Jahresrückblick #4: Serien-Neuentdeckungen

Wow, nachdem ich mir eine Liste mit all den (neuen) Serien, die ich im Jahr 2014 entdeckt habe, aufgestellt habe, bin ich gleichermaßen beeindruckt und erschrocken über die große Anzahl an Serien, die ich im letzten Jahr angeschaut habe. Das sieht ja so aus, als würde ich NUR auf der Couch sitzen – wenn ich nicht gerade im Kino bin.

Allerdings relativiert sich vielleicht manches, weil nicht alle Serien klassische 22 Folgen haben, sondern einige davon recht kurz sind. Außerdem habe ich dafür das Interesse an manchen schon seit längerem laufenden Serien verloren, so bin ich temporär bei Castle und The Big Bang Theory (letztere werde ich aber sicher nachholen, wenn meine Freundin Dani die DVD-Box gekauft hat…) ausgestiegen, und auch Once Upon a Time schaue ich nicht mehr. Treu geblieben bin ich, auch wenn ich immer etwas hinterherhinke, Hawaii Five-0, The Mentalist, Teen Wolf (trotz der extrem schwachen 4. Season), Supernatural (da bin ich aber immer mehr als eine Season im Hintertreffen), und natürlich die britischen Top-Serien Sherlock, Luther und Downton Abbey.

Da ich nicht mehr genau die chronologische Reihenfolge hinbekomme, werde ich die neuen Serien danach gliedern, wie ich auf sie aufmerksam geworden bin:

Empfehlungen durch Freunde:

Arrow (Season 1+2, ein Drittel von Season 3)
Die Serie hat ihre Ups and Downs, Charaktere, die ich nicht mag (Malcolm Merlyn (John Barrowman), Thea Queen, Laurel Lance), aber dafür eine fantastische Chemie zwischen Oliver Queen/Arrow (Stephen Amell) und Felicity Smoak (Emily Bett Rickards). Die Action ist auch gut gemacht – und Colton Haynes, den ich in Teen Wolf kennengelernt hatte, hat eine viel bessere Rolle in dieser Serie abbekommen. Und ja, ich finde Stephen Amell schon recht ansehnlich… 😉

Masters of Sex (Season 1)
Die Fiktionalisierung der Biographie des realen Sexualforscher Dr. William Masters. Erfrischend, Sex aus dem wissenschaftlichen Blickwinkel der späten 50er-Jahre zu betrachten. Tolle Chemie zwischen den beiden Hauptakteuren Masters (Michael Sheen) und seiner Assistentin Virginia Johnson (Lizzy Caplan). Sehenswert!

Vicious (Series 1)
Ideal für den Spaß zwischendurch (6 x 22 Minuten): Sir Ian McKellen und Sir Derek Jacobi als langjähriges schwules Paar, das sich im Sekundentakt Gemeinheiten (daher auch der Titel) an den Kopf wirft – und sich trotzdem liebt.

Last Tango in Halifax (Series 1+2)
Nochmal Derek Jacobi, diesmal straight, aber nicht minder ungewöhnlich: zwei geschiedene über 80-Jährige, die durch gewisse Umstände als Jugendliche kein Paar wurden, treffen sich wieder und beschließen schon beim ersten Treffen, zu heiraten. Das geht nicht ohne Hindernisse, die jeweiligen Familien müssen erstmal überzeugt werden etc. Wie aus dem richtigen Leben gegriffen, mal lustig, mal berührend, mal traurig. Herausragend für mich dabei Nicola Walker als Tochter von Derek Jacobis Charakter, aber bis in die letzte Nebenrolle passend besetzt. Sehr sehenswert!

Empfehlungen durch die Blogosphäre:

Coupling (Series 1-4)
Staffeln 1-3 gehören sicherlich zu der Créme de la Crème, was Sitcoms anbelangt – mein Freund und ich haben uns oft ausgeschüttet vor Lachen! Eine Serie, die bestimmt immer wieder mal im DVD-Player landen wird!

Arrested Development (Seasons 1-3)
Eine Serie, die durch Running-Gags lebt, was mir letztendlich manchmal ein bisschen zu viel des Guten war. Aber trotzdem eine sehr unterhaltsame Show, durch die ich Jason Bateman noch mehr schätzen gelernt habe. Außerdem hat es mich gefreut, Jeffrey Tambor nun auch in Transparent zu erleben (dazu weiter unten mehr).

The Escape Artist (Mini-Serie)
Seit ich David Tennant als Richard II. über RSC Live erlebt habe, schätze ich ihn als großartigen Schauspieler. Gerne nahm ich also den Tipp eine Bloggerin auf. Faszinierendes Katz-und-Maus-Spiel mit fantastischen Performances von David Tennant und Toby Kebbell. Ich „musste‟ alle drei 60-minütigen Folgen hintereinander ansehen, so sehr war ich gebannt von dieser Serie!

