenbrödel (aus Drei Haselnüsse für Aschenbrödel – DAS Märchen schlechthin, sofort habe ich vor Augen, wie das Aschenbrödel mit dem Prinzen durch den Schnee reitet, dazu die unvergessliche Musik… ❤ ), Pippi Langstrumpf (hätte zwar zu meinen persönlichen Kriterien nicht gepasst, weil sie schon noch Mädchen ist, aber ist ja wohl ein super Vorbild für Mädchen, die nach Unabhängigkeit streben!), Ava aus Ex Machina (tja, ist sie Roboter oder Frau? Heldin oder Bösewichtin?) oder Éowyn. Über manch andere Nennungen könnte man vortrefflich streiten, ob das wirklich positive Figuren (→ Best Heroines!) sind, z. B. Claire Underwood (House of Cards) oder Erica Bain (aus dem Rachestreifen The Brave One, den ich persönlich einfach nicht mag).

Schließen möchte ich mit einer Statistik über die Rollenverteilung in Hollywood, die ich auf cinemablend.com gefunden habe und die wohl 10 Monate alt (also recht aktuell) ist:

Found on: cinemablend.com

Traurig, wenn man weiß, dass Frauen ca. 51 Prozent der amerikanischen Bevölkerung ausmachen. (Quelle: http://data.worldbank.org/) Ich hoffe, dass die Beliebtheit solcher Figuren, wie aktuell Katniss Everdeen oder Imperator Furiosa dazu führt, dass Frauen besser in Filmen repräsentiert werden, und zwar nicht nur als hübsches Beiwerk.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Blogparade abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

23 Antworten zu Blogparade: Best Heroines – Top 10 der besten starken Frauenfiguren in Film und TV: Auswertung

  1. butmadnorth schreibt:

    Joss Whedon hat übrigens das Drehbuch von Alien: Resurrection geschrieben. Also vielleicht 7,5 😉

  2. mwj schreibt:

    War ich der einzige, der Aschenbrödel und Pippi Langstrumpf genannt hat?

    Und das mit den weiblichen Figuren aus dem MCu ist wohl ein Witz, oder? Gerade im MCU sind die Frauen eben weitgehend konturloses Beiwerk. Nur weil Black Widow gut kämpfen kann, ist sie keine starke Frauenfigur.

    • butmadnorth schreibt:

      Re Black Widow: ich glaube nicht, dass für sie gevotet wird, weil sie gut kämpfen kann, sondern wohl eher oder auch wegen ihrer Backstory.
      Ich glaube auch, dass Kevin Feige endlich verstanden hat, dass das MCU einen höheren weiblichen Anteil braucht, nachdem ich gestern Ant Man gesehen habe. Spät, aber doch…. Dass es eine Staffel 2 von Agent Carter geben wird ist da auch ein Hoffnungsschimmer.

      • mwj schreibt:

        Die Backstory aus der Hollywood-Russlandklischee-Mottenkiste macht aus Black Widow auch keine starke, ernstzunehmende Frauenfigur. Und Peggy Carter ist nur eine Anhäufung von Mary-Sue-Elementen.

    • singendelehrerin schreibt:

      Pippi wurde auch noch ein weiteres Mal genannt.

      Zu den Frauen im MCU: Selbst wenn du Black Widow als farblos dargestellt siehst, warum sprichst du anderen ab, das anders zu sehen? Ich persönlich habe sie ja jetzt auch nicht genannt, und du magst Recht haben, dass hier auch einige Klischees ausgepackt werden, aber sind Comic-Figuren nicht häufig etwas klischeehaft-überspitzt? Zu Agent Carter kann ich nichts sagen, aber in „Agents of S.H.I.E.L.D.“ sind die Frauen DEFINITIV kein „konturloses Beiwerk“, in der Hauptbesetzung der 1. Season sind je drei männlich und je drei weiblich. Der Kopf ist mit Phil Coulson zwar ein Mann, aber Melinda ist ihm doch ziemlich ebenbürtig, Fitz und Simmons ergänzen sich, Fitz ist sogar aufgeschmissenener ohne Simmons als umgekehrt… etc.

