Highlights, Middlegrounds und Lowpoints (Film/Serie) 2015 #1

Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber ich habe es im ersten Quartal des Jahres 2015 nicht geschafft, zu jedem gesehenen Film oder zu jeder Serie(nstaffel) eine eigene Kritik zu schreiben. Ein bisschen Schuld hatten sicher mein London-Urlaub (allein 6 – in Worten S E C H S – Artikel dazu) und meine sexy Blogparade 6×6 mit den vielen Teilnehmern (da gab’s einfach viel zu lesen und anzusehen).

Drum muss ich nun eine neue Kategorie einrichten, um wenigstens in Grundzügen noch von ein paar Highlights, Reinfällen und Mittelmäßigem in Sachen Film und Serie zu berichten.

Die SNEAK-PREVIEW-FILME:

Highlights:

  • St. Vincent (7,5 von 10): A truly moving picture (diesen Award hat der Film bekommen)
  • Big Hero 6 (9 von 10), dt. Baymax – Riesiges Robowabohu: Als dieser Film den Oscar für den besten animierten Film gewonnen hat, habe ich, alleine auf der Couch sitzend, die Hände hochgerissen und laut „YES!!!‟ geschrien! Der Film ist großartig animiert – und wartet mit dem wohl liebenswertesten Roboter auf, den es bisher gegeben hat. Ja, WALL-E war süß, aber Baymax ist so weich, dass du ihn richtig knuddeln kannst, wenn es dir nicht gut geht. Außerdem hat er ein paar der witzigsten Szenen – bei einer habe ich im Kino wirklich Tränen gelacht und konnte mich kaum mehr beruhigen! Aber der Film ist auch nicht nur Klamauk – die Mischung aus berührenden, witzigen und actionreichen Szenen ist einfach spitze – unbedingt ansehen!
  • American Sniper (7-8 von 10): Kontrovers diskutiert, aber unglaublich packend und mit einer herausragenden Leistung von Bradley Cooper.
  • Kingsman: The Secret Service (8,5 von 10): Ein Feuerwerk an Gags und Gewalt – mit Gentleman Colin Firth. Jederzeit wieder!

Middlegrounds and Lowpoints:

  • Blackhat (5 von 10): Mag sein, dass dieser Hacker-Action-Thriller von Michael Mann stylish fotografiert/gefilmt ist, aber storymäßig passt es da vorne und hinten nicht. Schon allein Chris Hemsworth einen Hacker spielen zu lassen, der eben nicht nur superschlau ist, was Computer anbelangt, sondern auch noch verdammt gut aussieht und in Martial Arts trainiert ist, ist irgendwie unglaubwürdig… 😉 Ein völlig überflüssiger Film, auch wenn ich Chris Hemsworth schon gerne anschaue.
  • A Most Violent Year (6 von 10): Wird gepriesen, weil er mal einen etwas anderen Ansatz zeigt, was Korruption und Gangstermilieu so anbelangt, ich konnte aber nicht allzu viel damit anfangen, trotz toller Besetzung mit Jessica Chastain und Oscar Isaac. Vielleicht ist es auch das Thema: Wirtschaftswelt vermischt mit Mafia-ähnlichen Strukturen – nicht gerade eine Welt, die mich sonderlich interessiert. Aber immerhin spielt J. Chastain eine starke Frau, die die Dinge auch mal selbst in die Hand nimmt.
  • Focus (6 von 10): Will Smith und ich – the magic is gone! Irgendwie gibt er mir gar nichts mehr. Und ich habe zwischen ihm und der überall hochgelobten Margot Robbie überhaupt keine Chemie verspürt. Das mag aber ein sehr subjektiver Eindruck sein. Wobei es mir zunehmend missfällt, dass die Altersunterschiede immer – ganz selbstverständlich! – so groß sein müssen: Margot Robbie ist 22 Jahre jünger als Will Smith! Warum nur wird so ein Altersunterschied (Frau 20+ Jahre jünger) fast immer als normal in Filmen dargestellt, während bei einer Konstellation andersherum bestimmt als eher problematisch gezeigt wird. Mir fällt jetzt eh auf Anhieb kein Beispiel ein, von Mrs. Robinson mal abgesehen. Die Story an sich ist stellenweise schon ganz nett in Szene gesetzt (schöne Choreografie bei den Diebstählen auf der Straße, z. B.), aber irgendwie fehlt dem Film genau das, was er im Titel verspricht: Fokus.
  • Big Eyes (4 von 10): Es schmerzt mich ja, das zu sagen, aber Christoph Waltz nervt UNGLAUBLICH in diesem Film von Tim Burton. Overacting bis zum Exzess – sicher so gewollt, aber für mich absolut unpassend in diesem Film, der ja, im Gegensatz zu vielen „fantastischen‟ Filmen von Burton, eine wahre Geschichte erzählt. Anfangs konnte ich noch über Waltz als Con-Artist, der die Gemälde (Kinder mit sehr großen Augen) seiner Frau Margaret Keane (Amy Adams) als die seinen ausgibt, lachen, aber das schlug sehr schnell in Genervtsein um. Wir sind ja ein Dreiergespann, das zusammen in die Sneak geht; ich glaube, diesmal haben wir zum ersten Mal jeder anders abgestimmt: ich mit schlecht, meine Freundin mit mittel und Libertarian Anonymous mit gut. So sehr ich Waltz in den Tarantino-Filmen mochte – nach diesem Film will ich ihn mal in einer ganz NORMALEN Rolle sehen. Nun, wird nicht ganz klappen, denn als Bösewicht im nächsten Bond darf er bestimmt auch wieder ordentlich über die Stränge schlagen. Seufz.