Hannibal (Season 1)
Die Serie fängt unglaublich stark an – die ersten drei Folgen hatten mich sofort gepackt, insbesondere Hugh Dancys emotionale Darstellung des Will Graham. Welch ein Talent! Leider lässt die Serie dann etwas nach, verfängt sich für ein paar Folgen in „murders of the week‟. Gegen Ende der 1. Season wird es aber wieder besser, sodass ich mir die zweite Staffel sicher auch noch ansehen werde. Was mich sowohl anzieht wie auch abstößt, ist die Darstellung der Ermordeten – so ästhetisch oft (z. B. die „Engel‟), dass man, wie bei einem Gemälde, staunend davor sitzt, aber gleichzeitig oft so explizit grausam, dass man eigentlich wegschauen sollte.

Kombination aus eigenem Interesse plus Empfehlung (von verschiedenen Seiten):

House of Cards (Season 1+2)
Kevin Spacey in Höchstform (auch wenn er das im Grunde ja immer ist), und Robin Wright ist so gut wie nie. Tolle Idee, mal einen Demokraten zum Bösewicht zu machen, denn, ja, nicht nur Republikaner sind machthungrig! Unterhaltsam und schockierend, mit einem charismatischen Protagonisten, der nicht nur sprichwörtlich über Leichen geht, um an sein politisches Ziel zu kommen!

The Walking Dead (Seasons 1-3)
Die Serie hat bei mir insbesondere mit der 2. Staffel eingeschlagen und einen enorm hohen Suchtfaktor bei mir erzeugt. Trotzdem warte ich momentan ab, dass die 4. Staffel in OV bei Amazon Prime inklusive angeboten wird (bisher noch zahlungspflichtig). Ich finde insbesondere die moralischen Fragen, die die Serie aufwirft, unheimlich spannend. Außerdem spielt Andrew Lincoln grandios!

Fargo
Die Rollen scheinen den Darstellern auf den Leib geschneidert zu sein. Tolle Besetzung (neben Martin Freeman und Billy Bob Thornton fand ich auch die Newcomerin Allison Tolman fantastisch), eine Story, bei der man sich nie ganz sicher sein kann, wie sie ausgeht, interessant gefilmt (Mut zur Langsamkeit, kaum schnelle Schnitte) – sehr schön!

Von meinem Freund entdeckt:

Der Tatort-Reiniger
Die einzige deutsche Serie in meiner Liste. Comedy vom feinsten! Neulich mussten wir auf Pause drücken, weil wir nahezu minutenlang lachen mussten. Absolute Empfehlung! Gibt’s auch auf Amazon Prime, wer’s nicht rechtzeitig im TV oder in der Mediathek erwischt.

Mozart in the Jungle
Ganz frische hauseigene Amazon Studios Serie mit viel klassischer Musik. Es geht um das Leben von klassischen Musikern in New York, basierend auf dem Buch Mozart in the Jungle: Sex, Drugs, and Classical Music von der Oboistin Blair Tindall, die in der Serie von Lola Kirke verkörpert wird. Die Besetzung ist exquisit: Malcolm McDowell und Gael García Bernal spielen die Dirigenten! 10 Folgen à knapp 30 Minuten, für Amazon Prime-Mitglieder kostenlos in OV anzusehen.

Justified (die ersten 8 Folgen von Staffel 1)
Wurde meinem Freund empfohlen als eine der Serien, die auf OV auf Amazon Prime inklusive sind. Extrem coole Hauptfigur, U.S. Marshall Raylan Givens, gespielt von Timothy Olyphant, Redneck-Setting in Kentucky, atmosphärisch abgerundet durch einen tollen Soundtrack (der Titelsong vermischt Rap und Country – super!). Sehenswert!

Eigene Funde:

True Detective
DIE beste Serie des Jahres 2014. Punkt.

Die Brücke (Staffel 1, dänisch-schwedisches Original)
Mein Freund und ich schauen gerne skandinavische Krimis, darum hatte ich diese Serie bestellt, wohl wissend, dass es auch eine amerikanisch-mexikanische Version davon gibt. Leider nur auf Deutsch gesehen (schwedisch-dänische Tonspur zwar auf der DVD, aber keine deutschen Untertitel), aber spannende Geschichte (eine Leiche wird auf der Brücke gefunden, die Dänemark mit Schweden verbindet, eine Hälfte liegt auf der dänischen Seite, eine auf der schwedischen) mit zwei Hauptcharakteren, die Ecken und Kanten haben. Wenn die 2. Staffel etwas billiger ist, wird weitergeschaut!

The Worricker Trilogy (Page Eight, Turks & Caicos, Salting the Battlefield)
Drei zusammenhängende „Epsioden‟ in Spielfilmlänge, die im britischen Geheimdienstmilieu spielen. Drehbuch und Regie von David Hare (Skylight), Hauptrolle wundervoll von Bill Nighy verkörpert. Interessante, hoch aktuelle Story, fantastische Nebendarsteller (u. a. Rachel Weisz, Felicity Jones, Ralph Fiennes, Helena Bonham Carter, Winona Ryder) – sehenswert!

