Die Freitagsfrage #12: Warum mögen Frauen Lesben-Szenen, aber Männer keine Schwulen-Szenen?

Vorbemerkung: Man verzeihe mir die stark vereinfachte und vielleicht etwas reißerische Formulierung der Titelfrage – es ist oft etwas schwer, eine Frage präzise und knackig für die Überschrift zu formulieren…

Bei der Auswertung meiner Blogparade zu den sechs erotischsten Szenen habe ich (erneut) festgestellt, dass es für (heterosexuelle) Frauen „leichter“ ist, auch Szenen zwischen Frauen (z. B. aus Black Swan) oder mit Fokus auf der Frau (Siegerin Salma Hayek in From Dusk Till Dawn) erotisch zu finden. Selbst diejenigen, die etwa Salma Hayek nicht in ihrer Liste hatten (ich z. B.), können sich letztlich dieser prickelnden Szene nicht entziehen.

Nun ist es sicherlich schon so, dass sowohl Männer als auch Frauen insgesamt mehr „klassische“ Hetero-Szenarien gewählt haben. Wenn ich richtig gezählt habe, gab es bei den Männern fünf Szenen mit Küssen oder mehr zwischen Frauen (When Night is Falling, Mulholland Drive, Black Swan, La Vie d’Adèle, Wild Things), bei Frauen zwei (Black Swan, Die Töchter des chinesischen Gärtners). Frauen haben drei unterschiedliche Filmszenen mit man-on-man-action gewählt: Brokeback Mountain (3x), Crash, Freier Fall, Männer keine.

Ich will hier beileibe nicht die Frage aufwerfen, ob Hetero-Männer letztlich alle homophob sind, und will das wirklich niemandem unterstellen. Gleichzeitig geht es auch nicht darum, Männern vorzuwerfen, dass sie Lesben-Szenen mögen. Wie man sieht, haben auch Frauen Schwulen-Szenen gewählt, und wenn man schon mal einen Blick in die Slasher-Szene geworfen hat, weiß man, dass sich unzählige Mädchen und Frauen gerne Szenen ausmalen, in denen etwa Sherlock und Watson, oder (die jungen) Prof. X und Magneto die unvorstellbarsten Dinge miteinander treiben.

Aber trotzdem frage ich mich, warum viel mehr Frauen eine tanzende Salma Hayek sexy finden, als Männer einen tanzenden Channing Tatum (etwa in Magic Mike).

Außerdem fände ich es durchaus spannend zu wissen, wie Hetero-Männer Filme wie Brokeback Mountain oder – etwas älter – Maurice empfinden, denn es ist ja nicht so, dass nur Frauen diese Filme gesehen haben. Wird die Chemie zwischen zwei Männern da einfach ausgeblendet bzw. trifft auf unsichtbare Barrieren?

Ich gebe zu, ich kann auch nicht jeder girl-on-girl-action etwas abgewinnen, insbesondere, wenn sie zum Beispiel nur zur Anheizung eines Mannes eingesetzt wird (z. B. bei vielen Dreier-Szenarien). Wenn aber dem Ganzen eine Vorgeschichte gegeben wird, wenn echte Gefühle oder heißes Begehren fühlbar sind, dann ist es mir im Grunde genommen egal, ob sich da Mann und Frau, Mann und Mann oder Frau und Frau küssen und/oder anfassen. Und ich habe eben nicht den Eindruck, als ob ich als Frau mit dieser Haltung ganz alleine stünde.

Mir ist bewusst, dass dies eine noch intimere Frage ist, als es die nach den erotischsten Szenen war – bin gespannt, ob sich trotzdem Männer trauen, hierzu Stellung zu nehmen! 😉 Gerne dürfen aber natürlich auch Frauen ihre Meinung kundtun – vielleicht habt ihr ja schon einmal mit Freunden darüber geredet? Oder vielleicht widersprecht ihr mir ja auch, seht da viel weniger Unterschiede zwischen Mann und Frau?

Ich warte gebannt auf eure Kommentare! 🙂

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36 Antworten zu Die Freitagsfrage #12: Warum mögen Frauen Lesben-Szenen, aber Männer keine Schwulen-Szenen?