Weitere KINOFILME:

Zwischen Middleground und Highlight:

  • The Imitation Game (7 von 10): Ich wollte ja eigentlich noch eine Kritik schreiben, nachdem ich den Film zum zweiten Mal angesehen habe. Jedoch ist es dazu bisher nicht gekommen. Der Film erzählt eine spannende – und am Ende sehr tragische – Geschichte, die einem Alan Turing, den „Enigma-Knacker‟, näher bringt. Am Ende des Films geht man erschüttert aus dem Kino und ist froh, dass sich, zumindest in der westlichen Welt, heute kein Homosexueller mehr für seine sexuelle Orientierung vor Gericht verantworten muss und/oder sich der chemischen Kastration unterziehen muss. Die letzte Szene zwischen Turing (B. Cumberbatch) und Joan Clarke (Keira Knightley) ist wirklich herzzerreißend. Und trotzdem fehlt dem Film irgendetwas zum ganz großen Wurf. Ich kann es nicht einmal genau benennen (deswegen wollte ich ihn ja eigentlich noch ein zweites Mal ansehen), aber er hat mich von der Inszenierung her nicht umgehauen.

Highlights:

  • The Theory of Everything (8 von 10): Ein runder, zu Herzen gehender Film mit einer außerordentlichen, zurecht oscarprämierten Performance von Eddie Redmayne, von dem man noch Großes erwarten darf!
  • Birdman (10 von 10): Michael Keaton spielt sich die Seele aus dem Leib – ich hätte ihm SO den Oscar gewünscht! Auch alle Nebendarsteller sind so gut, dass ich es kaum fassen konnte, allen voran Edward Norton und Emma Stone. Die Kameraführung wie ein einziger Singleshot, ohne dass man gemerkt hätte, wo geschnitten wurde. Der Drums-Soundtrack von Antonio Sanchez, den ich schon live mit Pat Metheny spielen gesehen habe. Eine originelle Story und Dialoge mit herrlichen Anspielungen auf die Filmbranche und einzelne Schauspieler: (ACHTUNG: SPOILER)

Riggan: Just find me an actor. A good actor. Give me Woody Harrelson.
Jake: He’s doing the next Hunger Games.
Riggan: Michael Fassbender?
Jake: He’s doing the prequel to the X-Men prequel.
Riggan: How about Jeremy Renner?
Jake: Who?
Riggan: Jeremy Renner. He was nominated. He was the Hurt Locker guy.
Jake: Oh, okay. He’s an Avenger.
Riggan: F – k, they put him in a cape too?

Still Alice (7,5 von 10): Bewegend ohne rührselig zu sein! Berechtigter Oscar für Julianne Moore.