Transparent
Nicht ganz eigener Fund, empfohlen durch die Teen Wolf-Schauspielerin Holland Roden. Eine weitere Amazon Studios Serie, geschaffen von Jill Soloway, die auch schon bei Six Feet Under Drehbücher geschrieben hat. Jeffrey Tambor als Vater, der seit Jahrzehnten ein Geheimnis hat, das er nun endlich seinen drei erwachsenen Kindern mitteilt und von nun an offen lebt. Holland Roden hatte gesagt, dass sie gerne bei dieser Serie mitspielen würde, weil sie so ehrlich (honest) sei. Sehr treffend. Eine der überraschendsten Neuentdeckungen für mich, weil ich davon noch GAR nichts gehört hatte. Ansehen – die Pilotfolge ist auch für Nicht-Prime-Kunden bei Amazon Instant Video zu sehen.

 

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17 Antworten zu Jahresrückblick #4: Serien-Neuentdeckungen

  1. filmschrott schreibt:

    Bei Justified ist für mich der MVP ja eindeutig Walton Goggins. Hoffe, von dem sehen wir in Zukunft noch einiges. Zumindest Tarantino scheint ja schon mal von ihm überzeugt zu sein, denn nach Django ist er auch in Hateful Eight dabei. Freut mich.

    • singendelehrerin schreibt:

      Naja, rein aus der weiblichen Perspektive ist halt Timothy Olyphant erstmal reizvoller… 😉 Und so viel hat Goggins in den ersten Folgen noch nicht zu tun gehabt. Wobei das Hin und Her zwischen Boyd und Raylan schon sehr cool ist!

      • filmschrott schreibt:

        Ja, dir steht da ja auch noch einiges bevor. Aber du wirst sehen, dass Goggins da durchaus den anderen die Schau stiehlt. Der Mann ist wirklich fantastisch in der Rolle.
        Das soll allerdings Olyphants Leistung keinesfalls schmälern (schreibt man das so?). Ich sehe auch ihn wirklich gerne, aber kannte ihn vor der Serie schon. Goggins habe ich erst durch Justified entdeckt. Sowas hinterlässt ja dann auch immer einen bleibenden Eindruck. Wenn Goggins in den nächsten Jahren ganz groß werden sollte, wäre die erste Rolle, die mir bei ihm einfällt trotzdem immer Boyd Crowder.

      • singendelehrerin schreibt:

        Na, dann bin ich ja noch mehr gespannt, wie sich die Serie (und Boyd/Goggins) entwickelt! 🙂
        (Und ja, „schmälern“ schreibt man so! 😉 )

  2. zirkusmanege schreibt:

    Auf Transparent bin ich auch sehr gespannt. Eine Freundin von mir durchläuft gerade genau diesen Prozeß der Verwandlung, weswegen mich die Serie auch besonders interessiert. Der Tatortreiniger steht für mich auch auf meiner „to watch list“. Und hieß es auf Twitter noch, dass „Black Mirror“ und „Rectify“ ganz toll sei. Mittlerweile gibt es soviele gute Serien, dass es schwer ist, hinterher zukommen. Den Weizen vom Weizen zu trennen, ist ganz schön schwer.

    • singendelehrerin schreibt:

      „Mittlerweile gibt es soviele gute Serien, dass es schwer ist, hinterher zukommen.“
      Da hast du Recht… Und mein Bruder liegt mir mit „Orphan Black“ in den Ohren…

  3. kielerkrimskrams schreibt:

    Kann Frau Stephen Amell ernsthaft unansehnlich finden? Ich glaube, das geht gar nicht… 😀

  4. bullion schreibt:

    Oh, so viele Serien, so wenig Zeit. Ich werde mir aber sicher ein paar Tipps klauen. Freut mich aber sehr, dass es so Alltime Favoriten, wie „Coupling“ oder „Arrested Development“ (okay, mit kleineren Abstrichen) mit in die Liste geschafft haben 🙂

    • singendelehrerin schreibt:

      Dir speziell lege ich ja sehr „Transparent“ ans Herz. Da hast du Tambor aus „Arrested Development“ und dann in einer wunderbaren Nebenrolle einen „West Wing“-Darsteller!

  5. Libertarian Anonymous schreibt:

    Hust hust… also, ich kann mich recht genau erinnern, dass ich dir das erste mal von „True Detective“ erzählt und es empfohlen habe und du davon bis dahin noch nichts gehört hattest. /Ende der Belehrung/ 😉

    • singendelehrerin schreibt:

      Hm, das muss dann aber laaaaaaaaaaange bevor ich mir dann die DVD zugelegt habe, gewesen sein. So lange, dass mir das nicht mehr bewusst war. Sorry, wollte dich natürlich nicht übergehen! 😉

  6. mwj schreibt:

    Tja, und wer hat dir „Coupling“ so ans Herz gelegt? 😉

  7. tinatainmentia schreibt:

    „Coupling“ habe ich auch gerade letztens durch einen Bloggerkollegen empfohlen bekommen – und direkt mal die ersten 1,5 Staffeln verschlungen, das ist echt absolut genial! :mrgreen: (Dann musste ich leider doch zurück zu meinen Hausarbeiten, aber ich freue mich schon auf den Rest!)

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