Die Freitagsfrage #13: „Monster/Murder of the Week“ oder „Story Arc“?

Angeregt durch die erste der Fragen, die Intergalactic Ape-Man in seinem Liebster Award an mich (u.a.) gestellt hat (meine Antwort folgt die nächsten Tage), möchte ich heute ein etwas weniger heißes Thema als letzte Woche ansprechen, wozu es aber trotzdem unterschiedliche Positionen gibt, wie ich hoffe.

Sicherlich gibt es heutzutage nur noch wenige Serien, die NUR abgeschlossene Einzelfolgen bieten. Dafür gibt es aber zunehmend Serien, insbesondere Mini- und Kurz-Serien, die sich nur um einen Handlungsstrang kümmern, wo es z. B. eine ganze Season dauert, bis ein Mord aufgeklärt wird, was aus meiner Sicht eigentlich viel realistischer ist. Auf die Spitze getrieben hat dies sicher damals 24, als ein ganzer Tag quasi in Echtzeit (es gab ja Werbung dazwischen) Stunde für Stunde abgearbeitet wurde.

Für den Gelegenheits-Gucker – und ich schätze, da werden sich hier wahrscheinlich nur wenige finden – sind Serien mit einem die ganze Staffel übergreifenden Handlungsstrang, absolut ungeeignet, der wird eher zu Serien tendieren, bei denen jede Folge abgeschlossen ist, murderer caught, monster killed, case closed.

Ich persönlich habe Serien aus allen Kategorien (gerne) gesehen:

  • so gut wie reine „case/murder/monster/alien of the week“-Serien, wie Ally McBeal, Boston Legal, House M.D., Star Trek: The Next Generation, Castle
  • Mischungen, wie alle Joss Whedon-Serien, Star Trek: Deep Space Nine (das Dominion etc!), The Mentalist (Red John!), Luther (Alice!), Sherlock (Moriarty!), X-Files (die Aliens!)
  • Serien mit einem einzigen (Haupt-)Handlungsstrang (pro Staffel oder für die gesamte Serie), wie Die Brücke, Broadchurch, True Detective, Fargo, Breaking Bad, Homeland, The Killing, 24

Was mir bei meinem persönlichen Konsum auffällt, ist, dass es mich immer weniger zu Serien mit abgeschlossenen Episoden hinzieht bzw., dass es mir auch leichter fällt, bei so einer Serie auszusteigen, wenn mich mal ein paar Folgen nicht so gepackt haben. So ging es mir z. B. mit Castle. Dagegen werden Serien immer attraktiver für mich, die sich richtig Zeit nehmen, eine Geschichte zu erzählen, denn das ist eigentlich für mich der Hauptvorzug der Serie im Vergleich zum Film. Bei Serien, die beides haben, fasziniert mich oft das Übergreifende mehr, wobei ich es als besondere Qualität werte, wenn mich auch Einzelfolgen umhauen können. Z. B. habe ich mal die Criminal Minds-Folge „The Big Wheel“ angesehen, nur weil Alex O’Loughlin da den Bösewicht spielte. Ich schaue die Serie sonst überhaupt nicht, und trotzdem hat mich diese Folge berührt. Das zu schaffen, in nur 40 Minuten, ohne dass es irgendwelche Zusammenhänge gibt, ist dann schon auch hohe Kunst.

Genug von mir – was zieht nun ihr bei Serien vor:

  • „Murder/Monster/Case of the Week“-Episoden, die es klassischer Weise bei vielen Krimiserien  sowie bei vielen Sitcoms, aber auch bei Mystery/Fantasy/Comic oder Anwaltsserien gibt oder gegeben hat;
  • ein Handlungsstrang für eine ganze Staffel (oder gar Serie), wie insbesondere bei kürzeren (8-13 Folgen) Serien immer üblicher;
  • Oder ist es die Mischung, die euch am meisten reizt?

Ich freue mich – wie immer – auf eure Antworten! 🙂

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26 Antworten zu Die Freitagsfrage #13: „Monster/Murder of the Week“ oder „Story Arc“?

  1. bullion schreibt:

    Ganz klar ziehe ich serielles Erzählen vor. Es gibt nur wenige klassische „…of the Week“-Serien, die ich wirklich gut finde. Und selbst auf diese könnte ich notfalls verzichten, da ich nie wissen muss, wie es nun weitergeht.

