Avengers: Age of Ultron 3D (Joss Whedon, USA 2015): Kurzkritik

Quelle: hollywoodreporter.com

Da ich mir den Film noch ein zweites Mal ansehen möchte (wenn möglich, dann in 2D), um zu einem fundierten Urteil zu kommen (und um möglichst alle Dialogzeilen mitzubekommen; leider mussten wir manchmal so laut und lange lachen, dass manches untergegangen ist), heute nur eine Kurzkritik, die aber trotzdem leichte Spoiler enthalten kann.

Das Negative vorweg:

  • Die Anfangssequenz, eine Art Prolog wie in einem Bond-Film, sah so übel nach reinem CGI aus, dass ich schon größte Befürchtungen für den Rest des Films hatte. Glücklicherweise waren die Effekte später viel besser.
  • Es wird wieder sehr, sehr viel zerstört. Man hat schon ein bisschen das Gefühl, dass jede Comic-Verfilmung versucht, die letzte Verfilmung diesbezüglich zu übertreffen.
  • Loki taucht nicht auf. 😉

Was positiv herausstach:

  • Die Whedon-Dialoge sind gewohnt voller Witz, an richtiger Stelle haben sie aber dann auch wieder den nötigen Tiefgang.
  • Die Chemie zwischen den Avengers ist einfach fantastisch, z. B. zwischen Tony Stark/Iron Man und Steve Rogers/Captain America oder Natasha Romanov und Bruce Banner/Hulk.
  • Clint Barton/Hawkeye (Jeremy Renner) hat eine deutlich größere Rolle und man erfährt etwas völlig Überraschendes über sein Leben als „Zivilist‟.
  • Whedon zeigt sein Faible für starke Frauenfiguren durch Einführung einer weiteren weiblichen Figur (Scarlet Witch, sehr gut gespielt von Elizabeth Olsen).
  • Aaron Taylor-Johnson (Quicksilver, Zwillingsbruder von Scarlet Witch) beweist erneut seine Wandlungsfähigkeit – er wirkt in jedem Film völlig anders.
  • Ultron (James Spader) ist herrlich sarkastisch – eine Paraderolle für Spader, auch wenn man ihn nicht „zu Gesicht‟ bekommt. Dafür darf ein anderer, der seit Iron Man nur als Stimme zu hören ist, endlich einmal Gesicht zeigen.
  • Wenn man Joss Whedon kennt, weiß man, dass er gerne Beziehungen zerstört und Charaktere tötet, und so stand ich gegen Ende sehr unter Spannung, weil ich wusste, dass irgendjemand sterben würde (ich hatte auch einen Verdacht, der sich dann allerdings nicht bestätigt hat). Ständig diese Angst: wer wird sterben? – das machte den Film schon zu einem intensiven Kinoerlebnis.

Es gab inhaltlich (z. B.: die Avengers ziehen nicht immer alle an einem Strang), sowie „handwerklich‟ (z. B.: Choreografie mancher Actionsequenzen, die Optik von Hulk), noch einiges, das mir richtig gut gefallen hat, und doch bin ich nicht ganz so begeistert aus dem Kino gegangen wie nach dem ersten Avengers-Film (oder etwa nach X-Men: Days of Future Past). Woran das liegt, werde ich vielleicht nach der zweiten Sichtung genauer sagen können.

Bis dahin sind es aber trotzdem schon mal 8 von 10 Punkten. UPDATE: Nach der zweiten Sichtung gehe ich mit meiner Wertung auf mindestens 7,5 runter.

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13 Antworten zu Avengers: Age of Ultron 3D (Joss Whedon, USA 2015): Kurzkritik

  1. pimalrquadrat schreibt:

    A propos Quicksilver und Scarlet Witch: Wie wird denn deren Anwesenheit erklärt? Soweit ich mich an meine X-Men-Zeichentrickserien erinnere, waren das ja Magnetos Kinder. Kannst du da mehr zu sagen, ohne zu groß zu spoilern?

    So unterhaltsam ich Avengers fand, so sehr stören mich mittlerweile die plot holes, wenn ich den erneut anschaue. Was ziemlich schade ist, da der Comic-Teil, also die Charaktere und die Effekte richtig gut sind.

  2. jacker schreibt:

    Das klingt ja mal ganz fluffig. Mal schauen, wie ich den schaue. Ich überlege noch ob mir Oton oder KEIN 3D wichtiger ist…

  3. bullion schreibt:

    Klingt gut! Bin ja nicht der allergrößte Marvel-Enthusiast, doch mag ich Whedon natürlich sehr, wenngleich ich ihn auch besser bei seinen eigenen Stoffen finde. Dennoch nimmt man ja, was man kann – und somit werde ich den Film auch irgendwann noch sehen… 🙂

  4. mwj schreibt:

    8 von 10 Punkten für diese seelenlose Aneinanderreihung von überzogenen Actionszenen?

    • Libertarian Anonymous schreibt:

      So hart würde ich es nicht formulieren, aber ich fand auch (und finde auch bei anderen Comic-VerFILMungen der neueren Zeit) dass die ganze Kawumm-und-Rumms-Action langsam ermüdend wird. Der Neuigkeitseffekt fortgeschrittener CGI ist so langsam weg. Ein Drehbuch mit interessanten Plot-Twists und überraschenden Charakterentwicklungen wäre zur Abwechslung doch mal wieder was. Die gibt es aber inzwischen zumindest im Comic-Bereich wohl nur noch im Fernsehen. (siehe z.B. „Arrow“ und „Flash“).

      Vor allem bei Gelegenheitskinogängern scheint der ausser Kontrolle geratene Action-Bombast aber wohl gut anzukommen, ebenso wie 3D… 😦

  5. hemator schreibt:

    Ich glaube mich zu erinnern, dass tatsächlich eine Cameo-Szene mit Loki gedreht wurde, die in Thors Vision hätte vorkommen sollen (ich meine gelesen zu haben, dass Idris Elba da was gesagt hat). Wahrscheinlich ist die der Schere zum Opfer gefallen. Allerdings liest man hier und dort, dass noch ein Extended Cut auf DVD/BD kommen soll… 😀

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