  1. bullion schreibt:

    Vermutlich sind Männer einfach simpler gestrickt und wir finden nur das erotisch, wenn sich auch bei uns in der Hose etwas regt. Pardon my french. Ich für meinen Teil kann Liebesszenen zwischen zwei Männern durchaus etwas abgewinnen, wenngleich weniger aus erotischer als aus romantischer Sicht. So fand ich die schwulen Handlungsstränge und Beziehungen in TV-Serien wie „Six Feet Under“ oder „Brothers & Sisters“ immer toll, interessant und schön. Und Omar ist wohl einer der besten Charaktere in „The Wire“ – fantastisch! Dass ich allerdings die zugehörigen Liebesszenen besonders erotisch fände, könnte ich nicht behaupten – und das ohne jeglichen homophoben Hintergedanken.

    • singendelehrerin schreibt:

      Danke dir für deine offene Antwort! 🙂 Schön, dass du auch „Six Feet Under“ erwähnst, die Serie, die ja sehr viele männliche Fans hat, hatte ich dabei auch im Hinterkopf. Ah, da ist wohl auch der Unterschied, den viele Frauen vielleicht nicht machen, nämlich zwischen „erotisch“ und „romantisch“. Ist das vielleicht der springende Punkt? Springen wir Frauen eben gleich auf die Romantik an? Ich kenne das von mir – da reicht oft schon ein Blick, eine Berührung, damit mein „Erotik-Messgerät“ (ein Ziehen bzw. Kribbeln in Mittelfinger und kleinem Finger der (meistens) rechten Hand – ohne Witz! 😉 ) ausschlägt… ❤

      Off topic: "Pardon my French" – toller Ausdruck an dieser Stelle. Den würde ich wohl auch nicht kennen, wenn ich nicht so viele Serien und Filme auf Englisch schauen würde.

  2. schauwerte schreibt:

    Siegmund Freud hat mal geschrieben, dass männliche Sexualität sehr aggressiv ist und Männer deswegen Homosexualität so ablehnen.

    • singendelehrerin schreibt:

      Oh, na da bin ich mal auf die Antworten der Männer darauf gespannt! 😉

      • pimalrquadrat schreibt:

        Typischer catch 22: Ein Mann stimmt entweder zu oder antwortet ablehnend, wobei alleine die Ablehnung bereits ausreicht, um die These doch zu bestätigen. 😉

        Ich kann nur von mir schreiben, aber da mir Filme eher weniger aufgrund von „romantischen“ (wie auch immer man das nun interpretieren mag) Szenen in Erinnerung bleiben, hab ich ja schon Mühe, solche Szenen mit der heterosexuellen oder lesbischen Verteilung aufzutreiben. Film- und serientechnisch ist mein Geschmack wohl so eigen, dass eben Sexszenen seltener auftreten (was eigentlich verrückt ist, weil das ja schon schön anzuschauen ist :mrgreen: ), und entsprechend Szenen mit zwei Männern noch umso seltener. Küsse zwischen Männern werden dann auch oft ins Lächerliche gezogen als Pseudomutprobe oder ähnliches. Leider, weil das männliche Homosexualität zu einer Art Witz verkommen lässt.
        Auf irgendeine Weise „stören“ würde es mich jetzt nicht, solange es zu den Figuren und der Handlung auch passt und die Chemie stimmt – also bitte keine Szenen mit Hayden C.! 😛

        • singendelehrerin schreibt:

          „Hayden C“ = Hayden Christensen (Star Wars)??? Ist aber meines Erachtens in DEM Fall die Schuld des Drehbuchschreibers, also von George Lucas.

          Aber danke, dass du, der Inbegriff des „Unromantikers“ 😉 – und das als Franzose! 😀 -, Stellung zu diesem Thema genommen hast! (Nein, nein, ich weiß, es liegt bei dir einfach daran, dass deine Film- und Serienauswahl anders ist; ich gebe zu, „Herr der Ringe“ mag ich auch nicht wegen seiner prickelnden Sexszenen… 😉 )

          Aber ernsthaft: der springende Punkt ist, und da stimme ich dir zu, „solange es zu den Figuren und der Handlung auch passt und die Chemie stimmt“. 🙂

          • pimalrquadrat schreibt:

            Jupp, genau der. 😉
            Weiß nicht, ob da Lucas was dafür kann – ok, vermutlich schon, weil „Anakin kissed first“ oder so. 😀
            Aber die Chemie zwischen den beiden passt einfach nicht. Ob ein besseres Drehbuch daran etwas hätte ändern können?