    Mischungen zur Not auch, zumal sich alle Favoriten in der Richtung in den weiteren Staffeln schon deutlich Richtung serielle Erzählweise orientiert hatten („Buffy“ und Co.). Bei „Farscape“ z.B. ist mir das fast noch zu wenig…

  2. filmschrott schreibt:

    Ich ziehe definitiv eine durchgehende Handlung vor. So zieht mich eine Serie einfach mehr in ihren Bann. Obwohl ja eigentlich jede Serie zumindest einen gewissen Grad an fortlaufender Handlung hat und sei es nur durch die Beziehungen zwischen den Charakteren.
    Was mir aber in letzter Zeit häufiger aufgefallen ist, ist, dass scheinbare Fall-der-Woche-Serien irgendwann einen roten Faden aufnehmen. Scheint eine neue Methode zu sein, um erst mal mehr Zuschauer an die Serie zu binden, da erfahrungsgemäß die Weeklys generell erfolgreicher sind.

    • einjohannes schreibt:

      Oh ja, so kommt es mir auch vor. Ich habe noch einmal die Serien, die ich in jüngerer Zeit angeschaut habe (Suits, Arrow, Person of Interest) rekapituliert und alle hatten zu Beginn starken Fokus auf abgeschlossenen Episoden (Case closed, Enemy dead), sich ab der zweiten Staffel aber stark zur übergreifenden Story entwickelt. Grundsätzlich bin ich da auch eindeutig pro Story.
      Wobei: Lustige Serien gefallen mir in abgeschlossenen Folgen eher (Simpsons, Tbbt, Psych, Scrubs), wenn der Witz gut ist.

      • singendelehrerin schreibt:

        Ja, die klassische Vorgehensweise bei neuen Serien, die auf lange Staffeln (20+) ausgelegt sind, scheint so zu sein, dass man erstmal die „Ich-schau-mal-rein“-Fraktion der Fernsehzuschauer mit abgeschlossenen Episoden ködern will, und wenn man dann merkt, OK, es gibt eine treue Gefolgschaft (z. B. auf Tumblr), die keine einzelne Folge verpasst, damit anfängt, größere Handlungsbögen einzuführen (siehe auch „Supernatural“, aber auch die, die du, @einjohannes, genannt hast).

        • einjohannes schreibt:

          Wo es mal anders war, war Flash Forward. Ich fand die Serie damals echt spannend und habe immer auf Dienstags hingefiebert, wenn Ausstrahlung war. Aber die wurde dann auch nach einer Staffel, ohne zufriedenstellende Auflösung, eingestellt *schnüff

          • singendelehrerin schreibt:

            Oh ja, gutes Beispiel! Das war eins der enttäuschendsten vorzeitigen Enden einer Serie! 😦 Völlig unverständlich, warum diese hochspannende, super besetzte Serie damals nicht angekommen ist.

  3. zirkusmanege schreibt:

    Eine durchgehende Handlung – definitiv. Natürlich haben auch abgeschlossene Folgen ihren Reiz (Big Bang Theory), aber die Entwicklung von Figuren und ihre Handlungen nachvollziehbar darzustellen, gelingt meistens nicht in 40 Minuten oder 22 Minuten. Serielles Erzählen ist wie ein guter Roman – dazu eine Flasche Rotwein. Was braucht der Mensch mehr? 😉

    • singendelehrerin schreibt:

      „Serielles Erzählen ist wie ein guter Roman“ – das hast du perfekt ausgedrückt! Muss ich mir merken… 🙂

      Ich glaube, serielles Erzählen erfordert auch vom Zuschauer mehr. Leichte Kost zum Abschalten nach dem anstrengenden Alltag ist das oft nicht mehr. Und das ist übrigens auch meines Erachtens das, was das deutsche Fernsehen noch nicht geschnallt hat: der „moderne“ Zuschauer will heute einfach mehr. Gut, leider zeigt die Beliebtheit von Casting Shows, Dschungelcamp & Co vielleicht auch das Gegenteil,..

      Wär vielleicht auch mal ne Freitagsfrage: wird das „Fernsehpublikum“ intelligenter oder dümmer? 😉

      • zirkusmanege schreibt:

        Naja die ARD hat versucht, mit „Im Angesicht des Verbrechens“ eine serielle Serie in Deutschland zu etablieren. Nur waren die Einschaltquoten zu mau, obwohl die Serie eigentlich ganz gemacht war. Die letzten Folgen wurden dann – sehr zuschauerfreundlich – nachts um 23:45 weggesendet. Schade. Vielleicht ist das Publikum für diese Art von Erzählen noch nicht groß genug in Deutschland.