 
SERIEN:

Middleground mit Ansätzen zu Highlights:

  • The Walking Dead (Season 4): Ich bin noch nicht ganz durch mit der Staffel. Die erste Hälfte gefiel mir nicht so gut, weil da der Governor wieder auftaucht, den ich abgrundtief hasse. Er würde wohl auch auf einer Liste mit den „most hated characters‟ (Psst, schon wieder eine Idee für eine Parade!) landen. Die Serie ist schon immer noch ganz OK, zieht mich aber momentan nicht mehr so in ihren Bann. Auch wenn es wohl realistisch (und dramaturgisch vielleicht auch notwendig) ist, dass die Gruppe mal wieder auseinander gerissen wird, bin ich kein so ein Freund davon, wenn dann in einer Folge nur über einen Teil berichtet wird und man solange nicht weiß, wie’s bei den anderen weitergeht. Aber ich lese ja immer wieder hier in der Blogosphäre, dass wohl die 5. Staffel wieder mehr „reinhaut‟. Aber bitte keine Spoiler! 😉
  • Arrow (Season 3, 1. Hälfte): (SPOILER ahead!) Chemie zwischen Oliver und Felicity immer noch toll. Laurel versucht sich als Nachfolgerin ihrer Schwester: Ach nö. Ja, ich mag sie nicht. Punkt. Aber noch weniger mag ich Malcolm Merlyn, und, ich glaube, nicht nur, weil John Barrowman sich’s mit mir verdorben hat, weil er auf meine Frage zu Torchwood 4 auf der Fedcon so blöd reagiert hat. Bitte bitte, lasst den Charakter doch richtig sterben. Durch ihn ist mir jetzt auch Thea extrem unsympathisch geworden. Team Arrow plus Officer Lance mag ich, bei dem Neuzugang Brandon Routh als Ray Palmer weiß ich nicht recht. Irgendwie erwarte ich immer, dass er sich gleich das Superman-Kostüm überstreift… 😀 Hauptantrieb für mich, die Serie zu schauen: Stephen Amell (nicht NUR wegen seines Körpers… 😉 ) und Oliver/Felicity. Story weitgehend egal… 😀

Highlights:

  • Agents of S.H.I.E.L.D. (Season 1+2): Joss Whedons Handschrift ist deutlich zu erkennen, auch wenn ja die Hauptarbeit eher von seinem Bruder und seiner Schwägerin geleistet wird: Dialoge voller Witz, Charaktere, die man schnell liebgewinnt (Fitz/Simmons!), sich anbahnende Beziehungen, denen Steine in den Weg gelegt werden (es gibt z. B. im Buffyversum am Ende kein einziges Paar, das gemeinsam überlebt und noch zusammen ist). Außerdem finde ich Clark Gregg als Agent Coulson einfach großartig und finde es klasse, dass das Marvelversum weitergesponnen wird, inklusive Gastauftritte von Charakteren aus den Filmen. Für mich nicht ganz auf dem Niveau von Buffy und Firefly, aber solide Unterhaltung, die auch immer wieder mit Überraschungen aufwartet.
  • Masters of Sex (Season 2): (SPOILER ahead!) Es bleibt prickelnd zwischen Dr. Masters (Michael Sheen ist genial) und Virginia (Lizzy Caplan), auch wenn sie sich nicht eingestehen wollen, dass ihre fortgesetzten Sex-Stelldicheins mehr als nur Teil der Studie sind. Dass Libby Masters (Caitlin FitzGerald) sich dann allerdings ausgerechnet – in der damaligen Zeit! – zu einem schwarzen Aktivisten hingezogen fühlt, scheint mir etwas anachronistisch, wenn auch höchst spannend! Der Kontrast zwischen den beiden ist einfach so groß! Und ich verstehe, dass sie sexuell „auf dem Zahnfleisch läuft‟…
  • Downton Abbey (Ende Series 5 und Christmas Episode): Ach, was soll ich sagen. Ich mag einfach diese Serie. Und die Christmas Episode hat soooo viele schöne emotionale Szenen drin. Schade nur, dass ja Tom (Allen Leech) nach Amerika gehen will, schließlich ist er mein (männlicher) Lieblingscharakter… :-/
  • Broadchurch (Series 1): Packende Suche nach dem Mörder des 11-jährigen Danny, mit einer Auflösung, die schockiert. Und David Tennant.
  • Die Brücke – Transit in den Tod (Staffel 2): Ermittler mit Schwächen, die man trotzdem lieb gewonnen hat. Noch mehr Tote als in Staffel 1 (wenn ich das richtig in Erinnerung habe), mit einem Finale, das dann wieder sehr persönlich für die beiden Ermittler wird.
  • New Girl (Season 1-2): Meine neue Droge – tägliche Dosis erwünscht! Ich liebe Jess und ihre drei Mitbewohner! Alle sind irgendwie bekloppt und trotzdem liebenswert. Als jemand, der total auf gute Chemie zwischen Charakteren steht, sind Jess und Nick ein Traum – bei einer Liste mit den besten On-Screen-Paaren (Halt, das wäre ja schon wieder eine Blogparade! 😉 ) wären die beiden heiße Anwärter. Ich finde allerdings, dass Jess in der 2. Staffel nicht mehr ganz so durchgeknallt wirkt (wann fängt sie denn noch spontan zu singen an?), was ich etwas schade finde. Die dritte Staffel gibt’s auch schon in OV bei Amazon Prime, sodass ich auch schon die ersten zwei Folgen gesehen habe. 🙂 Nochmal ein herzliches Dankeschön an motionpicturemaniacs! 🙂
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11 Antworten zu Highlights, Middlegrounds und Lowpoints (Film/Serie) 2015 #1