            Hey, ich hätte dir problemlos … ach, wait, Fantasy und Sex, da fällt mir spontan nur Game of Thrones (bäääh) und HarryxCho („nass“ XD) ein, das hilft nicht wirklich. 😳

            Letzter Absatz: Wir verstehen uns! 🙂

  3. An schreibt:

    Also ich finde es dabei auch ganz wichtig, zwischen „romantisch“ und „erotisch“ zu unterscheiden.
    Als romantisch kann ich, solange die Geschichte und Chemie stimmt, alles empfinden, ganz egal welches Geschlecht die Personen haben.
    Erotisch finde ich allerdings Szenen zwischen zwei Frauen oder eben nur einer (Salma Hayek) nicht. Wirklich so gar nicht. Zwischen Frau und Mann oder zwei Männern aber eben schon, solange der Rest (Personen, Story,…) stimmt.
    Und noch zu Channing Tatum – nah, das ist aber auch so eine Geschmackssache, ich finde den (auch tanzend) jetzt auch nicht wirklich sexy. 😀

    • singendelehrerin schreibt:

      Danke für deine Meinung, die meiner These ja widerspricht! Es bleibt spannend! 🙂

      Klar, ist ein tanzender Channing Tatum auch nicht für jeden sexy – das war ja nur ein Beispiel, mir fällt irgendwie kein anderer allein tanzender Mann, der sich dabei sexy/lasziv bewegt, im Film ein… Außerdem gibt es ja auch Leute, die mit Tanzen an sich nicht so viel anfangen können.

      • Libertarian Anonymous schreibt:

        „mir fällt irgendwie kein anderer allein tanzender Mann, der sich dabei sexy/lasziv bewegt, im Film ein“

        WAS?

        Okay, auch Geschmackssache. 😉

      • An schreibt:

        Gerne doch! 🙂 Ich finde deine Frage auch sehr interessant, und eben die Antworten darauf. 🙂
        Klar war das nur ein Beispiel, ich mein ja nur. Tanzen an sich finde ich aber z.B. ansonsten sehr ansprechend. Ein anderer Film/… fällt mir dazu jetzt aber auch nicht ein, aber wenn ein männliches Wesen generell toll tanzen kann, spricht mich das schon an. 😉 Sei es nun ‚in echt‘, in einem Video/Interview/… oder eben einem Film / einer Serie.

  4. Libertarian Anonymous schreibt:

    Vorweg: Die Anzahl der hier untersuchten Fälle ist für eine wissenschaftlich fundierte Aussage zu gering.

    Ich glaube aber, dass die Schlussfolgerung im Titel des Beitrags trotzdem stimmt.

    //Klugscheiss-Modus off// 😉

    Zuerst die persönliche Meinung:
    Ich finde Schwulen-Szenen deswegen uninteressant im Sinne von nicht erotisch, weil zur erotischen Wirkung nicht nur die Szene an sich gehört, sondern auch die Darsteller. Ein gut aussehender Mann hat für mich zwar eine ästhetische Qualität, aber keine sexuelle Attraktivität. Zur Verdeutlichung des Prinzips: Die Szene aus „From Dusk Till Dawn“ wäre für mich auch nicht erotisch, wenn ihn eine in meinem Augen unerotische Frau aufführen würde.

    Nun der allgemeine Erklärungsversuch:
    Könnte es nicht sein, dass wirklich mehr Frauen „Bi-Neigungen“ haben als Männer? Dass dies auch ein Klischee ist und zudem dem zeitgeistigen Denken widerspricht (das gerne eine Symmetrie des Verhältnisses der Geschlechter und jeweiliger Neigungen und Bedürfnisse unterstellt) , bedeutet schliesslich nicht automatisch, dass es falsch ist.