      • singendelehrerin schreibt:

        Hm, stimmt vielleicht, aber das Ganze dann um 23:45 zu senden, hilft natürlich auch nicht gerade… Ich fürchte ja, dass (dt.) Fernsehen durch die ganzen Streaming-Portale, immer mehr nur auf „die Alten“ ausgerichtet wird. Aber gut, ich will ja eh lieber englischsprachige Serien schaun, von daher könnte es mir eigentlich egal sein, ob es gute deutsche Produktionen gibt… 😉

  4. pimalrquadrat schreibt:

    Ich schau ganz gerne eine Mischung. BBT ist für kurzweilige Erheiterung, Scrubs war es auch (Warum, warum nur wurde das durch dieses unsägliche Mike&Molly ersetzt? 😥 ), wobei hier schon auch folgenübergreifende Handlungen waren. Und für dauerhafte Unterhaltung sorgt Person of Interest. Die Case of the Week-Vertreter wie CSI Vegas (ohne Grissom? Ohne mich, wobei das aktuelle Team ganz ok ist, aber kein Muss) oder Criminal Minds (Öhm, joa Gewohnheitstier, das auf Französisch schaut, aber wenn dort grad nix läuft…) haben mich nicht mehr im Griff.
    Interessanterweise taucht das Phänomen ja schon in den guten alten Serien meiner Kindheit auf, wo Die Schatzinsel eben fortlaufende Handlung bot, Ein Super Trio eben CotW. Ich mag beides, nicht zuletzt, da ich sie auf DVD um mich hab. 🙂

    • singendelehrerin schreibt:

      Jetzt musste ich erstmal die zwei letztgenannten Serien googeln… Habe ich beide nie geschaut, zumindest nicht regelmäßig. Ich habe eher „Heidi“ und „Die Biene Maja“ und so geguckt… 😉

      CSI hab ich ja tatsächlich NIE geschaut, bis auf die Doppelfolge, die Tarantino gedreht hat und die ersten ein-zwei Folgen von CSI_New York, weil ich Gary Sinise mochte.

      • pimalrquadrat schreibt:

        Liegt vielleicht an unterschiedlichen Interessen? 😉
        Ich saß damals, im besten Grundschulalter, vorm TV und hab nach Möglichkeit keine Folge verpasst. Und es gab noch so viele Serien mehr. 😳

        CSI ist irgendwann auch langweilig, weil es eben doch nur Einzelfolgen sind, an deren Ende der Mörder gefasst ist. Klar, die Figuren begegnen einem bereits seit etlichen Jahren, aber richtig gut waren in meinen Augen dann doch eher die Mehrteiler.

  5. An schreibt:

    Ich schaue durchaus alle drei Versionen gerne. Aber wenn es eine durchgehende Handlung gibt, die sich über die Folgen hinweg entwickelt, dann zieht es mich sehr viel eher in seinen Bann. Aber abgeschlossene Folgen haben eben durchaus auch ihre Vorteile…

    Ich denke, ich mag die Mischung am liebsten. Wenn man zwar abgeschlossene Teile hat, sodass die Folge dann auch ein gutes Ende hat und man auch zufrieden aufhören kann, zu schauen, aber eben auch eine durchgehende Handlung, die Spannung reinbringt und einem die Charaktere näher bringt. Tolle Beispiele dafür wären z.B. „Sherlock“ und „The Mentalist“, wie du schon erwähnt hast, oder auch „Eureka“ und „White Collar“.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ach, schön dass du „Eureka“ erwähnst! Da muss ich mir doch irgendwann mal die letzte Staffel ansehen – ich weiß gar nicht, wie das ausgegangen ist… Aber psst, nicht spoilern! Ich glaub, von „White Collar“ habe ich nur die Pilotfolge gesehen; irgendwie interessieren mich Verbrechen in der Geschäftswelt immer nicht so. Aber du magst sie?

      • An schreibt:

        Keine Sorge, ich kann gar nicht Spoilern, weil ich von der letzten Staffel bisher auch nur die ersten beiden Folgen gesehen habe… 😉
        An „White Collar“ finde ich es besonders gut, dass es eben nicht wie in vielen anderen Crime-Serien darum geht, dass ein Verbrechen geschieht und es dann aufgeklärt werden muss, sondern dass es eben verhindert wird. Und die Hauptpersonen sind mir einfach total sympathisch, dann gibt es eben diese Rahmenhandlung… also ich finde die Serie schon echt gut. 😉

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