Jurassic World 3D (Colin Treverrow, USA/China 2015) – Kurzkritik

Quelle: techtimes.com

Zum Vergleich: Als ich den ersten (längeren) Trailer von Mad Max: Fury Road sah, war ich wie vom Donner gerührt, so hat er mich umgehauen. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen, die dann sogar noch übertroffen wurden. Den Trailer #3 für Jurassic World fand ich öde und zu lang. Es half auch nicht, dass ich ihn gefühlte zehnmal im Kino gesehen habe… Also waren meine Erwartungen eher gering – aber auch die sind übertroffen worden (war allerdings ja auch nicht so schwierig), denn langweilig war der Film dann doch nicht. Ich fühlte mich durchweg unterhalten, auch wenn die Story recht vorhersehbar ist und mal wieder die üblichen Bösewichte (das Militär und die Wissenschaftler) beschwört.

What’s to like?

  • Chris Pratt. Er ist mein Favorit für einen Indiana Jones-Nachfolger: hochgekrempelte Hemdsärmel zeigen sonnengebräunte Arme, die das Gewehr in der Hand halten, Charme und Witz, ein sympathisches Lächeln, der Gute unter den Dino-Hütern (klickernder Raptorenflüsterer) – ein Typ zum Heiraten (oder zum Einen-Trinken-Gehen). Die Chemie zwischen ihm und Bryce Dallas Howard war ganz gut.
  • Das alte Jurassic-Park-Theme von John Williams. Als das zum ersten Mal gegen Anfang des Films auftaucht, habe ich ganz nostalgische Gefühle – und feuchte Augen – bekommen. Was so ikonische Filmmusik doch bewirken kann! Michael Giacchino hat den Rest des Scores gemacht; war in Ordnung, aber hat nicht so einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
  • Die Kids. Entgegen meiner Erwartungen nach dem Trailer waren die zwei Brüder nicht so nervig, dass ich wollte, dass sie von den Dinos erwischt werden. 😀
  • Die Landschaft. Hawaii halt. Wunderschöne Aufnahmen.
  • Die Raptoren. Meine Lieblingssaurier up close and personal. Sehr cool, wenn auch nicht gaaaanz glaubwürdig, was das „Dressieren“ dieser Tiere anbelangt. Aber mit ein bisschen suspension of disbelief eindeutig die stärksten Szenen zwischen Chris Pratt und den Raptoren.
  • Jake Johnson spielt mit! Nick aus New Girl spielt einen nerdigen Angestellten im Kontrollraum. Sehr passend – und cooles T-Shirt!

What’s not to like?

  • „Haven’t they learned anything?“ Diese Frage wird irgendwann im Film gestellt – und als Zuschauer stellt man sie sich natürlich auch. Obwohl, wenn man sich’s recht überlegt: Ja, die Menschheit (oder zumindest Teile davon) ist so doof und meint, dass alles immer bigger and better werden muss. Trotzdem war mir das etwas zu offensichtlich: die Wissenschaftler schmeißen die DNS von verschiedenen Dinosauriern in ein Reagenzglas – und hinterher wundert man sich, dass man ein Monster erschaffen hat. Been there, done that.
  • Das böse Militär. Klar, was die sich von den Sauriern erhoffen, oder? Ist jetzt kein Spoiler, brauch ich auch nicht sagen… Dessen Anführer wird zwar von Vincent D’Onofrio hübsch unsympathisch dargestellt, aber das war mir irgendwie zu platt.
  • Poetic Justice für eine gewisse Person, die etwas nachlässig war (hoffe, so ist das kein Spoiler). Überflüssig – und eine seltsame Moral von der Geschicht‘, die da dahinter steckt.

What was missing?

Der Wow-Effekt. Das 3D ist überflüssig, die Dinos sahen zwar gut aus, aber trotz enormer Entwicklung in der Tricktechnik haben mich die Dinosaurier nicht mehr vom Hocker gerissen. Sicher, sie sind halt nicht mehr so neu, wie damals bei Jurassic Park, aber man könnte ja erwarten, dass sie durch das 3D und das verbesserte CGI noch echter und näher an einem dran wirken. Den Effekt habe ich bei mir nicht beobachten können.

Unterhaltsam aber kein neuer Meilenstein in der Geschichte der Dinosaurier(-Verfilmung). 6,5-7 von 10 Punkten.

