(DVD) Warrior (Gavin O’Connor, USA 2011)

Quelle: mposter.com

Durch Tom Hardys Performance in den letzten beiden Filmen, die ich mit ihm gesehen habe (Locke und The Drop), war mir danach, mir weitere Filme mit diesem fantastischen, wandlungsfähigen Schauspieler anzusehen. Unter anderem hatte ich mir Bronson bestellt (, den ich nicht zu Ende geschaut habe; ohne Untertitel war der mir irgendwie zu abgefahren und unverständlich, naja, ein Film von Nicolas Winding Refn…) und Warrior.

Wow, hat der Film bei mir eingeschlagen! Schon allein meine Körperhaltung auf dem Sofa hat Bände gesprochen: erst lag ich da noch recht lässig, aber die letzte Stunde (der Film ist 137 Minuten lang) saß ich aufrecht auf der Mitte des Sofas, fast so angespannt, als wäre ich bei dem großen Mixed Martial Arts (MMA)-Event SPARTA live mit dabei. Es fasziniert mich immer wieder, wie sehr ich auf solche Filme stehe: Boxen, Kickboxen, hier MMA – alles Vollkontakt (naja, vielleicht nicht im Film). Es geht soweit, dass ich regelrecht die Typen für ihre Härte bewundere und manchmal sogar gern „auch so wäre“, auch wenn das eigentlich sowas von überhaupt nicht meinem Naturell entspricht. Ich hab sogar Boxhandschuhe, aber würde mir dann doch ungern meine Gehirnzellen zu Brei schlagen lassen. Trotzdem üben solche Kämpfe eine sonderbare Anziehungskraft auf mich aus, obwohl ich schon über 10 Jahre nicht mehr mit meinem Ex, der Karateka ist (hat inzwischen wohl den 2. Dan), zusammen bin…

Doch nun erzählt Warrior ja auch eine Geschichte, und die trägt zusätzlich zur Spannung und emotionalen Kraft dieses Films bei. Paddy (Nick Nolte in einer Rolle, wie auf den Leib geschneidert) hat zwei Söhne, Tommy (Tom Hardy mit beachtlichen Muskelbergen, jetzt weiß ich, woher er die bei The Dark Knight Rises herhatte) und Brendan (Joel Edgerton, den ich bis heute nicht besonders mochte; das hat sich jetzt geändert). Paddy ist seit 1000 Tagen trocken, was aber seine Söhne nicht interessiert. Für sie macht das nicht wett, wie er früher unter Alkoholeinfluss mit ihrer Mutter und ihnen umgegangen ist. Das ging so weit, dass die Mutter mit dem jüngeren Sohn Tommy damals weggegangen ist, während Brendan wegen seiner Freundin (und jetzigen Frau) geblieben ist. Tommy und seine Mutter haben sich nie wieder bei Paddy und Brendan gemeldet, sodass sie auch nicht wussten, dass die Mutter gestorben ist. Aber auch Brendan will seinen Vater nicht mehr in seinem Leben haben. Und Tommy ist sauer auf seinen großen Bruder, weil er damals nicht mit ihm und seiner Mutter fortgegangen ist.

Eine Sache, die der Vater aber schon damals gut gekonnt hat, ist Kämpfer (damals: Ringer) zu trainieren. Und so kehrt der Ex-Marine Tommy nach Pittsburgh zurück, damit ihn sein Vater für den ultimativen Wettkampf SPARTA trainiert. Was Tommy und Paddy nicht wissen: auch Brendan, der früher auch gekämpft hat, aber nun Physiklehrer ist, bereitet sich auf diese Veranstaltung vor. Das Preisgeld für den Gewinner sind 5 Mio. Dollar – und beide Brüder haben ihre guten Gründe, warum sie das Geld brauchen.

Nun, ein bisschen vorhersehbar ist, dass die Brüder dann auch im Ring aufeinander treffen. Dennoch hat mich das emotional so mitgerissen, dass ich mehrfach in Tränen aufgelöst, mit den Händen vor dem Gesicht vor dem Fernseher saß. Denn nicht nur der äußere Kampf ist von einer solchen Wucht (die Choreografie ist – im wahrsten Sinne des Wortes – umwerfend), sondern auch die inneren Kämpfe, die da stattfinden, sind enorm. Joel Edgerton, dem ich so eine „körperliche“ Rolle nie im Leben zugetraut hätte, und Tom Hardy, dessen Tommy von so viel Enttäuschung und Zorn auf seinen Vater, seinen Bruder, aber auch auf sich selbst, getrieben ist, liefern eine Leistung ab, vor der ich nur meinen (imaginären) Hut ziehen kann. Wow.

Quelle. usatoday.net

Einer dieser Filme, bei denen ich noch während des Abspanns – auch zu Hause vor dem Fernseher – wie in Trance sitzen bleibe, und bei denen ich unbedingt sofort jemandem mitteilen muss, wie toll ich den Film fand. Das habe ich hiermit getan! 😉

9 von 10 Punkten.

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