The Walking Dead: Season 1+2 – Kurzkritik

Bevor The Walking Dead im deutschen Fernsehen angelaufen ist, wurde kostenlos die Pilot-Folge auf dem Fantasy Filmfest 2011 gezeigt. Ich sah sie mir damals auch an und war eigentlich auch interessiert daran, sie anzusehen, aber da ich sie ja nicht (gekürzt) im deutschen Free-TV auf Deutsch ansehen wollte, habe ich sie immer wieder aufgeschoben. Nachdem mir nun aber von verschiedenen Seiten diese Serie immer wieder ans Herz gelegt worden ist, nutze ich gerade meinen Amazon Prime Probemonat primär dazu, diese Serie anzusehen (die ersten drei Staffeln sind in OV kostenlos bei Prime inklusive – in der FSK 18 Version).

Ich kann nur sagen: ENDLICH! Die erste Staffel hatte mich noch nicht so gepackt, aber die zweite hat mich jetzt absolut „gehooked“! Abgesehen davon, dass man sich nie sicher sein kann, wer überlebt (mal abgesehen von Rick, der Hauptfigur), faszinieren mich an dieser Serie vor allem die moralischen Fragen, die in jeder Folge aufgeworfen werden. Was ist „erlaubt“, um seine Familie, seine „Crew“ zu schützen? Geht das Wohl der Vielen über das Wohl des Einzelnen – oder riskiere ich das Wohl der ganzen Gruppe für ein einzelnes Mitglied? Ist es feige oder vernünftig, sich dieser hoffnungslosen Welt durch Suizid zu entziehen? Sollte man dementsprechend einen geliebten Menschen daran hindern, sich selbst zu töten? Ist das nicht eigentlich total egoistisch?

In einem der letzten TIME Magazines wurde darauf hingewiesen, dass es schon Kurse an Universitäten zu Zombies in der Popkultur gibt und inwiefern gesellschaftliche Probleme in den entsprechenden Filmen und Serien thematisiert werden. Eine kurze Recherche meinerseits hat ergeben, dass dies kein ganz neues Phänomen (von 2014) ist: an der UC Davis (University of California) gab es z. B. ein Seminar zu „Zombies“ im Herbst 2011, Winter und Frühling 2012:

Zombies have been a mainstay of the Hollywood imagination since Victor Halperin cast Bela Lugosi in the 1932 film White Zombie.  While perhaps best known for their curious appetites, the reanimated dead who feed on human flesh have also gnawed their way into the brains of ethnographers, scientists, philosophers, and cultural critics, who have used the figure of the zombie to ask questions about topics as far ranging as consciousness, free will, racism and immigration.

Die Serie The Walking Dead bietet eine Menge Material zu diesem Thema!

Absolut sehenswert: Season 1: 7,5 von 10 Punkten, Season 2: 9 von 10 Punkten.

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9 Antworten zu The Walking Dead: Season 1+2 – Kurzkritik

  1. bullion schreibt:

    Hach, endlich einmal jemand, der die zweite Staffel auch gut findet! Überall liest man sonst nur darin würde nichts passieren und die Handlung geht nicht weiter. Ich fand sie toll und bisher noch die beste Staffel, wenngleich die dritte auch wirklich stark ist.

    • singendelehrerin schreibt:

      Vielleicht ist das auch so ein bisschen, wie bei denen, die sagen, dass in ST:DS9 nichts passierte, weil die Handlung „stationärer“ ist, anders als bei allen anderen ST-Serien. Ich fand gerade, dass die Konflikte innerhalb der Gruppe in der 2. Staffel unheimlich gut herausgekommen sind. Da muss nicht in jeder Folge eine Horde (oder Herde, wie sie es nennen) Walkers auftauchen, um die Spannung aufrecht zu erhalten, finde ich.

  2. Schlopsi schreibt:

    Staffel 2 war wirklich grandios! Gerade das „ruhig angehen lassen“ in starkem Kontrast zur Gewalt hat mich damals „gehooked“. Bin mal gespannt wie du S3 und 4 finden wirst… da kommen auch nochmal einige moralische Grundfragen auf, wenngleich das Tempo wieder etwas angezogen wird. Aber weiterhin viel Spaß mit der Serie! Sie macht durchaus Spaß, geht qualitativ aber auch auf und ab.

    • singendelehrerin schreibt:

      Bin auch gespannt! 🙂 Muss mal sehen, ob ich es schaffe, darauf zu warten, dass auch die 4. Staffel bei Prime auftaucht. Bisher gibt’s die dort noch nicht. Oder ich hänge gleich noch einen Monat Probe-Abo bei Netflix und/oder Watchever an (ich schaue nur legal ;)).

      • Schlopsi schreibt:

        Ohja, beide in einem Rutsch empfiehlt sich, wobei der Cliffhanger vom S4-Staffelfinale echt fies geraten ist. Nur so als Warnung. (Unitymedia, das einzige worauf man bei denen Stolz sein kann sind die Sender [u.a. FOX], die einiges auf den Tag genau mit der US-Premiere zeigen) 😉

  3. Nummer Neun schreibt:

    Da bin ich bei den von Bullion angesprochenen Personen: Ich fand S2 auf der Farm teilweise etwas langatmig – aber trotzdem noch sehr gut. S3 war mein Highlight bisher, interessantes Setting und einen interessanter Gegenentwurf zu unserer Crew.

  4. Wortman schreibt:

    Ich fand die zweite Staffel auch recht gut. War etwas gewöhnungsbedürftig mit der stationären Handlung aber nachvollziehbar.

    Die Zombies spielen keine Hauptrolle. Das ist es, was mir so an der Serie gefällt. Da geht es um die Überlebenden. Im Grunde ist es eine Dramaserie…

  5. olivesunshine91 schreibt:

    Die zweite Staffel war wirklich großartig, wobei ich die dritte noch einen Tick besser fand – bin gespannt, was du dazu sagst 🙂 Und in der aktuellen 5. Staffel hauen sie auch nochmal so richtig auf den Putz 😉

    Mir gefällt vor allem, dass man spürt, wie sich die einzelnen Charaktere entwickeln – jeder einzelne macht eine Veränderung durch und verändert dadurch auch den ganzen Verlauf. Ich finde das unheimlich spannend, auch in Bezug auf diverse Entscheidungen, die getroffen werden müssen und mussten.

    • singendelehrerin schreibt:

      Die 4. Folge (The Killer Within) hat mich auf jeden Fall schon mal richtig fertig gemacht!!! Ricks Verzweiflung! Was hab ich geheult… Andrew Lincoln ist der Hammer!

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