    • Frau Margarete schreibt:

      Sorry, das Argument, dass Black Widow zu klischeehaft sei, kann ich nicht ernst nehmen, wenn man gleichzeitig Aschenbrödel nennt!? Die Geschichte ist ja wohl das Inbegiff von Klischee und mMn überhaupt keine starke Frauenfigur. Sie kämpft nicht, sondern bekommt das Glück durch Zufall geschenkt und wird dann vom Prinzen aus ihrem Elend befreit. Das ist alles was für mich gegen eine starke Frauenfigur spricht.
      (Ich mag das Märchen auch zur Weihnachtszeit, aber Feminismus oder ein starkes Frauenbild sehe ich da ganz und gar nicht.)

      • Frau Margarete schreibt:

        Btw, wenn ein Mann alles kurz und klein haut und dabei allen den Arsch rettet, ist er doch auch ein Held. Warum ist Black Widow es dann nicht?

        • mwj schreibt:

          Möglicherweise liegt es an mir, aber ich glaube die Diskussion führt zu nichts.
          Vielleicht habe ich aber auch nur das Thema der Blogparade missverstanden. Ich bin bei meiner Auswahl davon ausgegangen, dass es hier um in vielerlei Hinsicht starke , eigenwillige und tiefgründige weibliche Charaktere geht. Daher bin ich etwas verwirrt welche Kandidatinnen von manchen hier zum Teil genannt werden…

    • Frau Margarete schreibt:

      Ja, schade, so wird die Diskussion in der Tat nichts, wenn man sie direkt zu Anfang abbricht.
      Ich möchte nur noch sagen, mir geht es bei Black Widow nicht allein darum, dass sie gut kämpfen kann. Ich mag ihre Hintergrundgeschichte, das macht sie interessant und in ihrer Persönlichkeit stärker. Wenn du das nicht so siehst – gut, okay, haben wir verschiedene Ansichten.
      Nur möchte ich wirklich gerne wissen, wie man Black Widow als Klischee abstrafen kann und gleichzeitig Aschenbrödel als starke, komplexe, „eigenwillige und tiefgründige“ Frau verstehen kann. Ich meine das nicht ironisch, sondern ich würde es wirklich gerne wissen.

  3. bullion schreibt:

    Klasse, danke für die Auswertung! 🙂

    Dass nur so wenig Männer mitgemacht haben ist wahrlich ein wenig schade. Aber okay, schieben wir es auf das Sommerloch… (auch bei mir war es ja seeehr knapp)

  4. pimalrquadrat schreibt:

    Danke für die Auswertung! 🙂
    Auch bei mir war es ja sehr knapp, was die Abgabe betrifft, aber es ist ja auch unerträglich heiß! 😮
    Die Statistik ist schon sehr schade, auch wenn ich doch differenzieren würde. Ein Film unter Soldaten in WK I oder II dürfte von vornherein eine sehr geringe Frauenquote haben, was aber meiner Meinung nach eher kein Problem ist. Aber ja, viele Blockbuster, Actionfilme oder auch Komödien haben zu oft zu wenig Frauen mit an Bord, was schade ist.

    • singendelehrerin schreibt:

      Klar wird ein Kriegsfilm immer mit mehr Männerrollen aufwarten. Und ich persönlich hielt ja auch ganz und gar nichts davon, in die „Hobbit“-Verfilmung einfach noch eine Frauenfigur reinzuschreiben, damit die Filme nicht gar so Männer Zwergen-lastig sind. (Ich WEISS, dass du, mein soulmate, mir da zustimmen wirst! 😉 ) Wenn die literarische Vorlage nun mal so ist, muss man auch nicht auf Biegen und Brechen eine Frauenquote versuchen zu erreichen. Da müsste halt einfach mehr originaler Stoff her! Ich muss immer etwas mit den Augen rollen, wenn ich „Sie ist weg!“ von den Fantastischen Vier höre, und dann diese Zeile kommt: „Ich möchte mal wissen, welcher Film auf dieser Welt einen Oscar erhält, in dem die weibliche Hauptrolle fehlt.“ Da fallen mir doch etliche ein…

      • pimalrquadrat schreibt:

        Seh ich genauso, auch wenn es hier und da tatsächlich Menschen gibt, die in allen Büchern oder Filmen „Gleichberechtigung“ fordern. *seufz*
        Ohja, Tauriel ist nix, aber sowas von nix, soulmate. 😉

        Ganz genau, mehr originaler Stoff, bei dem dann auch ruhig mehr Frauen im Vordergrund sind. Daran müsste man arbeiten, finde ich.

