The Hobbit: The Battle of the Five Armies (Peter Jackson, USA/NZL 2014) – Kurzkritik (keine Inhaltsangabe)

(Trotz Kurzkritik: Spoiler sind enthalten! Wer nicht aus dem Buch weiß, wer stirbt, bitte nicht weiterlesen)

Quelle: screenrant.com

So, das war’s aus Mittelerde! Der letzte Teil der „Hobbit-Saga‟ (literarische Vorlage: je nach Ausgabe zwischen knapp 300 und knapp 400 Seiten) läuft im Kino – und ich habe mich trotz meiner Enttäuschung nach The Desolation of Smaug noch einmal nach Mittelerde begeben.

Auch wenn ich den dritten Teil deutlich besser als Teil 2 fand (, wenngleich immer noch deutlich schwächer als Teil 1), ist das schmerzhafteste am Ende der Trilogie, dass Peter Jackson es nicht geschafft hat, mich nachhaltig emotional zu bewegen. Da gab es keine richtigen Gänsehaut-Momente, Tränen wollten sich trotz diverser Tote und manch eigentlich schöner zwischenmenschlicher Momente nicht so recht „produzieren‟ lassen. Einzig das Ende, das den nahtlosen Übergang zum ersten Teil von Herr der Ringe bildet, hat mich berührt und in mir das Verlangen ausgelöst, mir die HdR-Trilogie baldmöglichst wieder einmal anzusehen.

Was mich daran gehindert hat, dass ich den Film nicht so genießen konnte, wie die HdR-Trilogie (Auswahl):

  • Eigentlich ist es fast unnötig, es zu wiederholen: Tauriel und Kili. Nein, nein, und nochmal nein. Ich hätte gerne um Kili getrauert, aber Tauriel hat es mir verdorben. Es ging einfach nicht. Ich weiß, viele werden gerade die Szenen zwischen den beiden recht emotional finden, die beiden Schauspieler spielen sie auch gut, aber ich lehne einfach diese Liebesgeschichte grundsätzlich ab, Punkt.
  • Legolas: Im Gegensatz zu Galadriel und Elrond, deren Grazie und Ausstrahlung immer noch auf mich wirkt, lässt mich Legolas völlig kalt und ich fragte mich, warum er immer wieder die lächerlichsten Stunts hinlegen muss…
  • Zu viele Nebenplots, die dann aber auch nur angerissen werden, z. B. Tauriel und Legolas in Gundabad; Mini-Szenen, die den Flow unterbrechen, wie z. B. ein kurzer Blick auf den gefangenen Gandalf (nur Sekunden); unnötige Figuren, die zu viel Screentime bekommen, neben Tauriel Alfrid, der eine Art „Wormtongue für Arme‟ ist; dafür Figuren, die zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, wie Dáin und Beorn, im Grunde genommen auch die meisten der 13 Zwerge. Letzteres ist zwar auch irgendwie verständlich, weil es einfach viel zu viele Charaktere gibt, aber warum man ausgerechnet zwei von PJ & Co. erfundenen Figuren so viel Raum gibt, werde ich wohl nie verstehen. Naja, ich verstehe schon, warum sie das getan haben, aber ich heiße es nicht für gut.
  • Das CGI hat mich nicht immer überzeugt. Weiß nicht, ob es auch an 3D+HFR lag, aber das Feuer in Laketown z. B. wirkte auf mich völlig künstlich. Muss ich mir vielleicht nochmal in 2D genehmigen…
  • Das Lied am Ende fand ich ziemlich nichtssagend, obwohl Billy Boyd es singt.

Was mir gut gefallen hat (Auswahl):

  • Thranduil! Lee Pace ist einfach toll als „bad-ass-Elf‟, auch wenn mich sein „Fortbewegungsmittel‟ optisch nicht überzeugt hat.