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22 Antworten zu Jurassic World 3D (Colin Treverrow, USA/China 2015) – Kurzkritik

  1. einjohannes schreibt:

    Sollte ein „Unterhaltsam“ nicht eher ein 5-6 Punktewert sein? Oder anders gefragt: Wo faengt fuer dich ein sehenswerter Film an, wie bemisst sich deine Skala? (Alles ab 7 bedeutet fuer mich schon einen echt guten Film, 8 ist herausragend, 9 perfekt und 10 quasi unerreichbar. Dementsprechend dann 6 ganz nett, 5 ok, 4 kann man mal ansehen, aber eigentlich nicht so, und ab 3 isses dann mies…)

  2. Nummer Neun schreibt:

    Ich fand ihn auch sehr unterhaltsam, mit hohen Schauwerten (ich meine die Dinos). Die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren fand ich dagegen nicht so überzeugend, was will er nur von der habe ich mich die ganze Zeit gefragt. Die Kommerzialisierung der Dinos haben sie sehr gut rüber gebracht, wie der Themenpark gezeigt wurde, war toll. Das die Story vorhersehbar war und der Super-Dino etwas zu überladen war – geschenkt. Ich erwarte zwei Stunden Bombast-Action-Kino, das bekommt man.

    • singendelehrerin schreibt:

      Naja, umgehauen hat mich die Chemie auch nicht, aber ich fand schon, dass das mit dem „Gegensätze ziehen sich an“ funktioniert hat. Nicht so, dass die Funken richtig geflogen wären, aber das sah ich auch nicht als Ziel.

      „Bombast-Action-Kino“: Ja, aber im Vergleich mit dem anderen Bombast-Action-Kino „Mad Max: Fury Road“ fällt er für mich schon deutlich ab. Auch wenn das natürlich trotzdem zwei ganz unterschiedliche Filme sind, fallen sie ja irgendwie ins gleiche Genre…

  3. bullion schreibt:

    Du beschreibst ziemlich genau das, was ich mir vom Film erwarte. Bin ja ein rieeeesengroßer Fan des ersten Teils (und auch zwei mag ich noch recht gerne), doch meine Erwartungen sind eher verhalten. Werde ihn mir nächste Woche anschauen. Natürlich in 2D und im O-Ton, sprich im Roxy… 🙂

  4. pimalrquadrat schreibt:

    Also in etwa das, was die Trailer erwarten ließen. Naja, einmal ansehen, und dann werd ich mich mit den alten Filmen trösten.

  5. phyXius schreibt:

    „Nick aus New Girl spielt einen nerdigen Angestellten im Kontrollraum. Sehr passend – und cooles T-Shirt!“
    Aaah, deshalb kam der mir so bekannt vor. Der Typ war für mich so ziemlich das einzig gute an dem Film. 😉 Die poetic justice-Szene war auch noch OK. Hätte nicht gedacht, dass sie das in einem FSK12-Streifen durchziehen.

    Ansonsten was das für mich als großem Fan des ersten und Quasi-Nichtkenner (ich kann mich an so gut wie nichts mehr erinnern) des dritten Teils eine einzige Enttäuschung. Wenn man sich die Entwicklung der Trilogie vor Augen führt, dann ist das alles ganz konsequent, sowohl was die Geschichte als auch die Umsetzung betrifft. Ich fand das alles viel zu platt und habe allein das Geldklimpern hinter jeder Szene gesehen, auch wenn sie mit Nostalgieanspielungen nur so vollgestopft war.

    • singendelehrerin schreibt:

      Eben das (FSK 12) fand ich ja eben doch ein bisschen grenzwertig in diesem Fall. Ich schau mir ja auch ganz andere Filme an („Kingsman“ z. B.), in denen ich über sowas auch noch lachen kann, aber in einem FSK-12-Film… schwierig.

  6. Libertarian Anonymous schreibt:

    Ich muss mir den Film ja eigentlich schon wegen Bryce Dallas Howard ansehen… 😉

    • singendelehrerin schreibt:

      Wenn du dir DEN Film ansiehst (weil: BDH, rothaarig), „Mad Max“ aber nicht (weil: „zu viel Action“ und Charlize Theron mit (Fast-)Glatze, deine Worte), dann hast du aber wirklich den besseren Film verpasst! *kopfschüttel*

      • Libertarian Anonymous schreibt:

        Ich habe mir heute BEIDE Filme hintereinander angeschaut. Erst Jurassic World, dann Mad Max.

        Also:
        Beide Filme IMHO belangloses, wenn auch unterhaltsames Popcorn-Kino. Jurassic World kriegt 5/10 (wobei 5 auch wirklich „mittel“ sind und nicht wie bei IMDB schon „schlecht“). Mad Max kriegt mit 6/10 eine etwas bessere Wertung, da aufgrund der Action-Dramaturgie kurzweiliger und wegen der teilweise doch sehr schönen Einstellungen (mein Favorit ist die allererste Szene). Den Hype um den Film kann ich aber in keiner Weise nachvollziehen und wage die Behauptung, dass hier derselbe Effekt greift wie damals bei diesem Cameron-Film mit den blauen Alien-Indianern: Unglaubliche Effekthascherei, die den Film kurzfristig bemerkenswerter erscheinen lässt, als er tatsächlich ist.

