Media Monday #188

Momentan hänge ich etwas durch. Die ganze Korrigiererei und ein paar gesundheitliche Probleme haben dazu geführt, dass ich gar keine rechte Lust aufs Bloggen habe, was ich doch etwas erschreckend finde. Gut, dass mir der Media Monday konkrete Fragen bietet; denn das ist gerade leichter, als noch ausstehende Kritiken zu etlichen Filmen zu verfassen…

1. Was war der größte Fehlgriff, die größte Enttäuschung in punkto Film/Serie/Buch, an die du dich erinnern kannst?
Da muss ich wohl zum x-ten Male The Hobbit: The Desolation of Smaug nennen. Geht kein Weg vorbei. Peter Jackson, der mit der LotR-Trilogie mein Mittelerde auf die Leinwand zauberte, hat die Magie von Mittelerde mit diesem Film für mich zerstört…

2. Lange habe ich mir gewünscht, so zu sein wie ____ aus ____ , denn ____ . Nein, es gibt keine einzelne Figur, der ich nachgeeifert habe. Aber mir gefallen Frauenfiguren, die stark und selbstbewusst sind, die sich selbst verteidigen können. Ja, ich mag Frauen, die entweder martial-arts-mäßig Männern, Dämonen, Vampiren, Außerirdischen ordentlich eins auf die Mütze geben, oder die durch ihre Intelligenz und ihren Humor bestechen.

3. Game of Thrones war so lange gut, bis die Szene mit der „Rattenfolter‟ kam, denn in diesem Moment entschied ich für mich, dass ich diese Brutalität nicht mehr „brauche‟, zumal ich die Bücher gelesen hatte. Mir ist bewusst, dass ich u. U. einiges verpasse, so hochgelobt die Serie – gerade auch in dieser Blogosphäre – ist. Und ich weiß auch, wie paradox es klingen mag, dass ich zwar GoT nicht mehr schaue, wohl aber The Walking Dead und Hannibal. Wer weiß, vielleicht wage ich mich irgendwann noch einmal daran, weiterzuschauen. Im damaligen Moment wollte ich es einfach nicht.

4. Wenn ich mich so auf manchen Film-Blogs umschaue, denke ich so bei mir, dass es schon spannend ist, wie ähnlich auf der einen Seite viele „ticken‟ – ich habe z.B. noch nirgendwo gelesen, dass jemand Quentin Tarantino ablehnt -, und dann aber auch wieder, wie unterschiedlich ein und der selbe Film gesehen werden kann (ein Beispiel vielleicht: Interstellar).

5. Selbst wenn ich im Vorfeld weiß, dass der Film nur mittelmäßig sein dürfte, wenn einer meiner Lieblingsschauspieler (James McAvoy, Benedict Cumberbatch, Tom Hiddleston, u.a.) mitspielt, werde ich ihn mir auf jeden Fall ansehen. Das gilt insbesondere für neue Filme, aber bei den ganz „heißen‟ Lieblingen auch für den Konsum älterer Werke, bei denen sie mitgewirkt haben (siehe: Why I love… #4: James McAvoy).

6. Es gibt Serien, die spielen im wilden Westen, im Mittelalter, im Weltraum, aber der Knaller wäre es doch, wenn ____ . Nee, ich glaube, es gibt schon alles. Ich finde es außerdem weniger wichtig, wo oder wann eine Serie spielt, als wie gut die Charaktere gezeichnet sind und wie gut das Drehbuch ist.

7. Zuletzt gesehen habe ich einen ganzen Schwung Folgen der ersten Staffel von Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. und das war zunehmend packend, weil mir die Charaktere extrem schnell ans Herz gewachsen sind (typisch für Whedon-Serien), ich die Dialoge herrlich finde, und weil ich insbesondere beeindruckt bin von Clark Gregg als Agent Coulson. Er kann in der Serie viel mehr Facetten zeigen, als er es in den Marvel-Filmen konnte – und tut dies äußerst überzeugend. Was ich außerdem an Whedon liebe, ist, dass er immer wieder auch auf alte Weggefährten zurückgreift, hier J. August Richards aus Angel, der zwar nicht zum Main Cast gehört, aber eine wiederkehrende Rolle hat, und zwar immerhin von der Pilotfolge an. Dazu kommen dann noch die ganzen Anspielungen oder direkten Anknüpfungen an die Marvel-Filme (und Popkultur-Phänomene, einmal wird sogar mit einem typischen Satz an Dollhouse erinnert), inklusive Besuch aus Asgard. Kann m. E. noch nicht mit Buffy oder Firefly konkurrieren, aber macht richtig Spaß!

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19 Antworten zu Media Monday #188

  1. filmschrott schreibt:

    Müsstest du durch die Bücher aber nicht schon vorher gewusst haben, dass es bei GoT nicht gerade harmlos zugeht? Die rattenfolter ist allerdings noch eine der blutleereren Szenen. Wenn dir das schon zu viel war, solltest du es vielleicht wirklich lieber lassen.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ich weiß doch, dass das rational oder logisch nicht so ganz zu erklären ist, da ich zum einen darauf vorbereitet war und zum anderen ja andere Serien durchaus ansehe, die mindestens so brutal sind wie GoT. Und es geht auch gar nicht um den „Blutpegel“ (Ich schaue mir z. B. sehr gerne die Blutfontänen in Tarantinos Filmen an) – ein abgehackter Arm oder ähnliches mag mich manchmal weniger schockieren als so eine Art der Folter, die auf den ersten Blick weniger grausam erscheinen mag…

  2. bullion schreibt:

    Ich kann schon verstehen, was dich bei der Rattenfolterszene so verstört hat. Es ist auch eine andere Art von Brutalität, als in „The Walking Dead“ oder „Hannibal“ (wo man ja meist „nur“ das Ergebnis sieht).