    • Libertarian Anonymous schreibt:

      Das Umschreiben rein fiktiver Stoffe ist doch harmlos. Die Politik ist da schon einen Schritt weiter und betreibt im Sinne einer vermeintlichen „Gleichberechtigung“ inzwischen sogar glatte Geschichtsfälschung:

      „Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat als Vertreterin der Bundesregierung am (heutigen) Montag zum Gedenken an den Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft anlässlich des 71. Jahrestages des 20. Juli 1944 in der Gedenkstätte Plötzensee erklärt: ‚DIE FRAUEN UND MÄNNER UM GRAF VON STAUFFENBERG, die mit dem Attentat auf Hitler heute vor 71 Jahren dem Terror und der Gewalt der Nationalsozialisten ein Ende setzen wollten, folgten ihren Überzeugungen ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben. […]'“

      Quelle:
      http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2015/07/2015-07-20-bkm-gedenken.html

      „He who controls the past controls the future. He who controls the present controls the past.“ (Georgina Orwell)

      • Libertarian Anonymous schreibt:

        …in der nächsten Filmfassung des Stoffes werden diese neuen Erkenntnisse dann sicher berücksichtigt werden. 😉

      • singendelehrerin schreibt:

        Du hast zwar Recht, dass das Attentat vom 20. Juli von Männern geplant und durchgeführt worden ist, gleichwohl wurden auch einige wenige Frauen im Rahmen der Festnahmen nach dem 20. Juli hingerichtet. Ja, die ersten drei davon waren offensichtlich Ehefrauen von „Verschwörern“, aber ich finde es durchaus gerechtfertigt, dass man sie miteinschließt, denn weißt du denn, ob sie von den Aktionen ihrer Ehemänner nichts gewusst haben? Sobald sie davon wussten und deren Vorhaben auch nur passiv mittrugen (, indem sie sie nicht verrieten, z. B.), gehören sie meines Erachten durchaus dazu.

        – Gertrud Beck (hingerichtet am 15.8.44)
        – Ehrengard Frank-Schultz (hingerichtet am 8.12.44)
        – Elisabeth Charlotte Gloeden (hingerichtet am 30.11.44)
        – Elisabeth Kuznitzky (hingerichtet am 30.11.44)

        (Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Personen_des_20._Juli_1944, http://uni-protokolle.de/Lexikon/Liste_der_Beteiligten_des_Aufstandes_vom_20._Juli_1944.html; dort taucht allerdings G. Beck nicht auf, dafür Elisabeth von Thadden, bei der ich aber auf die Schnelle keine direkte Beteiligung feststellen konnte. Sie war definitiv im Widerstand, aber wie die Kontakte zum militärischen Widerstand um Stauffenberg war, konnte ich nicht schnell klären)

        Abgesehen davon gab es dann noch die Frauen und Familien, die in Sippenhaft genommen wurden, siehe z. B. http://www.zdf.de/zdfinfo/die-frauen-des-20.-juli-1944-5343322.html .

        Auch Rüdiger von Voss, Sohn des Widerstandskämpfers Hans-Alexander von Voss und Ehrenvorsitzender der „Stiftung 20. Juli 1944“, schreibt in seinem Buch „Der Staatsstreich vom 20. Juli 1944. Politische Rezeption und Traditionsbildung in der Bundesrepublik Deutschland.“ von den „Frauen und Männer[n] des 20. Juli“ (S. 14, gefunden bei Google Books).

  5. Frau Margarete schreibt:

    Danke für die Auswertung 🙂 Das Ergebnis habe ich schon einigermaßen so erwartet. Ich hoffe und glaube, dass sich der Trend jetzt hin zu mehr und komplexeren weiblichen Figuren entwickelt. Da bin ich insofern zuversichtlich, als dass dies glaube ich der neueren Generation von Schauspielerinnen wichtiger ist, aber auch ein wenig skeptisch, weil Hollywood nun mal eine Männerdomäne ist und feste Strukturen sich nur schwer ändern lassen. Aber Joss Whedon zeigt ja, dass es auch anders geht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s