Quelle: de.lotr.wikia.com

  • Bilbo und Thorin: gute Chemie zwischen den beiden. Ich kann es kaum erwarten, Richard Armitage nächstes Jahr über NT Live in The Crucible (z. B. im Cinema München am 3.2.) zu sehen!
  • Bilbo und Gandalf: immer gut zusammen, besonders gut hat mir die Szene nach Thorins Tod gefallen, wo sie beide ohne Worte nebeneinander sitzen. Irgendwie schon cool, dass ich mit Martin Freeman heuer schon ein paar Worte gewechselt habe! 🙂
  • Der Kampf von Saruman (Christopher Lee) & Co gegen die Ringwraiths, weniger wegen der Special Effects als wegen der Choreografie!
  • Galadriel: Cate Blanchett kann einfach beides, die Anmut in Person sein, und so bedrohlich, dass es Sauron in die Flucht schlägt.
  • Smaug: optisch und akustisch (Benedict Cumberbatch) ein Leckerbissen.
  • Bard & sein Sohn: Was soll ich sagen, Bard (Luke Evans) ist einfach ein hübsch anzusehender Held; und ich mochte den Mut seines Sohnes. Tolle Familie!

Insgesamt ein durchaus unterhaltsamer, ja, auch spannender Film mit imposanten Kämpfen – individuell und auf Ebene der fünf Armeen –, aber für mich kein Film, der das Mittelerde-Feeling so rüberbringt, wie die HdR-Trilogie oder auch An Unexpected Journey.

6 von 10 Punkten.

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10 Antworten zu The Hobbit: The Battle of the Five Armies (Peter Jackson, USA/NZL 2014) – Kurzkritik (keine Inhaltsangabe)

  1. hemator schreibt:

    Jep, in der Tat sehr ähnlich, unsere Ansichten.
    Auch beim End-Credits-Song ging’s mir ähnlich. Ich hatte bzw. habe immer das Gefühl, „The Last Goodbye“ wäre gerne „Into the West“ (das geht sogar soweit, dass ein paar Takte direkt übernommen wurden), bekommt es aber einfach nicht hin – Billy Boyds Lied aus „Die Rückkehr des Königs“ fand ich da weitaus berührender. Immerhin hat mir
    „The Last Goodbye“ besser gefallen als „Into the Fire“, aber das ist bei meiner Meinung zu Ed Sheerans Lied auch nicht wirklich verwunderlich 🙂
    Ich frage mich immer, warum PJ nicht einfach Howard Shore den Abspannsong auf Basis eines der Leitmotive aus dem Film komponieren lässt, bei „Gollum’s Song“ und „Into the West“ hat das in meinen Augen großartig funktioniert.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ja, Billy „Pippin“ Boyds Lied in dieser grandiosen Szene bei der „Rückkehr des Königs“ (RotK) ist fantastisch, von daher hätte ich mich, wenn ich Vorfeld gewusst hätte, dass er das Lied beim Abspann singt, bestimmt total drauf gefreut. Nun war es eher so, dass ich es schade fand, dass er auch nichts rausreißen konnte.

      Wie fandest du es denn, dass sie Pippins Lied für den einen Trailer verwendet hatten? Ich war hochgradig sauer, denn – so sehr ich das Lied liebe – es gehört für mich eindeutig in RotK und hat für mich nichts im „Hobbit“ zu suchen.

      Nun, „Into the Fire“ mochte ich tatsächlich, aber besonders mittelerdig ist es natürlich nicht. Wenn ich das im Radio höre, habe ich eigentlich keine Assoziation zum „Hobbit“, womit das Lied irgendwie seinen Zweck verfehlt hat.

    • hemator schreibt:

      Ein wenig irritierend fand ich es schon, aber da es „nur“ der Trailer war, fand ich es auch nicht weiter störend, bzw. ich hatte erwartet, dass man mit „Die Schlacht der fünf Heere“ versuchen würde, an das Gefühl von „Die Rückkehr des Königs“ anzuschließen. Ich hätte es allerdings besser gefunden (und das nicht nur für den Trailer, sondern vor allem für den Film), hätte man „Misty Mountains“ reaktiviert. Im Roman singen die Zwerge ja nach Smaugs Tod, als sie belagert werden, neue, zur Situation passende Strophen. DAS hätte mich wahrscheinlich um einiges emotionaler berührt – und es hätte so einen schönen Bogen zum Anfang des Abenteuers gegeben.