  1. Schlopsi schreibt:

    Die 2. Hälfte zur 4. Staffel TWD fand ich eigentlich herausragend und Staffel 5 macht genau da weiter. Freue mich schon auf S5.2, die endlich in Angriff genommen werden kann.

    Die 10 Punkte für Birdman freuen mich natürlich sehr und die 8 Punkte für Die Entdeckung der Unendlichkeit auch.
    Zu Blackhat wollte ich eigentlich ins Kino, aber da muss auf die DVD gewartet werden. Nach anfänglich vernichtenden Kritiken flattern jetzt die recht soliden nur so rein. Deine Worte scheinen das ja zu bestätigen.

    PS: Diese Idee für die Kategorie finde ich übrigens klasse!

    • singendelehrerin schreibt:

      Ich werde TWD ja auf jeden Fall weiterschaun – allein die Musik, die Optik der Serie und Andrew Lincoln halten mich auf jeden Fall bei der Stange! 🙂

      Ich finde, man muss „Blackhat“ wirklich nicht gesehen haben, also reicht DVD völlig, wenn man sich doch Chris Hemsworth ansehen will… 😉

      Und danke fürs PS! 😉 Dann hab ich ja aus der Not eine Tugend gemacht! 🙂

  2. Nummer Neun schreibt:

    Diese Woche ging es mit Downton Abbey 5 los und ich war nach einer Folge bereits wieder voll drin 🙂 Bleib bei Walking Dead am Ball, es wird wieder besser.

    Hattest du eigentlich Whiplash gesehen?

    • singendelehrerin schreibt:

      Bzgl. TWD: Werde ich tun!

      „Whiplash“ habe ich leider, leider bisher nicht gesehen, weiß auch nicht, ob ich den noch im Kino schaffe. Den werde ich aber mit Sicherheit auf DVD nachholen!

  3. bullion schreibt:

    Wow, da hast du ja einiges gesehen! Auf „Baymax“ freue ich mich auch schon sehr, auch wenn ich es nicht mehr ins Kino schaffen werde. Wird nachgeholt… 🙂

    Es freut mich unglaublich, dass du „Agents of S.H.I.E.L.D.“ so lobst. Da werde ich bald wohl mal wieder eine richtige Whedon-Serie sehen dürfen. Endlich! 😀

  4. jacker schreibt:

    Gute Auswahl!
    Ich hab mich kaum was neues gesehen dieses Jahr. Kommt noch.

  5. An schreibt:

    Oh, ich vermeide sich um die Zeit, all diese Dinge zu schauen. So viel davon weil ich auch unbedingt noch schauen…

  6. Libertarian Anonymous schreibt:

    „Aber noch weniger mag ich Malcolm Merlyn, und, ich glaube, nicht nur, weil John Barrowman sich’s mit mir verdorben hat, weil er auf meine Frage zu Torchwood 4 auf der Fedcon so blöd reagiert hat. Bitte bitte, lasst den Charakter doch richtig sterben.“

    NEIN! NEIN! NEIN!

    Malcolm Merlyn ist einer der besten „Superschurken“ (obwohl er keine Superkräfte hat, aber die hat „Arrow“ ja auch nicht) seit langem. Gerade weil er nicht „böse weil böse“ ist und ständig mit einer metaphorischen Superschurken-Lache durch die Gegend rennt, sondern eine vernünftige Origin-Story hat, die das ganze nachvollziehbar macht und ab und zu auch mal eine etwas – nun, nicht gute – aber zumindest etwas bessere Seite von sich zeigt.

    Natürlich IMHO. Nicht, dass du dich schon wieder aufregst. 😉

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