    Alle anderen Erklärungen sind zwar komplexer, aber deswegen nicht automatisch richtiger. 😉

  5. friedlvongrimm schreibt:

    Ich fand es auch interessant, dass keiner der Herren bei der Szenenwahl ein wenig mehr gewagt hat. Ich persönlich bin mit mehreren männlichen Wesen befreundet, die da überhaupt kein Problem haben, solche Neigungen zu bekunden bzw. sich selbst einzugestehen. Ansonsten, wenn ich mir so die Kerle in der Uni anschaue bzw. ihren Gesprächen lausche, dann ist die Arbeit für Toleranz jeglicher sexueller Präferenz echt noch nicht getan. Ganz viele Vorurteile und Ängste in irgendwelcher Hinsicht der „Norm“ nicht zu entsprechen.

    • singendelehrerin schreibt:

      Spannende Antwort von dir! Alle Hetero-Männer, die ich kenne, sind zwar nicht homophob, aber würden jegliche Neigungen zum eigenen Geschlecht strikt von sich weisen.

      Man möchte meinen, dass da in der jüngeren Generation ein Wandel eintreten könnte (Metrosexualität und so), aber das, was du über die „Kerle in der Uni“ schreibst, lässt den Schluss ja nicht unbedingt zu…

      • Libertarian Anonymous schreibt:

        Wobei Metrosexualität, soweit ich es verstehe, eigentlich nicht viel mit der sexuellen Orientierung zu tun hat. Da geht es doch nur darum, sich in Bezug auf Kleidung und Auftreten nicht klassisch „rollenkonform“ zu verhalten.

      • friedlvongrimm schreibt:

        Ja, ist schon ein hochspannendes Thema. Man sucht sich natürlich nur Freunde, die eine ähnliche Weltanschauung haben, von daher sind meine Erfahrungen wohl kaum repräsentativ, aber es wird ja eh sehr häufig über das ins Wanken geratene Männerbild und der verursachten Unsicherheit bei den Herren diskutiert. Ich hoffe sehr, dass sich alles zum Guten entwickelt und sich die Leute einfach mehr entspannen, wenn es um Liebe und sexuelle Präferenzen etc. geht. Soll doch machen was er will.

    • pimalrquadrat schreibt:

      Frage ist halt, warum mehr wagen? Wenn mich etwas nicht anspricht, dann kann die Szene „objektiv“ betrachtet noch so heiß sein, sie wird mich nicht berühren. Egal, welche Geschlechterkombis auftreten. Bloß, weil irgendwo zwei Frauen miteinander rummachen, werd ich nicht zum sabbernden Haufen Fleisch, und umgekehrt wird mir nicht „speiübel“ (bewusste Übertreibung), wenn sich zwei Männer küssen, etc. pp.
      Und ich sehe auch noch einmal einen Unterschied zwischen Toleranz/Akzeptanz und Erregung (denn um die ging es, in welcher Form auch immer). Zumindest im Kontext der Blogparade, ich weiß ja auch nicht, was für Kerle bei dir an der Uni ihr Unwesen treiben. Aber wer mit wem und warum, das ist mir letztlich egal. Klar, das sehen (leider) viele Männer noch immer anders. Liegt sicher am propagierten Männerbild, welches ziemlich toxisch ist/sein kann für Heranwachsende. Hier herrscht noch immer das Körperliche im Sinne von „Kräftemessen“ vor, während Jungs, die aus diesem Schema ausbrechen, einen schweren Stand haben, einen Platz nicht ganz unten in der Hackordnung zu ergattern. Und das dürfte sich so fortsetzen bis ins Erwachsenenalter, wo das an die nächste Generation weitergegeben wird.

      • friedlvongrimm schreibt:

        Das kann ja bei dir so sein. Ist ja alles schick. Mir ist nur letztes Jahr das erste Mal selbst aufgefallen, wie viel da gesellschaftlich unterbunden wird. Ich hatte nämlich Dank „Orphan Black“ und „Orange Is The New Black“ zum ersten Mal zwei female crushes und mir wurde da erst bewusst, dass ich davor nicht ansatzweise weibliche Wesen als potenzielle Objekte der Begierde für mich wahrgenommen habe, obwohl ich generell davon ausgehe, dass man sich in einen Menschen verliebt und nicht in sein Geschlecht. Und ich könnte mir vorstellen, dass eine breiter gefächerte, weniger klischeehafte Darstellung von gay guys auch dazu führen könnte, dass männliche Zuschauer vor dem Fernseher sitzen und wie ich plötzlich merken, dass es eben nicht nur Männlein und Weiblein glücklich vereint gibt, sondern soviele andere Sachen.