  2. bullion schreibt:

    Nach deinem empfundenen Smaug-Desaster, hat der Film ja noch recht gut abgeschnitten. Zumindest habe ich Hoffnung. Ein wenig. Ich plane ihn auch noch dieses Jahr im Kino zu sehen, aber nur wenn ich eine Vorstellung ohne HFR erwische. Das tue ich mir nicht mehr an.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ah, du kommst zur selben Punktzahl wie ich und wir haben auch ähnliche Kritik- und Pluspunkte! Der Schluss hat bei mir auch den Wunsch nach einer erneuten Sichtung der HdR-Trilogie ausgelöst. 🙂

  3. Stepnwolf schreibt:

    Thranduil ist noch immer mein Lieblingselb im ganzen Tolkienuniversum. Da hatte ich ja auch Befürchtungen, dass mir die Schauspielerauswahl und die Figur nicht gefallen würde. Aber das passt hier wirklich sehr gut. Wenigstens etwas.

    • singendelehrerin schreibt:

      Ich kenne Thranduil als Figur bei Tolkien irgendwie nicht gut genug, um das sagen zu können. Bin mit den Elben aus Herr der Ringe vertrauter. Im 2. Film war ich mir noch etwas unsicher bzgl. Thranduil, aber im 3. Hobbit gefällt er mir richtig gut. Es hilft, dass Lee Pace genau die richtige Größe und Statur hat für so einen Elben.

  4. schauwerte schreibt:

    So, habe den Film nun endlich gestern Abend gesehen. Meine 50 Cent dazu:

    – Viel zu wenig Hobbit im Hobbit. So schade, denn Martin Freeman ist einfach so gut.
    Schöner Verweis an Aragorn zum Ende.
    – Wieviele Filter wurden in der Nachbearbeitung über ORlando Bllom gelegt? Das ist ja kaum zu ertragen. Und seine „Stunts“ zum schreien komisch (Die Brücke fällt zusammen, aber hey, ich laufe einfach die herabfallenden Steine nach oben – klar. Oh, eine RIesenfledermaus, da häng ich mich doch mal dran, die wird schon dahinfliegen, wo ich hinmuss.).
    – Lee Pace ist genial. Himmel, ich würde mir einen eigenen Thranduil-Film anschauen!
    – Der Necromancer-Auftritt war auch gut, wenngleich ich hier alles übertrieben fand, was die CGI angeht. Aber hat Saruman es drauf, oder was? 🙂
    – Auch unfreiwillig (?) komisch, diese Trolle, oder was auch immer das waren, die mit ihren Köpfen Mauern eingehauen haben. War das blöd.
    – Ich hätte sämtliche Szenen mit Ryan Gage als Alfred auf den Boden des Schneideraums enden lassen. Überflüssig, doof und die ganze Type ist auch so abstoßend. Da hätte man besser noch mehr Stephen Fry zeigen können!
    – Die Liebesgeschichte Tauriel und Kili war auch überflüssig wie ein Kropf. Tauriel an sich fand ich aber ganz cool.
    – Mir hat aber Armitage ganz gut gefallen, sein Kampf mit der „dragon sickness“.

    Für mich bleibt ein schaler Beigeschmack nach Sichtung aller Hobbit-Filme. Ich finde, es war keine gute Idee drei Filme draus zu machen. Außerdem habe ich selten Freude daran, einfach mal über eine Stunde zuzusehen, wie sich gegenseitig abgeschlachtet und gekämpft wird. Und irgendwie fand ich den Soundtrack auch gar nicht so prickelnd. Wenn ich da an Lotr denke und die ganz, ganz wunderbaren Musikstücke, werde ich ganz wehmütig. Das Schlusslied von Billy Boyd ist nett, mehr nicht, da waren die beiden Vorgänger besser.

    • singendelehrerin schreibt:

      Da haben wir ja den Film (und die gesamte Trilogie) wohl recht ähnlich empfunden.

      Allerdings fand ich den Hinweis auf Aragorn eher ziemlich daneben – der Junge ist gerade mal 10-12 Jahre alt zu der Zeit: Die Zwerge und Bilbo brechen 2941 DZ (Drittes Zeitalter) zu ihrer Reise auf, Aragorn ist 2931 geboren! (Wusste ich nicht auswendig, aber ein Blick ins Tolkien-Lexikon hat mir mein Unbehagen während des Films an der Stelle bestätigt.)

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