    Was du über „Agents of S.H.I.E.L.D.“ schreibst, freut mich übrigens sehr. Ich werde der Serie als alter Whedon-Fan somit auch noch irgendwann eine Chance geben… 🙂

  3. jacker schreibt:

    Volle Zustimmung zu 1), ich werde nie verstehen was mit Jackson los ist. Die SHIELD Agenten will ich auch gern mal sehen, hab schon viel gutes gehört!

    • singendelehrerin schreibt:

      Was ich ja außerdem nie verstehen werde: es gibt durchaus Menschen, die den Film richtig mochten! Obwohl sie das Buch kennen! Das ist mir fast noch unerklärlicher als was sich Jackson dabei gedacht hat…

  4. Libertarian Anonymous schreibt:

    Ich habe zwar kein Blog, aber ich halte Tarantino für überschätzt. Die meisten Film-Fans lieben seine Filme halt, weil sie ihrer Eitelkeit schmeicheln (durch die ganzen Anspielungen auf andere Filme.) 😉

    • singendelehrerin schreibt:

      Könntest du einmal statt „ich halte XYZ für überschätzt“ einfach schreiben: „Ich mag XYZ nicht besonders, weil…“? Mit der von dir gewählten Formulierung stellst du deine Meinung als objektiver dar als die der Fans von Tarantino (oder, wie an anderer Stelle, von „Grand Budapest Hotel“).

      • Libertarian Anonymous schreibt:

        Nein, weil die zwei Aussagen vollkommen unterschiedliche Bedeutungen haben, je nachdem wie ich Tarantino selbst tatsächlich einschätze. 😉 Ich kann ihn durchaus für einen überdurchschnittlichen Regisseur/Autor halten und seine Filme mögen, trotzdem aber noch der Meinung sein, dass die allgemeine Einschätzung übertrieben ist (weil er IMHO kein „Genie“ ist, als das ihn sehr viele Leute sehen).

      • Libertarian Anonymous schreibt:

        Ergänzung:

        Ähnliches trifft übrigens auch auf „The Grand Budapest Hotel zu“. Ich habe den Film damals mit „gut“ bewertet, trotzdem nervt mich der Hype um diesen Film, insbesondere die 9 Oscar-Nominierungen, von denen er aller Wahrscheinlichkeit auch ein paar kriegen wird.

        Der Film ist originell und unterhaltsam, aber das ist einfach nicht gerechtfertigt, wenn man bedenkt dass echte Meisterwerke – und das kann man über bestimmte Filme inzwischen durchaus recht sicher sagen, da sie den „Test of time“ bestanden haben und heute noch relevant sind – wie „Fight Club“, „Full Metal Jacket“ oder auch „Taxi Driver“ keinen einzigen(!) Oscar gekriegt haben. All diese Filme haben übrigens gemeinsam, dass sie provokant und umstritten waren (oder sogar noch sind). Warum? Weil die Macher etwas zu sagen hatten, was nicht unbedingt jeder hören wollte bzw. will. „The Tree of Life“ gehört übrigens auch zu dieser Kategorie, da kommt allerdings noch die unkonventionelle Machart hinzu.

        Das sehe ich weder bei Wes Anderson noch bei Tarantino. Dazu kommt, dass beide im Prinzip immer wieder mit den gleichen „Gimmicks“ spielen – bei Wes Anderson ist das die surreale anmutende Ausstattung und Handlung, bei Tarantino exzessive Gewalt, absurde Dialoge und popkulturelle Referenzen. Demgegenüber haben sich Fincher, Kubrick und Scorsese immer wieder „neu erfunden“ und ihr Publikum überrascht.

  5. Libertarian Anonymous schreibt:

    „Männern, Dämonen, Vampiren, Ausserirdischen“…

    Interessant, in welche Reihe du Männer einsortierst. Ts ts ts… 😉

  6. pimalrquadrat schreibt:

    Ohja, Zustimmung zu „Smaugs Einöde“, ich war dann auch nicht mehr in der Schlacht der fünf Heere. 😦

    Und Tarantino lehne ich ab, so! Absolut nicht mein Fall. 😛

    GoT,dazu hatte ich bisher noch gar keinen Zugang. Obwohl ich die meisten Charaktere ganz gut gecastet finde, aber irgendwie, ich weiß nicht. Die Bücher mochte ich soweit ganz gut, auch wenn mich Dance with Dragons arg enttäscht hat, weil nur sehr wenig passiert. Und ich mag Daenerys (ich hab irgendwie immer Danaerys im Kopf ^^) seitdem auch nicht mehr, bzw. fand sie vorher schon „naja“.

  7. greifenklaue schreibt:

    Uhh, Agents of Shield ist ein Whedon-Ding, war mir gar nicht bewußt, rückt es aber sofort einige Ränge hoch.

  8. mwj schreibt:

    Schau „Game Of Thrones“ unbedingt weiter und mach es bei den schlimmen Szenen wie meine Freundin: sie hält sich Augen und Ohren zu, bis die betreffende Szene vorbei ist. 😉

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