        • pimalrquadrat schreibt:

          Ok, da kann ich jetzt wirklich nicht mitreden, da ich noch nie einen boy cruch hatte.
          Aber eine breiter gefächerte Darstellung von Homosexualität wäre sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Gerade, wenn es um männliche Homosexualität geht und darum, diese als etwas „harmloses“ und normales (so ein doofes Wort) zu zeigen. Und das ist nötig, wenn man sich mal daran erinnert, welch ein Aufstand durch BaWü ging, bloß weil im neuen Lehrplan Homosexualität als genau das auch unterrichtet werden sollte: Etwas Harmloses und Normales.

  6. Es gab in den Comments hier kurz den Hinweis auf die Lustknaben in der Antike. Wenn ich dabei an Erkenntnisse aus der Präventionsarbeit denke, so werden heute eher minderjährige Männer vergewaltigt als erwachsene. Es ist zwar kühn, daraus eine Verbindung herzustellen, aber der jugendliche, weiche Knabe ist doch auch der Typus Mann, den wir uns in dem antiken Kontext als „Empfänger“ vorstellen, oder? Und wohnt nicht im Bild vom Mann noch immer etwas von diesem Dominator? Träumt Frau nicht bei aller Sanftheit schon davon, im richtigen (!) Moment ein wenig genommen zu werden? Ich glaube dementsprechend ist Männlichkeit eine Derbheit, die sich nicht mit ihresgleichen auf einer zärtlichen Ebene trifft, sondern in der ruppigen Nähe des Kumpeltums zu finden ist, die sich eher durch Knuffe und Würgen äußert anstatt Küsse.
    Ich persönlich finde Männer grundsätzlich eher unästhetisch, wenn ich sie in einem erotischen Kontext wahrnehme. Schaue ich aber in meine Heimvideothek, so bietet mindestens die Actionabteilung mit ihren ölig-verschwitzten Muskelpaketen Anlaß, noch einmal darüber nachzudenken. Wrestling, Kampfsport generell, mit halbnackten Kämpfern in unmittelbarer Nähe? Ist diese übertriebene Männlichkeit nicht doch latent schwul?
    Oder warum sind gerade z.B. Cumshot-Paraden (oder Multipenetrationen) in der von männlichen Kunden dominierten Pornoindustrie so erfolgreich, wenn das Bild dort an sich von Schwänzen in Aktion bestimmt wird? Ist es dort etwa eine Anerkennung von „sportlicher Leistung“, die dieses Pimmelbingo, am besten mit mehreren Dödeln im selben Loch, entgegen etwa sich berührender männlicher Zungen rechtfertigt?
    Warum gibt es andererseits in der Prostitution einen Markt für Tunten und Transen, der in großen Häusern eine eigene Abteilung bekommt?
    Warum wird in der Geschlechterisolation etwa auf See (es gibt da Thesen über schwule Piraten) oder im Gefängnis durchaus mal Druck untereinander abgebaut?
    Ich weiß nicht, ob dieses Gender-Ding nur gesellschaftlich ist, weil ich mir abgewöhnt habe, einem männlichen Ideal nachzugehen, oder etwas beweisen zu müssen. Im Grunde habe ich aber auch die Freiheit erkannt, daß nie jemand von mir verlangt hat, dies zu tun. Ich bin es gewohnt, daß Frauen Kompetenz haben und nicht nur doofe Tussies sind und ich bevorzuge es bei meinen Frauen, wenn diese mir etwas entgegen setzen können. Andererseits bin ich mir meiner männlichen und angeblich femininen Züge genauso bewusst wie der Tatsache, daß auch meine Kumpels weniger „echte Kerle“ sind. Dennoch zieht es mich weder zu der einen noch der anderen Form Mann hin. Was bin ich also dann eigentlich, wenn die oben erwähnten „Hintertürchen“ der schwulen Erotizismen mich auch nicht erreichen? Bin ich eine Lesbe, gefangen in dem Körper eines intergalaktischen Affenmannes?
    Vielleicht ist es komplex, vielleicht auch ganz einfach und vielleicht ist es einfach gut wie es ist, solange sich alle mit dem wohl fühlen, wie sie es treffen.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ich muss jetzt endlich mal noch auf deinen ausführlichen Kommentar antworten! Der hat’s ja wirklich in sich, deswegen wollte ich das nicht so zwischen Tür und Angel machen.