        Was die weiblichen Hauptrollen angeht:
        Charlize Theron wirkt für mich in Mad Max auch nach Ansehen des kompletten Films einfach nicht attraktiv. Und das liegt nicht nur an der Frisur. Abgesehen davon macht auch der Kurzhaarschnitt die Rolle der taffen Kriegerin nicht glaubwürdiger, wenn sie gleichzeitig so einen lätscherten Modeloberarm hat – man vergleiche z.B. mal mit Emily Blunt in Edge of Tomorrow.

        Bruce Dallas Howard kriegt in Sachen Attraktivität dagegen 10/10. Ich hätte sogar beinahe mein Brillentuch auspacken und als Sabberlätzchen missbrauchen müssen. 😉 Und für den Sprint in High Heels verdient sie eigentlich noch einen Extrapunkt…

      • Libertarian Anonymous schreibt:

        Diese Kritik ist relativ, sehr viele Frauen streben vermutlich sogar solche Modelarme an. Nur in diesem Film passt es halt nicht.

        Auf dem Bild sieht es besser aus, vermutlich weil von vorne und Momentaufnahme. Der Hauptunterschied zwischen Emily Blunt und Charlize Theron ist nämlich, dass erstere auch einen – für so eine Rolle – glaubwürdig trainierten Trizeps hat… und dieser macht mehr als die Hälfte des Arms aus.

        Und dafür braucht man keine Geräte – also das Argument fällt auch weg.

      • Libertarian Anonymous schreibt:

        Nach längerem Nachdenken über den Film und Lesen von ein paar Kritiken korrigiere ich meine Wertung für Mad Max nun herunter auf 4/10. Nein, dieser Krawall-Overkill reicht meines Erachtens einfach nicht. Und je mehr man den Film analysiert, desto weniger bleibt sonst übrig.

  7. jacker schreibt:

    Schön dass er dir ganz gut gefallen hat.

    Zu den Skala-Diskussionen weiter oben: für mich sind Filme ab 7p so gut, dass sie Rewatch-Potential haben! 6p sind dann schon noch gut, aber ein mal reicht.

    Ich werde mir JURASSIC WORLD nicht ansehen. Fand die Trailer öde wie nix und hab seit MAD MAX eh auf lautes Krawall-Kino gar keine Lust mehr.

    • singendelehrerin schreibt:

      Meines Erachtens muss man „Jurassic World“ auch nicht gesehen haben. Da werde ich diesmal nicht groß Werbung dafür machen! 😉 Also, zumal bei Leuten, die nicht auf Action und CGI stehen… Da du ja schon „Mad Max“ nicht mochtest, hätte es mich gewundert, wenn du in den Dino-Film unbedingt reingewollt hättest! 😉

  8. Libertarian Anonymous schreibt:

    Das Verhältnis von Owen (Chris Pratt) und Claire (Bryce Dallas Howard) erinnert abgesehen von der Romantik übrigens an das von Magnum und Higgins aus der 80er Jahre-Serie „Magnum p.i.“. Ist das irgendjemandem aufgefallen? Mal im Detail:

    – Claire ist die Managerin des Parks, verwaltet ihn im Auftrag reicher Investoren; Higgins verwaltet das Anwesen des omniösen Robin Masters
    – Claire ist genau genommen der Boss von Owen, genau wie Higgins von Magnum, auch wenn sowohl Owen als auch Magnum ein offensichtliches Problem mit Autoritäten haben
    – Claire ist ziemlich steif und legt wert auf Etikette. So beschwert sie sich darüber, dass Owen in Boardshorts zu einem Date kam – genau wie Higgins, der sich mehr als einmal über das Erscheinungsbild von Thomas Magnum beklagt
    – Owen macht sich, genau wie Magnum, im Gegenzug über Claires Marotten lustig, konkret darüber, dass sie diese „lächerlichen“ Schuhe (die High Heels) trägt
    – Owen haust als hemdsärmliger Individualist in einer Hütte auf dem Anwesen, Magnum in einem Wohnwagen im Park. Nein, halt umgekehrt. 😉
    – Zuguterletzt: Bei Magnum kommt es mehr als einmal vor, dass Gäste von Higgins in Schwierigkeiten geraten und am Ende von Magnum (und Higgins) „rausgehauen“ werden müssen…

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