      Das erste, das mir – mit Schrecken – aufgefallen ist, dass hoffentlich meine Erwähnung der „Lustsklaven“ in der Antike (du machst ja, zurecht, die „LustKNABEN“ daraus) nicht so verstanden worden ist, dass Pädophilie normal sein sollte… :-/ Das wollte ich natürlich mitnichten!!!

      Dass du die Geschichten mit den „ölig-verschwitzen Männerkörpern“ ansprichst, finde ich super! Wie oft denke ich mir, dass nicht nur die professionellen Kampfsportarten, von Boxen bis Ringen, sondern auch die Prügeleien, die in Filmen gezeigt werden (oder die real stattfinden), für mich ein Ausdruck von – so blöd das jetzt klingt – Sehnsucht nach körperlicher Nähe ist. Und solche Fights schauen sich ja definitiv Männer gerne an! Direkt als erotisch aufgeladen wird das vermutlich nicht empfunden, aber wer weiß, was da im Unterbewussten läuft…

      Dein Schlusssatz ist eigentlich ein guter Abschluss zum Thema:
      „Vielleicht ist es komplex, vielleicht auch ganz einfach und vielleicht ist es einfach gut wie es ist, solange sich alle mit dem wohl fühlen, wie sie es treffen.“

  7. Frau_Shmooples schreibt:

    Eine interessante Frage.
    Ich für meinen Teil kann Frauen nicht ganz so viel abgewinnen und finde lesbische Pärchen in den meisten Filmen/Serien uninteressant. Das hat aber wohl eher mit meinen Erfahrungen zu tun, die mir oft genug zeigten, dass Frauen verdammt hinterfotzig sein können. Männer kommen mir einfach ehrlicher vor und mein Freundes-/Bekanntenkreis besteht mehr aus Männern als aus Frauen (darunter finden sich aber auch auf beiden Seiten Homosexuelle :))

    Gerade bei der neuesten Folge TWD warf ich einmal ein, dass Rick verdammt schöne Beine hätte. Mein Freund fragte dann, ob es komisch klinge, wenn er das auch so sieht.
    Wir sind beide auch ganz große Fans von Lafayette und Jesus aus True Blood 😀 Es fand sich bisher nur noch kein lesbisches Pärchen, dass sich bei uns einer so großen Beliebtheut erfreut hat. Woran das aber bei ihm liegen mag, weiß ich nicht so genau.

    • singendelehrerin schreibt:

      Schönes Beispiel mit deinem Freund und Ricks Beinen! 😉 Ich überlege gerade, ob ich schon mal so einen Kommentar von einem straighten Mann gehört habe… Aber eigentlich sollte das angesichts des Körperkults, den manche in den Fitness-Studios betreiben, nicht so ungewöhnlich sein – sicher haben da Männer ja auch Vorbilder, denen sie nacheifern.

      Hach ja, Lafayette und Jesus waren schon ein süßes Paar…

      • Frau_Shmooples schreibt:

        Es kommt noch besser 😀
        Dienstag haben wir eine Möbellieferung per Hermes bekommen. Der Jüngere von beiden hat sich dann mit mir um den Papierkram gekümmert und kaum als der aus unserer Haustür war, sagte mein Freund: „Der sah aber unverschämt gut aus!“ XDD Das war so gut, haha xD

  8. chaosmacherin schreibt:

    Ich muss hier leider deiner Statistik ein bisschen kaputt machen. Aber nur ein bisschen. ^^ Ich bin nicht Heterosexuell und falle deshalb mit meiner Nennung „Die Töchter des chinesischen Gärtners“ ein bisschen aus dem Raster. Aber insgesamt bleibt die Kluft zwischen den Geschlechtern ja bestehen.

    • singendelehrerin schreibt:

      Danke für deine Offenheit! Trotzdem hast du ja auch deutlich heterosexuelle Szenen dabei gehabt, ich sage nur Hugh Jackman! 😀 Von daher fällst du wohl eher in GAR kein Raster… 😉 So mag ich das! 😉

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